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CTwMJffOe 3<HwiM. ataWti «. L. Dienstag, den 2. Febru« 1932

Nr. 27

Marburser Schwurgericht

Mrttwvch, den 3. Februar.

Dolkchoch-schule: 17.30 Ahr in der Süd- schule: Schulrat Geldner: „Fragen der Geopolitik-.

Derlag Dr. (£. Httzeroth.

©aiiptiitt.,Heiter und oeraniworllich rür Po­lch! und Feuilleton: Dr. Ernst Scheller; o .Kommunalpolitik, Provinz und Lokales Xoigat Schneider, sämtlichm uliatburg.

Tagesanzciger.

Dienst«g, den 2. Februar. Versnügungsanzeigek.

Restaurant Schlachthaus, Pilgrimstein 31: Äb 10 Ahr vorm. Konzert.

Gasthaus „Zur Stadt Straßburg", Schüt.. zenstroHe: Ab 14 Ahr: Lichtmehball.

Steinwegsäle: Ab 14 Ahr: Tanz.

Schloß - Gase Marburg: Ab 20 Ahr: Rheinischer Abend, StimmungÄonzert Und Tanz.

Cafe Markees, Reitgaffe: 20 Ahr: Schla­gerabend.

Cafe Detter, Reitgaffe: 20 Ahr: Konzert..' Etadtkeller: Ab 20 Ahr: Konzert.

Stadtsäle: 20.15 Ahr: Häaß-Dettow-

Spiele „Ghges und sein Ring"; 16 Ahr: „Kindervorstellung: „Die zertanzten Schuhe".

Capitol, Dtegenstrahe: 17 und 20.15 Ahr: „Ronnh".

Kamera, Kasernenstr.: 17.30 u. 20.15 Ahr: „Der Weiße Rausch".

Versammlungen, Vorträge, sportliche Veranstaltungen usw.

Volkshochschule: 20.15 Ahr im Hörsaal 29 des La ndgrafenhauses: Dr. Trier: „Die Kunst des Ausdrucks".

Ehern. Marburger Ghnrnasiasten: 20.30 Ahr im Europäischen Hof: Zusammen­kunft.

OubilSumsdoiu der Universität, Diegen- straße 11: 20.30 Ahr im Musiksaal: Goeche-SedüchtrriSfeier. Vortrag des Geh. Reg.-Rats Prof. Dr. Elster über „Goethe und Liebe".

* Mariä Lichtmeß. Heute ist schönes Wetter und doch ist es verpönt, heißt doch die alte Bauernregel: „Wenn der Dachs an Mariä Lichtmeß seinen Schatten steht", also die Sonne an diesem Tage scheint, „mutz er noch sechs Wochen in sein Winterquartier zu­rück". Nach dieser Bauernregel ist's also mit dem Winter noch nicht vorbei. — Der Licht- mehmarkt, den Lekanntlich mit Vorliebe die jungen Mädchen vom Lande besuchen (wird doch getanzt), war heute vormittag ziemlich ruhig, auch die Zahl der Stände war ver- hältnismätzig Nein. Auch hier macht fich eben die Geldknappheit bemerkbar.

* Konzert des Elisabethchvres. Gs sei nochmals empfehlend auf das Kon­zert des Gstsadechchoves am kommenden Donnerstag im Musiksaal des Kunstinsti- tutes hingewiesen. 3m Laufe der Jahre hstt die junge Chorvereinigung einen stün­dig zunahmenden HörerkveiS gefunden. Richt zuletzt sind es die sorgfältig auSge- wählten Dortragsfoigen. die bi« Beran- stallungen des SlisabethchoreS auszeichnen. Mst einheitlichem Programm wird er auch diesmal aufwarten, indem er Vokal- und Instrumental-Kompositionen aus dem 16. und 17. Jahrhundert bieten wird. Freunde edler Musik sollten den Abend nicht ver­säumen.

* Gebühren für Kraftfahrer herabgesetzt. Zu den Gebieten, auf welchen Preisherabsetzungen noch nicht ein­getreten waren, gehörte bisher die Ge­bührenordnung für die Prüfung von Kraft­fahrzeugen, Kraftfahrzsugfühvern, Fahr- lehrern, Lchrwagen und Lehrmitteln. Das Reichsverkehrsministerium wurde daher von dem Allgemeinen Deutschen Automobil- Club gebeten, welcher Bitte das Mini­sterium auch im Einvernehmen mit den Lünderregierungen entsprochen hat. Der Erfolg ist nunmehr eine Neuaufstellung der Gebührentabell«, durch welche die ®e. bühren erheblich herabgesetzt sind. Die Höh« der Herabsetzung schwankt zwischen 10 und 20 Prozent. OedenfallS stellt sie eine willkommene Erleichterung für den Kraftfahrzeugbesitzer dar.

Stäöt. Bekanntmachung

Nachdem das Milchgesetz vom 31. Just 1930 am 1. Januar 1932 in Kraft ge­treten ist, bedürfen alle Personen, die im Stadtkreis Marburg einen Milchhandel be­treiben wollen, dazu der Erlaubnis des Stadtausschusses.

Da die Inhaber der vorgenannten Unter­nehmen, die zur Zeit des Inkrafttretens des Milchgesetzes bereits bestehen, auch der Er- laubnrs bedürfen, so werden dieselben auf­gefordert, Anttaä auf Etteilung der Erlaub­nis bis zum 1. April 1932 zu stellen.

Antragsformulare sind im Zimmer Nr .6 des Rathauses während der Dienststunden zu erhalten, wo auch nähere Auskunft «- teilt wird.

Marburg, den 2. Februar 1932. (615

Der Stadtausschuß.

I. B. Botz.

Marburger AaSizrilmg

Bauernregel im Februar

Den Februar beobachtet der Landmann besonders scharf, weil nach alter Erfahrung das Wetter im Februar von besonderer Einwirkung einmal auf den weiteren Wit- terungsablauf, dann aber auch von man­cherlei Beoeuttmg für das Ernte,ahr ist. Es gibt für den Febmar eine erhebliche Zahl von Dauernregeln, die das .Wetter im Febmar mit den Hoffnungen Und Erwartungen für die kommenden Dor- srühlingSmonate in Dekbindung setzen.

Hören wir uns einmal eine Auslese oie- ser Bauernregeln an: Diel Regen im Fe­bmar, viel Regen im ganzen Hahr. — Lichtmeß trüb ist dem Bauer lieb. — 3st's Mattheis kalt, hat die Külte Halt. — Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, muß man im Mürz die Ohren wärmen. — Oft an Lichtmeß Sonnenschein, bringt's gern noch mehr Schnee herein. — Tummeln die Krähen noch bleibt uns des Winters Hoch wenn sie vom Felde verschwinden, wärmere Tage sie künden. — Wenn es zu Lichtmeß stürmt und tobt, der Dauer sich das Wet­ter lobt.

Dem Febmar ist nicht immer zu trauen; er bringt manchmal noch Winter- und Schneetage. Darauf weisen die 'Bauem­regeln hin: St. Dorothee gibt den meisten Schnee. — Wenn's an Mariä Lichtmeß nur so viel schneit, daß man'S auf einem schwarzen Ochsen sieht, so wird's bald Sommer; ist's hell und Bar, so dauert der Winter noch lange. — Allgemein« Bauern- trcgelit sind: Wenn die Hasen luftig springen, hoch in Lüften Lerchen fingen, wird's uns Frost und Külte 6 ringen. — Wenn die Katze nn Febmar in der Sonne Wegt, im März sie wieder hinter den Ofen knecht. — Wenn's der Hornung gnädig macht, bringt der Leng den Frost bei Rächt.

Bücher ffiT -le Erwerb-losen

Der Mogisttat hat beschlossen, die Bi­bliothek des früheren FortbildungsVereins im Hochzeitshause, Aikolaistrahe 3, den Er­werbslosen der Stadt Marburg (Lahn) zu gängig zu machen. Die Bibliocheks- bücher sollen unentgeltlich ausgege- ben werden. Der Erwerbslose hat sich Durch Dorlage seiner Stempelkarte des Ar­beitsamtes auszuweisen. Die Ausgabe der Bücher findet an den Mittwoch-Rachmit- tagen zwischen 4—6 Ahr im Hochzeitshaus, Rikolaisttaße 3, 2. Stock, statt. Dre Lese­srist beträgt 3 Wochen. GS wird erwar­tet, daß die 'Bücher geschont und pünkt­lich im sauberen Zustande zurück» I gegeben werden, damit sie recht lange er» I hatten bleiben und den Erwerbslosen noch I recht lange zugängig gemacht werden | tönnen. 1

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Frankfurt, 2. Febr. Nachdem die gestrige Nachmittagsbörse schon recht fest schloß, ist auch beim heuttgen Vormittags­verkehr die Tendenz sehr zuverfichtlich. Be­sonders wird auf den Newyorker beacht­lichen Stimmungsumschlag verwiesen. Das Geldgeschäft war trotzdem wenig umfang­reich. Man hötte Kurse zum Teil zum gestrrgen hohen Abendschluß, zum TeU so­gar noch 1 Mk. darüber.

Berlin, 2. Febr. Die Marktlage für Inlandsbrotgetreide ist stetig. Geschäfte sind bei kleinem Angebot noch gering. Die Liefe- mngspreise für Weizen werden bis 1 Mark über Vortagsschlutz gesprochen. Für. Roggen sind sie unverändett. Effektive Ware war wenig angeboten und tendierte stetig. Auch Hafer blieb stetig

und WlsiemrkM

Mussolinis Uraufführung.

Weimar, 30. Jan. Am Sonnabeird erlebt im Deutschen Nattonaltheater bas von Mussolini und von dem italienischen Schriftsteller Forzano dramattsch durchge­führte Napoleon-Drama „Die hundert Tage" seine reichsdeutsche Uraufführung. Das Werk behandelt die Tragödie Napo­leons zwischen Elba und St. Helena. Seine Grundidee zielt darauf hinaus, daß das Genie nicht der Masse die Hand zur Mit­bestimmung der Staatsgeschichte bieten darf ohne Gefahr zu laufen, von dieser Masse gehemmt und zermürbt zu werden. Ohne in die Tiefe des Problems einzu­dringen, wird diese Idee in acht Bildern mit teüweise lytisch-sentimentalem Ein­schlag gestaltet. Die Bilder bieten den Rahmen für die staatspolittschen Erund- auffassungen des italienischen Minister­präsidenten. Das bis auf den letzten Not­platz besetzte Haus spendete bei den rhetorischen Glanzstellen Beifall. Die Aufführung unter der Regie des General­intendanten Dr. lllbrich hatte Höhe. Die ttalienische Botschaft war offiziell vertte- ten. Auch Adolf Hitler wohnte mit einer Anzahl führender Nationalsozialisten der Aufführung bei.

Geschäftliche Mitteilung.

Zweierlei: Wohlhabend werden und Gu­tes tun und das alles für 1.— RM. kann man erreichen, wenn man ein Los der Winterhilfe-Lotterie kauft. 69 232 Ge­winne und 2 Prämien kamen in zwei Ziehungen zur Auslosung. Der höchste Gewinn hat einen Wert von 100 000.— RM. oder 90 000.— RM. bar; auf ein Doppellos zu 2.— RM. fällt der doppelte Betrag. Unserer heutigen Auflage liegt ein Prospekt der bekannten Staat! Lotte­rieeinnahme Anttenbrink, Köln/Rhein, Schildergasse 30, mit einem vollständigen Gewinnplan bei. Bestellen Sie sofort es kann Ihr Glück sein!

):( Der Preis für bes aktberiihmtt „Köstritz« Schwarzbier" wurde mit Wir- kung vom 1. Februar 1932 herabgesetzt, obwohl die beabsuhtlgte Senkung der Reichs- bierfteuer leider nicht eingetreten ist. Die Klemoerkautsprei! e für den altbewährten Nähr- und Krältigungstrunk haben dernzu folge eine Ermäßigung erfahren (siehe An- zeige m der gestrigen Ausgabe).

* Die Reichsbezugsscheine für Kohlen. Die Kohlenhändler werden nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die Reichsbezugsscheine für Kohlen für den Monat Januar nur noch bis zum 5. Febr. 1932 im Rathaus, Zimmer 13 eingelöst werden.

* Segelflieger Eroenhoff spricht in Marburg. Der bekannte junge Frankfurter Segelflieger Günter Eroenhoff wird am 12. Februar d. Is. im Auditorium Maximum vor den Mitglie­dern des Instituts für Leibesübungen an der Universität Marburg einen Lichtbilder­vortrag halten.

* Volkshochschule. Der für morgen vorgesehene Dolks-Unterhaltungsabend wird mit Rücksicht auf den Deutschen Abend ver­schoben.

* D. N. V. P. Der bekannte Wittschafts- polittker der deutschnationalen Vo l k s p a r t e i, Geheimrat Q u a a tz, Mitglied des Reichstags, wird Donners­tag, den 11. d. Mts. in den Stadtsälen in öffentlicher Versammlung sprechen. Ge­heimrat Quaatz sprach hier zum letzten Male vor den Reichstagswahlen 1930 und erntete damals mit seinen sachlichen und überzeugenden Ausführungen reichen Bei­fall.

* Kroße Nachfrage nach Netz- und Bezirkskarten. Seit dem.Tage der Ausgabe von Netz- und Bezirkskarten durch die deutsche Reichsabhn find 4156 Karten für ein Netz und insgesamt 261 für mehrere Netze ausgegeben worden. Dazu kommen noch 2415 Bezirkskarten für grö­ßere und kleinere Bezirke und 1898 Be- zirksteilmonatskarten. Bemerkenswert ist, daß 25 Prozent der ausgegebenen Netzkar- ten für die zweite Klaffe entfallen, wäh­rend für gewöhnlilb die Polsterklasse nur von etwa 14 Prozent bet Gesamtzahl bet Reisenden beansprucht wird.

VaJ Zenker in Marburg.

^bend. 8. Ubr, spricht der ehemalige Aff m .Marmeleltuna, Seine Etzelkenz

^bsmtra- ^Senter im Audi- I Maximum, Landgrafenhaus, über I r-SBie^eroufri$tung beut» I 'cher «eegeltung". Im Anschluß Film- vorfuhrung Deutsche Jugend und See- I fahrt, die Lehrgänge des Deutschen Hoch- seewortverdandes „Hansa" in Wott und Büd. Eintritt ist Tret. •

Unter dem Borsitz des Lcmdgenchtsditek- tors Krenzien begann heute im großen Saale des Landgerichts die diesjährige Früh- jahrsfchwurgenchtspenode.

Neben zwei weiteren Richtern sind fol­gende G.schworene tätig: Maurer Jennemann- Bauerdach, Kaufmann Dickel-Gladenbach, Gutsbesitzer Kaiser, R.-Holzhausen, Gutsbe­sitzer Grebing-Straßerhof, Postmeister Claar- Fronhausen und Frau Professor Deutschbein.

Als Angeklagter erscheint der am 4. Ian. 1908 in Biedenkopf geborene Pflasterer Otto Webet. Er wird beschuldigt, am 30. August 1931 vor dem Amtsgericht in Biedenkopf in einer Wildererstrafsache einen Meineid geschworen zu haben. Der Ange- Nagte ist mehrfach vorbestraft.

Am 27. und 28. Juni wurde der Ange- fiagte von zwei Polizeibeamten wegen einer Anzeige gegen mehrere Einwohner von Bie­denkopf, die der Wildieberei verdächtig waren, vernommen. Hier bet gab er an, daß er von der Wildieberei nichts wiße. Er habe nur mit einer Witwe über die Angelegenheit ge­sprochen. Die beiden Protokolls wurden auch hei der Hauptverhandlung am 30. August 1930 als Gegenstand der Vernehmung des Angellagten gemacht. Hier beschwor er, daß die beiden Protokolls richtig feien.

In Wirklichkeit lagen die Dinge aber fo, daß ber Angeklagte selbst an der Wil­derei teilgenommen hatte.

Nachdem die Wilderer zu Gefängnisstrafen verurteilt worden waren, machte einer der Angeklagten ber Staatsanwaltschaft davon Mitteilung, daß Weber bei der Verhandlung in Biedenkopf die Unwahrheit gesagt habe, beim er habe selbst an der Wilderei teilge­nommen.

Der Angeklagte gibt bei seiner Verneh­mung zu, veffchwiegen zu haben, daß er an der Wilderei teilgenommen hat. Et (et auf­geregt gewesen und habe vergessen, alles zu sagen. Auch habe dec amtierende Richter ihn nicht darauf aüfmertiam gemacht, daß wenn et sich mit schuldig fühle, die Aussage ver­weigern könne.

Als erster Zeuge wird Gerichtsaffessor Sauer vernommen, ber bestätigt, daß dem Angeklagten bei seiner Vernehmung genügend Zeit gelassen wurde, sich seine Aussagen zu überlegen. Möglich sei es, daß der Ange­klagte nicht darauf aufmerksam gemacht wor­den fei, daß er im vorliegenden Fall die Aus­sage verweigern könne.

Der Zeuge Sänger-Biedenkopf, der dann vernommen wird, gibt zu, daß er die Anzeige bet der Staatanwaltschast gemacht habe. Dies sei nicht aus Rache erfolgt, son­dern er fei bestraft worden und nun sollte auch die Sache seinen gerechten Weg geben. Er habe auch den Angellagten nicht zur fal­schen Aussage verleitet, er habe ihn nur vor dem Kriminalbeamten, der zur Ermittlung in Biedenkopf weilte, gewarnt.

Als letzter Zeuge wird Pollzeihauptwacht- meifter Schmidt- Biedenkopf vernommen. Dieser Zeuge ist bei den ersten Vernehmun­gen und auch bei der Hauptoerhandlung zu­gegen gewesen. Er schüdett noch einmal aus­führlich, wie die Vernehmungen geführt wur­den und bezeichnet den Angeklagten als einen Mann, ber ganz genau wisse, was er tue.

Es beginnen dann die

Plädoyers.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft ift ber Ansicht, daß die Vernehmung des An­gellagten sehr eingehend gewesen sei. Er sei darauf aufmertfam gemacht worden, die Wahrheit zu sagen. Seine heutigen An­gaben seien unwahr. Der Angellagte habe nicht aus Fahrlässigkeit, sondern bewußt die Unwahrheit gesagt. Die Strafe, die den An­gellagten zu treffen hat. müßte angemessen fein. Er beantrage eine Zuchthaus­strafe von 1 Jahr, 6 Monaten, Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre und Auf­rechterhaltung des Haftbefehls.

Urteil.

Der Angeklagte wirb wegen Mein­ei b e s Vergehen gegen § 157,1 bes Straf­gesetzbuches zu 9 Monaten Eefäng- n i s verurteilt. Die bürgerlichen Ehren­rechte werben auf 2 Jahre aberkannt.

Aus dem Gerichtssaal.

Der traurige Un-ffiicksfall, welcher sich im vorigen Herbst in Schrecksbach Kreis Ziegenhain ereignete, unb bei bem ein junger Mensch den Tob erlitt, hatte ein Nachspiel vor bem Großen Schöffengericht. Zwei junge Leute, bie auf einem Hof be­schäftigt waren, machten sich ein Vergnü­gen baraus, mit einem Revolver nach einer Telegraphenstange zu schießen. Der eine junge Mann gab nun bem anberen ben Revolver zurück unb babei entlub sich auf unaufgeklärte Weise ber Revolver. Der Schuß brang, bem ber ben Revolver zu- rüdgegeben hatte, in ben Bauch. Der Schwerverletzte starb nach brei Stunden. Herr I. hatte sich nun wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Er wurde zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe wirb ausgesetzt, wenn er bie Eerichtskosten in monatlichen Raten von 3 Mk. bezahlt.

Ein Eemeinberechner aus bem Kreise Biedenkopf war beschuldigt worben, 500 Mark aus ber Eemeindekasse für fich verbraucht zu haben. Bei ber gestrigen Berhanblung gab ber Eemeinberechner an, baß bei ber Abrechnung 500 Mark übrig geblieben feien. Diese 500 Mark habe er fich für feine Forderungen, bie er an bfe Eemeinbekasse hatte, genommen. Eine Unterschlagung habe er nicht began­gen. Nach Lage ber Sache mußte bas Ge­richt auf Freisprechung erkennen.

Das Frankfurter Mrs-Programm

Mittwoch, den 3. Februar.

6.15: Wetterbericht. — Anchllezend: Mor­gengymnastik. — 7.15: Solisten-Konzert. — 10.20: Schulfunk. — 12.05: Konzert. — 13.05: Konzert. — 15.15: Stunde ber Ju­gend. — 17.05: Bunter Nachmittag des (Stuttgarter Rundfunkorchesters. — 18.40: „Die Kluft zwischen den Generationen", Vor- trag. — 19.05: „Das deutsche Theater in ber Krise", Vortrag. — 19.45: Unterhal­tungs-Konzert des Philharmonischen Orche­sters Stuttgart. — 21.00: Dichtergalerie: Alfred Mombert. — 21.30: Collegium mu- ficum: Neue Händel-Funde. — 22.30: Zeit­angabe, Wetterbericht, Spottwettermeldung, Tagesnachrichten, Sportbericht. — 22.50: Sechs-Tage-Reimen in Frankfurt._________

Gottesdienst.

Mittwoch, den 3. Februar.

Reformierte Gemeinde. 20.30 Uhr: Abendandacht, Pfr. Dr. Ritter.