Nr. 38
Oberhessische Zeitung. Marburg a. L.. Montes, den 15. Febr«« 1932
Seite 5
Lueneefchsst ist wehrhaft!
wagenpreise.
werden die Bett
Jetzt zu ermässigtem Preise.
<6 mitschaffen, tschaft erfah-
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* Beflaggung zum Bois» trauertag. Der Dersasfungscrusschuh des preuhiscAen Landtages beschäftigte sich mit der Frage des Flaggens am Volks- trauertag. Es fand Annahme der Antrag der Deutschen Dolkspartei, der das Staatsministerium ersucht, anzuordnen, daß bis zur gesetzlichen Festlegung eines Volkstrauertages d^eöffentlichenDe- b ä u d e an dem jeweils gefeierten Dolks- trauertag halbmast zu flaggen haben. Danach soll also die Beflaggung am 21. Februar durchgeführt werden.
• Der Zehnmarkschein verschwindet. Durch die Ausgabe von Silbermünzen in größerem Ausmaß haben sich die im Umlaut befindlichen Zehnmarkscheine als über- flüssig erwiesen. Sie, werden deshalb, wie wir erfahren, durch die Reichsbank einbe- halten, soweit sie in die Kassen der Reichsbank zurückfließen.
daß ich mit schaffe."
„Ja, mein kleines Fräulein! Büroarbeit habe ich keine! Die paar Briefe schreibt der Inspektor seber."
„Im Hause lassen Sie mich mitschaffen. Ich binn in der Hauswirt chaft ersah- ren... und ich dachte... jetzt die Ernte ....da hat gewiß Ihre Mam eil auch tüchtig zu schaffen. Ich will so gern mit-
(Nachdruck verboten!)
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Roman von Johannes Hollstein.
io. tionieeung.
„Ich ... bin nun gleich losgefahren! Ich mutz um Verzeihung bitten . . . dah ich so formlos ins Haus falle. . . aber ich hatte so Angst, Vater könne schreiben: Komme jetzt nicht!"
„Das haben Sie recht gemacht? Aber Sie müßen mir versprechen, datz Sie Ihre ganzen Ferien hier verleben."
Sie sah ihn mit leuchtenden Augen an und nickte herzhaft.
„Ja, aber ... Sie müssen mir erlauben.
finn« mich, vor vier Jahren, da schob man die Ermordung des Försters auf polnische Banden."
„Ja! Wir hatten den Verdacht, aber er lieh sich nicht aufrecht erhalten. Die Gegend hier ist gerade sehr ruhrg. Die «rtoien belästigen uns, ganz ehrlich gesprochen, in keiner Weise. Erenzverkehr und was' so drumm und dran hängt, rollt uch in glatter Weise ab. Die polnischen Grenz- beamten Rnb, soweit ich sie kenne, alles gute Kerle. Das Gegenteil von chauvinistisch."
„Ganz erfreulich!"
„Ja, aber es ist beinahe unheimlich Die Grenze ist sonst ganz anders.. Ich habe Bekannte, sogar Verwandte in anderen Grenzgebieten. Wenn die erzählen! Da ist es hier unheimlich ruhig. Wie die stille vor dem Sturm."
„Mein Nachbar, Herr von Waslewski ...ist er Pole gewesen?"
„Schwer zu sagen, Herr, von Kamerlingk. Der Name... polnisch, stockpolnisch sogar
auch der Typ... betrachten S,e besonders seine Tochter... ausgesprochen polnisch... aber er bezeichnet stch als guten Deutschen, und wir haben wirklich vis heute noch keinen Grund gehabt, das zu bezweifeln." . f
,Ich glaube es? Ich habe Herrn von WÜslewiki einen Besuch abgestattet"
,Eo! Gedenken Sie länger auf Ro'en- burg zu bleiben, Herr von Kamerlingk?"
„Sa! Ich will erst einmal Ordnung schaffen!"
Peter Mielitsch sah ihn erstaunt an.
„Ordnung schaffen? Verzeihung, da verstehe ich Sre nicht. Rosenburg gilt doch weit und breit als Mustergut."
„Als Mustergut, das nichts abwirft!" /-- - (Fonsetzung folgt?
Aus ter amteten»
Statt Sfttoite»!
Die Notlage der Landwirtschaft.
0 Biedenkopf, 14. Febr. In den letzten Monaten hat die Landwirtschaft unter der katastrophalen Abwärtsbewegung der Preise für fast alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse schwer zu leiden aehabt. Durch di« stark herabgesetzte Kaufkraft weitester Bevölk--'ings- Ichichten auf der einen Seite und die Ueber- schwemmung des Marktes mit billigen ausländischen Agrarerzeugnissen auf der anderen Seite bat sich ein Preisverhältnis entwickelt, das unweigerlich zum Zusammenbruch der kleinen Betriebe unseres Bezirkes führen muß. Die Diehpreife sowie auch Milch-, Butter» und Eierpreise bewegen sich weit unter denen der Vorkriegszeit. Demgegenüber sind die Preise für landwirtschaftliche Bedarfsartikel den Borkriegspreisen in den meisten Fällen noch nicht wieder angeglichen worden. Die Preise für die landwrrtsHast- lichen Erzeugnisie bewegen sich gegenwärtig etwa in folgenden Grenzen: Schlachtvieh 20 bis 25 4, Schweine 40—45 4, Butter 80 bi» 100 4 je Pfund, Milch 15—20 4 der Liter, Eier 7—10 4 das Stück. Auch die Viehzucht
WuMalauselitlM.ry'lem
Begrützenswerte Neuerung für die Sommerreise.
Durch die bauernde Verschlechterung der Wirtschaftsderhältnisse ist die Zahl der zahlungskräftigen Säfte immer kleiner geworden. Es ist daher ein dringendes Gebot, diesem Amstande Rechnung zu tragen und durch preiswerte Pauschalaufenthalte den Kreis der Reiselustigen und Sommerfrischler wieder zu vergrößern und neue Freunde in unser Hes -> fisch-Waldeckisches Der gl and zv ziehen. ®er DerkehrSverband für Hessen und Waldeck hat sich daher entschlossen, noch in diesem Zahre das Pauschalaufent- halt-Shstem durchzuführen. Es können dadurch direkt von den Hotels oder durch Vermittlung der Reisebüros Gutscheine bezogen werden, die zu einer bestimmten Aufenthaltsdauer in den Hotels unseres Hessisch-Waldeckischen DerglandeS berechtigen. Bei der Preisbildung soll daher Sorge getragen werden, daß seitens der Hoteliers nur Festpreise genannt werden, so daß jegliche Aachforderung ausgeschlossen ist. Die Vorarbeiten für diese Gutscheine, die bereits in diesem Sommer Verwendung finden sollen, sind im Gange.
wirft für die Betrieb meist keinen Gewinn mehr ab, so daß mancher Landwirt sihon heute seinen laufenden Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Die aufzubrinqenden hohen Zinsen und sonstigen lausenden Ausgaben verschlingen vielfach den letzten Pfennig der geringen Einnahmen. Die Versorgung mit Saatgetreide und Düngemitteln in dem sonst üblichen Maße wird in diesem Jahre vielfach unterbleiben müßen, da der Bauer 'einen Betrieb nicht mit neuen Krediten belasten will. Die Folge davon wird eine Verminderung der Ernte sein und damit eine Cesährdunq für die gesamte Dolksernährung. Die Lage des Bauernbetriebes wird von Tag zu Tag kritischer.
Abgelehnter Kriegerbenkmalsrntwurf.
0 Biedenkopf, 14. Febr. Der Bezirks« konservator in Wiesbaden hat den Entwurf, Anbringung eines Reliefs an der Hospital- kirche, aus städtebaulichen Gründen abgelehnt. Da der Kriegerverein andere Projekte bereits abgelehnt hat, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis Biedenkopf seinen gefallenen Söhnen ein Denkmal setzen kann.
0 Hartenrod, 14 Febr. Den 8 0. Geburtstag feiert, dieser Tage eine unserer ältesten Bewohnerinnen, Frau Margar. Fritz.
helfen."
„Alle Achtung! Am Ende können Eie sogar kochen!!"
Schafsranz lachte froh. „Und ob sie das kann, Herr von Kamerlingk."
„Gut!" sagte Willsried fröhlich. „Zu- gestanden! Aber jetzt warten Sie einen Augenblick, ich will sehen, ob die Mamsell noch munter ist."
Er klingelte.
Richtig, Frau Rosellen war noch nicht zur Rübe gegangen.
Sie kam.
„Frau Rosellen ... können Sie uns noch ein Fläschchen von dem guten Dienheimer ablassen?"
Unter diesem Titel hatte der Turn- unb Sportverein 1860 Marburg em großes Schau- und Werbeturnen veranstaltet, das sich eines Überaus großen Zuspruchs zu erfreuen hatte und feinen Zweck, werbend für die Arbeit der Deutschen Turnerschaft zu wirken, wohl erfüllt haben dürfte. Gerade in der heutigen Zeit, in der sich die verlchie- densten Verbände um den jugendlichen Nachwuchs bemühen, barf die Deutsche Dienerschaft nicht abseits stehen. Ist es doch gerade die Deutsche Turnerschaft gewesen. Die in Zeiten schwerster Not immer wieder verstanden hat, das Volk, insbesondere die Jugend, für das gemeinsame Ziel, für das Wohl des deutschen Vaterlandes zu begeistern.
Schon in den beiden Liedern der Ge- sanasabteiluns wurde dieser Gemeinschaftsgeist zum Ausdruck gebracht. Eine eindrucks- oolle Kundgebung war darauf der Aufmarsch sämtlicher Äbtellungen. 3n wirkungsvoller Weise wurde sodann diese Idee btrdj verschiedene Dorsprüche sowie einen Sprechchor zum Ausdruck gebracht. Der 1. Vorsitzende des Vereins, Herr Dr. Stier, verstand es sodann, die besonderen Eesichtspuntte noch einmal in den Vordergrund zu rücken. Em wehrhaftes Geschlecht, so führte er aus, sei notwendig, um dem deutschen Volke den Platz unter den Völkern, der ihm zukomme, zu sichern. Er betonte, daß gerade die Deutsche Turnerschaft es sei. die ihre Mitglieder zu echten deutschen Männern und Frauen heranzuziehen sich bemühe, die voll ihre Pflicht erfüllten. Die Deutsche Turnerschaft verfolge bas Ziel, bie beutsche Jugend zu ertüchtigen, nach dem Grundsätze, daß nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohnen könne. In bunter Folge rollte sich sodaim ein abwechslungsreiches Programm ab, das den Zuschauern ein gutes Bild von der Vielseitigkeit des Uebungsbetriebes m der D. T. gab. Zuerst zeigten die Turner- Mädel bei Spiel und Tanz ihre Kunst. Sodann zeigte die Vorführung der Schülerabteilung unter Turn- und Spottlehrer H. Dietrich, wie der frisch-fröhliche Turnergeist im Jahnschen Sinne gerade in der heutigen Jugendturnerei gepflegt wirb. Die nächste Doftührung „von b er Körperschule
zur K unRfreiübung“ zeigte, »es systematische Körperschulung zu leisten imstande ist. Von den gymnastischen Uebun- gen der Turnerinnen (Frl. Leni Plaack) über die zweckmäßig angeführten Partner« Übungen der Turner (Leitung: Feldwebel P. G 0 etsch) und über die gefälligen Meinen» Übungen der Turnerinnen führte diese bis zu den Kunstfreiübungen der Turner (gezeigt von Feldwebel P. G o e t s ch und Ilnterofft- zier Ä eil) und bewies, welche Löhe von Körverbeherttchung systematische Schulung zu erreichen vermag. Nach einem anschaulichen Schulfechten der Fechtabteikung schloß der erste Teil mit einem Darren turnen in »er- schieden en Lesstunasgruppen, das den allmählichen Fortschritt so recht Har machte.
Mit dem gut vorgetragenen „Rheinbrief" leitete sodann die Gesangsabtellung des T- u. Sp.-D. unter H. Ermischs sicherer Leitung zum zweiten Teil über. Die aut gelungenen Bodenübungen sowie die Medlzin- ballübungen der Aelieren legten darauf Zeugnis von der zeitgemäßen Auffassung des Betriebes der Leibesübungen in der D. T. ab. Nach einem gelungenen Kunstturnen am Pferd zeigten die Volkstänze der Turnerinnen den naturhaften und ur'vrünglichen Geist, wie er in der D. T. gepflegt wird. Auf ein Musterriegenturnen an den Ringen folgten gut ausgewählte Langstabübungen der 3uoenbtumer. Schließlich beschloß ein mit großem Beifall aufgenommenes Turnen der Besten am Reck die Folge der turnerischen Darbietungen.
Den Dottübrungen waren die Zuschauer von Anfang bis zu Ende mit sichtlichem Interesse gefolgt und dürste der T.» u. Sp.-V. 1860 seine Aufgabe, werbend für den wehrhaften Gedanken in der Deutschen Tur- nettchaft einaetre‘en zu sein, voll erfüllt haben. In der reibungslosen Abwicklung des Programms, insbesondere aber in der Vielseitigkeit des Gezeigten, dürfte dem Seid)euer klar geworden sein, baß b« Deutschen Turnerschaft in der Heranbildung eines körperlich tüchtigen Geschlechts und damit in der Wehr- haftmachuna der deutschen Jugend eine ganze wesentliche Rolle zukommt. —n.
nehmen, Wilderer?"
„Möglich?" sagte Mielitsch nachdenklich. „Wir haben nie etwas feststellen können. Der jetzige Förster ist gottlob gewitzigt. Der hat sein Hau, zu einer Festung gemacht und ich glaube nicht, daß Gefahr für ihn besteht. Wenigstens nicht in feinem Hause."
«Ja! Ich war bei ihm. In den Wald geht er nut mit fetnem^Iungen. Ich ent»
lich handelte es sich um einen Racheakt eines der entlassenen Polen, aber die waren längst in Sicherheit.
Die Sorge Brucks um ihn, die in dessen Worten offensichtlich zum Ausdruck kam, stimmte Willfried beinahe günsttger für den Inspektor, gegen den er seit der Milchangelegenheit ein kleines Mißtrauen hegte.
Am Nachmittag kam zu aller Erstaunen der Gendarm Peter Mielitsch, ein noch junger, aber als sehr energischer tatkräftiger Mann bekannt, nach Rosenburg
Er hatte von dem Attentat erfahren.
Wohl oder übel mußte Willfried seine Aussagen machen, mußte mit ihm nach dem Fleck reiten, wo der Schuß gefallen war.
Aber die ganze. Untersuchung verlief negativ.
Willfried bedauette es aber trotzdem nicht, denn in Peter Mielitsch lernte er einen Beamten kennen, der ihm in seinem ruhigen Ernst ausgezeichnet gefiel.
Er lud ihn darum zum Abendessen ein und unterhielt sich mit ihm, der aus der Gegend stammte, angeregt.
„Grenze!" sagte Peter Mielitsch. „Die hat es in sich! Da fällt mancher Schuß, der nie eine Erklärung findet. Zu Rosenburg gehört doch eine Försterei? Wissen Sie, daß schon drei Förster dort ihr Leben gelaßen haben in den letzten Jahren?"
„Ich habe davon gehört. Man muß an-
Oderasphe, 12. Febr. Der hiesige Turnverein veranstaltete am vergangenen Sonntag eine gut gelungene Theateraufführung mit anschließendem Tanzvergnügen Die Teilnehmerzahl überltieg diesmal alle Erwartungen. Um 7.30 Uhr abends leitete der 1. Vorsitzende des Vereins bie Seron» stalttmg durch eine kurz« Begrüßungsansprache ein und streifte nebenbei auch den Wert der Deutschen Turnerschaft. besinbers in unserer gegenwärtigen Zeit. Zur Auftüh- rung gelangten ein Voftsdrama m fünf Aufzügen und einem Vorspiel, sowie ein turne« ttlches Lustspiel in einem Aufzug. In beiben Stücken konnte der Verein bei den aufmerksamen Zuhörern lebhaften Beifall ernten. Rach kurzer Pause fanden sich bamt die Paare zum Tanze, bis doch endlich frohem, geselligem Zusammensein die Uhr zum Aufbruch mahnte. — Am Sonntgß, dem 31. Januar, hat der hiesige Tumuerem einen G er Steine ttkampf.mit dem Turnverein Münchhausen im Kriegschen Saale zu Münchbausen ausgetragen. Der Wettkampf stand unter der mufterafllhaen Leitung des Besirksobettumwarts Herrn Seb erlern aus Marburg. Gegen 3 Uhr nachm. marschierten die Turner unter dem gement» Jam en Gesang des bekannten Turnerliebes „Turner auf zum Streite“ in den Saal. Nach einer Begrüßungsansprache des De-irks- oberturnroartes an die anwesenden Turnfreunde begann der Wtttkamvf. Geturnt wurde in Turner- und Unterstufe, an Reck, Pferd und Barren, sowie ie drei Freiübungen in der Turnerstufe. Mft größter Svan- nung würbe der Kampf verfolgt, aber bald zeigte es sich — am deutlichsten in der Turnerstufe — daß die hiesigen Turner die sichereren, etwas überlettenen Mannschaften waren. Nur in den Freiübungen konnte Münchhausen besser gefallen. Mit der Ste- aerverkündung und einem Schlußwort des Bezittsoberttirnwartes fand der Wettfampf sein Ende.
ftreif inrnttebero
Große SHrgtrettfemmlang.
k Frankenbera, 14. Febr. Die Wftt» schastsverbände der Stadt Frankenbera hatten in einer großen Bürgerversamm» luna im Gasthaus zur Sonne eingeladen. Einstimmig sprachen sich die Redner aller Wirtschaftsaruvpen dabin aus, daß zwar von allen die hoffnungslose Lage der städti'chen Finanzen erkannt würde, aber auch auf der anderen Seite die Bürgerschaft am Ende ihrer wirtschaftlichen Kraft angelangt fei. so daß Steuererhebungen in irgend einer Form die betroffenen Gruppen zum xutn führen würben. Eine ganze Anzahl Dorschlaoe zur Einsparung wurden besprochen, _u. a. auch die Herabsetzima der Gebälter der öffentlichen Beamten und Angestellten. Einstimmig war man der Ansicht, daß der Ruf nach S t a a t s; Hilfe unvermeidlich geworden sei, wenn auch alles versucht werden soll, eine Uebernahme der Verwaltung durch die Regierung zu verhindern.
Verlag Dr. E H t tz e r 0 t h. ftawtl»r" leitet und n-ffür Arn, Mik und Feuilleton: Dr. Ernst Scheller; für Kommunalpolitik, Provinz und Lokales Pathar Schneider r.-—w
„Soviel Sie wollen, Herr."
„Und dann kommen Sie einmal näher. Hier stelle ich Ihnen Fräulein Schafsranz aus Leipzig vor, die den Vater besuchen gekommen ist. Sie wird ihre Ferien bei uns verleben."
Frau Rosellen reichte dem jungen Mädchen die Hand und nickte ihr freundlich zu. Else gefiel ihr vom ersten Augenblick an.
„Ich empfehle Fräulein Schafsranz Ihrem warmen, mütterlichen Herzen ganz besonders, Frau Rosellen. Und lassen Sie Ihr ein Plätzchen in Ihrem Reiche. Sie will sich mit aller Gewalt nützlich machen, ist in der Hauswtrtschast ersahren. Richt wahr, Mamsellchen, Sie nehmen Fräulein Schafsranz unter Ihre Fittiche."
Das alte Fräulein wurde förmlich rot unter Willfrieds freundlich-herzlichen Worten.
„Aber gern doch, Herr! Soll an mir nicht liegen. So'n junges Blut, das habe ich gern um mich. Aber jetzt will ich rasch bie Flasche holen, damit Eie einen Begrüßungsschluck tun können."
„Jawohl, Mamsell! Aber bringen Ei« vier Gläser! Wir schließen Eie ein."
Die Mamsell hatte ihren Mund doch nicht halten können.
Am nächsten Morgen wußte es das ganze Rittergut, daß man auf Willfried geschossen hatte und zur Mittagszeit wußte es auch der Gendarm Peter Mielitsch aus Bialkowitz.
Der Inspektor Thomas Brucks war am Vormittag ganz aufgeregt über den Vorfall.
Willsried beruhigte ihn.
Rein, nein, die Angelegenheit nur Nicht an die große Glocke hängen. Dahrschein-
* Die Ermäßigung der Schlaf- ", f i. Mit Wirkung vom 1. März _______ ... Dettkartenpreise der Mitropa ermäßigt. Gleichzeitig fällt die Dormerkgebühr fort, so daß künftig für Bettkarten die Preise die gleichen sind, wenn sie bei einem Reisebüro vorbestellt oder wenn sie am Zuge beim Schaffner gelöst werden. Die Bettkarten 1. Klaffe, die bisher einschließlich Vedienungs- geld und Vormerkgebühr, 30,60 jK. und für lange Kurse 34,60 M gekostet haben, werden einschließlich Bedienungsgeld ermäßigt auf 25 bezw. 29 M. Die Bettkarten 2. Klaffe werden von 15,30 bezw. 17,30 Jl ermäßigt auf 12,50 bezw. 14,50 M. Die Bettkarten 3. Klaffe, die bisher einschließlich der von etwa 80 v. H. aller Reisenden geforderten Wäsche 9,90 M gekostet haben, werden einschließlich Wäsche und Bedienungsgeld auf S M ermäßigt. Dabei bleibt es auch künftig den Reisenden frei- gestellt, ob sie Wäsche haben wollen oder nicht. Im letzteren Falle werden 1,50 Ji abgezogen, so daß die Bettkarte 3 Klaffe ohne Wäsche 6,50 M kostet Es ist beabsichtigt, auch die Bettkartenpreise der ins Ausland führenden Schlafwagenkurse zu senken, sobald die Verhandlungen mit den beteiligten Eisenbahnverwaltungen abgeschloffen sind.