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Anitas, nazzelmimiSW Di« .Obrihrssifch« Zeitung' n- «Xtat sechsmal wöchentlich. Be- E«p« monatl. i. Marburg 2.02 ®9K. ausschl. Zusiellung-gebühr, «i unsren Agenturen 1,93 SM. jujügL ZustestellungSgebühr, durch (ie Post 2.25 GM. Für etwa durch Streik, Maschinendefett oder elementar« Ereignisse au«sallend« Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag, Dr. §. Hihervth, Druck der Univ-Buchdruckerei Ioh. Aug. Koch, Markt 21/23. Aernsprecher! Rr. 54 und SRt- 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. Sprechzeit »er Redaktion von 1011 und

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411 Uhr.

Chinesische Frauen im Kampf

Erfolgreicher Widerstand der Chinesen

Großangriff der Japaner in Schanghai Vergeblicher Sturm aus den Nordbahnhos .

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg.

So begann der Krieg in Schanghai

-* F

Javanische Soldaten geben in Schangbai gegen Lbinesen v°r. die sich an de» Demonstrationen für den Boykott japanischer Waren beteiligen. Aus dem Ernichrerten gegen die Demonstranten entwickelten sich blutige Kämpfe, die zu dem Bombardement der Chinesenstadt von Schangbar

führten.

Genf in Erwartung

Die Unterredung Nadolnys mit Tardieu

Verzweifelter Widerstand

Schanghai. 4. Febr. Ein heftiger Kampf ist seit Beginn des Nachmittags im Gange. Die Japaner haben den Ver­such erneuert, die Chinesen aus dem nörd­lichen Teil der Stadt Chapei zurückzuwer- fen. Die Chinesen zeigen eine bemerkens­werte Entschlossenheit und leisten mit ihren Gewehren, Maschinengewehren «nd Mörsern dies sind die einzigen Waffen, die sie besitzen einen bewunderungswür­digen Widerstand. Der Lärm der Feld­geschütze und Maschinengewehre ist in der internationalen Niederlassung deutlich ver­nehmbar.

Die Kampslage in Schanghai.

fk. Schanghai, 5. Febr. Nach vier­stündigem japanischen Luftbombardement auf Schanghai sind die Chinesen noch im Besitz der Nuir.c des Bahnhofes und halten auch die Wusungforts, obwohl sie nochmals von den Japanern öambatdier-. wurden.

Die japanische schwere Artillerie hat um 0.40 llhr Ortszeit die chinesische Stel­lung mit Trommelfeuer belegt, das von a Uhr ab mit Unterbrechung vernehmbar war.

LautTime s haben die neuen japa­nischen Artillerie- und Bombenangriffe auf Chapei zu neuen Feuersbrün­sten geführt. Vom militärischen Stand­punkt aus betrachtet, sei die ganze japa­nische Aktion gegen dies Stadtviertel ein Fehler gewesen. Die chinesischen Strert- kräfte um Schanghai herum sollen unge­fähr 25 000 Mann zählen, von denen aber nur ein kleiner Teil gegen die Japaner gekämpft habe. Es würde schwierig für die Chinesen sein, Verstärkungen heranzu­bringen, da viele japanische Kriegsschiffe den Pangtsee abpatrouillieren.

Der japanische Angriff, der bis in die frühen Morgenstunden des Freitag dauerte, ist erfolglos geblieben, ob­wohl die Japaner die chinesischen Stellun­gen unaufhörlich mit Flugzeugbomben und 15 Zentimeter Geschützen bombardierten. Es gelang den Japanern lediglich an einer Stelle die Eisenbahnlinie nach W u s u n g zu überschreiten. Die beiden japanischen Kompagnien, die von den Chinesen um­zingelt worden waren, konnten durch japa­nisches Artilleriefeuer, das die Chinesen vertrieb, wieder befreit werden. Nach Mitternacht begannen die Japaner einen neuen erbitterten Angriff auf den Nord­bahnhof, der jedoch fehlschlug. Es kam zu verschiedenen Nahkämpfen in den Straßen, bei denen jedoch die Japaner den Kürze­ren zogen.

Au dem Kampf beteiligten sich anf chinesischer Seite auch Franen, die sich ans den Hausern stürzten und die Ge­wehre der gefallenen Soldaten auf­nahmen.

Die Japaner geben die Verluste aus 8 Toten und 27 Verletzte an, während die chinesischen Verluste insgesamt auf 1000 Tote und Verwundete angegeben werden. Durch Flugzeugbomben wurden am Donnerstag verschiedene Telephon­kabel nach auswärts zerstört, Schanghai ist zur Zeit nur noch durch die Funkenstation und ein Kabel mit der Außenwelt verbun­den. Auch die Kraftstatton und die Wasier- werke von Chapei wurden durch die Be­schießung stark beschädigt. Die Wusung­forts sind von den Japanern bis jetzt noch sicht besetzt worden.

fk. Paris. 5. Febr. Die französische Oeffeutlichkeit erwartet mit ziemlicher Spannung den eigentlichen Beginn der Genfer Abrüstungskonferenz mit den für Montag angekündigten Reden des eng­lischen Außenministers und des französi­schen Kriegsministers Ta rdieu, sowie derjenigen des Reichskanzlers Dr. Brü­ning. Die einzelnen Besprechungen, die im Laufe des Donnerstags zwischen Tar- dreu und dem i'talienrschenAuhen- mmiste r sowie dem deutschen Botschaf­ten Radol nh stattgefunden haben, wer­den als ziemlich nebensächlich be­zeichnet, da es sich hierbei istehr um die Erledigung einer Höflichkeitspflicht gehandelt habe. Radolnh, so betont der außenpolitische Dettchterstatter desEcho de Paris" habe dem französischen Kriegsminister gegenüber den Wunsch zmn Ausdruck gebracht, seine beabsichttgte Rede bis nach den Ausführungen des Reichs- kanzlers zu verlegen. Tardieu habe sich jedoch erneut auf die Feststellung be­schränken müssen, daß er keine Pole- mik wünsche (?) und deshalb bei der einmal ausgestellter« Programmfolge bleibe.

Die kurze Antervedang des französischen Kriegsministers mit Grandl "scheint sich nach Auffassung desPetitParisien" auch auf die Flottenfrage bezogen zu haben. Tardieu habe sich jedoch nach der Unterredung sehr zurückhaltend gezeigt. Immerhin besteht der Eindruck, als ob eine 'Annäherung der beiderseitigen Auf­fassungen nicht zu verzeichnen sei, sondern Italien nach wie vor auf seiner Forde­rung auf Flottengleichhei't bestehe.

Die Reise des Kanzlers nach Genf.

Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, gilt es als sicher, daß Reichskanzler Dr. Brüning gemeinsam mit dem Staats­

sekretär des Auswärtigen Dr. von Bülow am Sonnabend abend zur Abrüstungs­konferenz nach Genf fahren wird.

Die Rachmi ttagsfitzung der AbrSstungs- konferenz.

Die Jbrüstungskonferenz hat gestern nach­mittag die Berichte der drei konstituierenden Ausschüsse angenommen. Die Bildung der Kommissionen bleibt dem heute zu wählenden ^Siäfibialbüio Vorbehalten, bas auch bie düng gemischter Kommissionen zu bestimmten Zwmen beschließen kann.

Der Druck der Kredite

Neuyork, 4. Febr.Herald Tri­bun e" befaßt sich heute in ihrem Finanz­teil mit der Prolongation des 100-Milllo- nen-Dolkar-Kredites an die Reichsbank. Das Blatt glaubt, daß die Art.und Weise, m der der Kredit verlängert wird, einen Rück­schritt bedeute. Da die Verlängerung nur auf 30 Tage erfolgt, so-scheinen die Gläu­bigerbanken auf die Jnitiattve der Bant von Frankreich hm zu der alten Methode des Von-der-Hand-m-den-Mund-Lebens zuruck- zukehren.

Dadurch werde dieser Kredit zu einem politischen Instrument, das die Bank von Frankreich wie ein Da­moklesschwert über der Reichsbank schwe­ben lassen könne.

Inzwischen sei das Stillhalteabkommen über die Privatkredite gefährdet, dessen Bestand von dem des Zentralbankttedtts abhänge, und die Ungewißheit in der Finanzwelt werde wetterhin vermehtt. In anderen Ländern werde der Wunich immer stärker, daß die Reichsbank em Arrangement treffe, um den Kredtt der Bank von Frankreich im nächsten Monat ab decken zu können. In freiem Zusammenhänge wird hier darauf hingewie- sen, daß die Mittel zur Uebernahme des Kreditanteils der Bank von Frankreich vor­handen seien, da ja das Kapital der BIZ. nur zu 25 Prozent emgezahlt worden len

Vor der Einnahme Eharbins fk. C h a r b i n, 5. Febr. Mit dem Fall Charbins ist in kürzester Frist zu rechnen. Die japanische Vorhut hat die chinesischen Verteidigungskräfte zurückgeworfen.

Ein neuer Angriff auf Ehapei.

Am Donnerstag haben die japanischen Bombenflugzeugs, alle Kriegsschiffe und Landbatterien einen neuen großenAn. griff auf Chapei unternommen. Die Chinesen find zum Gegenangriff über­gegangen.

Absturz eines japanischen Flugzeuges.

fk. Schanghai, 5. Febr. (Reuter). Zwei chinesische Flugzeuge griffen heute Vormittag 6 japanische Bombenflugzeuge an. Die Japaner entfernten sich in Rich­tung auf den Fluß. Es wurde beobachtet, daß eines dieser Flugzeuge bei Chapei ab­stürzte.

Durch japanische Brandbomben kamen auch innerhalb der internationalen Niederlassung verschiedene Brände zum Ausbruch, dis- jedoch durch die Feuerwehr wieder gelöscht werden konnten.

Am Donnerstag haben die meisten chine­sischen Banken iyre Tore wieder geöffnet. Der chinesische Finanzminister S o o n g ist in Schanghai eingetroffen, um eine ge­naue Untersuchung der Lage der Banken, die sich in einer schweren Finanzkrise be­finden, vorzunehmen. Die Bankiers un8 Kaufleute Schanghais haben einen ge­mischten Ausschuß ernannt, um mit Hilfe der Militär- und Konsulatsbehörden eine Neubelebung des Geschäftes durchzuführen.

Zu den Kämpfen zwischen zwei chinesi­schen Flugzeugen und 6 japanischen Bom­benflugzeugen, in deren Verlauf eine ja­panische Maschine abstürzte, meldet Reuter, daß die Chinesen bisher den japanischen Angriffen beinahe wehrlos gegenllberge- standen hatten. Dieser erste Zusammen­stoß in der Luft werde sich vielleicht als Einleitung großer Luftgefechte über der Niederlassung Herausstellen, denn es ver­lautet, daß heute vormittag aus Nanking 18 chinesische Flugzeuge ein­getroffen sind.

Eine Erklärung des japanischen Außen­ministers.

London, 4. Febr. DieTimes" ver­öffentlichten eine Erklärung des japani­schen Außenministers Joschisawa, in der es u. a. heißt:

Die japanische Regierung unterscheidet klar zwischen dem mandschurischen Streit­fall und den Ereignissen in Schanghai. Die Mandschurei ist für Japan eine Angele­genheit von Leben und Tod, während die japanischen Jnteresien in Schanghai den­jenigen der anderen Mächte ähnlich sind. Japan hat in Schanghai keine gebietsmä­ßigen oder politischen Absichten. Es wünscht nur friedlich Handel zu treiben und seine/ Staatsangehörigen zu schützen. Japan ist zur Annahme eines vernünftigen Abkom­mens zur Wiederherstellung des Friedens unter ehrenvollen Bedingungen bereit. Durch Zurücknahme der chinesischen Trup­pen muß Sicherheit der japanischen Staatsangehöttgen erreicht werden. Das muß geschehen, bevor die japanischen Truppen zurückgenommen werden können.

Harattri des Admirals Shiosawa?

Schanghai, 4. Febr. Der japanische Admiral Shiosawa soll Harakiri verübt haben. Obwohl amtlich in Abrede gestellt, wird dieses Gerücht von vielen hier ge­glaubt, da Shiosawa von Nomura ersetzt worden ist.