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Nr. 28
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Kriege nicht erreichen konnten, Dentsch« land politisch und wirtschaftlich gu zerschlagen. Dieses aufgezwungene Schuldbekennt- «S darf und kann das deutsche Volk nicht anerkennen. Gerade die deutsche Frau
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muh sich verpflichtet fühlen, den Kampf ran die Wahrheit aufzunehmen, da sie es nicht ertragen kann, daß ihre Kinder und Kindeskinder unter der Last dieser schmach- bvAen Lüge zu leiden haben. Langanhallender Beifall dankte der Rednerin für ihre Seren und dabei mit echt fraulichem Empfinden dorgetragenen Ausführungen, die auf die Versammlung einen starken Eindruck hinterließen.
Der Bund Königin Luise beton» faltete im Auftrag des in Mainz nicht vertretenen Frauenausschusses zur De- VmPfung der Kriegsschuldlüge eine stark besuchte Kundgebung. Rach kurzen VegriihungSwvrten behandelte die Rednerin des Abends, Freifrau von Hebeln (Cottbus), die Kriegsschuldlüge. In iparmcn, $u Herzen gehenden Worten sprach sie als deutsche Frau zu deutschen Frauen, und sie verstand es schnell, die »ubörer in ihren Dann zu schlagen. AuS- A)end von der Feststellung, daß der Kampf 2m die Tribute nicht nur eine Wirtschaft, sjche Angelegenheit sei, sondern von end» yent politischer Bedeutung legte sie an einzelnen Beispielen die inneren Zusammenhänge, die schließlich zu dem großen Weltkriege führten, klar. Gestützt auf ur- hlndliche Beweise verstand sie eS, mit über* äugender Deutlichkeit vor den Zuhörern bas Bild zu zeichnen, das die Welt vor bem Kriege bot: Frankreich von der Re» vancheidee beseelt, England geängstigt durch die wirtschaftliche Ausbreitung des jüngeren Konkurrenten Deutschland, das große Rußland einen südlichen Ausgang nach dem Meere suchend und dadurch in ixe Interessen Oesterreichs eingreifend, so Mßten sich die drei Großmächte zusammenfinden, um den großen Schlag gegen Deutschland zu führen. Erschüttert hört man wieder, wie gutgläubig und ver- tnmenSseelig Deutschland gegenüber dresem Intrigenspiel der Feindbundmächte stets seine ganze Hoffnung auf die Aufrecht- echaltung des Friedens setzte. Erst zu spät wurde die große Gefahr erkannt, und es konnten nur noch ungenügende Gegenmaßnahmen getroffen werden. Eingehend s schilderte Frau von Hedeln die Bemühungen des deutschen Kaisers, die rus- sische Gesamtmobllmachung rückgängig zu machen, um dadurch in letzter Minute den Krieg zu vermeiden. „Aus technischen Gründen unmöglich", war die Antwort des Zaren auf die Bitte des Kaisers. Die Bemühungen muhten scheitern an dem ausgesprochenen Kriegswillen der gegnerischen Staaten, die auf Grund ihrer Borbereitungen die Gelegenheit zum Kriege nicht vorübergehen lassen wollten. Diese Tatsachen widerlegen mit nicht überbie-
pI^e ienber Deutlichkeit den Artikel 231 des au^ Versailler Vertrages, der dem deutschen d un- Dvlte die Urheberschaft an dem Kriege zu- ndels schreibt. Sie zeigen aber auch, daß die oder Feindbundmächte mit diesem Artikel erneut preise das Ziel zu erreichen suchen, daS sie im
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Frankfurt a. M., 1. Febr. 3n einer von Viehhändlern aus Hessen-Nassau, Heslen, Bayern, Baden und Württemberg zahlreich besuchten Versammlung sprach der Vorsitzende des Fränkischen Viihhändlervereins, B. Weikersheimer-Gaukönigshofen, über trie Notlage des Viehhandels. Die Dieh- »reise lägen 30 Prozent unter Friedenspreis. Geringe Quantitäten seien maritunfähig, da die Spesen dafür höher seien als der Erlös selbst. Die Zinssenkung für kurzfristige Kredite werde durch die verschiedenartigsten Prorsionen wieder illusorisch gemacht. Die Schlacht- und Viehhof gebühren seien noch nicht gesenkt worden, denn gegen=
CTetWTTOe Zttttms. <t S.. Msttwoch, den 3. Februar 1932
Neues vom Lase
Oberstleutnant wn Hindenburg pn» Oberst befördert.
Berlin, 2. Feb. Der Sohn und persönliche Adjudant des Reichspräsidenten, bisheriger Oberstleutnant von Hindenburg, ist zum Oberst ernannt worden.
Abänderung der Hauszinssteuer in Preußen?
Berlin, 2. Febr. Die Regierungsparteien des Preußischen Landtags traten am Dienstag abend zu einer Besprechung zusammen, um eine Abänderung der Haus- zinssteuer-Bestimmungen mit dem Ziele sozialer Erleichterungen zu beraten. Die Besprechung wurde für vertraulich erklärt. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die Beratungen werden in den nächsten Tagen fortgesetzt werden.
Mord ae einet Markthändleriu m Berlin-Steglitz.
Berlin, 2. Feb. Die 32 Jahre alte Markthändlerin Lilly Lisker wurde heute nachmittag in der Schlohstrahe in Berlin- Steglitz auf der Treppe vor ihrer Wohnungstür von einem unbekannten Mann erschossen. Dem Mörder gelang es, unerkannt zu flüchten. Ueber die Motive zur Tat tappt man völlig im Dunkeln.
Japanische Verstimmung über das Eingreife« Englands »nd Amerikas.
Tokio, 2. Febr. Die amerikanischen und englischen Vorstellungen bei Japan roesan der Vorfälle in Schanghai haben hier erhebliche Aufregung und Verstim
mung verursacht. Nach japanischer Auffassung sind der Tatbestand und die Absichten Japans völlig verkannt und falsch gedeutet worden.
Das japanische Kabinett hat nunmehr beschlosien, ohne Rücksicht auf irgendwelche fremden Schritte die bisherige Politik beizubehalten.
«»stritt aus dem Völkerbund?
Tokio, 2. Febr. Das japanische Kabinett behandelte am Dienstag die diplomatischen Schritte Englands und Amen- kas. Für den Unterhalt der japamfchen Truppen in China bewilligte das Kabinett zwölf Millionen Pen (etwa 18 Millionen Reichsmark). Falls der Völkerbund die §§ 15 und 16 des Völkerbundsvertrages gegen Japan anwenden sollte, so würde, wie verlautet, der Vertreter Japans nötigenfalls den Austritt aus dem Völkerbund erklären.
Dreimal zum Tode verurteilt.
Weiden, 2. Feb. Das Schwurgericht verurteilte beute den 35 Jahre alten ledigen Dienstknecht S ch i e d e r aus Kühnbach unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte dreimal zum Tode. Seine Mutter Anna Schieber wurde von der Anklage der Beihilfe mangels Beweises fteigesprochen.
Felix Schieber hatte in der Nacht zum 19. Juli 1931 seinen jüngsten Bruder, den Gastwirt Andreas Schieber aus Wenders- reuth, dellen Eheftau und deren Wz Jahre altes Kino durch Beilhiebe ermordet, um in den Besitz des elterlichen Anwesens zu gelangen.
larischen Tlebersicht der Anordnung bet« gefügt. Tlebersteigt der Ausschankpreis den Betrag von 80 RM. pro Hektoliter deshalb, weil besondere Aufweichungen wie die Vorfühvung von musikalischen oder ähnlichen unterhallenden Darbietungen in mechanischer Att bestehen, so kann der Inhaber der Gaststätte es bei einer Preisminderung von 4 RM. je Hektoliter bewenden lassen. Die Inkraftsetzung der Anordnung vom 6. Februar 1931 an soll den Gaststätten die Möglichkeit geben, die notwendigen Umstellungen ohne ließet« stürzung vornehmen zu können. Schließlich ist die Anbringung einer Preistafel vorgesehen, auf der der Preisunterschied für jede ausgeschenkte Maßeinheit gegenüber dem Stand vom 8. Dezember 1931 in dem Geschästslvkal aufzuweisen ist.
Nusworl
Vom Segelflugsport in Hirzenhain.
Die Segekflugveranstaltungen um die Jahreswende standen unter einem ungünstigen Stern. Beide Veranstaltungen, sowohl zu Weihnachten wie zu Reujahr maßten wegen Rebels ausfallen. Trotz dieser Enttäuschungen wurde der Schulbetrieb wieder frisch, ftöhlich aufgenommen. Der geplante Alteherrenkursus kam wegen ungenügender Beteiligung nicht zu Stande. Aber ein gemischter Kursus wurde durchgeführt, in dem Alte und Junge in edlem Wettbewerb standen. Am Sonntag waren nachmittags drei Segelmaschinen am Stattplatz, die für spannende Augenblicke sorgten. ES waren nämlich fast alles Piloten, die zum ersten Male vom hohen Hang statteten. Aber es ging alles gut. selbst eine Landung in den Gipfeln der Fichten. Vom 27. März bis 3. Apttl veranstaltet der Verein für Luftfahtt einen Segelflug-- Wettbewerb in Hirzenhain, derselbe ist bereits vom Luftrat genehmigt.
über der öffentlichen Hand habe die Tätigkeit des Preiskommissars noch nicht begonnen. An- nierlernten sei die Senkung der Frachten, aber eine neue untragbare Belastung sei die Erhöhung der Umsatzsteuer. Dem Viehhandel werde vom Staat nicht geholfen,, aber die Genossenschaften erhielten steuerliche Vergünstigungen und Subventionen. D i e Sage des Viehandels ser kata- stro phal. Der Direktor des Frankfutter Schlacht- und Viehhofes, Dr. Scanner, teilte mit, daß die Wirtschaftsdeputation einstimmig beschlossen habe, den städtischen Körperschaften eine Ermäßigung der Gebühren vor- zuschlagen. Landwittschaft, Handel und Metzgerschaft gehe es nicht gut. und er Jet bemüht, alle berechtigten Wünsche nach Möglichkeit zu ettüllen. Der Vorsitzende der Versammlung D. Flörsheimer-Wehrhetm betonte, daß Direttor Dr. Bourmer stets um die Besserung der Sage des Viehhandels bemüht gewesen sei. In der Versammlung wurden Wünsche laut über Verbesserung, Beschleunigung und Verbilligung der Diehtrans- porte. Reichsbahnoberinspettor Senfe bat um schriftliche Formulierung aller Wünsche und erfiärte, dah die Eisenbahnbehörde bestrebt sein werde, nach Möglichkeit allen Wünschen gerecht zu werden. Namens der Metzgerschaft ertlärte als Vertreter der Fleischerimmng deren Vorstandsmitglied Hugo Heß, dah die Metzgerschaft sich m der gleichen Notlage wie der Viehhandel befinde und sich mit ihm solidarisch erkläre.
Die Senkung der Viersteuer
Der Reichskornmissar für Preisüberwachung hat am 29. Januar 1932 Anordnungen über die Senkung der Preise für Vollbier getroffen. Die Preisminderung beträgt mit Wirkung vom 6. Februar 1932 an bet einem Ausschankpreis bis zu 80 RM. je Hektoliter 4 RM., bei einem AiuS- schankpreis bis za 100 RM. je Hektoliter 6 RM., bei einem AusschankpreiS von mehr als 100 RM. je Hektoliter 8 RM. gegenüber dem Stand vom 8. Dezember 1931. 3n dieser Preisminderung ist die Senkung der Preise der Brauereien um 2 RM. je Hektoliter enthalten. Die auf die gangbarsten Gefäße entfallenden Teilbeträge sind errechnet und in einer tobet«
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DaS unsterbliche Mnerherz
Das unsterbliche Hühnerherz.
Dem Rockefeller Institute of Medical Research ist es nunmehr gelungen, das Herz eines Hühner-Embryos zwat^rg Jahre am Leben zu erhalten. Das Experiment wurde am 17. Januar 1912 von dem bekannten Dr. Alexis Garrel, Inhaber eines Nobelpreises, begonnen, und das Herz schlägt heute noch in seiner Glasröhre weiter. Garrel sprach nach den ersten Jahren des Expettments die Ansicht aus, dah alle Zellen des menschlichen Körpers sich auf unbeschränkte Zeit am Leben halten ließen bis auf die des Gehirns.
905 FrankWtt Mio-PrWlllllvl
Donnerstag, den 4. Februar.
6.15: Wetterbericht. — Anschließend: Morgengymnastik. — 7.15: Schallplatten-Konzert. — 9.00: Schulfunk. — 12.05: Konzert. — 13.05: Konzert. — 15.30: Stunde der Jugend. — 17.05: Musikalische Jugendstunde. — 18.40: Stunde des Buches. — 19.05: „Wittschaftsverfassung und Wirtschaftslage — Italien", Vortrag. — 19.45: Emst Seh lieft — 20.05: Gröhes Blas-Konzert der badischen Militär- und PosizelkapSNen. — 21.50: Das Zilcher-Trio spielt. — ,22.20: Zeitangabe, Wetterbericht, Spottwetterm«- dung, Tagesnachrichten, Spottbericht. — 22.35: Tanzmusik.
Tagesanzeiger.
Mittwoch, den 3. Febrdor.
Bergnügungsanzeig«.
Eafe Spangenberg, Bahnhofstr.: 20 Ahr: Rheinischer Abend.
Eafe Markees, Reitgaste: Ab 16 Ahr: Tanztee und 16 unb 20 Uhr: Konzert.
Cafe Vetter, Reitgaste: 20 Uhr: Konzert.
Stadtkeller: 20 Uhr: Konzert.
Eapitol, Diegenstrahe: 17 und 20.15 Uhr: »Ronny*. ~
Kamera, Kafernenstr.: 17.30 u. 20.15 Uhr: „Der weiße Rausch*.
Versammlungen, Borträge, sportliche Beranstaltungeu usw.
Volkshochschule: 20.15 Uhr im Hörsaal 29 des Landgrafenhauses: Dr. Trier: „Die Kunst des Ausdrucks*. — Der Volks- Unterhaltungsabend fällt aus
D D.A.: 20.15 Uhr in den Stadtfälen: Deutscher Abend. Redner: Pfarrer Alsdorf aus Scheidt .Die Saar und wir .
Techniker-Verein, Marburg: 20.30 Uhr: Monatsversammlung.
Geschäftliche Mitteilung.
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