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MarSurser raseslmzeiger

SelMÄe Landeszettung

Nr.A «7. Mrs. M-kburoaSaba

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Anzeiger für (das frühere kurheMche) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Ist das Abrüstung?

Frankreich wünscht eine Völkerbundsarmee und Internationalisierung der Zivilluftfahrt - Die Starken gegen die Schwachen

Tardieus Vorschlag

Der französische Delegierte T a r d i e u hat am Schluß der gestrigen Vollversamm­lung der Abrüstungskonferenz dem Präsi­denten Henderson ein Memorandum übergeben, worin der Standpunkt der französischen Negierung zu den Aufgaben der Abrüstungskonferenz niedergelegt ist. Das französische Memorandum hat die be­kannte französisch« Sicherheitsthese zur Grundlage.

Die Kriegsflugzeuge

tUSSLAND 1700

JAPAN 1000

USA. 3100

ENGLAND

2400

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DEUTSCHLAND

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2300

herbeigeführt werden kann. Man mutz den Plan ändern und von nun an in der gemeinsamen Aktion der Sicherheit erstre­ben. Die gegenwärtige Konferenz liefert die beste Gelegenheit, endgültig zwischen einem mit Exekutivgewalt ausgestatteten Völkerbund und einem Völkerbund zu wählen, der durch unnachgiebige Souve­ränitäten gelähmt ist. Frankreich hat seine Wahl getroffen.

Die Maßnahmen, ohne die die obigen Vorschläge unwirksam und selbst undenk­bar werden, setzten u. a. voraus: Die ob­ligatorische Schiedsgerichtsbarkeit, die Be­griffsbestimmung des Angreifers, Garan­tien hinsichtlich der raschen Entscheidung

über die Verwendung der Streitkräfte und eine internationale Kontrolle der Rege­lung der Rüstungen.

Die französische Regierung hat in ihrem Memorandum vom 15. Juli 1931 genaue Angaben über die Entwickelung der fran­zösischen Rüstungen und über die Herab­setzungen geliefert, die sie bereits freiwillig vorgenommen hat. Diese Herabsetzungen, die Frankreich durch das auf der bestehen­den Ordnung begründete politische Statut ermöglicht wurden, sind das Unterpfand seiner Entschlossenheit, wenn die gegensei­tige Hilfeleistung an die Stelle der Isolie­rung getreten sein wird, neue Herab­setzungen anzustreben.

Von allen Seiten durch Flugzeuge bedroht!

Amerika lehnt ab

Hoover und Senator Vorah gegen Tardieus Vorschlag

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Ueber den Inhalt der französischen Ab­rüstungsvorschläge, die amtlich dem Prä­sidium der Abrüstungskonferenz überreicht worden sind, werden folgende Einzelheiten bekannt:

Die französische Regierung schlagt die Bildung internationaler Streitkräfte vor, zu denen jedes Land ein Kontingent stel­len soll und die dem Völkerbundsrat für die Durchführung seiner Beschlüge gegen diejenigen Staaten zur Verfügung stehen sollen, die sich weigern, die Entschließungen des Völkerbundsrates durchzuführen. Die großen Kriegsschiffe unterstehen dem Völ­kerbundsrat direkt. Die Flugzeuge und Kriegsschiffe mittlerer Größe unterstehen der Hohheit der einzelnen Staaten, müs­sen jedoch dem Vökkerbundsrat im Falle des Sanktionsverfahrens nach Arttkel 16 des Völkerbundsvaktes zur Verfügung ge­stellt werden. Die Tanks, schwere Artil- lerie, Unterseeboote, größeren Kreuzer, sonstige Panzer- und Linienschiffe sind gleichfalls dem Völkerbundsrat gegebenen­falls zur Verfügung zu stellen. Luftan­griffe werden außerhalb einer bestimmten, noch feftzulegenden Zone untersagt. Die französischen Vorschläge sehen ferner weit­gehende gegenseitige Sicherheitsverpflich­tungen der Staaten zur Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Lage vor.

Im 5. Abschnitt heißt es über die Orga­nisationsbedingungen des Friedens: Die französische Regierung ist sich bewußt, daß die vorstehend gemachten Vorschläge poli­tische Maßnahmen bedingen, die allein ihre Auswirkungen ermöglichen und sichern. Sie betont nochmals daß nicht durch, empirische und technische Verfahren eine t wesentliche Herabsetzung der Rüstungen

ft Washington. 6. Febr. Präsi­dent Hoover wird, wie versichert wird, die amerikanische Abordnung in Genf an­weisen, den französischen Vorschlag für Schaffung einer internationalen Polizei glatt abzulehnen. Zuständige Stel­len sehen den Vorschlag als einen neuen Versuch Frankreichs an, die Abrüstung zu umgehen. Washington habe dieses alte Manöver nicht überrascht.

Vorah brandmarkt den französischen Vor­schlag.

fk. Washington, 6. Febr. Senator Borah brandmarkte in einer Unterre­dung mit einem Pressevertreter den fran­zösischen Vorschlag, eine internationale Polizeitruppe zu schaffen, als einen Ver­such, Europa in ei ne Zwangs­jacke zu stecken.Der Vorschlag, so erklärt Borah, ist das logische Erzeugnis des Versailler Vertrags und der anderen französischen Verträge. Verträge die weder auf Ehre noch Gerechtigkeit aufgebaut sind, können eben nur durch Gewalt aufrechter­halten werden.

Die Absicht der Franzosen ist, den statu« quo ohne Rücksicht aus Gerech­tigkeit und aus die Rechte eines Volkes aufrecht zu erhalten, das im Wachs­tum und in der Entwicklung begriffen ift

Borah vertritt die Auffasiung, daß nur wenige Regierungen den französischen Vorschlag unterstützen werden.

In Washington sieht man die Erklärung Borahs als den Todesstoß für den fran­zösischen Vorschlag an.

Die ersten englischen Blätterstimmen.

Die französischen Abrüstungsvorschläge finden in der Londoner Presie ungeteilte Aufmerksamkeit. Die Kritik desDaily Herald" ist fast ebenso scharf in ihrer Ablehnung wie der Leitartikel desNews C h r o n i c l e freudig zustimmend ist.

Daily Herald" betont, daß die Bewaff­nung des Völkerbundes nicht Abröstung bedeutet. Logischer Weise mutzten bewaff­nete internationale Streitkräfte die Auflö­sung der Rationalen mit sich bringen.

Wenn T a r d i e u und die anderen Sprecher der französischen Regierung diese logische Ergänzung, der von ihnen vorge­schlagenen Streitkräfte annehmen würden, dann wäre alles schön und gut.News Chronicle" meint, es bestehe kein Zweifel, daß das französische Programm fortab die Grundlage der Diskussionen bil­den werde. Es feien ernsthafte Vorschläge und sie müßten ernst genommen werden. Hinsichtlich der Schaffung einer überpar­teilichen Streitmacht sei es jedoch nicht möglich, zu sagen, ob die Verwirklichung dieses Ideals gegenwärtig durchführbar sei.Daily Minor" bemerkt, daß den Vorschlägen insofern eine besondere Bedeu­tung zukommt, weil sie von Frankreich ausgehen, das bisher eine unbeugsame Po­litik des Nationalismus verfolgt habe. Eine redaktionelle Stellungnahme der führenden konservativen Blätter liegt noch nicht vor.

Die Friedensstärke der Heere.*

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Unannehmbar!

Das unerwartete Hervortreten der fran- jösischen Abordnung mit einem umfang­reichen Vorschlag zur Sicherheits- und Ab­rüstungsfrage bildet in Genf das Ergeig- nis des Tages. In deutschen Kreisen be­steht der Eindruck, daß Tardieu in seiner iy2ftünbigen Unterredung mit Nadolny am Donnerstag diesem keine Mitteilungen über die offizielle Einreichung des franzö­sischen Vorschlages gemacht hat. In Krei­sen der englischen Abordnung haben die französischen Vorschläge, wie verlautet,

Frankreich Deutschland

612000Mann ... 100000Mann

große Beunruhigung ausgelöst, da sie über den bisherigen französischen Stand­punkt in der Sicherheitsfrage weit hinaus, gehen.

Das französische Memorandum enthält keinen praktischen Vorschlag für die der Konferenz gestellte Aufgabe, die allge­meine Abröstung, sondern eine Reihe von Vorschlägen, die keinen anderen Zweck ver­folgen, als die bekannte französische Sicherheitsthese nochmals zu er­heben.

Die einzige positive Reuerüng in den französischen Vorschlägen sind die De- stimmungen über den Schutz der Zivil- bevölkemng bei Bombardements.

Wenn das französische Memorandum jetzt die Sicherheitsthese in den Vorder­grund der Konferenzverhandlungen zu rücken versucht, so ist hierzu festzustellen, bah die Aufgabe der Konferenz völlig veäannt wird.

Die französischen Vorschläge für die Internationalisierung der Luftfahrt sind sowohl hinsichtlich der Kriegsflugzeuge als hinsichtlich der zivilen Luftfahrt unver­kennbar gegen Deutschland gerichtet, das bei dem gegenwärtigen Zustand ein geographisches Hindernis für den freien Verkehr der Kriegsflug­zeuge Frankreichs und seiner öst­lichen Verbündeten bildet und das sich ge­zwungen sieht, eine an technischer Aus­stattung und wirtschaftlicher Leistungs­fähigkeit mustergültige Luftflotte auszu­bilden. Für Deutschland ist die Frage einer Völkerbundsarmee solange nicht dis­kutierbar, als das gegenwärtige flagrante Mißverhältnis zwischen rücksichtslos ent­waffneten und schrankenlos aufgerüsteten Staaten besteht. Anter diesen Umstanden würden in einer Völkerbundsarmee die hoch ausgerüsteten Staaten das unbedingte Aebergewicht besitzen, und seine Exeku-