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Der Schrecken -er -rutschen LlBoote
Torpedos fallen
OberdMsche Zeitung. Marburg a. r^. Donnerstag, dm 25. Februar I93L-
vom Himmel herunter
Ein italienischer Bewaffnungsvorsprung - Die erfolgreichste Seewaffe des Weltkrieges
Schon während des Weltkrieges wurde der Versuch gemacht, Torpedos von Flugzeugen auf das Wasser abzuwerfen. Das ist aber den Fliegern meist sehr schlecht bekommen. Sie muhten bis nahezu auf die Wasseroberfläche heruntergehen und sich schräg stellen, um den gefährlichen Sprengfisch ins Wasser zu setzen. Dabei boten sie eine Zielscheibe, die von der Schiffsartillerie mit wahrer Wonne und nahezu ausnahmlvsem Erfolg beschossen worden jst. Deshalb bestand bei den Kriegsministerien aller Länder große Neigung, diese Versuche nicht weiter fortzusetzen, da es unmöglich erschien, die mit einer vielseitigen Maschinerie ausgestatteten selbsttätigen Unterwassersprenggeschosse aus einigermaßen beschietzungssicheren Höhen abzuwerfen.
Der Torpedo hatte sich aber zur See als die erfolgreichste Waffe des ganzen Krieges erwiesen. Sie war der Schrecken her deutschen U-Boote. Dabei muß allerdings auch hervorgehoben werden, daß der 1864 von Whitehead in Fiume erfundene Torpedo durch die deutsche Rüftungsinda- ftrie, vornehmlich Schwarhkopf in Berlin, eine besonders hohe Ausbildung erfahren hatte. Im See- und Handelskrieg gelangten Torpedos äußerst wirkungsvoll zur Anwendung. Der erste ernste Abschuß von Fischtorpedos, fischartigen, selbständigen kleinen Kriegsschiffen mit einer wuchtig wirkenden Sprengladung im Kopf, erfolgte im japanisch-chinesischen Seekriege von 1905. Den Japanern gelang mit dieser Waffe die Unschädlichmachung von zwei chinesischen Panzerschiffen. 3n der Schlacht am Skagerrak verlor Deutschland durch Torpedos ein Linienschiff und zwei kleine Kreuzer, während unsere Torpedos lediglich ein englisches Linienschiff kampfunfähig machten. An diesem Tage lag das grö- Here Glück bei unserer Schiffsartillerie. Don dieser Schlacht abgesehen bewiesen aber di« Torpedos in der Hand der A- Doot-Führer eine schlechthin beispiellose DernichüungÄraft.
Deshalb haben die Techniker sich bemüht, den Torpedo auch für Flugzeuge verwendungsfähig zu machen. Neuigkeiten darüber werden natürlich streng geheim gehallen. Man weih aber, daß die Engländer einen Torpedo bis zu einer Flug? zeuggeschwindigkell von 200 Kilometern aus rund 30 Meter Höhe abwerfen, der dann, vermöge eines besonders fest gebauten Bodens gut auf dem Wasserspiegel auftrifft, die vorschriftsmäßigen drei Meter eintaucht und in gerader Linie mit mehr als 80 Kilometer Geschwindigkeit seinem Ziele entgegenstrebt. Trifft er auf eine Echiffswand auf, dann entlädt er eine Sprengladung von 400 Pfund eines höchst wirkungsvollen Stoffes. Damit gehört er in dre Reih« der größten und schnellsten Torpedos, die rm Weltkriege Verwendung fanden. Von Torpedobooten und anderen Kriegsschiffen werden aber noch schwere Torpedos abgeschossen, mit einer Reichweite von nahezu 20 Kilometern, einer Geschwindigkeit von fast hundert Stundenkilometern und Ladungen bis zu 700 Pfund.
Der englische Lufttorpedo wurde jedoch von der Kriegstechnik niemals als ideale Lösung betrachtet. Dieser sind die Italiener neuerdings erheblich näher gekommen. Sie werfen aus Höhen von jetzt schon mehr als 2000 Metern sehr leistungsfähige Torpedos ab. Diese haben die Form einer Wiege und tragen außer den waagerecht liegenden Anlliebspropel- lern, den Schrauben, noch in der Senkrechten wirkende Propeller zur Minderung der Fallgeschwindigkeit, so daß sie sanft ins Wasser glellen und dann ihre gefährlichen Eigenschaften gleich den von Kriegsschiffen abgeschossenen Torpedos _ entwickeln. Diese Leistung der italienischen Ingenieure ist bisher von keiner anderen Macht überboten worden. Deutschland nimmt an diesem Wettbewerb naturgemäß nicht teil, da es ja noch nicht einmal Militärflugzeuge unterhalten darf. Die Kneg- führung gelangte, wie man sieht, aber auch ohne seine Beteiligung wieder zu einem neuen Kampfmittel von außergewöhnlicher Wirksamkeit. Torpedos werden in Zukunft nicht nur von Anter- und Oberwasserschiffen abgeschossen werden, sondern auch vom Himmel herunter fallen. Dabei sollen sie in so großer Nähe der bedrohten Schiffe niedergehen, daß diese ber der großen Geschwindigkeit der neuzeitlichen Torpedos sich selbst mit den knifflichen Manüvern nicht mehr in Sicherheit bringen können.
Geschickte Ausweichversuche verurteilten wahrend des Weltkrieges manchen vorzüglich gezielten Torpedo dennoch zur Wirkungslosigkeit, wenn er früh genug gesehen worden war. Man erkennt ihn aus erheblicher Entfernung schon an dem schar
fen weißen Schaumstreifen, den er hinter sich herzieht. Er entsteht durch die aus- ttetende Preßluft, deren Druck das Geschoß vorwärts schiebt. Diesem Nachteil wird nicht nur durch die phantastisch gesteigerte Geschwindigkeit begegnet, sondern auch durch die Anwendung deselektrr- s ch e n A n t r i e'b s. Die Anfertigung dieser neueren Att von Torpedos, die unsichtbar bleiben und nicht die leiseste Warnung von ihrem Näherkommen vermitteln, steckt jedoch noch in den Anfängen. Es besteht aber kein Zweifel, daß auch sie zu einem sehr leistungsfähigen Kampfmittel werden.
Inzwischen nutzt die neuzeitliche Technik die verräterische Schaumlinie zur Verschärfung des Angriffs aus. Es ist ihr gÄungen, den durch Preßluft bewegten
Torpedos Zickzackkurs zu verleihen., Ih Zweck der Schaffung einer erweiterten Gefahrenzone wird doll erreicht. Welches Manöver soll ein Kapitän anwenden, um einem Torpedo zu entgehen, der in diesem Augenblick in gerader Linie auf ihr zueilt und im nächsten einen Haken schlägt- Gerät durch diese Form des Torpedos schon ein einzelnes Schiff, selbst wenn eine tüchtige Mannschaft die Gefahr rechtzeitig erkannte, in Schwierigkeiten, dann muh im Falle der Entsendung von mehreren Zickzack-TorvedoS ein Geschwader seine Kampffront auflösen nach dem Wolle „Rette sich wer kann". And Aurch ein solches Manöver kann eine Schlacht verloren gehen.
Franz Hermann Falke.
Reue -rutsche OberleitungsAutobuslinie
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Ein Oberleitungs-Omnibus der Linie Idar—Tiefenstein (Hunsrück).
Immer mehr findet in Deutschland der Oberleitungs-Omnibus seine Verwendung. Die Bedienung solcher Omnibusse ist wesentlich einfach^: als die eines Benzin-Kraftwagens, da der Führer kein Schaltgetriebe zu betätigen bat, sondern die Fahrgeschwindigkeit nur durch das stufenweise Durchtreten des Fahrschalterpedals zu regeln hat. Der oben abgebildete Wagen ist ohne besonderes Fahrgestell gebaut, der Wagenkasten stellt vielmehr eine fich selbst tragende Stahlkonstruktion dar.
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WM X.
Karl May, der weltberühmte Reise- und Jugendschriftsteller, wäre am 25. Februar 90 Jahre«, alt geworden. Seine Werke, in denen er Abenteuer in allen Teilen der Welt schilderte, haben bei Millionen von Jugendlichen bis auf den heutigen Tag begeisterte Aufnahme gefunden. May, der aus Hohenstein-Erstthal stammte, starb am 31. März 1912.
== Das Programm und die Männer der Salzburger Festspiele. Das nunmehr vor; liegende Programm der Salzburger Festspiele nimmt jeden Zweifel am künstlerischen Erfolg. Clemens Krauß wird Richard Strauß' „Frau ohne Schatten" dirigieren, für deren Regie der Oberregisseur der Wiener Staatsoper, Lothar Wallerftein, gewonnen wurde. Der Berliner Regisseur Karl Heinz Martin inszeniert Mozarts „Z a u b e r f l ö t e" und Bringt unter anderm Mozarts „Entführung aus dem Serail" unter der musikalischen Leitung von Fritz Busch in einer völligen Neugestaltung heraus.
x Prof. Dr. Robert P o h l in Göttingen hat den Ruf auf den Lehrstuhl der Physik an der Universität Heidelberg als Nachfolger des Geheimen Rats Professor Lenard abgelehnt.
Elly Beinhorn am Ziel
Berlin, 24. Febr. Die Afienfliegerin Elly Beinhorn hat am Dienstag nachmittag das Endziel ihres Fluges nach Niederländisch Indien erreicht. Sie ist mit ihrem Klemm-Argus-Flugzeug „D 2160“ von Bandoeng kommend in Soerabaja an der Südspitze von Java nach vierstündigem Flug über die Urwälder Mitteljavas gelandet. Damit hat die Fliegerin ihr vor dem Abflug in Berlin gestecktes Ziel erreicht, wohin sie als erster deutscher Sportslieger überhaupt gelangte.
Eoldfnnde in Schweden.
Wie jetz amtlich bestätigt wird, wurden in Schwedisch-Lappland reichhaltige Kupfer- und Goldadern entdeckt. Die Regierung ist auch bereits in Erwägungen darüber eingetreten, ob sie nicht selbst die neugefundenen Kupfer- und Eoldquellen ausbeuten soll.
Die Kupfer- und Goldadern liegen in den Distrikten von Kuorbevare und Ma- laa sowie in der Gegend von Baliden, die nahezu vollständig Eigentum des Kreuger- Konzerns ist. Das Vorkommen von Gold und Kupfer in der Umgebung von Boliden ist schon seit längerer Zeit bekannt. Die Adern enthalten durchschnittlich 20 Gramm Gold, 60 Gramm Silber und 2% Kupfer.
Ans Geiz verhungert.
Durch krankhaften Geiz sich zu Tode gehungert, hat sich in Offenburg ein nahezu 73iähriger Privatmann. Bei seinem Tode stellte man fest, daß er ein Vermögen von über 10 000 ’SR.Jl Bargeld besaß, außerdem eine monatliche Rente von 300 und Zinsen aus Darlehen verleben konnte. Offenbar befürchtete er, daß eine zweite Inflation ihm sein Bargeld entwerten könnte und daß er für seine alten Tage in Not kommen würde. Junggeselle, der er war, hatte er für niemand zu sorgen, und er sorgte nicht einmal für sich. Er lebte von Bohnen und Kaffee, und auch diese Kost nahm er nur in so kleinen Mengen zu sich, daß die ärztliche Untersuchung kurz vor seinem Tode eine Aushungerung fest- fiellte.
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Eine praktische Zusatzeinrtchtung für das releson
Der Schnellwähler (vor d-»m Fernsprecher) ist ein Zusatzapparat zum Telefon, der jetzt vom Reichspostministerium zugelassen worden ist. Der „Telerapid“ dient zur Beschleunigung des Fernsprechverkehrs mit denjenigen Fernsprechteilnehmern, die man besonders oft rnruft. Der Apparat weist auf einer Achsy 50 auswechselbare Scheiben auf, auf denen die betreffenden Fernsprechanschlüsse verzeichnet sind. Man braucht, um einen bestimmten Anschluß zu erreichen, weder Amt noch Nummer zu nennen oder bei Selbstanschlußapparaten Vie Scheibe zu drehen, sondern erhält durch Schieben eines kleinen Knopfes den gesuchten Anschluß.
PMschr Schriften
Der Verlag Gerharo Stalling in Oldenburg hat in letzter Zeit eine Reihe interessanter und wertvoller Neuerscheinungen politischen und geschichtlichen Charakters herausgebracht. Dazu rechnen wir auch das Buch „Wer wird Reichspräsident?“, das von einem ungenannten Verfasser stammt. In sehr klarer und anschaulicher Weise werven die gesetzlichen Bestimmungen für die Präsidentenwahl dar? gelegt, daran schließt sich eine Betrachtung derjenigen Persönlichkeiten, die für eine Neuwahl in den letzten Wochen genannt worden sind. Der Verfasser stellt in Wort und Bild eine ganze Reihe von solchen Männern vor, die in allen politischen Lagern vorhanden sind. Jeder von ihnen erfährt eine besondere Würdigung durch eine kurze Skizze seines Lebenslaufs imo seiner politischen Linie. Wir nennen die darin behandelten Namen: Otto Braun, Brüning, Herzog von Koburg, Cuno, Gehler, Groener. Held, Hellpach. Hitler, Hugenberg, Krupp von Bohlen und Hal? bach, Löbe, Luther, Neurath, Schacht, von Seeckt, Seldte, Simons, Sols, Sieger? Wald und sogar Thälmann. Man sieht also, daß der Verfasser in der Neuwahl seiner Skizze durchaus parteilos verfährt.
Das Opfer der Missionsfchwester.
In San Martino Bunalbergo, ihrer Vaterstadt, starb kürzlich Ethel M. Dell im Aster von 78 Jahren. Ihr ist ein Lebens? schicksal beschieden gewesen, wie es auch ein mit kühner Phantasie begabter Dichter nicht diel abenteuerlicher erdenken kann. Vor 45 Jahren war nämlich Ethel M. Dell Missionsschwester im südlichen Aegyp? ten. Eines Tages wurde die Anstalt von feindlichen Arabern umzingelt, die sämt? liche Insassen gefangen follfühllen. Ein Halles Los stand den Weißen bevor. Da geschah es, daß sich der Scheich der An? lustigen Beduinen, Ali Kokorempas, in Ethel Dell verliebte. Er versprach ihr die Freilassung chrer Landsleute, wenn sie seine Frau werden würde. Am ihre Freunde zu retten, willigte das Mädchen ein und opferte sich. Seltsamer Weise ge? stastete sich das Schicksal Ethels nicht so fürchterlich, wie sie anfänglich geglaubt hatte. Die Ehe zwischen dem Beduinenscheich und der Missionsschwester muß nämlich im wahren Sinne des Wollcs glücklich genannt werden. sHr ältester Sohn wurde nach dem Tode des Vaters Beduinenscheich und schwingt noch heute sein Zepter. Ethel allerdings kehlle nach dem Ableben chres Gatten in ihre schöne italienische Heimat zurück, wo sie oft von ihren zahlreichen afrikanischen Kindern be? sticht wurde.
Der Richter am Krankenbett.
Dieser Tage sollte sich ein Pelztierhändler im Justizpalast zu München wegen Untreue verantworten. Zu der Verhandlung waren zahlreiche Zeugen von auswärts geladen. Kurz vor ihrem Beginn ließ der Angeklagte mitteilen, er könne das Bett wegen Ischias nicht verlassen. Entschlossen fuhr der Richter, laut „Bayerischer Staatszeitung", in die Wohnung des Angeklagten und vernahm ihn im Bett, um dem Staat die erheblichen Zeugengebühren nicht unnütz ausgeben zu laßen. Die Verhandlung endigte mit der Verurteilung des Angeklagten zu acht Monaten Gefängnis.