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Streik. Maschinendefekt oder rlementare Lreignisie ausfallende Kummern wird kein Ersad ge* Mistet. Verlag. Dr. 5- Hitzeroth, Druck der Univ-Buchdruckerei Ioh. Aug. «0», Mark, 21/23. Fernsprecher: Nr. M und Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt M- «r. 5015. Sprech,ett der Redaktion den 1011 und

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Anzeiger für (das frühere kurheMchs) Obsrheffen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Tributkonferenz erst im Juni

Das Ergebnis der englisch-französischen Eeheimverhandlungen Eine neue. Formel für die Aufgaben der Kon.erenz

Hochspannung in Paris Die Kämpfe in China

fl. Paris. 15. Febr. Die französischen Minister traten heute vormittag unter dem Borfitz des Staatspräsidenten zu einem Miui st errat zusammen, um über bett Generalangriff zu be­raten, der -im Senat auf das Kabinett Laoal vorbereitet wird.

Am Sonntag war in den Wandelgän­gen des Senats ein endloses Gehen und Kommen. Bei der Abstimmung am Diens­tag wird die demokratische Linke 'das Zünglein an der Wage sein. Bisher hatte sich diese Gruppe bei den meisten Abstimmungen in zwei Lager ge­spalten, von denen eins für und das andere gegen die Regierung stimmte. Es ist jedoch möglich, dasi im vorliegenden Ausnahmefall volle Abstimmungsdisziplin verlangt wird. Die Fraktion wird am heutigen Dormittag darüber beschließen. Einem Linkskabinett stehen zur Zeit un­überwindliche Schwierigkeiten in der Kammer entgegen, in der immer noch eine Rechtsmehrheit besteht. Die ge­mäßigten Elemente der beiden Häuser sprechen daher viel von einer Hebet» gangsregierung, der lediglich die Aufgabe zufallen wird, für eine be­schleunigte Ausschreibung der Wahlen zu sorgen, damit das Land selbst entscheiden kann

Im Laufe des heuttgen Vormittages werden zweifellos hochwichtige Ent­scheidungen fallen. Fest steht schon jetzt, daß der Dienstag ein großer Kampf­tag sein wird. Außer dem Jnterpellattons- antrag Peyronnet's sind bisher keine weiteren Anträge gestellt worden.

Die Presie nimmt an, daß die Senats­debatte am Dienstag über die Inter­pellation des radikalen Senators Pey- rönnet zur allgemeinen Polittk von be­sonderer Bedeutung sein wird. Bei dieser Gelegenheit dürfte die Regierung die Aussprache über die innerpolittschen Er- eignisie annehmen, während die Außen- polittk wahrscheinlich nicht in die Debatte gezogen wird.

Diele Blätter erinnern daran, daß sich der Senat seit Monaten in seiner Mehr­heit auf innerpolittschem Gebiet nicht mit der Kammer in llebereinstimmung befin­det. Die Hauptursachen der llnzufrieden- heit betreffen die Frage der W ahl- re f o r m und das Fehlen einer klaren Initiative gegenüber der internationalen Wirtschaftslage und der Frankreichs. Es könnte sein, daß sich eine außenpolitische Debatte gegen den Wunsch der Kreise, die der Regierung nahestehen, nicht ver­hindern ließe. Ein Mitarbeiter des Echo de Paris", der stets gut unter­richtet ist, hebt hervor, daß ein Risiko für die Regierung nicht ausgefchlosien sei. ^Schätzungsweise, so sagt er, dürfte das

Kabinett im Senat mit etwa 24 Stimmen in die Minderheit versetzt werden können.

Auffälliger Weise wird dem Präsidenten der Republik die Absicht zugeschrieben, im Falle einer Krise ein Kabinett zu bilden, daß sich ausschließlich aus Senatoren zu­sammensetze.

lieber das Ergebnis der Kämpfe bei den Wusung-Forts liege« widersprechende Presseberichte von japanischer und chinesischer Seite vor. Während die Chinesen eine« völ­ligen Fehlschlag des japanischen Angriffs mel­den, behaupten die Japaner, das Norduser des Wusungkanals beinahe ohne Widerstand besetzt zu haben. Sie gebe» ihre Verluste mit

Dauerhafte Regelung"

Die Aufgabe der Tributkonferenz in Ouchy

Berlin, 13. Febr. Die Regierungen Belgiens, Frankreichs, Deutschlands, Ita­liens, Japans und des Vereinigten König­reiches von Großbritannien haben von dem Baseler Sachserständigenbericht Kenntnis genommen und sind dahin Lbsr- eingekommen, den übrigen beteiligten Regierungen die Vertagung der Konfe­renz auf den Monat Juni zu empfehlen. Aufgabe der Konferenz wird es sein, sich über eine dauerhafte Regelung der in dem Bericht der Sachverständigen aufge­worfenen Fragen und über die Methode zu verständigen, um die anderen wirt­schaftlichen und finanziellen Schwierigkei­ten zu lösen, welche die gegenwärtige Meltkrisis verursacht haben und sie ver­längern könnten. Zu dieser Entscheidung sind die oben erwähnten Negierungen in

der Hoffnung gekommen, daß hierdurch die internationale Lage erleichtert wird.

England und die TribuKonfersnz.

Die amtliche 'Mitteilung über die Tri­butkonferenz wird in London begrüßt, da nunmehr das Zustandekommen der Konferenz gesichert fei, nachdem die bis­herigen Versuche fehlgeschlagen waren. Amtliche Kreise weisen darauf hin. daß der Wortlaut des CommuniguSs den Ab­ordnungen die Möglichkeit gibt, auch eine Anzahl von anderen Fragen außer der Tributfrage, wie z. B. Währungsprobleme und Kriegsschuldenfragen zu erörtern. Dieses stelle einen Erfolg der englischen Diplomatie dar, nachdem Frankreich ur­sprünglich nur die Tributfrage behandelt wisien wollte. Dennoch wäre es aber falsch, die Aussichten der Konferenz im Juni zu optimistisch änzusehen. Im übrigen sei mit weiteren schwierigen Ver­handlungen noch vor dem Zusammentritt der Tributkonferenz zu rechnen.

Eine Warnung Stegerwalds

DieE e r m a n i a" veröffentlicht eine Un­terredung, die Reichsari e-tsmimiler Sieger- wald vor einigen Tagen dem Vertreter der Pariser Tageszeitung.La Croir ge­währte. Unter Hinweis auf die Tatsache, daß die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland 6 Millionen erreicht hat, erklärte Stegerwald u. a.: Wenn schon die chttstliche Moral es verbiete, diese Unglücklichen verkommen zu lassen, so sei ihre Erhaltung, die schon heute über 3 Milliarden Mark koste, das einzige Mittel, um die Unglücklichen von Ver- zweiffungsakten abzuhalten. Das Problem erfordere heute die ganze Aufmerksamkeit der Regierung, aber wenn es so weiter gehe, so sei schwer zu sagen, wie lange die Lage mit den heutigen Mitteln zu meistern sei. Kein Land der Welt fei derart zum Ausbluten ge­bracht worden, wie Deutschland in den letzten 15 Jabren. Daher könne Deutschland bet bestem Willen praktisch keine Zahlungen mehr an das Ausland leisten, ohne daß diese Blut­leere zu schwerwiegenden Folgen fführe. Trotz aller Stillhaltung. trotz des Moratoriums sei bie Ausstellung des deutschen Budgets schon heute eine äußerst schwierige Angelegen­heit. Wenn schon andere Länder, die vom Ärbeitslosenproblem kaum belastet seien, und über einen reichen inneren und Kolonialmarkt verfügten, erllärten, daß sie ihre Auslands­schulden nur zahlen könnten, wenn ihnen das Geld von Deutschland vorgeschoben werbe, wieviel schlimmer fei die Lage für Deutsch­land! In voller Kenntnis der innerdeutschen Verhältnisse muffe er erklären, daß die Lage, die man heute noch einigermaßen meistern könne, sehr bald eine Verschärfung erfcwren könne. Die Warnuimsz-ichen vermehrten sich, und die Baseler Sachverständigen hatten deutlich gesprochen.__Wer fidL über_. diese.

Warnungszeichen Hinwegsetzen wolle, über­nehme vor der Welt eine wahrlich ungeheure Verantwortung.

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D-Zug-Entgleisung öei Marseille

Paris, 15. Febr. Der D-Zug Den- timiglia-Paris ist am Sonntag kurz vor 19 Uhr etwa 5 Kilometer vor der Einfahrt nach Marseille bet der Ortschaft La Pomme entgleist. Man glaubt, daß es sich um ein Attentat handelt, da im Augenblick der Entgleisung eine starke Etplosion weit­hin hörbar war. Der Zug bestand aus der Lokomotive, dem Tender, dem Gepäckwagen, einem Speisewagen und sieben Schlafwagen bzw. Salonwagen, sowie dem Schtußgepäck- wagen. An einer Ueberführung hörte man plötzlich eine Erplosicm. Die Lokomotive fuhr noch etwa 100 Meter weiter, während der Gepäckwagen und der Speisewagen sich ineinanderschoben. Die drei nächsten Schlaf­wagen kamen aus dem Gleise und glitten die 68 Meter tiefe Böschung hinunter. Trotz des ernsten Unfalls sind glücklicherweise nur einige Reisende, und zwar unerheblich, verletzt worben. Der Reisende, der noch am schwersten verletzt wurde, hat nur eine leichte Verwundung am Knie erlitten.

Bischof Dr. Anton Podkah gestorben.

Prag, 14. Febr. Der Prager Weih­bischof Dr. Anton Podlah, Dechant des Metropolitankapilels von St. Veit, ist heute früh im Alter von 67 Jahren an einem Herz/chlag verschieden. Der Verstorbene war ein angesehener Kenner der böhmischen Kunst­literatur und Kirchenge^chichte und Mttglred der böhmischen Akademie

16 Toten und 51 Verwundeten an, während die Verluste der Chinefen bisher noch nicht bekannt find. Meldungen, daß die Japaner Wufung am Sonntag besetzt hätten, habe« sich einwandfrei als unrichtig herausgestellt

Bon japanischer Seite verlautet, daß d!<s japanischen Truppen keinen Wert mehr auf die Eroberung der Forts legen.

Der Kampf in Schanghai.

fk. Schanghai, 15. Febr. Die Japaner landeten gestern starke Streitkräfte mit Tanks, leichten und schweren Geschützen und ließen sie in die internationale Niederlassung mar­schieren.

Seneral Feng zum Innenminister ernannt.

Amtlich wird berichtet, daß der Präsident der chinesischen Republik den General Feng zum Innenminister ernannt hat. General Feng ist in Lojan eingetroffen und hat sein Ami bereits angetreten.

Siir englischer Lehrer in Schanghai von Sa» panern mißhandelt.

Reuter meldet aus Schanghai, daß ein englischer Schullehrer namens Parkes bei einer Autofahrt durch das von den Japanern besetzte Viertel angegriffen und trotz ord­nungsmäßiger Papiere von etwa 50 japani­schen Reservisten mißhandelt worden sein soll. Ein japanischer Offizier fall schließ­lich für die Freilassung des Lehrers gesorgt habe«.

Der amerikanische Vizekonsul Ring wall, der in die internationale Niederlassung eine Amerikanerin sicherheitshalber begleitete, wurde von Japanern angegriffen, schwer mißhandelt und mehrfach verletzt. Auch seine Begleiterin wurde von den Japanern angegriffen. Der amerikanische Generalkonsul fat bei den japanischen Behörden einen charfen Protest eingelegt und ist vom amerikanischen Staatsdepartement aufgefor­dert worben, ausführlich nach Washington $u berichten.

Die Kämpfe bei Charbin.

Nach einer russischen Meldung aus Char­din wurden auf dem Marsch befindliche ja­panische Kolonnen bei Juschu», etwa 150 kni westlich von Charbin von chinesischen Truppen angegriffen. Die Chinesen versuchten, die Ja­paner zu umzingeln. Nach dem Eintreffen von Verstärkungen gelang es den Japanern jedoch, die Chrnesen zurückzuschlagen, wobei 40 Mann getötet wurden. Die übrigen chinesischen Truppen wurden gefangengenom­men und nach Charbin transportiert

Japan lehnt Verhandlungen mit China i« Schanghai ab.

Im Aufttag der japanischen Regierung er­klärte der japanische Geschäftsträger in Schanghai, daß die japanische Regierung es ablehne, irgendwelche Verhandlungen über die Regelung der japanisch-chinesischen Strei­tigkeiten mit den Vertretern der chinesischen Behörden in Schanghai zu führen. Wenn sich die chinesische Regierung mit der japanischen verständigen wolle, müsie sie sich an bas japa­nische Auswärtig« Amt wenden und diesem unmittelbar ihre Vorschläge unterbreiten. Selbstverständlich könnten die japanischen militärischen Operationen in Schanghai in diesem Augenblick nicht unterbrochen werben. Da die chinesische Regierung keine Zeit gefun­den habe, sich mit -oapan zu verständigen, müßten die Operationen ihren Lauf nehmen.

Grub«! imglück in Ostoberschlesien. Ein Toter, acht Verletzt«.

Kattowitz, 14. Febr. Aus dem West­felde il der den Eieche-Werlen gehörenden Rickisch-Erube in 3anow ist in der Nacht zum Sonntag gegen 1.30 Uhr durch eine Gasexplosion ein Kohlenfall erngetreten. Ein Mann wurde getötet einer schwer und siebe» leicht verletzt