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China macht mobil

Mit Bomben und Granaten

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fischen Truppen dauern an. Tausende von Bewohnern flüchten aus der Stadt. Der Eisenbahnverkehr auf der chinesischen Ost­bahn ist teilweise eingestellt worden.

Unbestätigten Meldungen zufolge ist der zu den Japanern übergegangene General Ma in Chardin eingetroffen und hat einen Waffenstillstand zwischen den Kirintruppen und den chinesischen Trup­pen in Chardin zustande gebracht.

dann die bedrohliche.Lage in Schanghai her­vor. Die beiden beteiligten Regierungen wer­den an die Verpflichtung erinnert, den Streit ausschließlich mit friedlichen (!) Mitteln zu regeln. Sine Zustimmung der Vertreter Ja­pans und Chinas ist nicht erforderlich, da es sich hierbei nur um eine einseitige Erklärung des Präsidenten und nicht um eine grundsätz­liche Entschließung handelt. Die ErNärung bezweckt den Eindruck eines tatkräftigen (!) Vorgehens des Völkerbundsrates zu erwecken.

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Gestern abend wurde in Washington an höchster Amtssttlle erklärt, daß die Verei­nigten Staaten sich schärfsten jedem japa­nischen Versuch widersetzen würden, die internationale Niederlassung in Schang­hai zu besetzen. Gegen die Besetzung Les chinesischen Viertels von Schanghai wur­den ebenfalls scharfe Bedenken geäußert. Auch in London wird die Lage als sehr ernst bezeichnet, um so mehr, als man sich völlig darüber im klaren ist, daß Washing­ton eine Verletzung der chinesischen Hvheitsrechte durch Japan nicht dulden wird. In englischen politischen Kreisen will man wissen, daß Washington den vAbb ruch der diplomatischen Be­ziehungen zu Tokio für den Fall erwägt, daß eine Einigung in absehbarer Zeit nicht zustande kommt.

Die aus Tokio vorliegenden Meldungen lassen auf das Einlenken Japans vorläufig nicht schließen. In maßgebenden Kreisen in Tokio wird erklärt, daß wirtschaftliche Gegenmaßnahmen Amerikas zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen führen müßten.

Außenminister S t i m s o n bestätigte, daß er gestern die Regierung in Tokio be­fragt kmbe, welche Absichten sie bezüglich Schanghais verfolge. In amtlichen Krei­sen wird nach wie vor betont, daß Amerika weder die Besetzung der Internationalen Niederlassung durch japan.sche Truppen, noch die Blockade des Hafens von Schang- hcn durch japanische Kriegsschiffe als ge­rechtfertigt ansehen würde; denn die in der Niederlassung befindlichen internationalen Polizeikräfte seien bisher zur Aufrecht­erhaltung der Ruhe durchaus ausreichend, und die Blockade sei eine Kriegsmatz- nahme. die die Kriegserklärung Japans an China zur Bedingung haben würde. Selbst im Kriegsfälle sei <3 zweifelhaft, ob ein so durchaus internationaler Platz wie

Schanghai blockiert werden könne; denn Schanghai sei grundverschieden von den übrigen chinesischen Städten.

Im übrigen seien diese Fragen zur Zeit nur theoretisch, denn es lägen keine Nachrichten vor, daß Japan die internatio­nale Niederlassung besetzen oder die Blockade erklären werde. Ebenso aka­demisch seien die Erörterungen konkreter amerikanische! Schritte.

Jedenfalls sei zur Zeit weder eine militiirische Aktion, noch ein Wirt­schaftlicher oder finanzieller Boykott geplant.

In diesem Zusammenhang wurde von den parlamentarischen Vertretern der Süd­staaten darauf hingewiesen, daß ein gro­ßer Test der amerikanischen Daumwoll- ausfuhr nach China durch Vermittlung japanischer Firmen erfolge.

Berkin« Blatt« zu den Kämpfen im Fernen Osten.

Die politischen. Auswirkungen der Kämpfe in Schanghai werden bisher nur von wenigen Blättern besprochen.

DerVorwärts'" schreibt: Japan hat ungehindert durch den Völkerbund, ourch Rußland oder Amerika, die ganze chinesische Mandschurei sich unterjocht. Es geht jetzt daran, der größten und wichtig­sten Hafenstadt Chinas das gleiche Schick­sal zu bereiten. Vielleicht erleben wir in nicht zu ferner Zeit noch daß große Telle Chinas das Los Koreas und der Mandschurei teilen. Kein Wunder, daß der Radikalismus der Verzweiflung in China wächst.

DerLokalanzeiger" undTag" glossieren in der Hauptsache die abwar­tende Haltung des Völkerbundsrates. der anscheinend noch auf einefriedliche Kriegserklärung" warte.

den 29. Januar M2

t*Dbet&efiW Stihmg* et- fcfcetnt sechsmal wöchentlich. Be» »ugSpret» monatLL Marburg 2.02 ®9R ausschl Zustellungegebühr. bei unsren Agenturen 1.93 GM. ,uzügl Zustestl-llungsgebübr. vurch die Po« 2.25 GM Küt etwa durch Streik, Maschinendefekt ode, elementar« Ereignisse auesaNende Iiuwmern wird kein Ersa» ge» leistet. Verlag. Dr. <S. Hitzerotb, jjntd Oe« Unib-Buchdruckerei ßob- Aug. Noch. Markt 21/23. Fernsprecher i Kt 54 und St. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt ,. 9R. Stt. 5015. Sprechzeit k* Redaktion von 1011 m»d

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China will jetzt gegen das japanische Vorgehen Widerstand leisten. Die Re­serven der 19. kantonesischen Armee, die gegenwärtig im Gebiet von Nanking stehen, und die 3. Division der National­garde sind mobll gemacht und verlade» worden, um »ach Schanghai abzugehen.

Und der Völkerbund?

Großväterlicher Protest

Es eilt nicht so

Theoretische Erörterungen in Washington

Genf, 28. Jan. Der Völkerbnndsrat hat am Donnerstag in einer Geheimsitzung die Erklärung aufgestellt, die der Ratspräfident in einer öffentlichen Ratssitzung abgeden wird. Die Erklärung übernfnimt den weftnt- lichen Inhalt der amerikanischen Rote an die japanische Regierung, weist auf die von Ja­pan übernommene Verpflichtung der Anerken­nung der gebietsmäßigen Oberhoheit Chinas hin und betont, daß die japanische Regierung an dem Grundsatz der offenen Tür in der Mandschurei festhalte. Die Erklärung hebt so­

ft. London, 29. Jan. In Schanghai ist eine schwere Stratzenschlacht zwischen Japanern und Chinesen im Gange. Durch die japanischen Bombenabwürfe stehen viele Häuser in Flammen. Auch die in- ttrnationale Niederlasiung ist schwer be­ttoffen worden, wo die in chinesischen Hän­den befindliche Eisenbahnstation in Flam­men steht. Die japanischen Verluste wer­den bisher auf 10 Tote und 60 Ver­letzte angegeben.

3n der Nacht zum Freitag begann um 22.30 Uhr nach dem Aufruf des japa- panifchen Admirals das Stratzenbombar- dement der japanischen Kriegs­schiffe auf die Wusungforts. Es wurden 40 Granaten abgefeuert, worauf die Forts das Feuer ein» stellten. In den Straßen wurden die Japaner von den chinesischen Soldaten beschossen. Um 23.10 Uhr wurden japa­nische Seesoldaten gelandet. Die chinesi­schen Soldaten und Polizei drangen durch die internationale Niederlassung in C h a- p a i in die Chinesenstadt ein. Bald darauf fielen die ersten Schüsse. Chine­sische Scharfschützen feuerten auf die Ja­paner mit Gewehren und Maschinen­gewehren, die in den Fenstern der Häuser gut versteckt aufgestellt waren. Die Chi­nesen leisteten einen verzweifelten Wider­stand und drangen in die Stellung der Japaner ein. Um 3 Uhr früh war ein er­bitterter Kampf entbrannt.

Ws um 4 und 4.40 Uhr die japani­schen Flugzeuge Bombe» abwur- fen, gelang es den Japaner, in die Stadt einzudringen.

Japanische Truppenverstärkungen haben Hongkin besetzt. Japanische Auto­mobile befuhren die internationale Nie­derlasiung und warnten die Bewohner vor Flugzeugangriffen. Um diese Zeit öffneten die Wusungforts zeitweise wieder das Feuer auf die japanischen Kriegs­schiffe, um die Landung weiterer Truppen zu verhindern. Die Geschütze der japa­nischen Kriegsschiffe brachten darauf die Forts vollständig zum Schwei­gen. In der internationalen Niederlas­sung haben die Japaner Lazarette einge­richtet und Krankenwagen fahren hin und her. Lastautos bringen chinesische Ge­fangene.

Die Chinese» erhalttn Verstärkungen aus Futscha» und Nanking.

Die ursprüngliche Stärke der chinesischen Garnison wurde auf 10 000 Mann ge­schätzt, ist aber jetzt auf 30000erhoht worden.

Kurz nach 4 Uhr morgens brach in j>er Chinesenstadt Chapai Feuer aus.

Das Feuer griff schnell um sich. Bon den Dächern der internationalen Nieder­lassung aus konnte deutlich beobachtet werden, wie in der fünf Kilometer ent­fernten Chinesenstadt ein Haus nach dem andern in Flammen auf- ging, während die Luft von dem Knat­tern der Gewehr- und Maschinengewehr­schüsse und dem dumpfen Krachen der fallenden Bomben und dem Summer der Flugzeugmotore erfüllt war.

Die Sttatzenkämpfe in Charbin dauern an.

Die Lage in Charbin ist auch am Frei­tag äußerst gespannt. Die Straßenkämpfe zwischen Kirin-Truppen und den chine-

Anzeiger ffir *(bas frühere knrheffische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg,

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Chinesische Truppen besetzen die West» winkel von Schanghai.

Die chinesischen Truppen sind in die Westwinkel der Stadt, die an die inter­nationale Konzession grenzen, eingedrun­gen. Zur Unterstützung der regulären ausländischen Truppen bei der Besetzung der Grenzen der Konzession sind Frei­willige herangezogen worden. Die Ja­paner treffen Vorbereitungen zum An­griff auf den Nordbahnhof von Schanghai.

Japanische Kriegsschiffe nach Schanghai unttrwegs.

Ein japanisches Geschwader, bestehend aus 3 Kreuzern, 2 Flugzeugmutterschiffen und 4 Zerstörern, hat den Befehl erhal­ten, sich zur Abfahrt nach Schang­hai bereit-zu halten. Ein Kreuzer und vier Zerstörer sind heute früh bereits von Sasebo nach Schanghai in See gegangen. An Bord befinden sich Landungskom­mandos.

Bier amerikanische Zerstörer nach Schanghai unterwegs.

ft Washington, 29. Jan. Vier amerikanische Zerstörer in Manila haben Befehl erhalten, sofort nach Schanghai in See zu gehen. Die Weisung ist veranlaßt durch das Ersuchen des Befehlshabers der amerikanische Flnßwachschifse aus dem Yangtsee. Die Zerstörer können im Not­fälle in 35 Stunden Schanghai erreiche«. Konttradmiral Taylor in Monila hat streng verttauliche Jnstmkttonen erhalten.

Das im«wartete Vorgehen Japans.

Das Vorgehen der Japaner hat in der Internationalen Niederlassung große Ueberraschung hervorgerufen, ba man nach der befriedigenden Antwort der Chinesen eine Entspannung der Lage erwmttete. D» Japaner begründen ihren Schritt mtt bert Verhältnissen in bet an bie internationale Niederlassung grenzende Vorstadt Chap er, in der am Donnerstagnachnnttaa der Kriegs­zustand erllärt wurde. Sie behaupten, daß die chinesischen Polizeikräpe in Chnpei das Einbringen von undisziplmierten. chinesischen Truppen erlaubt hätten, was eine Gefahr für bie Bewohner der Internationalen Nie­derlassung bedeute. Die Grenzen der -Jnter« nationalen Niederlassung sind der, ganzen Länge nach mit einer dritten Linie ttanzosr- scher, amerikanischer, englischer, japanischer und italienischer Truppen besetzt. Die Gesamtzahl der internationalen Truppen belauft sich auf rund 10 000 Mann, einschließlich der Po» lizeikräste.

Im Hafen liegen 23 japanische, 5 eng» fische, 2 französische und 1 amertlani|d>« Kriegsschiff. Außerdem sind auf demDangt- sefluß wettere englische, amerikanische und französische Kriegsschiffe verankett.

Litwinoff bei Brüning.

Berlin, 28. Jan. Der Volkskom- misiar für auswärtige Angelegenheiten Litwinoff, der sich auf der Reise zu der bevorstehenden Genfer Abrüstungs­konferenz heute kurz in Berlin aufhielt, hatte Unterredungen mit dem Reichskanz­ler Dr. B r ü n i n g und dem Staats­sekretär des Auswärtigen Amtes von B ü- l o w. Die Unterredungen boten Gelegen­heit zu einem freundschaftlichen Gedanken­austausch über die schwebenden politischen Fragen, insbesondere über die bevor­stehende Abrüstungskonferenz sowie über die von der Regierung der UdSSR, mit verschiedenen Staaten geführten Nichtan- griffspakt-Verhandlung'n.

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Schwere Kämpfe in Schanghai

Die Japaner besetzen die Chinesenstadt Chapai (500000 Einwohner) Die Chinesen leisten verzweifelten Widerstand

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