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Marburger

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Das Wrack von MII gefunden

Wasserstoffexplosion der Akkumulatoren Ursache der Katastrophe?

An der Stelle, wo man das U-Boot zuletzt tauchen sah

Eine neue Ministerkonferenz?

Das Erdbeben in Euba

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Anzeiger für (das frühere kurhesstsche) Oberheffen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen snr Stadt und Kreis Marburg

L-BootM II gefunden.

London, 3. FeSr. Die Admiralität teilt mit, datz die Lage des Unterseebootes M II etwa fünf Meilen von Bill of Portland festgestellt worden fei.

Nach »tägigem Suchen ist das Wrack des UnterseebootesM II in der Nacht zum Donnerstag 5,8 Seemeilen vom Leuchtturm Portland Bill entfernt ausgefunden wor­den.

Es liegt in der Nähe von 4 Wracks, die schon in den ersten Tagen des Suchens festgestellt worden waren, und etwa an der Stelle, an der der Kapitän des Dampfers Tynefila das Unterseeboot hatte tauchen sehen und an der späterhin zwei Signalflaggen gefunden wurden. Die Entdeckung erfolgte durch die Unter- seeschall-Apparate des Unter-- seeboots - ASwehrfahrzeuges T o r r i d.

Als die Suchleinc eines Paares der Fahrzeuge auf ein Hindernis auf dem Meeresgrund stieß, wurden Taucher herabaelasien, die bald darauf melden konnten, daß manM II gefunden habe. Während der Nacht haben die Taucher weiterhin Feststellungen über die Lage des Wracks vorgenommen. Der gesamte Park der Hebefahrzeuge in Portsmouth ist alar­miert und soll die Hebearbsiten sofort be­ginnen, sobald der Befehl der Ad­miralität hierzu einläuft. Fachkreise neh­men an, daß der Verlust des ll-Bootes höchstwahrscheinlich durch eine Wasser­stoff-Explosion der Akkumula­toren erfolgt ist.

Uebertriebene Ziffern vom Erdbeben in Cuba

Havanna, 3. Febr. In der vergan­genen Nacht hat ein Erdbeben im Osten der Insel Kuba furchtbare Verheerungen anaerichtet. Die Hafenstadt Santiago de Cuba ist zum Teil zerstört. Die ersten Verlustziffern haben sich glücklicherweise nicht bestätigt. Nachdem man zunächst die ungeheure Ziffer von 2000 Toten gemeldet hatte, rechnet man nach späteren Angaben mit 500, und zuletzt mit 200 Toten und etwa 1000 Verwundeten.

Geringere Verluste des ErdbebeM auf Cuba.

Nach Privatmeldungen aus Santiago de Cuba dürfte das Erdbeben bei weitem nicht so hohe Verluste an Menschenleben zur Folge gehabt haben, wie die bisheri­gen Meldungen vermuten ließen. Sn die­sen Privatmeldungen wird die Zahl der Toten schätzungsweise mit 10, die der Verletzten mit etwa 70 ange­geben. Eine der Assoziated Presse über­mittelte Meldung des Bürgermeisters von Santiago berichtet, daß 8 Personen getötet und 300 verletzt worden seien.

Mellon wird awerikauischer Botschafter in London.

fk. Washington, 4. Febr. Präsi­dent Hoover hat bekannt gegeben, daß Schatzamtssekretär Mellon das Angebot angenommen hat, als Nachfolger von Ge­neral Dawes den Botschafterposten in London zu übernehmen.

Amerika verlängert den 25 Millionen Dollar-Kredit.

Newyork, 3. Febr. Die Federal Neservebank of Newnork gab heute die Verlängerung des 25 Millionen Dollar- Anteils an dem 100 Millionen Dollar-Re­diskontkredit für die Reichsbank bekannt. Die Prolongation dürfte vermutlich für 30 Tage erfolgt fein.

Die Genfer Abrüstungskonferenz und die Ereignisse im Fernen Osten füllen auch am heutigen Donnerstag die Seiten der großen Pariser Presse. Als besonderes Ereignis hebt man die Tatsache hervor, daß der Führer der französischen Abord­nung, Kriegsminister T a r d i e u. das Wort sofort nach dem englischen Auhen- minister ergreifen wird, und nicht erst, wie

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Riesige Sandsackbarrikade an der Grenze der Fremden-Niederlaffung.

Um jedem übergreifen der Kämpfe auf die Niederlasiungen der Fremden vorzubeugen, haben Marinesoldaten der Großmächte die Fremdenviertel mit allen verfügbaren Mitteln 'n den Ver­teidigungszustand gebracht, sodaß nun überall Barrikaden und Stacheldrahtverhaue die sonst so

friedlichen Straßen füllen.

London, 3. Febr. Die Kämpfe in Schanghai nehmen unter Verwendung von schwerer Artillerie ihren Fortgang. Flug­zeuge bewarfen die chinesischen Stellungen in Schapei und an der Norddahnstation mit Bomben, während schwere Beschütze vom Hongkiu-Bezirk aus die chinesischen Gräben unter Feuer nahmen.

Die Chinesen leisteten heftigen Wider, stand und haben sich bisher in ihren Stel­lungen halten können. An mehreren Stel­len sind erneut Brände entstanden. Meh­rere Granaten und Schrapnells richteten in der internationalen Niederlasiung Scha­den an. Drei Ausländer wurden verletzt. Die Polizeistation mutzte geräumt werden.

Während der Kämpfe in Schapei ist die berühmte Bibliothek der Com- mercial Preß Vereinigung, die über eine Million chinesischer und ausländischer Bücher sowie zahlreiche wertvolle Urkun­den, Handschriften und Erstausgaben ent­hielt, vollkommen vernichtet worden.

Wie die chinesische amtliche Agentur Gomin meldet, ist es den Japanern bis­her trotz stärkster Beschießung nicht ge­lungen, die Wusung-Forts zu neh­men. Die freiwillige Uebergabe der Forts hat der chinesische Kommandant abge­lehnt. Das chinesische Hauptquartier gibt bekannt, daß bei den Kämpfen um die Wusung-Forts ein japanischer Zerstö­rer durch chinesisches Artilleriefeuer ver­senkt worden sei.

Nach den letzten Meldungen _ aus Schanghai sollen angeblich die Wusung- Forts durch die Beschießung vollkommen zerstört sein. Die Chinesen sollen ent­weder getötet oder nach Schanghai geflohen sein.

Schwerer Kampf um bett Nordbatznyof.

fk. Schanghai, 4. Febr. Dem japa- nifdyen Angrif auf den Nordbahnhof wird von chinesischer Seite zäher Wider­stand entgegengesetzt. Bei dem Kamps um die Wusung-Forts ist ein japani­scher Zerstörer durch das chinesische Artilleriefeuer versenkt worden. Associoted Preß" meldet, die Feindselig­keiten wurden Donnerstag um 1.25 Uhr örtlicher Zeit auf einer ausgedehnten Front, besonders längs der Wusungeistn- bahni, wieder aufgenommen. Der Lärm der Feldgeschütze und Maschinen­gewehre ist deutlich vernehmbar.

300 amerikanische Soldaten in Schanghai gelandet.

fk. S ch a n g h a i, 4. Febr. Das Flagg­schiff der asiatischen Flotte der Vereinig­ten Staaten, der 10 000-Tonnen-Kreuzer .Houston, hat hier heute früh eine Abteilung von 300 Soldaten gelandet.

China nimmt die Friedensvorschläge an.

Schanghai, 3. Febr. Der chinesische Außenminister teilte mit, daß China die englische und die amerikanische Note da­hin beantwortet habe, daß es die ihm unterbreiteten Vorschläge zur Aufrecht­erhaltung des Friedens in Schanghai an­nehme.

Vies anscheinend Zunächst in seiner Ab» sicht gelegen hat, die Ausführungen des Reichskanzlers Brüning abwartet. Diese neue Taktik wird von den Blättern ver» schieden ausgelegt. Während die einen behaupten, dah der französische Kriegs» Minister beabsichtige, die Eesamtausspräche durch seine Rede von vvricherein auf das richtige Gleis zu führen, betonen die an» deren, daß sich Tardieu bei seinem Ent» schluh don einer Art Höflichkeit habe lei» iten lassen. Er wolle nicht nach dem Reichskanzler sprechen, da er dann ge­zwungen sei, sofort gegen die deutsche These Stellung zu nehmen und zu polemi­sieren. Seine Ausführungen würden nun­mehr den Charakter einer nochmaligen eingehenden Darlegung des französischen Standpunktes zur Abrüstungsfrage habe.

Pertinax erklärt imEcho de Pa­ris, daß der amerikanische Vertrete: Gib son sich in seiner Rede stark zurück­gebalten habe. Die plötzliche Erkrankung " des englischen Ministerpräsidenten, der s-ch bekanntlich einer Augenoperation unter­ziehen mußte, hat auch in französischen Kreisen in Senf die verschiedensten Ge­rüchte aufkommen lassen. Der außen­politische Berichterstatter desExcel» stör glaubt zu wissen, daß heftige Strö­mungen im Gange seien, um eine Zu­sammenkunft Macdonalds mit Brü­ning und Laval in Paris herbei zu führen. Die Zusammenkunft soll jedoch ausschließlich der Reparationssrage ge- widmet sein, die augenblicklich schwer auf der Ab rüstungskonferenz laste.

Die Antwort Japans

Tokio, 3. Febr. Wie amtlich mitge­teilt wird, hat sich die japanische Regie­rung bereit erklärt, die ersten 4 Punkte der von dem britischen Botschafter im Einvernehmen mit den Vereinigten Staa­ten, Frankreich und Italien gemachten 5 Vorschläge für die Beilegung des Kon- sliktes mit China unter Vorbehalt anzu­nehmen.

Diese ersten vier Punkte beziehen sich auf die Einstellung der Anwendung von Gewalt, auf das Unterlassen einer weite­ren Mobilmachung, auf den Rückzug der Chinesen und Japaner in der Gegend von Schanghai und den Schutz der inter­nationalen Konzession durch Schaffung einer neutralen Zone.

Dagegen erklärte sich Japan unnach­giebig hinsichtlch des fünften Punktes, mit der Begründung, daß dieser Punkt die Mandschureifrage berühre. In dem britischen Vorschlag war in diesem Punkt die Einleitung von Verhandlun­gen zwischen China und Japan zur Bei­legung der schwebenden Streitfragen mit Unterstützung der neutralen Beobachter in Vorschlag gebracht worden.

Nationalsozialistifche Beobachter fahren nach Genf.

B e r l i n, 3. Febr. Wie derAngriff" berichtet, werden im Auftrage Hitlers Ge­neral Ritter v. Epp und Oberst Hasel- mayer am Freitag nach Genf fahren, um als Beobachter die Verhandlungen der Abrüitungskonferenz zu verfolgen.