Einzelbild herunterladen
 

Sette 3

•t

Olga Ghurttsch, die in Belgrad znr Miß Jugoslawin 1932 gewÄhlt wurde. Sie dürfte auf der inter­nationalen Schönheitskonkurrenz in Nizza ihr Land nicht ohne Siegesaussichten ver­treten.

Unsere besten Kunden

Gemäß der letztveröffentlichten deutschen Handelsbilanz ist von den Erotzftaaten Eng­land unser bester Kunde. Es erwarb für rund 980 Millionen Mark deutsche Waren. Ihm folgen die Bereinigten Staaten mit 930 Mil­lionen Mark, dann Frankreich mit 800 Mil­lionen Mark, darunter allerdings 400 Mil­lionen für Sachlieferungen auf Reparations­konto Italien kaufte jährlich für 560 Mil­lionen Mark, Polen für 33 Millionen, China für 200 Millionen und Australien für 96 Mil­lionen Mark von uns. Die drei Letztgenannten wurden übrigens von dem kleinen Dänemark übertroffen, das bisher mit seinen 3,5 Mil­lionen Einwohnern im Jahre durchschnittlich für 462 Millionen Mark Waren aus Deutsck- land bezog. Ein noch besserer Kunde war b« Schweiz, deren Einfuhr aus Deutschland fich auf 186 Millionen Mark belief, der beste von allen Ländern der Welt aber Holland, das deutsche Waren in einem Gesamtwerte von 1148 Millionen Mark im Laufe eines Jahres entstand. Durch erhöhte Schutzzollmahnahmen und Einfuhrbeschränkungen dürfte diese Kund­schaft in diesem Jahre allerdings wesentlich weniger Käufe tätigen.

Weiße oder braune Eier?

Das weihe Ei wird nächstens aussterben. Wenigstens in England. Die britische Hausfrau bevorzugt nämlich seit einiger Zeit das braune Ei. Sie hält es offenbar für nahrhafter oder für schöner, und hat es mit ihrer sonderbaren Vorliebe glücklich so weit gebracht, dah braune Eier teurer geworden sind als weihe. Natürlich ist diese Vorliebe reiner Wahn; denn braune Eier find in nichts bester oder nahrhafter als weihe. Die britische Hausfrau hat aber damit nicht nur eine Verteuerung der von ihr bevorzugten Eier bewirkt, sie zwingt die Geflügelzüchter nun schon zum Fälschen; denn so viel braune Eier gibt es gar nicht, wie auf dem Markte verlangt werden. So sind Geflügelzüchter dazu übergegangen. Eier mit Kaffee braun zu färben.

Rr. 28__________ ______________________ CtetlkffW Zektrmg, Marburg a. L.. Mittwoch, dm 3. Febrv« 1932_______

Stählerne Gräber im Meer

Verluste der U-Bootswaffe in Friedenszeiten - Tragödien unter Wasser - Der rote Hilferuf auf der See

Wieder hat die U-Bootswaffe ent Opfer gefordert: Das britische Unterseeboot „M 2“ ist an der englischen Südküste mit 54 Mann gesunken. Es liegt jetzt auf dem Grund jenes Aermelkanals, der so vielen von den 17 8 während des Krieges ver­lorenen deutschen U-Booten zum Verhängnis wurde.

„M 2“ ist nur ein Glied in der langen Kette der U-Bootsunglücke, die sich in Mie- denszeiten ereigneten. Es begann mit dem Untergang des ersten deutschen Untersee­bootes, erbaut vom Erfinder Wilhelm Bauer, das im Jahre 1851 an der Ostküste ohne Ver­lust an Menschenleben versank. Das erste Unglück großen Ausmaßes traf den Stolz der französischen Kriegsmarine, das U-Boot Pluoiofe, das am 26. Mm 1908 in der Nähe von Calais beim Auftauchen von einem Passagierdampfer überrannt wurde und mit 28 Mann Besatzung unterging. Das Feh­len jeglicher Rettungsmittel für diese Son­derwaffe kam hier in erschreckender Deutlich­keit zum Ausdruck. .

Das erste U-Bootunglück, das ine deutsche Kriegsflotte betraf, war das von „U 3'*. Infolge eines Maschinenfehlers sank das kleine Boot am 17. Januar 1911 im Kieler Hafen. Der Kommandant, fein Leutnant und und ein Rudergänger opferten sich für ihre Kameraden. Sie blieben im Kommandoturm auf ihren Posten und ermöglichten es der Besatzung, die im Vorschiff eingeschlosten war. sich durch das Torpedolancierrohr zu retten. Ms es gelang, das U-Boot zu heben, waren die drei Pflichtgetreuen erstickt.

Nach dem Kriege wurde in erster Linie die englische Flotte von U-Bootsunfällen be­troffen. 1921 tauchte ein Schwesterschiff des „M 2", der ..K 5", bei den berühmten Scilly- inseln mit 57 Mann an Bord unter, um niemals wieder an die Oberfläche zu kom­men. Im nächsten Jahr wurde der „H 42" bet Gibraltar von einem Zerstörer gerammt und mit 26 Menschen in die Tiefe geschickt. 1924 sank der „L 24" bei Portland, und 43 Mann der Besatzung fielen dem Unglück zum Opfer. 1926 sank „H 29" während einer llebtmgsfahrt im größeren Verbände aus un­bekannten Gründen. Die ganze zivilisierte Welt verfolgte anderthalb Jahre später in atemloser Spannung das fürchterliche Drama, das fich auf dem Grund des Atlantischen Ozeans östlich Kap Cod abfpielte, nachdem das amerikanische U-Boot „S 4" beim Auf- tauchen durch den Küstenlutter und Rum- jäger „Paulding" gerammt und zum Sinken gebracht worden war. Drei Tage lang hör­ten Taucher die Klopfzeichen der, eingeschlosse­nen Besatzu-tg, die um beschleunigte Rettung baten. Erst am vierten Tage schien der letzte der 40 Unglücklichen erstickt zu sein, wenige Stunden, bevor es den Helfern von außen gelang. Lust in den Schiffskörper zu pumpen. ___

Zehn Monate später, am 3. Ostober 192o, wurde das alte französische U-Boot Ondine in der Biscaya durch einen griechischen Dampfer gerammt, der sich nicht um die Verunglück­ten kümmerte und ohne Aufenthalt nach Ant- roerpen fuhr, wo der Kapitän verhaftet wurde. 43 Menschenleben gingen verloren.

Das nächste große Unglück trat das eng­lische Unterseeboot „H 47", das bei Manövern im Sommer 1929 mit dem U-Boot „L 12" zusammenstieb und sank. Nur zwer Mann konnten gerettet werden. Die ganze übrige Besatzung von 22 Köpfen verlor das Le­ben. Vom Unglück geradezu veffolgt war der englische U-Krenzer „Poseidon", der schon beim Stapellauf beschädigt wurde und auch die weite Fahrt zum Fernen Osten nicht ohne Störungen beendete. Um kurz darauf vor Weiheiwei mit einem chinesischen Dampfer zusammenzustoßen und unterzugehen. Nur ein Teil der Besatzung konnte dank der Tatsache, dab der „Poseidon" über die modernsten Rettungsmittel verfügte, gerettet . werden: zwanzig Mann liegen heute noch in ihrem stählernen Grab.

Alle diese Unglücksfälle haben zur Erfin­dung verschiedener Rettungsmittel gefühtt. Die Aussicht auf das Entkommen durch das Torpedolancierrohr, wie es der Besatzung von „U 3" zufällig gelang, sind eben zu genug, um zuverlässig zu sein. Nach vielen Ver­suchen hat sich die englische Manne für die Verwendung der „Rettungsschleusen" ent­schieden, über die jetzt alle modernen U-Boote verfügen. Liegt das Schiff manövenerun- fähig auf dem Meeresgrund, so löst sich eine Boje auf einen Hebeldruck hin vom Boots­rumpf, schießt an die Wasseroberfläche und trägt ein elektrisches Kabel mit sich nach oben. Die wasserdicht verschlossene Boje birgt neben eitlem Fernsprechapparat ein starkes rotes Licht, das nun — von den Akkumula­toren des U-Bootes gespeist — auffeuchtet und Hilfe herbeirufen soff.

Trifft die Rettungsmannschaft ein, so kann sie sich mit Hilfe des Fernsprechers mit den Eingeschlossenen in Verbindung setzen, ihnen sagen, daß sie mit Rettungsbooten über der Unfallsteffe kreuzt. Jetzt steigen vier Mann der im Vorderschiff ober Hinterschiff einge­schlossenen Besatzung in die im Schiffsrumpf eingebaute „Rettungsschleuse", eine Stahl­kammer mit zwei Türen, von denen die eine nach unten in den Schiffraum, die andere nach oben ins Waffer führt. Die Untere Tür wird von innen luftdicht verschlossen. Behäl­ter mit Preßluft ermöglichen es nun. inner­halb der Stahlkammer einen Lustdruck herzu- ftellen, mit dessen Hilfe die vier Mann die nach außen führende Klappe ttotz des darauf lastenden starken Wasserdrucks zu öffnen ver­mögen. Eine Korkboje schießt nun an die Oberfläche und reißt em Tau mit sich. Die mit Sauerstoffapparaten ausgestattete Be­satzung tastet sich an diesem Seil langsam in

die Höhe. Verschiedene Knoten am Tau zwingen zu längeren Pausen, damit sich die Leute an den veränderten Wasserdruck ge­wöhnen können. Schließlich verrät dem Mann grünliches Licht, daß er der Oberfläche nahe ist und das letzte Stück rascher zurücklegen kann. Das oben kreuzende Rettungsboot nimmt ihn dann auf.

Dieses Verfahren ist auch gelegentlich des Untergangs des „Poseidon" angewandt wor­den. Hier waren aber einige Todesfälle dar­auf zurückzuführen. daß die ans dem ge­sunkenen U-Boot entkommenen Matrosen sich dem Aufttteb des Wassers willenlos Hin­gaben, so daß sie die dreißig Meter, die bas Schiff unter dem Wasserspiegel lag, in wenigen Sekunden zurücklegten, wie Lachse meterhoch über die Oberfläche hinausschossen und kurz darauf an innerer Verblutung star­ben. weil infolge der unvermittelten gewal­tigen Abnahme des Druckes Blutgefäße ge­sprungen waren.

Wie der FaN des „Poseidon" lehrt, genügt aber auch dieses Verfahren nicht immer. Es kann wieder der Fall eintreten, daß ein Teil der Besatzung in einem Raum eingeschloffen wird, der keine Verbindung mit einer der beiden „Rettungsschleusen" besitzt. Für diese Möglichkeit ist in der amerikanischen Kriegs­marine eine Rettungs-Taucherglocke einge- führt worden. Wenn das U-Boot durch die

Leuchtboje feine Stellung angegeben hat, fo läßt das Rettungsschiff eine große Taucher­glocke zu Wasser, die zehn bis fünfzehn Mann Platz bietet, mit Sauerstofflaschen und Tauchergerät ausgestattet ist. Gleichzeitig wird ein Taucher Herabgelaffen. Dieser hat die Aufgabe, eine der Rettungsklappen zu fin­den und die Taucherglocke dorthin zu lenken. Ern kurzer, am Boden der Glocke angebrachter runder Stutzen paßt genau in eine Rille, Ne rings um die Rettungsklappe lauft. Mit Hilfe einer Winde und einer Oese am Rumpf des U-Boots kann die Taucherglocke von innen so fest gegen die Stahlwand des ge­sunkenen Schiffes gepreßt werden, datz die an ihrem Boden angebrachte Falltür unbe­denklich geöffnet werden bart. Wird nun die Rettungsklappe des U-Bootes von innen durch die Besatzung oder durch einen beson­deren Mechanismus von außen her geöffnet, fo ist die gefahrlose Verbindung Mischen dem gesunkenen Schiff und der Taucherglocke her- gestellt, und die Mannschaft des U-Bootes kann gruppenweise an die Wasseroberfläche gebracht werden.

Der jetzt gesunkene „M 2" gehörte zu einer U-Bootsklasse, die niemals den Anforderun­gen gerecht wurde und einen veralteten Typ darstellt. Deshalb muß auch angenommen werden, daß der „M 2“ nicht über alle modernen Hilfsmittel verfügte. Deininger.

................

4

# 1

N

«SOMWER'bkliger

* ~Naturprodukt gegen Erkältungen I Nur »0 Pf

to von Fanatismus durchdrungen war wie man es hinsichtlich des Stoffes erwartet hatte Über einen guten Achtungserfolg kam man nicht hinaus.

— Amtliche Auslandsvertreter ben Goethe-Feiern in Weimar. Zu der Goethe- Feier in Weimar in der Zeit zwischen dem 20. bis 28. März werden folgende ausländische Organisationen offizielle Vertreter entsenden: Die Columbia-Universität in Rewyork, ver­treten durch Prof. Dr. Woodbridge Professor der Philiosophie an der Columbia-Univerfitat Rewyork, zurzeit Rooseveld-Profesior an der Universität Berlin. Die Carnegie-Stiftung für den internationalen Frieden Rewyork (Carnegie Endowment for International Peace), vertreten durch Prof. Dr. M. I. Bonn, Rektor der Handelshochschule, Mitglied in der Europäischen Zentrale der Carnegie-Stiftung, Dr. Erich von Prittwitz und Eaffron, Mit­glied in der Europäischen Zentrale der Carne­gie-Stiftung.

— Amerika gewinnt ein langersehntes Natio­naldokument zurück. Nächst der Unabhängigkeits- erklärung des amerikanischen Kongresses von 1776 gilt die sogenannte „Olive Brauch Petition" eine von dem zweiten kontinentalen Kongreß 1775 an den englischen König gerich­tete Einaabe, als das für die Eeschichie der Vereinigten Staaten wichtigste historische Do­kument. Es trägt die Unterschriften von 46 Mitgliedern des zweiten Kongrefies und be­fand fich bisher in englischem Privatbesitz. Mancher Kampf wurde heimlich gekämpft, um das begehrte Dokument dem Besitzer ab­spenstig zu machen. Run ist die Schranke end­lich gefallen, denn das Schriftstück hat nach rund 157 Jahren die Rückreise nach Amerika angetreten. Ende dieses Monats wird fich die feierliche Begrüßung auf einer Rewyorker Auktion in den amerikanischen Formen von Höchstgeboten abspielen, die diesmal der Phantasie freie» Spielraum lassen werden.

Oben: Altes Stadttor in Nanking. Wieviele solcher ehrwürdiger Zeugniffe chinesischer Ver­gangenheit werden durch das Bombardement der Javaner zerstört worden fein — ?

Unten: Chinesische Regierungstruppen marschieren aus Nanking in die Verteidigungsstellungen.

Kunst und Wissenschaft

= Die Presse im Bilde. (Ausstellung in Mannheim.) Die Ausstellungen des Städtischen Schloßmuseums in Mannheim zeichnen fich durch ihren Reichtum an Ein­fällen und die intereffante Art ihrer Aus­führung aus. Der geschickte Regiffeur ist der Museumsdirektor Profeffor Walter, der es wohl versteht die Quellen für sein Material stets aufzuspüren. Das Thema der lausenden Ausstellung: „Die Preffe in Bildern aus vier Jahrhunderten" ist be­sonders deshalb interessant, weil es in die­ser Konzeptton bisher noch nicht zur An­schauung gebracht worden ist und über­haupt noch wenig Beachtung gefunden hat. Aus vielen öffentlichen und privaten Sammlungen hat Prof. Walter die einzel­nen Objekte zusammen getragen, die, in Gruppen zusam mengefatzt. folgende Einzel­themen illustrieren: Der Journalist, In­halt und Missehen der Preffe, Zensur und Preffefreiheit, der Zeitungsleser, Zeitung und Politik, das Plakat, der Zettelankle- ber, Zeitungsverkäufer, Ausrufer, Post- reiter, kurz Herstellung, Vertrieb und alles was mit der Zeitung zusammenhängt. Ohne eine zeitliche Ordnung zu berückfich- ttgen, wird dieses alles an Hand graphischer Blätter dargestellt, angefängen bei Jost Amman, Jan Joris van Vliet, die großen Illustratoren des 18. und 19. Jahrhunderts. Chodowiecki, Erandville, Honore, Daumier, Rowlandson bis zu Adolf Menzel und den neueren Künstlern.

= Schließung des Münchener Primz- regententheaters. Die bayrische Staats­regierung hat fich unter dem Druck der

Finanzlage entfchloffen, vom 1. September 1932 an den regelmäßigen Schauspielbe­trieb im Prinzregententheater einzustellen und dieses Theater künfttg nur anläßlich der herkömmlichen Festspiele im Sommer zu benutzen, die im bisherigen Umfange fortgeführt werden, außerdem auch zu Sonberveranstaltungen.

— Großer Erfolg für Max Reinhardt. Die Londoner Erstaufführung von Offen- bach's Operette ,Die schöne Helena" unter der Regie von Max Reinhardt, die im Adelphi-Theater stattfand, gestaltete fich zu einem großen Erfolge. Alles, was im Lon­doner gesellschaftlichen und künstlerischen Leben eine Rolle spielt, war zugegen, und der Beifäll war außerordentlich lebhaft.

= ,Hauptmann von Köpenick" in Un­garn verboten. Die Filmzensur hat den deutschen Tonfilm „Der Hauptmann von Köpenick" mit der Begründung für Un­garn verboten, daß der Film „die deutsche Bürokratie lächerlich mache". Einige Blät­ter fragen, warum Ungarn päpstlicher als der Papst sein wolle, und weisen daraus hin, daß in Deutschland der Film überall größte Heiterkeitserfolge erzielte, ohne daß die Behörden wegen Verletzung der Amts­würde einschtttten.

— Herbert Eulenbergs „Thomas Münzer" in Hannover nranfgefüprt. Mitten in eine Zeit, in der allgemeine Dolksnot die schwarze Fahne der Bauernnot schuf stellt Herbert Eulenberg sein Trauerspiel des Bauernkrie­ges" „Thomas Münzer , das im Städtischen Schauspielhaus in Hannover seine Urauf­führung erlebte. Sei es, datz der Stoff trotz einer gewissen Aktualität nicht recht „goutiert , sei es, daß die Gestaltung der Titelrolle nicht