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Nr. 35

dnntimmt smrnig. Marvnrg a. S Donnerstag, den 11. Februar 1932

Sette 3

Memel ist nicht die Mandschurei!

Und doch hat beider Schicksal Aehnlichkeit miteinander

Die Vorgänge im Memelgebiet, die Verhaftung des Präsidenten Böttcher. Oie zwangsweise Beurlaubung der Po­lizei und die sonstigen Uebergriffe der litauischen Regierung im autonomen Memelstaat haben in Deutschland schärfste Proteste heworgerusen. Gleich­zeitig wecken sie aber auch die traurige Erinnerung an jene Zeit, in der mitten im Frieden litauische Frei­schärler in Memel einrückten, das Land besetzten und damit die Ab- ttenimng vom deutschen Mutterland erzwangen.

Am 10. Januar 1920

schied das Memelland ans dem deutschen

Reichsoerband:

das Versailler Dittat wollte es so. Anfang Februar 1920 (es sind also fast genau 12 Lahre her seit jener Zeit) rückte die letzte deutsche Reichswehrkompanie über die Grenze, schweigend, einen langen Trauerwimpel an der zusammengerollten Fahne. Und wenige Tage später gellten aufreizend die Clairons durch die Strahen der still gewordenen Stadt: französische Truppen rückten ein, um den Ordnungsdienst zu übernehmen, bis die Botschafterkonferenz über das Schicksal des Landes entschieden Habern würde . . .

Es kam zu keiner solchen Entscheidung! Owohl General Odry und später der Prä­fett Petisnö verttagsmähig die Volks­abstimmung einleiteten, die mit dem über« wältigenden Siege der Deutschen endete, endete, stimmten doch volle 90 Prozent der Bevölkerung für den Verbleib des Landes bei Deutschland, fielen am 10. Januar 1923 litauische Freischärler in Memel ein und pro­klamierten seinen Anschluh an Litauen. Das schaffte eine heikle Situation für die Bot- schafterkonferenz in Paris, hatte diese doch kurz vorher noch erklärt, zwar die Rückkehr des Gebiets zu Deutschland verhindern zu wollen, im übrigen aber die Bevölkerung nicht zum Anschluh an Litauen zu zwingen. Man tat auch scheinbar wenigstens alles, was getan werden muhte, das heiht: es wurde, wie immer in solchen Fällen, eine Kommission entsandt".

Memel und die Memeler sahen dieser Kom­mission mit mehr als gemischten Gefühlen entgegen. Deutlich stand vor ihren Augen das Vorgehen Frankreichs in Oberschle­sien, wo auch der Jnsurgenteneinfall zum Vorwand genommen wurde, einen grohen und gleichzeitig wirtschaftlich wichtigsten Teil des Gebietes von Deutschland abzutrennen. Ihre Befürchttingen waren nur zu begründet:

Sena» wie ht Oberschlefie«

behielt Recht der Räuber, nicht der Heber« f ollen t!

Nach wochenlangen Verhandlungen kam ein totgeborenes Kind jur Welt, die Botschafter­konferenz beschloh aut Anraten der Inter­alliierten Kommission in Memel, zwar den

litauischen Insurgenten den sofortigen Ab­zug aus der Stadt und dem Landkreis Memel zu befehlen, im übrigen aber Li­tauen die Oberhoheit über das getarnte Gebiet zu üb er tragen. Da­mit waren alle Wünsche der Machll>aber in Kaunas (Kowno) erfüllt dah man irgend­wie und irgendwann die Memel zugestandene Autonomie vernichten werde, darüber waren sich alle Beteiligten damals durchaus flar

DasDiemelitatutS-ein unerhört verklau­suliertes und tausend Streitfälle ermöglichen­des Dokument, kam auherdem nicht sofort zustande, sondern erst, nachdem Herr Sme­ll o n a unseligen Andenkens (der Name Sme- tona treibt heute, nach fast 10 Jahren, noch jedem Memeler die Zornröte ins Gesicht) eine wilde antideutsche Politik angefangen hatte: der als Regierungskommissar ins Land ent­sandte Mann, der heute Litauens Staats­präsident ist, glaubte scheinbar, in feindlichem

Lande zu fern. Er verbot zeitweilig den deutschen Schulunterricht, er lieh alle deut­schen Schilder von den Läden entfernen, er untersagte auf längere Zeit das Erscheinen der deutschen Zeitungen und das alles in einem Lande, in dem 90 Prozent der Bevölkerung ausschliehlich und al l e i n deutsch spricht.

Auf Beschwerden der Memeler in Paris und Genf wurden die Verhältnisse noch schwieriger: S ictona lieh alle deutschen Denk­mäler in M. i'lnadt stürzen, er lieh in eine deutsche Demonstration ohne vorherige War­nung bineinfeucnt, er unterwarf die Presse einer scharfen Zensur usw. Schliehlich aber wurden die Beschwerden der gepeinigten Memeldeutschen so häutig, der Skandal nahm einem englischen Ausspruch zufolge Weltformat" an und Smetona wurde auf ausdrückliches Verlangen aus Paris abbe» rufen. Kurz darauf am 8. Mai 1924

UanMnleguAg her SnimWi und IchnWen WWe in Vreslan

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Oben: Di« Technische Hochschule in Breslau.

Unten: Das schöne Darock-Hauptgebäude der Universtlät.

Zwischen der Universttät und der Technischen Hochschule in Breslau stnd Verhandlungen hn Gange, die Technische Hochschule in die Universttät alsFakultät für Jngenieurwistenschaften" ausgeben zu lasten und so in der Hauptstadt des deutschen Ostens eine Hochschule »u schaffen, die das Eesamtgebiet der heutigen Wistenschaft umfasten würde.

wurde dieMemelkonvention" von den be­teiligten Staaten unterzeichnet.

2708 qkm mit 140 000 Mensche«

wurden durch dieses Statut litauisch!

Gelb und rot weht über der Hauptstadt des Gebietes, über Memel selbst, die neue aufge­zwungene Flagge.Gelb", sagt der Memeler, ist das Gold, das Kaunas aus unserem Gebiet zieht (die Steuern sind unerträglich hart), und rot ist das Blut unserer Söhne, die für unsere Freiheit fielen!" Denn mit der Unterzeichnung der Konvention hörten die Leiden des Landes und des Volkes keines­wegs auf. Sondern mit der Ernennung des Gouverneurs Merlys erreichten sie in Kleipeda" (so heiht das Gebiet litauisch) erst ihren Höhepunkt! Ohne Rücksicht auf ver- ttagliche Abmachungen schloh er den Landtag wiederholte Male und setzte teilweise sogar die Abgeordneten, die sich seiner Litauen- Politik widersetzten, ins Gefängnis. Ver­tragswidrig wurde die Militärdienstpflicht eingefühtt, wobei die wehrfähigen Memeler gezwungen wurden in ostlitauischen Ear i'onen zu dienen. Und schliehlich verlangte Kaunas auch noch von Memel die Erstattung der durch den Jnsurgenteneinfall entstandenen Kosten!

Memel ist nicht die Mand» fchurel!" hat dieser Tage der Korrespon- denk eines grohen englischen Blattes ge­schrieben. Und doch hat das Schicksal beider Länder eine starke Aehnlichkeit miteinander. Hier wie dott fielen Truppen eines fremden Staates mitten im Frieden ein, hier wie dort tobten mitten im Frieden heftige und blutige Kämpfe wenn natürlich auch die Kampf­handlungen in Men weitaus größeren Um­fang haben und hatten. Mer Memel liegt schliehlich doch im Herzen (Europas! Und es geht nicht an, dah eine schwer und unter Verzicht unendlich vieler und berechtigter Wünsche abgeWoffene Konvention kur e-hand gebrochen wird mir. weil Litauen zu­fällig militätisch der Stärkere ist!

Hier in Memel wie dort in Ostchina geht es um das Prestige, um die Eristenz des Völkerbundes, wenn es ihm nicht gelingt, den oertragsmähigen und von ihm garantiertem Rechtszustand wieder hewustellen. Er darf hier in Memel nicht versagen, will er sich) selbst nicht sein Todesurteil sprechen. Scho« aus der grohen Zahl ausländisch-r Sonder» betichterstatter, die gegenwärtig im Memel- gebiet weilen, kann man ersehen, welche Wich­tigkeit der neuen Vertragsverletzung durch Litauen beigemeften wird . . .ner.

Elm alte Sitte in zeitgemäßer Fassung

Es ist eine sehr alte und schöne Sitte, über dem Eingang des Haukes einen frömmelt Spruch, einen herzlichen Willkommensgruh zu malen, die leider ht unserer Zeit immer weniger gepflegt wurde. In entern kleinen Bodenseeort hat sie ein durch seinen Humor bekannter Bürger jetzt in sehr zeitgemciher Fassung wieder aufleben lasten. Er malte in schönen Lettern über die Eingangstür seiner Wohnstätte:

Gott schütz« alle in diesem Saus,

Auch die da gehen ein und aus;

Nur halte fern von dieser Tür

Das Finanzamt und den EerichtsvoWiehev.-

SWWt SchvlvoM

Don H. Weber.

(Schluh.)

Hm die tschechischen Zwergschulen auf;» füllen, wurden tschechische Kinder aus Nach­bargemeinden abkommandiert. Es ist vor­gekommen, dah dies aus einem Ort geschah, wo eine siebenklassige tschechische Schule vor­handen war. In einem anderen Fall wurde eine vierklassige Schule auf drei Klassen herabgesetzt, und 40 Kinder muhten einen weiten Weg in eine Nachbargemeinde machen, um dort eine zweittassige Schule, die nur 4 Kinder hatte, zu füllen. Kinder aus ge­mischten Ehen werden gezwungen, eine tsche­chische Schule zu besuchen. Solche Kinder, die zunächst in einer deutschen Schule waren, wurden von Amts wegen einer Prüfung in der tschechischen Sprache unterzogen; diese fiel negativ aus, da die Kinder zu Hause deutsch sprechen. Mit der Mitteilung des Ergebnisses an die Eltern verband der Be- zirksschulausschuh die Drohung, die Schul­pflicht der Kinder würde um em Jahr ver­längert, wenn sie ihre Kenntnis des Tsche- chi'chen (natürlich auf einer tschechischen Schule) nicht vervollkommneten. Die Weigerung, dem Verlangen der Behörde nachzukommen, wurde mit 50 Kronen bestraft. Solches Ver­fahren bedeutet einen offenbaren Rechtsbnich: denn der Haager Gerichtshof hat in einem polnischen Fall entschieden, dah die Eltern die Nationalttät der Kinder zu bestimmen haben.

Richt selten werden tschechische Minderheits­schulen mit deutschen Kindern ungefüllt. Man sucht die Eltern zu locken, indem man den Kindern freie Lehrmittel, Suppen und sogar Kleider gibt. Wirtschaftlich schwache Leute suchen die tschechischen Kampfvereine durch das Versprechen von Darlehen gefügig zu machen. Kleine Beamte wurden durch Be­drohung mit dem Abbau mürbe gemacht. In manchen tschechischen Schulen sind die tschechischen Kinder durchaus in der Minder- ;aljl. Hodina hat folgende Derhaltniszah- len in einer Anzahl von tschechischen Minder­heitsschulen nachgewie en: tschechische Kin- der/deufche Kinder: 2 34 1/4 0/17 6/6 (dazu 6 aus gemixten Ehen) 6/10 (dazu 10 aus gemachten Ehen) 3/38. Man legt mit Vorliebe tschechische Minder- heitsschuien in fast rein deutschen Gemeinden an, um deutsche Kinder hiuernzubringen. Mau

geht dabei von der begründeten Hoffnung aus, dah Kinder, die ihre achtjährige Schul­pflicht in einer tschechischen Schule unter einem zielbewuhten tschechischen Lehrer er­ledigt haben, für das T'chechentum ziemlich gewonnen sind. Dah diese Kinder, die in einer Fremdsprache unterrichtet werden, wo­möglich von einem Lehrer, der nicht Deutsch kann, weder Tschechisch noch Deutsch lernen und geistig verkümmern, spiett habet keine Rolle.

Zur Beschaffung der nötigen Schulhäuser gibt das Gesetz (vom 9. April 1920, § 7) dem Minister das Recht, Häuser ober Bau­plätze zu enteignen. Auf diese Weise ist ein deutsches Schulhaus enteignet worden, und die deutschen Kinder muhten in eine Nach­bargemeinde in die Schule gehen. Für tlchÄische Minderheitsschulen der oben ge­schilderten Art war immer Geld in Fülle vorhanden, während in armen deutschen Dör­fern sich die Schulhäuser in elendestem Zu­stande befinden, ohne dah Mittel zur Aus­besserung zur Verfügung wären.

Das Schulwesen der Tschechoslowakei er­freut sich im allgemeinen weitgehender Selbst­verwaltung. Für die tschechischen Minder­heitsschulen dagegen sind die unteren und mittleren Schulverwaltungsorgane vollstän­dig ausgeschaltet. In dem deutschen Ge­genden gibt es ja noch deutsche Schulräte. Minoritätsschulen unterstehen weder den Orts- noch den Gauschulräten oder deren Organen", sondern dem Minister (Gesetz vom 9. April 1920 über die Verwaltung des Schulwesens, § 2, Ms. 3). Der Minister bestimmt, wer über die Tschechisierungsschulen die Aufsicht zu führen hat. Wie alle öffent­lichen Schulen hat jede Minderhetts»chüle ei.ten Ortschulausschuh, der sich aus Vertre- tern der Schule und aus Vertretern der El­tern zusammensetzt. Um aber etwa vorhan­dene deutche Einflüsse (siehe die obigen Ver­hältniswahlen) zu unterdrücken, gibt das Gesetz dem Schulminister das Recht, diese Aus­schüsse aufzulösen und seine Funktion einem anderen, ihm geeignet erschemenden Organ zu übertragen,wenn ihre Tätigkeit das In­teresse des Staates ober die Tätigkeit der Schule schädigen fofite. (Gesetz vom 9. April 1920, womit die Verwaltung des Schulwesens geregelt wird, Artikel III, § 20.)

Die übrigen für unsere Frag« in Betracht kommenden Staaten verlangen von den Min­derheitsschuten die Staatssprache als Lehrge­

genstand. Wenn auch diese Bestimmung dem Zwecke dient, die Minderheiten zu entnatio- naliiieren, so bietet sie doch den Angehörigen derselben auch Vorteile, wie sie eben die Kenntnis der Staatssprache mit sich bringt Die Tschechen stellen es den Schulen frei, das Tschechische zu lehren. Bei diesem Volke muh man bei jeder Schulmahnahrne fragen: Wie weit dient sie der Tschechisierung? Wie schädigt sie das Deutschtum? Und hier hegt die Sache so: In Ortschaften und Städten, wo deutsche und tschechische Schulen zugleich sind, sucht man es mit allen Mitteln, welche die Verwaltung an die Hand gibt zu er­reichen, dah das Tschechische in den deutschen Schulen nicht gelehrt wird, um so die Deut­schen um der Vorteile willen, welche die Staatssprache bietet in die Tschechen schule hinüberzuziehen. Für den Fak! aber, dah sich die Einführung des Tschechischen aus irgend einem Grunde als vorteilhaft erweist hat man den Schulminister ermächtigt, diese an- zuordnen (Gesetz vom 13. Juli 1922, § 1, Ms. 3).

Die Höchstzahl der Kinder für eine Schul­klasse ist durch das Gesetz bis zum Jahre 1932 auf 80 angesetztt). Solche Mammut- klassen sind, pädagogisch betrachtet, ehte Un­geheuerlichkeit. Eine Förderung des einzel­nen Kindes ist da kaum möglich. Wie dient nun diese Bestimmung der Tschechisierung? Man will dadurch den Deutschen die Einrich­tung von zweiten Klassen erschweren. D« tschechische Verwaltung hat Mittel und Wege gefunden, den Schaden von den Tschechen­schulen abzuwenden. Wenn die Einrichtung einer Parallelklasse nötig wird, macht man den Deutschen die größten Schwierigkeiten. Wenn Anträge auf Parallelisierung über­füllter Klassen gestellt wurden, wurden deut­sche Kinder für eine tschechische Schule re­klamiert Die Erledigung von Be'chwerden hierüber wurden von den zuständigen Be­hörden in unglaublicher Weise verzögert. Bei tschechischen Schulen war man mit der Ver­kleinerung der Klassen durch Parallelisierung und Bildung mehrkkassiger Schulen schnei» bei der Hand. Uebersüklte deutsche Klas­sen, kleine tschechische Klassen, das ist die Re­gel. In Troppau gibt es 22 tschechische Schulklassen mit einem Schülerdurchschnitt von 21 Kindern. Der Minister Dr. Derer sagte

*) P. Rohrbach (Deutschtum in Not S. 201) irrt in dieser Frage. Er oerwechM Höchstzahl mit MiudestraU.

in seiner letzten Etatsrede, dah 1223 tschechi­schen Parallelklassen nur 549 deutsche ge­genüberstehen.

Um die Beschwerden seiner Volksgenossen abzuschwächen, machte der Schulminister in seiner letzten Etatsrede von einer Statistik seiner Beamten Gebrauch. Danach käme auf 109 tschechische Kinder eine Volksschule, da­gegen stelle sich die Durchschnittszahl für die deutschen Kinder auf 102: die tschechischen Schulklassen hätten im Durchschnitt 41 Kin­der, die deutschen nur 39. Ebenso wäre das Verhältnis in den Bürgerlchulen für die Deutschen günstiger. Angenommen, diese tschechische Statistik sei richtig (nach den mt* nifterteilen Angaben über die Parallelklassen kann sie es aber kaum fein), so betagt sie doch sehr wenig. Die Heinen, armen Gebirgs­dörfer sind meist von Deutschen bewohnt. Und es ist flar, dah in dünn bevölkerten Gegenden mehr Schulen auf eine bestimmte Kinderzahl kommen als ht dicht bevölkerten oder gar in Grohstädten, wo die Tschechen bei weitem ht der Mehrzahl sind. Wenn man die Derhältniszahlen von Schülern und Schulen zwischen Berlin und der preuhischen Ostmark in Vergleich stellen wollte, so fiele dieser rein zahlenmähig zweifellos günstiger für die Ostmark aus. §s wäre aber wider­sinnig zu behaupten, die Schulverhältnisse seien dort besser als in Berlin. Dort han­delt es sich zum grohen Test um einklassige Schulen mit dürftigen Lehrmitteln, hier um scharf durchorganisierte, achtklassige Schulen mit Doppelzügen und den neuesten Lehrmit­teln. Aehnlich wenn auch nicht so drastisch, liegen die Verhältnisse in der Tschechoslowakei mit ihrer fast tschechischen Hauptstadt.

Der tschechische Schulminister hat aHerlet Verbesserungen ht Aussicht gestellt, u. a. ein neues Schulgesetz, und die deutsche Leh­rerschaft ist auf dem Postey. Möge ihnen Erfolg beschicken sein.

Das tschechoslowakische Schulwesen ist ein trauriges Kapitel in der Geschichte des Deutschtums. Während sich hn Reiche der Volkskörper in schwerer Krankheit windet, wird in der Tschechoslowakei in einem mit sanati'cher (Erbitterung geführten Kampfe, bei mehr schadet als verlorene Schlachten, dem Deutschtum Schritt für Schritt an Boden abgewonnen. Die tschechische Schulpolitik ist Tchechlsierungspolitik. Die eigene Not darf uns nicht hindern, jener verderblichen Entwicklung unsere angestrengteste Aufmerk­samkeit zuzuwenden.