Sonmrstog, ML März ML
Die «Sberhessischr Settung' er- fcjetnt sechsmal wöchentlich. Be- ,ngSvretS monall.i. Marburg 2.02 HM. aueschl. Zustellung-gebühr, tzri unsren Agenturen 1.93 GM. zuzügl. ZustestellungSgebübr. durch ^ie Posi 2.25 GM Für etwa durch Streik, Maschiuendefrktoder elementare Ereignisse auslallende gttrmmetn wird kein Ersan ge- leiflet. Verlag, Di. $. L-itzeroth, Druck der Univ-Buchdruckerei Aoh. Ang. Koch, Mark, 21/23. Aernsprecher: Rr 54 und Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt g, W. gkr 5015. — Sprech »eil ter Redaktion von 10—11 und •Al—1 Ult
- Anzeiger für (bas frühere kurhefsische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
---------------- ! ! - ■ ! — -> ! = ............- . - - ! - ■ ■ - ! =
Ein neuer Erfolg der Japaner
Die Wusungsorts und Nanschiang genommen - Japan stellt verschärfte Bedingungen für einen Waffenstillstand
SeMchr SlmresMlW
Marburger
Tagesanzetser
Nr. 58 er. Mrs. Marburg a.Sohn
Der Ansrigenprri« beträgt für ötn li aespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., Familienanzeigen bei Darzabl 0.07 GM., amti. u. an<* wLrttgeÄn, 0 10GM Sog. kleine Anzeigen nach Svezialtarif.Drunb- schrift:Eo!onel Bei schwierig.Satz« sowie bei Platzvo-schrift50«l, Ausschlag. — Samme>an,eigen 100e/e Autlchlag Reklam--Millim 0.40 KM. Grundschrift: Petit. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt Ziel 5 Soge. Skferten-Debübr: 25 Pfg^ bet Zustellung der Angebote einschL Porto —.60 GM Belege werden bereuet. LrMungsort Marburg.
Der Widerstand gebrochen
Polnische Unverschämtheit
ft. Schanghai. 3. März. Einer amtliche« Mitteilung zufolge wurden die Wusungsforts durch die japanischen Streitkräfte um 8 Uhr morgens in Besitz genommen.
PAO SCH AN
WUSUNG FOP
Hb
!U HANG
PAN 6
V-NdnKrnq
'CHENJU
Arsenal
^eA CHANGWA.
JANGHANGfST WUS!
tfASANG WKIANGWAN
XpaN&PU tgHONGKEbk
TSCHAPE
N(k I
’JjV^ Japan.
Flugplat
r Japan.Vormarsch
i!ine oas japanische Hauptquartier amtlich mitteilt, haben die japanischen Truppen am Donnerstag vormittag 8 Uhr Ortszeit nach heftigem Artilleriefeuer die Wusungsforts erobert. Der Befehlshaber der Wusungsforts und die im Dorf Wusung stehenden Truppen hatten sich geweigert, den Rückzugsbefehl des Generals Tsai durchzuführen.
Die chinesischen Truppen um die Wu- sungsforts wurden von den japanischen Truppen vollkommen abgeschnitten, waren aber am Mittwoch abend noch im Besitz des Dorfes Wusung. Verschiedene Versuche der Japaner, den Kanal zu übergueren und das Dorf zu besetzen, wurden von den Chinesen erfolgreich abgeschlagen. Am Mittwoch eröffneten dann die japanischen Kriegsschiffe eine neue heftige Beschießung der Forts.
Aach Nauschiana vou den Japanern besetzt.
fk. Schanghai, 3. März. 10.15Uhr Morgens. Eine japanische Brigade hat Nanschiang besetzt. Die 1L japanische Division rückt gegen Kiatinghsien vor, ein Ort Halbwegs zwischen Nanschiang und Liuto (an der Pangtjeemün- dung) westlich der Wusungsforts. Die von Schapei zurückgegangenen chinesischen Truppen haben Tschans« geräumt.
Die japanische« Bedingungen für einen Waffenstillstaud.
fk. Schanghai, 3. März. Die Bedingungen des japanischen Oberkommandos für eine Waffenruhe, die gestern abend durch Vermittlung des britischen Gesandten der chinesischen Regierung übergeben worden sind, unterscheiden sich erheblich von den Bedingungen, die an letzten Sonntag an Bord des britischen
Dampfers „Kent provisorisch vereinbart, worden waren. Die 1 japanischen Be- dinaungen lauten:
Wenn China der Zurückziehung seiner Truppen über die 20-Kilometer- zone hinaus zustimmt, ist Japan bereit, der Einstellung der Feindseligkeiten für eine bestimmte Zeit zuzustimmen, während der die Einzelheiten einer end
Warschau, 2. März. Mit welcher Leichtfertigkeit und welchem Zynismus man im polnischen Parlament der vielleicht wichtigsten Frage des Staates, der Min - derh eitenfrage. gegenübersteht, zeigt eine Rede des Senators des Regie* rungsblocks Evert, die am Dienstag im Senat gehalten wurde. Evert sagte, es sei einfach erstaunlich, mit welcher Geduld die dauernden Klagen der Minder-
Rückzug der Chinesen bei Schanghai
Ein javaniicher Panzerwagen fäbrt durch das brennende Schanghai.
In den wochenlangen Kümvien hat die Millionenttadt Schanghai die ganze Furchtbarkeit des modernen Krieges in ihren Mauern erleben müiien. Der Rückzug der Chinesen aus der unmittelbaren Nähe des Zentrums von Schanghai dürfte der schwergevrüften Stadt wenigstens einige Erleichterungen bringen.
gültigen Beendigung der Feindseligkeit zwischen den beiderseitigen MUitärstelleu festgesetzt werden.
Japan fordert, daß während der Einstellung der Feindleliakeiten eine Konferenz am „runden Tisch" zwischen den Chinesen und Japanern abgehalten wird, an der Vertreter der neutralen Mächte teilnehmen sollen. Diese Konferenz soll über die Methode entscheiden,, nach der beide Seiten ihre Truppen zurückziehen werden, und nach der der status guo in Schanghai und um Schanghai herum wieder her- gestellt werden solle.
Japan fordert, daß die chinesischen Truppen zuerst zurückgehen.
Wenn dies geschehen ist, werden die japanischen Streitkräfte sich nach den . Bezirken von Schanghai und Wusung" zurückziehen. Sobald normale Bedingungen bestehen, wird die japanische Armee von diesen Bezirken zurückgezogen werden.
Japan erklärt, daß im Falle der Verletzung dieser Bedingungen durch eine der Parteien die andere Partei ihre volle Handlungsfreiheit zurückgewinnt.
Pessimismus i« China.
Zu den japanischen Bedingungen wird von chinesischer Seite erklärt, eine Zustim
mung zu den Forderungen würde China auf Gnade und Ungnade preisgeben. Die Stimmung ist pessimistisch.
Die Kosten der Schanghaier Operationen.
fk. Tokio, 3. März. Ein kaiserlicher Erlaß, der 16 Millionen Pen für militärische Operationen bei Schanghai zur Verfügung stellt, wurde heute vom Geheimen Staatsrat gebilligt. Die Summe dürfte bis zum 17. März ausreichen. Wahrscheinlich wird das Parlament zum 15. März für eine Sonderseision iin- berufen werden, um die bisherigen Ausgaben nachträglich zu genehmigen und gegebenenfalls neue Mittel zu bewilligen.
Japan will keine« Frieden.
Di« Hoffnungen, daß der Rückzug der chinesischen Truppen auf eine Entfernung vo« 20 Kilometer von Schanghai die Be- eudigung der Feindseligkeiten im Erfolge haben würde, sind durch die Meldung erschüttert wordeu, daß das Kriegsmiuiste- rium i« Tokio die japanischen Truppen bei Schanghai angewiesen habe, die zurück- gehenden Chinesen solange zu verfolgen, bis ein Waffenstillstand vereinbart «»vden fei.
Herten im Parlament angehört würben. Es scheine kaum noch ein Gebiet des öffentlichen Lebens zu geben, auf dem den Minderheiten nicht irgend ein Anrecht zugefügt werde. Es sei jedoch bekannt, tote, frech sich die Deutschen in Warschau ge- bährdeten und welche Unannehmlichkeiten ein Pole zu erwarten habe, wenn er sich in Berlin der deutschen Sprache bediene. Evert zog schließlich eine Reihe völlig unkontrollierbarer Zahlen heran, um oen Beweis zu liefern, wir gut es den Deutschen in Polen und wie schlecht es den Polen in Deutschland gehe.
Rach Evert nahm sofort der deutsche Senator Atta das Wort und wies die Ausführungen des Vorredners auf das entschiedenste zurück. Auf Grund einer Reihe unbestrittener Tatsachen gab Atta ein Bild von der trostlosen Lage des deutschen Schulwesens, das zeigt,, daß die Vernichtung des kkbukschen Mldutzzswesens and in weiterer Folge die Ausrottung jeglichen deutschen Volksbewußtseins oberster Grundsatz der polnischen Schulpolitik ist. Die verwerflichsten Methoden würden angewandt, um den deutschen Lehrer aus der Deutschen Schule zu verdrängen and die deutschen Schulkinder zum Besuch polnischer Anstalten zu zwingen. Aus minderwertigen und käuflichen Kreaturen, aus ehemaligen Spitzeln und Dieben würden angebliche deutsche Vereinigungen ins Leben gerufen und die deutschen Lehrer und Beamten würden durch Terror und Schikanen gezwungen, solchen Vereinigungen anzugehören. Diese Methoden, die in letzter Zeit immer rücksichtsloser angewandt würden, seien menschenunwürdig und per»1 werflich.
Beruhigung in Finnland
fk. Helsingfors, 3. März. Im An-, schluß an die Rundfunkrede des Staatspräsidenten, in der die Lappoanhänger aufgefordert wurden, unverzüglich heimzukehren, haben viele der bewaffneten Lappos nunmehr den Heimweg wieder angetreten. In Mäntfälä sollen noch 700 Lappoanhänger versammelt sein, in Salo 300. Angeblich versuchen die Führer Neuwerbungen, die jedoch keinen Erfolg haben.
Der' finnische Eeneralstabsches zum Innenminister ernannt.
Helsingfors, 2. März. Anstelle des zurückgetretenen Innenministers ist heute der Generalstabschef O e s ch zum Minister des Innern ernannt worden. Die Lage ist im wesentlichen unverändert. Im Auslande umlaufende Gerüchts über einen Marsch der Lappo-Männer gegen Helsing- forS sind, wie die Finnische Telegraphen- agentur meldet, völlig unbegründet.
Botschafter Radolny reist nach Berlin.
Genf, 2. März. Botschafter Radolny wird sich für kurze Zeit nach Berlin begeben, um am Freitag dem Reichskanzler Dr. Brüning den weiteren Verlaus der Abrüstungskonferenz Bericht zu erstatten.
Große Mehrheit für das englische
Weizenvermahlungsgesetz.
fk. London, 3. März. Das Weizen- vermahlungsgejetz wurde vom Unte-’igus mit 428 gegen 55 Stimmen in zweiter Lösung angenommen.