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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

China erklärt Japan den Krieg

Die Chine senstadt von Schanghai in Flammen Schwere Verluste Bomben auf die internationale Zone

ft Schanghai, 39. Jan. Das japa- «ijche Bombardement der Stadt hat un = Unterbrochen 14 Stunden an- gehalten und der Stadt außerordent­lichen Schaden zugefügt. Die chinesischen Verluste find sehr groß. Inzwischen gehen di« Kämpfe weiter, die auch den Japanern große Verluste gebracht haben. Das Ge- schäftslcben der Stadt ist völlig lahm ge­legt. Die Chinesen haben den General­streik ausgerufen.

Die Japaner find auch zur Beschießung der Stadt Charbin übergegangen. Zur Zeit ist ein gewaltiger japanisch-chinesischer Lrtilleriekampf im Gange.

1 Chapei brennt an allen Ecken. Die Flammen schlagen 2030 Meter in die Luft, und der Lärm, den das Feuer ver­ursacht, ist auf große Entfernung zu hören. Schanghai wird durch diese grau­sige Illumination tageshell erleuchtet, die Ne ganze Stadt Chapei zu ergreifen droht. Und keine Minute vergeht, in der nicht das nervenaufpeitschende Geknatter der Maschinengewehre zu hören wäre. Um 130 Uhr früh hatte Chapei das Aussehen eines riesigen, flammenden Scheiter­haufens. Es hat den Anschein, als ob das Feuer sich langsam der internationa­len Niederlassung nähert.

Die Japaner hatten das chinesische Hauptquartier in Chapei besetzt, während die Chinesen mit Hilfe von Panzerwagen den Nordbahnhof zurückerobern konnten. Japanische Bombenflieger griffen darauf­hin den Bahnhof an und zerstörten einen Flügel des Gebäudes. Im westlichen Teil der internationalen Niederlassung kam es zu einem Zusammenstoß zwischen eng­lischen Truppen und chinesischen Schützen, wobei ein Engländer verwundet wurde. In die internationale Zone fielen insge­samt fünf Bomben.

Den japanischen Truppen gelang es trotz verzweifelten Anstrengungen nicht, den Nordbahnhof vor Eintritt der Kampf­pause um 1 Uhr MEZ. den Chinesen zu entreißen. Die Zahl der chinesischen Opfer wird auf 2000 geschätzt,' auf japanischer Seite werden die Verluste mit 15 Toten, 60 Schwer- und 95 Leichtverletzte an­gegeben.

Soweit man von der internationalen Niederlassung aus beobachten konnte, müs­sen die chinesischen Verluste infolge des Bombardements ganz außerordentlich groß sein, da die 200 000 Seelen zählende Bevölkerung von Charpei, die sich zum größten Teil in ihre Häuser eingeschlossen hatte, vollkommen hilflos war. Viele Frauen und Kinder sollen umgekommen sein. Tausende von Chinesen suchten in Panischem Schrecken in die internationale Niederlassung zu flüchten, fanden aber dort kein Einlaß, da die Türen sämtlich abgeschloffen und streng bewacht waren. Japanisch Flugzeuge überflogen in regel­mäßigen Abständen von 20 Minuten Charpei und warfen Bomben ab, deren Eprengsäulen bis zu 30 Meter Höhe auf- siiegen. Die chinesische Luftabwehr war vollkommen ungenügend, da die Chinesen stur über Gewehre und leichte Maschinen­gewehre verfügten. Auch die Funkstation Chensck, die im Besitz der chinesischen Re­gierung ist, wurde bombardiert.

ff. London, 30. Januar. Wie Reuter aus Schanghai meldet, hat China Japan den Krieg erklärt.

MONGOLEI

ÄNDSCHÜREI

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Charbin |

Karte Chinas von der Mandschurei bis nach Schanghai. In der Ecke links Stadtplan von Schanghai.

Blockade Schanghais angedroht

ff. Tokio, 30. Jan. Der japanische Generalkonsul und der Militärattaches in Schanghai haben in Tokio um Ent­sendung weiteren Truppen ge­beten, da nach dem Eintreffen der Trup­pen Tschiangkaischeks in Schanghai die ja­panischen Truppen den chinesischen Streit­kräften nicht mehr gewachsen seien.

Die japanische Regierung hat jedoch noch keine Entscheidung getroffen. Es wird erwogen, für den Arll, daß die Chi­nesen die japanischen Streitkräfte angrei­fen sollten, Schanghai zu blockieren.

Mehrere Linienschiffe und vier Kreuzer mit Marinesoldaten find nach Schanghai in Marsch gesetzt worden. Mit diesen Schiffen wird di« Zahl der japanischen Kriegsschiffe in Schanghai 40 betragen.

Bei einem unerwartet« Angriff chine­sischer Marinesoldaten aaf japanische Marinetruppen, die von einem Kreuzer an Land ginge«, w«rden 10 Japaner ge­tötet und 28 verwundet

Japan sichert die Wahrung der internatioaalen Rechte.

Japan hat auf die Protestnote Ameri­kas und Englands die Wahrung aller in­ternationaler Rechte i« Schanghai zuge­sichert

Während des Bombenbardements der Stadt sind auch fünf Bomben über der in­ternationalen Zone abgeworfen worden. 3« amerikanischen Marinekreisen wird im Zusammenhang mit den ostafiatischen Vor­

gängen für eine Erhöhung des amerika­nischen Flotteabauprogramms Stimmung gemacht

WieAssociated Preß" meldet, sollen die Japaner ihre Truppen we­gen der Ankunft der chinesischen Verstär­kungen zurückgezogen haben. Ein japni- scher Kreuzer und vier Zerstörer sind in Schanghai eingetroffen.

Japanische Grenzverletzungen gefährden die internationale Niederlassung.

Die Konsuls der auswärtigen Mächte hatte am Freitag eine Beratung über die Maßnahmen gegen weitere japanische Grenzverletzungen an der internationalen Niederlassung. Außer den verschiedenen Bombenabwürfen auf die internationale Niederlassung haben die Japaner auch die Grenze der internationalen Niederlassung überschritten, bei der Verfolgung fliehen­der Chinesen, auf die sie auch innerhalb der Niederlassung feuerten.

Der amerikanische Konsul teilte mit, daß der Waffenstillstand am Sonnabend früh um 7 Uhr Ortszeit in Kraft treten würde.

Die Chinesen haben bei den ausländischen Konsuls Protest erhoben, mit der Be­gründung, die Mächte hätten die Japaner nicht daran gehindert, die internationale Niederlassung als Basis für militärische Operationen zu benutzen. Es wird be­hauptet, daß der chinesische Oberbefehls­haber gedroht habe, nötigenfalls Gegen­maßnahmen gegen die internationale Niederlassung zu ergreifen.

Japanische Schadenersatzforderungen a« Rußland?

Die japanische Regierung beabsichtigt morgen eine offizielle Erklärung zu ver­öffentlichen, in der sie die Gründe dar­legt, die sie zu ihrem Vorgehen in Schang­hai genötigt hätten. Es wird darin u. a. aufgeführt, Japan gehorche denselben Be* weggründen wie Großbritannien im Jahre 1927-

Der Völkerbund bereitet ein Verfahren vor

Genf, 29* Jan. Der Vertreter Chinas im Völkerbundsrat, Botschafter Dr. Pen, hat heute vormittag den Antrag gestellt, daß der Völkerbundsrat sich sofort auf Grund dens Artikels 15 mit dem chinesisch­japanischen Konflikt befassen soll. Zur Begründung des Antrages wird von Bot­schafter Pen erklärt, daß das bisherige Verfahren des Völkerbundsrates auf Grund des Artikels 11 zu keinem Erfolg geführt habe.

Der Antrag der chinesischen Regierung bei dem Völkerbundsrat, das Verfahren nach Artikel 15 des Dölkerbundspaktes gegen Japan zu eröffnen, hat allgemeine Bestürzung hervorgerufen, da jetzt der Dölkerbundsrat gezwungen ist, das außer­ordentlich entwickelte Verfahren zur Regelung dieses Konfliktes in Gang zu setzen.

Artikel 15 enthält ein bindendes und tm einzelnen festgelegtes Verfahren für die Regelung von Streitigkeiten. Mehr­heitsbeschlüsse sind zulässig. Jin übrigen erklärt sich die heute hier herrschende Sen­sation auch daraus, daß Artikel 15 in ge­wisser Verbindung mit Artikel 16 steht, der von den Sanktionen handelt. Die ^Frage, ob der Rat den Parteien durch einen Mehrheitsbeschluß einstweilige Ver­fügungen auferlegen kann, scheint im Völkerbundssekretariat umstritten.

Nach mehrstündiger Aussprache beschloß der Rat auf Grund des chinesischen An­trages das offizielle Verfahren des Ar­tikels 15 einzuleiten. Die chinesischen und japanischen Vertreter wurden ersucht, entsprechend den Paragraphen 1 und 2 des Artikels 15 dem Generalsekretär des Völ­kerbundes sofort eine erschövfende Dar­stellung der Streitlage und der einschlä­gigen Beweisstücks zu übermitteln, auf Grund deren der*Generalsekretär in den nächsten Stunden dem Rat Vorschläge für das Verfahren machen soll.

Beschleunigte Untersuchung.

Der Völkerbundsrat trat am Freitag nachmittag ohne die Vertreter von Japan und China zu einer geheimen Sl'tzun g zusammen, in der die jetzt nach dem neuen chinesischen Antrag zu ergrei­fenden Maßnahmen durchberaten werden. Es ist in Aussicht genommen, daß die Re­gierungen der 14 im Völ keröunds- rat vertretenen Mächte aufgefor­dert werden, ihre diplomatischen Vertreter in Schanghai für eine sofortige Untersuchung zur Ver­fügung zu stellen, die die Grundlage des weiteren Vorgehens des Völksrbundsrates bilden soll. Der bereits eingesetzte Unter­suchungsausschuß soll direkt über Sibirien auf schnellstem Wege reisen, um so schnell wie möglich in den Besitz eines telegraphi­schen Berichtes über die Lage zu gelangen.

Die englische Presse zu de« Kämpfen in Schanghai.

Die Berichte über die Kämpfe in Schanghai füllen oen Hauptteil der heuti­gen Londoner Morgenzeitungen. Der Ernst