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MonSög, WM Februar 19Z2 ®te .Odrrbesstsche Seitung* et- fdbeint sechsmal wöchentlich. Be- ,uoSpreiS monatl.t. Marburg 2.02 ausschl. Zustellungrgebühr. hei unsren Agenturen 1,93 GM. .ujügl- Zustestellungsgebüdr. durch bie Post 2.25 GM. Für etwa durch Streik, Maschtnendefekt vde« elementare Ereignisse au-salleud« «Kummern wird kein Ersatz ge­leitet. Verlag. Dr. §. Httzervth» Druck der Untv-Buchdruckerei Aug. Kvch. Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54 und Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M- Rr. 5015. - Sprechzeit Kt Redaktion von 1011 und

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Neuer Großkampf um Schanghai

Kiangwan von den Chinesen geräumt 1600 Zivilisten getötet Amerika liefert Bombenflugzeuge

l An der Schapeisront Hitler an Hindenburg

ft. Schanghai, 29. gebt. Der gestrige Tag war gekennzeichnet durch die völlige Räumung Kiangwans seitens der Chinesen uno durch einen neuen japanischen Luftangriff auf den Flugplatz Hangtschau. In den Straßen wurden 16 0 0 tote Zuilisten gezählt. Die chinesischen Truppen haben nunmehr eine Linie von Schützengräben westlich von Kiang- wan eingenommen. Auf dieser neuen Front kam es nachmittags zu Kämpfen. Die Stellung wird von den Chinesen behauptet. Bormittags zerstör­ten drei japanische Flugzeuge den ganzen Flugplatz.

Durchbruchsversuch der- Japaner.

Montag vormittag haben die Japaner «neu Durchbruchsversuch an der Schapeisront begonnen. Nach vier­stündiger Artillerievorbereirung setzte sich um 9 Uhr die Infanterie, unterstützt von Tanks und dem Schnellfeuer der ^Ar­tillerie und Bombenabwürfen der Flug­zeuge, in Bewegung. Während die inter­nationale Niederlassung, die in strahlen­dem Sonnenschein liegt, äußerlich ein ver­hältnismäßig ruhiges Bild zeigt, ist die Lust von dem Knattern der Mafchmen- gewehre und dem Donner der Geschütze er­füllt. Trotz der ungeheuren Kanonade der japanischen Bombenflugzeuge hal­ten die Chinesen die Stellung und antworten mit Artilleriefeuer und Maschinengewehren. Einige beherzte Leute springen auch aus den Gräben hervor, eilen vorwärts und werfen Hand­granaten gegen die anrollenden Tanks. Gegenwärtig tobt die Schlacht in voller Stärke.

Die russischen Vorbereitungen an der mandschurischen Grenze.

ff. London, 29. Febr. Der Korre­spondent desDaily Telegraph" meldet aus C h a r b i n , daß die russischen Vorbereitungen zur Besetzung der mand­schurischen Grenze bereits weit vorgeschrit­ten seien. Die Russen hätten ausgedehnte Cchützengrabenstellungen geschaffen. Die Hauptsammlungspunkte der russischen Streitkräfte seien Charbarowsk,. Irkutsk und Tohiha. Große Transportzüge mit Munition und Flugzeuge seien ebenfalls eingetroffen.

Japan zu Waffenstillstandverhandlungen bereit.

fk. Echan ghai, 29. Febr. Der ja­panische Gesandte in China hatte eine längere Zusammenkunft mit dem japa­nischen Oberbefehlshaber der Schanghai­truppen llyeda und dem englischen Ge­sandten in China Lampson. Er erklärte, von Tokio bestimmte Anweisungen erhal­ten zu haben, wenn möglich, die Eröff­nung von Waffenstillstandsverhandlungen mit den Chinesen in die Wege zu leiten.

Der Völkerbundsausschuß in Tokio.

fk. Tokio, 29. Febr. Der Unter­suchungsausschuß des Völkerbundes für die Mandschureifrage ist heute früh hier eingetroffen.

Amerika liefert Flugzeuge nach China.

Moskau, 28. Febr. Nach einer rus­sischen Meldung aus Schanghai haben

amerikanische Firmen an China 60 schwere Bombenflugzeuge verkauft, von denen 20 in Kanton eingetroffen sind und jetzt an die Front abtransportiert wer­den. Die Bombenflugzeuge sind vollkom­men modern mit mehreren Maschinen­gewehren ausgerüstet.

ImEcho de Paris" wird behaup­tet, daß Ministerpräsident T a r d i e u dem deutschen Botschafter N a d o l n y tat­sächlich mitgeteilt habe, daß Frankreich sich nicht auf eine Revision der militäri­schen Klauseln des Versailler Vertrages einlassen werde und auf der Aufrecht­erhaltung des Artikels 53 des Kon­ventions-Entwurfes bestehe, der die deut­schen militärischen Kräfte auf einen Stand begrenze, der niedriger sei, als der der anderen Mächte. Pertinax bestätigt dem Daily Telegraph", es bestehe kein Zweifel, daß der französische Minister­präsident jeder derartigen Revision des Friedensvertraxes den schärfsten Wider­stand entgegensetzen werde.

llnterträgliche Anmaßung.

K o w n o. 28. Fror. 5n seiner gestrigen Rede im hiesigen Staatstheater, in der Minister Zaunius auf den Memelkon- . flikt und die Etelluna Litauens 2UI

Berlin, 28. Febr. Der Führer der Natio­nalsozialisten, Adolf H i t l e r, hat am Sonn­tag ein längeres Schreiben an den Reichs­präsidenten v. Hindenburg gerichtet: Hit­ler erklärt darin, als Führer der großen Nationalsozialistischen Partei gezwungen zu sein, die Aufmerksamkeit des Reichspräsidenten

Autonomie des Memelgebietes einging, führte er u. a. etwa folgendes aus:

Die Statistik beweise den unzweideutig litauischen Charakter des Memelgebietes, der auch nicht durch den Hinweis des Reichskanzlers Dr. B r ü n i n g auf die siebenhundertjährigL deutsche Geschichte und den deutschen Charakter des Memel­landes in Frage gestellt werde. Wenn Herr Brüning auf die Geschichte eingehe, so wolle er ein Gleiches tun. Man kenne die Sage von der einstmals mächtigen Stadt Bineta, die ins Meer versunken sei, deren Glocken aber man noch heute klingen höre. Auch wir, so fuhr der Minister fort, hören, wenn wir Sonntags morgens auf die weite Flur hinausgehen, die Glockenschläge von Stallupönen, Pillo- poenen, Picktupoenen, Eydtkuhnen, Pill- kallen, die der Wind von drüben zu uns herüberträgt. Gerade Deutschland habe darum, so meinte Zaunius, am wenigsten Veranlagung von dem zu sprechen, was vergangen sei. Die Aufzählung der ver­schiedenen Ortsnamen wurde von lautern jReiinll Htr/erbrodten.

auf ei'wisse Vorkommnisse hinlenken zu müs­sen. Das Schreiben fährt dann fort:

1. Die Sozialdemokratische Partei, die Sie, Herr Reichspräsident, in ihrem Parteiaufrus vom 27. Februar für ihre Wäbler als Kandi­dat aufstellt, schreibt in Hhrem Wahlaufruf folgendes:Hitler statt Htndeilburg, das be­deutet Chaos in Deutschland und ganz Europa . . . Höchste Gefahr und blutige Aus­einandersetzung im eigenen Volk und mit dem Ausland". Herr Reichspräsident, ich weise den Versuch, mit diesen Methoden das Ausland gegen die freie politische Meinungsentscheidung der deutschen Nation unter Bezugnahme auf Ihren Namen mobilmachen zu wollen, ent­rüstet zurück. Ich habe in meinen Aeußerungcn Ausländern gegenüber nie unterlassen, darauf hinzuweisen, daß jede bisherige deutsche Re­gierung von wahrhafter und aufrichtiger Frie­densliebe beseelt gewesen ist.

Versuche, eine unbequeme deutsche Bewegung vor dem Auslände als Unruhestifterin hin­zustellen, werde ich, wenn sie unter Herein- üeziehuug Ihres Namens, Herr Reichs­präsident, erfolgen, und nicht zurückgewiesen werden, von jetzt ab persönlich in der ge­eigneten Weise zurückzuweisen wissen. Für die Dauer des Wahlkampfes sollen meine Erklärungen der Welt, wenn erforderlich, ge­nau so zur Kenntnis kommen, wie die Er­klärungen des heutigen Systems.

2. In demselben Aufruf der Sie, Herr Reichspräsident, als Kandidat präsentierenden Sozialdemokratischen Partei findet sich fol­gende Stelle:Hitler statt Hindenburg, das bedeutet Vernichtung aller staatsbürgerlichen Freiheit der Presse . . .". Hitler erklärt dem­gegenüber, daß durch diesen Satz versucht werde, insbesondere dem Ausland vorzutäu­schen, Deutschland befände sich im Zustand irgendeiner demokratischen freien Verfassung.

Seit Jahren könne von Pressefreiheit in Deutschland überhaupt nicht die Rede sein. Und gerade in diesen Tagen des Wahlkampfes werde die verfassungsmäßig garantierte Wahl­freiheit und Freiheit der Propaganda auf das Schonungsloseste unterdrückt. Sofort bei Be­ginn des Wahlkampfes sei ein Teil seiner, Hitlers, Presse teils beschlagnahmt, teils ver­boten worden. Der Artikel der Verfassung, der die Wahlfreiheit garantiere, könne aber auch mit dem Artikel 48 nicht außer Kraft ge­fetzt werden. Hitler bezeichnet diese Vorkomm­nisse als glatte und durch nichts zu be­schönigende Verfassungsbrüche.

3. Hitler weeist dann auf dis Ansprache des preußischen Innenministers Severing an die preußischen Ober- und Regierungspräsiden­ten und höheren Beamten hin, in der Severing laut Pressenachrichten die Nationalsozialistische Partei als staatsfeindlich hingestellt habe.

Es ist also möglich, daß unter Ihrer Prä­sidentschaft, Herr Eeneralfeldmarschall, der Reichsinnenminister Eroener die Auffassung vertritt, die Nationalsozialistische Deutsche Ar­beiterpartei sei nicht staatsfeindlich und der preßische Innenminister Severing dagegen, in dessen Hand die Mittel der prak­tischen Exekutivgewalt liegen, die Auffassung verbreitet, sie sei st a a t s f e i n d l i ch. Ich sehe in dem Vorgehen des preußischen Innen­ministers Severing einen unzulässigen Druck auf die preußische Verwaltung, ihren Einfluß bei der Wahl in einem für uns ungünstigen Sinne geltend zu machen."

4. Hitler erinnert darauf an den Wunsch des Reichspräsidenten, daß dieser Wahlkampf in ritterlicher Weise geführt werden soll. In diesem Zusammenhang lenkt er die Auf­merksamkeit des Reichspräsidenten auf zwei Vorgänge:

a) Auf die amtliche Erklärung des Reichsministers Eroener im Reichstag in Antwort auf die Ausführungen des Abgeord­neten Goebbels, in der Goebbels eine sinnent st eilte Aeußerung zugeschrie-

Für Streichung der Kriegsschulden

Die Demonstranten mit ibren Plakaten, die für die Streichung der Kriegsschulden werben.

In New Vork fand eine große Friedens-Demonstration statt, bei der eindringlich die Forde­rung erhoben wurde, alle Kriegsschulden zu streichen, da die Schuldenfrage immer wieder den Frieden und die Versöhnung der Völker bedrohe.

Tardieu beherrscht das Feld

Wo bleibt der deutsche Widerstand?