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-en 22 Februar 1SZ2

Die .Oberbessische Setiuttg* et- scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatl.i. Marburg 2.02 GM. ausschl. Zustellungsgebühr, hei unsren Agenturen 1,93 GM. zuzügl.Zustestellungsgebühr, durch K^ie Post 2.25 GM. Für etwa durch Streik, Maschinendefektoder elementare Ereignisse ausfallende Ru: ... ern wird kein Ersah ge­leistet. Verlag, Dr. 5. Hiherokh, Druck bet Univ-Buchdruckerei Job. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54 und Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Nr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und

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Anzeiger für (das frühere kurheffische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

^Schlimmste und brutalste Reaktion"

Statt des gestürzten Kabinetts Laval-Tardieu ein Kabinett Tardieu-Laval - Tardieu hat jetzt freie Bahn

Japans Vormarsch

Auch eine Antwort!

aber verwartet, daß die Japaner heute nachmittag an der Schapeifront einen gro­ßen Angriff unternehmen werden.

Die Verluste der Chinesen «nd Japaner vom Samstag sind noch nicht sestzustellcn. Sie werden bisher auf 800 Tote und meh­rere Tausend Verwundete geschätzt. Be- I sonders viele Todesopfer gab es unter der I Zivilbevölkerung in Kiangwan.

fk. London, 22. Febr. Die Ant­wort Japan6*auf die dringende Ermahnung des Völkerbundes ist erfolgt und enthält folgende 7 Punkte:

1. Japan kann nicht verstehen, warum die Note nur an Japan gesandt worden ist.

2. Der Völkerbund nimmt an, daß Ja­pan sich in Angriff befindet, während

Zum Widerstand entschlossen

*8.' Schanghai, 22. Febr. Der Kampf ilKi Schanghai, der am Sonntag wie­der aufs heftigste entbrannte, hat dazu gefüllt, daß d i e Chinesen das Dorf Kiangwan, die Schlüsselstellung im No den non Schanghai, zurückerobern konnten. Diese Schlappe hat in Tokio so enttäuscht, daß das japanische Kabinett die Entsendung von neuen Ber- stärkungen beschlossen hat.

Starker Widerstand der Chinesen.

.. - den Morgenstunden des Montag rou -iie das Feuer an der ganzen Front nach kurzer Waffenpause durch die japa­nische Artillerie wieder aufgeuommen und von den Chinesen erwidert. Während der Nacht waren hauptsächlich die Stellungen verstärkt und befestigt worden. Die Ja­paner versuchten am Montag früh an mehreren Stellen Mit Jnfanterieabteilun- gen durchzustoßen. Ihre Bewegung wurde jedoch durch den dichten Nebel behindert. Die Lage in W u s u n g ist trotz der un­unterbrochenen japanischen Bchchietzung unverändert. Die Chinese,», die neue Munitionslieferungen erhalten haben, scheinen nach verschiedenen Anzeichen nun­mehr selbst zum Angriffe überzu­gehen. Ein vor Wusung gelegenes ja­panisches Kriegsschiff wurde von einer chinesischen Granate getroffen. Der Kom­mandant und 10 Mann der Besatzung wurden verwundet. Bisher ist es den Ja­panern noch nicht gelungen, sich wieder in den Besitz von Kiangwan zu setzen, da die Chinesen Are sämtlichen Maschinenge­wehre im Dorr noch behalten und jedes japanische Vorbringen vereiteln. Die Ja­paner haben mitgeteilt, daß sie keinen Wert mehr Hf die Rückeroberung des Dorfe legen. Eine japanische Kolonne ist nach gewaltiger Artillerievorbereitung ge­gen das Dorf T a s a n g vorgedrungen. Das Dorf steht zum größten Teil in Flam­men, befindet sich jedoch noch in den Hän­den der Chinesen. Es ist fraglich, ob diese japanitoc Kolonne die Chinesen in Kiang­wan abschneiden kann, da sie zu dieser großen Flankenbewegung zu schwach ist. Eine gemischte japanische Brigade unter dem Oberbefehl des Generals S ch i m o - moto rückt gegen das Dorf M i a ch u n g vor: es gelang ihr jedoch ebenfalls nicht, die chinesischen Linien zu durchbrechen. Die Japaner richten nunmehr ihren Angriff hauptsächlich auf Schapei. Auch Tanks und Truppenpanzerwagen sowie Flugzeuge sind eingesetzt, um die Chinesen aus ihren dortigen Stellungen zu vertreiben.

Vordringen der Japaner an der Schang­haier Hront.

Nach anderen M Y&gen gebt die ja­panische Offensiv . A vorwärts. Im fechten Kampfgl E^Mdlich des Dorfes Kiangwan röcht dsi^Kpanische Infan­terie mit Hille von künstlichen Rauch­schleiern und unterstützt von Boinben- alren t/tk/ £ Artilleriefeuer vor, um gesprochene K uf T a t s ch a n g einzu- bauungsnrusik. a 0

Dvppelchor au.

Zweiten stellte- 16 ®orfes Kräng- w <t*.n nefische Maschinen­gewehrnester l egen, wird noch ver­zweifelt gekämpft.

Vei Wusung herrscht im wesentlichen -nuhe, ebenso bei S ch a p e i. Es wird

Einer der leidenschaftlichen Volksredner, die jetzt in allen Straßen der chinesischen Hauptstädte di« Massen zur Abwehr des japanischen Einfalls oufrafen.

Das neue französische Kabinett gebildet.

Paris, 21. Febr. Tardieu bildete nach Mitternacht das neue Kabinett, das aus 13 Ministern und 7 Unterstaatssekretären besteht. Dem Kabinett gehören an: 1 Sozialrepubli­kaner, 1 Unabhängiger, 2 Mitglieder der Frak­tion Franklin, 3 Mitglieder der Radikalen Linken, 6 Linksrepublikaner, 1 katholischer Demokrat, 2 Mitglieder der Fraktion Magi- not und 2 Mitglieder der Fraktion Marin.

Das Ministerium des Auswärtigen hat Ministerpräsident Tardieu selbst über­nommen, Finanzen: Flandin. Inneres Se­nator Mahieu von der Demokratisch-Radi­kalen Bereinigung, Justizministerium: Abg. Reqnaud (Demokratisch-Soziale Aktion).

Das neugebildete Ministerium für nationale Verteidigung, das dir bisherigen Ministerien für Heereswesen, Kriegsmarine und Militär­luftfahrt umfaßt, übernahm der linksrepubli- kanifche Abgeordnete Pietri. Der frühere Ministerpräsident Laval ist Arbeits­minister.

Das neue Kabinett wird am Dienstag vor das Parlament treten. Tardieu beabsich­tigt, am Mittwoch nach Senf abzureisen.

Versammlung der Jugend Schanghais

Die Inschriften der Transparente for­dern zum freiwilligen Eintritt rn di« chinesische Armee auf. i

Das Kabinett Tardieu wird von der Presse der Mehrheit und von den großen Aachrichtenblättern mit Freuden begrüßt. Ein Teil der linksstehenden Presse nimmt das Ministerium Tardieu mit Resignation auf. Einige radikale Blätter sowie vor allem auch der sozialisttsche P o Pu­la i re" erklären jedoch, daß es sich um ein Kamp fkabinett handel« und daß die Mehrheü des Senats dieses Mini­sterium als Herausforderung deuten müsse. Der Kampf der Oppositton gegen das Ka­binett gehe fort.

Oeuvre" erklärt, wenn man etwa meinen wollte, daß die Angelegenheit nun erledigt sei, dann täusche man sich. Die ^R e p u h l i q u e" Daladiers schreibt: Me Rechte erllärt dem Senat den Krieg. Der Senat werd« die Herausforderung an- nehmsn.

Der sozialisttsche ^Populaire" schreibt, die Sozialisten würden den Kampf bereits am Dienstag in der Kammer auf­nehmen. Tardieu Personifiziere die Po- littk der schlimm st en und brutal­sten Reaktion. Der Senat habe La- vol-Tardieu gestürzt, Doumer schicke ihm ein Kabinett Tardieu-Laval zurück. Der 'Senat müsse das für einen schlechten Scherz halten.

es tatsächlich nur Verteidi­gungsmaßnahmen ergreift.

3. Die Chinesen verlangen eine friedliche Regelung, grei­fen ab er gleichzeitig die Ja­paner an. Von Japan jetzt die Zurücknahme seiner Truppen zu for­dern, ist dasselbe, als wenn man von ihm die Aufgabe seiner Rechts ver­langen würde.

4. Wenn Japan durch Entsendung vor Truppen nach Schanghai das Völker­bundsstatut verletzt hat, so Haber viele andere Mächte da- gleiche getan.

5. Unter den gegenwärtigen llmständer kann Japan nicht verstehen, warun die Entsendung von Truppen als eine Verletzung der chinesischen Un hängigkeit oder Unverletzlichkeit be­trachtet werden soll.

6. Der Völkerbund hat mit bem 9 = Mächteabkomknen nichts z u tun.

7. De^ Völkerbund macht einen grund­legenden Fehler, wenn er China als ein wohlgefügtes Staatswesen behan­delt, anstatt es als ch a o t i s ch e s Land ohne verantwortliche Regie­rung anzusehen.

ErkkäruKgen des japanischen Außen­ministers.

In einer dem Reutervertreter überge­benen Erklärung des japanischen Außen­ministers heißt es, Japan beabsichtige kei- . neswegs, aus dem Völkerbund auszutre­ten oder chinesische Gebietsteile südlich der großen Mauer dauernd zu besetzen oder einen Teil der Mandschurei zu annektte- ren. Ebensowenig sei von irgend einer Akion gegen die Sowjet-Regierung die Rede.

Abreise der Ausländer in Schanghai.

fk. Schanghai, 22. Febr. Die aus­ländischen Konsuls in Schanghai haben be­kannt gegeben, daß eine Abreisesämt- licher Ausländer aus Schanghai be­vorsteht. In der französischen Niederlas­sung ist allen Heeresangehörigen der Be­fehl erteilt worden, sich in Kampfbereit­schaft zu halten.

Tokio rechnet mit mehrtägiger Dauer der Kämpfe.

fk. T o k i o , 22. Febr. Von amtlicher Seite wird erklärt, daß die Operationen bei Schanghai, durch die die 19. chinesische Armee 20 Kilometer zu rückge- drängt werden soll, eine Woche bis 10 Tage beanspruchen werde. Dann wollen die japanischen Truppen sich längs der be­setzten Linie in der Verteidigung halten, bis die Verhältnisie eine Zu­rückziehung der Truppen rechtfertigen, oder bis eine Vereinbarung über eine neu­trale Zone abgeschlosien ist.

Drei Todesurteile in Leningrad.

Leningrad. 21. Febr. Das hiesige Ge- richt verurteilte drei ehemalige Angestellte des Klernhandelssektors des Obst- und Ee- müseverbandeswegen bewußte gegenrevolu­tionärer Arbeit, die auf Sprengung des Sowiethandels abzielte", zum Tode durch Er­schießen. Eine Anzahl weiterer Angeklagter erhielt Freiheitsstrafen von verschiede«!

Verschärfte Gegensätze

Kampfansage der Linken gegen Tardieu