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<rte .Obetbefiif** Settmtg* et- scheint sechsmal wSchentlich. Be- ,agSPrei« menotl. L Marburg 2.02 8SK. mtftoL Zustrllungsgkbübr. hei unsren Agenturen 1,93 DM. juzügl. Zustestcllungsgebübr, durch hte Post 2.25 GM flür etwa durch Dlretk, Maschinenbefekioder elementare Lretgntsie ausfallende Nummern wird kein Srsa» geleistet. Verlag, Dr. §. Httzeroch. Druck der Unid-Buchdrnrkerei Job. Aug. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher: Sir. 54 und Nr. 55. Postscheckkonto; Amt Frankfurt n. 9X. St. 5015. — Sprechzeit «et Redaktion von 10—11 w* */*l—1 Ubr.
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Anzeiger* für (das frühere kurhessische) Oberhessen
Nr. 22 «r.Mrs.
Marburg 0.8*
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Englisches U-Boot gesunken
M 2 mit 6 Offizieren und 49 Mann Besatzung bei Portland verunglückt — Das U-Boot noch nicht gefunden
Vergebliche Suche Japan marschiert
ft London. 27. Jan. Die englische Admiralität teilt mit, dass das Unter* seevot „MII“ am Dienstag morgen etwa 5 Meilen von Portland entfernt bei Tanchnbnngen gesunken ist. An Bord befinden sich 55 Mann.
Die Rettungsarbeiten sind sofort in An- gttff genommen worden, mehrere Kreuzer befinden sich an der llnfallstelle. Man glaubt, die Lage des Bootes festgestellt zu haben.
Das vermißte llnterseebot „M II" liegt in 17 Faden (etwa 31 Meter) Tiefe. Ein Sachverständiger erklärte, Taucher könnten in 17 Faden Tiefe gut arbeiten, wenn sie immer nach kurzer Zeit abgelöst würden.
Da das Boot auf sandigem Boden liegt, werden nie Arbeiten nicht durch Schlamm behindett werden.
De« letzten Nachrichten zufolge befinde« sich an Bord des Unterseebootes 6 Offiziere 48 Mann, sowie ein Fliegersergeant. In das Unterseebot ist nämlich ein wasierdichter Teil mit einem kleinen Wasserflugzeug eingebaut.
Die Besatzung nach am Leben?
Rach vielstündigem Suchen gelang es der Marinesuch- und Unterseebootabwehr- Flotille kurz nach Mitternacht, ein metallisches Hindernis etwa 5 Kilometer westlich von Portland fast auf dem Meeresgrund festzustellen. Die an Ort und Stelle befindlichen Befehlshaber nehmen an. daß es das vermißte Unterseeboot ,.M II" ist. Ein endgültiger Beweis dafür konnte jedoch noch nicht erbracht werden. Man hofft, daß die Mannschaft des Unterseebootes, die sich aus 48 Mann, 6 Offizieren und dem Piloten des an Bord befindlichen Marineflugzeuges besteht, gerettet werden kann, da die Sauer st offapparate etwa für 48 Stunden ausreichen müsien. Außerdem sind sämtliche Mannschaften mit Sicherheitstauchhelmen versehen, mit denen sie im Notfälle an die Oberfläche steigen können. Die endgülttge Feststellung, ob es sich bei dem gefundenen Hindernis um das Unterseeboot handelt, sowie die Rettungsarbeiten können nicht vor Anbruch des Tageslichtes in Angriff genommen werden.
Das Schwesterschiff des Unterseebootes „M II“, die „MI", ist im Jahre 1925 auf der Startspitze (Devonshire) gesunken, wobei die Besatzung von 68 Mann ums Leben kam.
Noch keine Spur vou dem gesuukeuen englischen Unterseeboot.
Rach einer Meldung der Preß-Afsocia- tion konnte bis 3.30 Uhr früh keine bestimmte Spur des gesuukeuen Bootes „MII“ aufgefunden werden. Sine Anzahl Zerstörer haben die ganze Rächt hindurch unter Benutzung von Scheinwerfern ein weites Gebiet auf der Höhe von Portland vergeblich abgesucht. ______________
Elf Todesopfer des Waliser Bergwerks- unglücks.
London, 26. Jan. Auf dem Llymnypia- Sergwerk in Sudwales, wo sich, wie gemeldet, üne schwere Katastrophe ereignete, find wei
tere sechs Tote geborgen worden. Die Zahl der getöteten Bergleute ist damit ans 10 gestiegen. — Dcr Waliser Tenor John Evans, der sich an den Rettungsarbeiten freiwillig beteiligte, erlitt eine Gasvergiftung, der er erlegen ist.
Tokio, 26. Jan. Am Dienstag vormittag um 11 Uhr besetzte die Kavallerie des Generals Sisja das Chinesen- viertel bet Stadt Chardin. Die einmarschierenden japanischen Truppen entwaffneten die chinesische Polizei und rückten
Erfolglose Verhandlungen
Keine Einigung zwischen England und Frankreich
fk. Paris, 27. Jan. Die französischenglischen Berhandlungen zwecks Aufstellung einer gemeinsamen Front in der Re- parattonsfrage scheinen endgültig gescheitert. Der allgemein erwartete Besuch des englischen Bottchafters Lord Tyrell beim französischen Ministerpräsidenten, der für Dienstag nachmittag vorgesehen war, hat nicht stattgefnnden. Der erste Botschaftsrat bei der englischen Botschaft sprach im Laufe des Dienstag nachmittag nur kurze Zeit int Außenministerium vor, doch handelt es sich hierbei nicht um die Tributtrage, sondern nm die bekannte französische Sondersteuer von 15 vom Hundert.
Die beabsichtigte Unterredung zwischen den Ministerpräsidenten der beide« Länder ist auf unbestimmte Zeit verschoben und wird aller Borausficht «ach wahrscheinlich überhaupt uicht stattfindeu.
Man betont in französischen Kreisen, daß die Besprechungen zwischen den Schatzämtern der beiden Länder« fortgesetzt werden und daß mau sich bemühen werde, noch vor dem 30. Ium, das heißt vor de« Ablauf des Hooverjahres, zu einet Einigung zu gelange«.
Macdonalds bevorstehende Reise nach Senf.
Premierminister Macdonald hofft, wie die Blätter melden, sich in der zweiten Konferenzwoche nach Genf zur Teilnahme an den Abrüstungserörterun- gen begeben zu können.
Soweit sich erkennen läßt, hat die englische Regierung die Bedenken, die deutscherseits gegen eine einjährige Verlänge- ruW des Moratoriums, nie es im Abkommen vom August 1931 umrissen war, vorgebracht wurden, in Paris zum Ausdruck Gebracht und sie nicht unwesentlich unter* ützt. Andererseits hat sich die englische Diplomatte die Kompromißmöglichkeiten, namentlich hinsichtlich der Anwendung dieses Abkommens auf ein neues Mora* tottum, durchaus offen gehalten.
Reue Besprechungen zwischen dem englischen Außenamt und der deutschen Botschaft haben nicht stattgefunden.
Layton Sb« die ungeschützt« Annnttäten.
ft. L o n d o n, 27. Jan. 3n einem offenen Bries, der als Antwott an Lord Rothermere aus einen von ihm in der „Daily Mail' veröftentlichten Arttkel gedacht ist, fühtt Sir Walter Layton u. a. aus, die Tatsache, daß Deutschland für die ungeschützten Annuitäten kein Recht auf Zahlungsaufschub habe.
und der Umstand, daß etwa 80 Prozent diese Annuitäten Frankreichs zugute kommen, bedeutet keineswegs, daß diese Annuitäten irgend etwas mit der Wiederherstellung der 3erttörten Gebiete Frankreichs zu tun haben. Keine einzige Stelle des Poungplanes. der Haager Vereinbarungen oder Irgend ein anderes Dokument berechtige zu der Auftastung, daß die ungeschützten Annuitäten für eine bestimmte Art von Kriegsschulden vorgemerkt sind. Es sei auch keine Rede davon, daß ivgend ein Reparationsanspruch, außer dem Belgiens, irgend eine Priorität vor einem anderen habe.
Die französische Presse und die Reparattons- ftage.
Die Pariser Morgenblätter beschäftigen sich mit dem Stande der englisch-ftanzösischen Reparationsverhandlungen.
„I o u r n a l" ist der Ansicht, daß die Aussichten für eine flammen ‘hmft Macdo- nald-Lavak immer geringer werden.
„Petit Parisien" glaubt erklären zu müssen daß von einer Zusammenkunft der Regierungs-Chefs während der nächsten Zeit überhaupt nicht die Rede sein kann. Immerhin dürste man die Hoffnung nicht aufgeben, daß noch vor Ablauf des Hoover- Moratoriums eine Form gefunden werden könne, die die augenblicklichen Finanzschwierigleiten zu überbrücken geeignet ist.
„Matin" schreibt, daß die englische Formet, die ein Moratorium für die Dauer eines Jahres vorsieht, von Fransteich abgelehnt werden müsse, da sie die von Frankreich geforderten Garantien in Sachen der Nachzahlung der aufgeschobenen Annuitäten und der Nachprüfung der französischen Aus- kandsverpflrchtungen ausschatten würde.
Eine zweite Devisenschiebung
Berlin, 26. Jan, Durch die Ermittlungen der Zollfahndungsstelle zur Aufklä- rnng der großen Devisenschiebungen des Londoner Bankhauses Singer & Friedländer ist festgesteltt worden, daß außer dem verhafteten Bettreter des Bankhauses, Dr. Eut- herz, ein anderer ausländischer Bankier das Weiche Manöver für das Londoner Bankhaus verübt hat. Ein angeblicher Bantter Fritz Adler, der seinen ständigen Wohnsitz in Paris hat, hat sich nach Pressemeldungen bis zum 15. Januar in Berlin aufgehalten und es verstanden, während seines Aufenthaltes deursche Schuldverschreibungen in der Höhe von 280 000 Mark zu veräußern. Es sei ihm gelungen, dieses Geld in bar zu erhalten. Adler sei offenbar geflüchtet. Der Zollfahndungsstelle sei es weiterhin gelungen, von der 1 Million Mark, die Dr. Eut- herz durch seine Schiebungen zum Schaden des Reiches erbeutet batte, SA Million Mark sicherzustellen.
mich in mehrere andere Stadtbezirke ein. Die Lage soll sehr krttisch sein.
Nach einer weiteren japanischen Meldung sollen die in Charbin befindlichen chinesischen Truppen am Dienstag früh große Telle der Stadt regelrecht ausgepIändert haben.
In Moskau hat die Nachricht über die Vorgänge um Charbin starke Beunruhigung verursacht. Es wird erflärt, daß das Vorgehen Japans als ein weiterer Vorstoß gegen die russischen Interessen insbesondere auch hmsichtlich der chinesischen Ostbahn zu bettachten sei.
Reue Kämpfe an der chinesischen Ostbahn.
fk. Tokio, 27. Jan. Die japanische Rachrichten-Agentnr Rengo meldet ans Charbin: Nachdem Versuche, eine friedliche Regelung herbeizuführen, fehl- geschlagen sind, find in Charbin die Feindseligkeiten zwischen der chinesischen Schntzwache der Ostbahn unter General Tingtschao nnd den unter Führung "des Gouverneurs der Provinz Kirin, General Hoihfi stehenden Truppen heute früh wieder ausgebrochen.
Schanghai lehnt das japanzsche Ultimatum ab
fk. Moskau, 27. Jan. Nach einer sowjetrussischen amtlichen Meldung ans Schanghai hat der Stadttat das japanische Ultimatum auf Auflösung der japanfeindlichen Organisationen ab gelehnt. Daraufhin hat ba japanische Ministerrat den Beschluß gefaßt, „die entschiedensten Maßnahmen" gegen di« Sta dt zu ergreifen.
Di« Bereinigten Staaten, England und die Schanghai-Frage.
Zur Sage in Schanghai berichtet der „Times"-Korrespondent in Washington, offenbar bemühe sich die amettkanische Regierung, zu einer Verständigung mit der britischen Regierung wegen einer gemeinsamen diplomatischen Aktion im Fernen Osten zu gelangen. Ein solches Einvernehmen habe bisher nicht bestanden. Die amerikanische Regierung glaubt aber, daß Großbritannien in der Schanghaier Frage im Gegensatz zur Frage der Mandschurei mit den Vereinigten Staaten ein so großes Interesse habe, daß es Amerika dort seine Mitarbeit nicht verweigern könne. Die gemeinsame diplomatische Attion beider Länder würde darin bestehen, China an einem unbesonnenen Schritt zu verhindern, der von Japan mit der Erklärung der Blockade beantwortet werden könnte.
Genf ist ratlos
Genf, 26. Jan. Der Völkerbundsrat setzte heute vormittag nach einer kurzen öffentlichen Sitzung, in der einige bedeutungslose Ausschußberichte angenommen wurden, vertraulich in Abwesenheit des japanischen und chinesischen Vertreters die Verhandlungen über den japanisch-chinesischen Streit fort.
In Ratskreisen herrscht hinsichtlich der weitere« Behandlung des Streites völlige Ratlosigkeit. In englischen und französischen Regierungskreisen will mau bas Sankttonsverfahre« nach Arttkel 15 bes Lölkerbunbsvertrages unter keinen Umständen gegen Japan in Kraft treten lassen. Mau will jetzt daher de« scharfen Borstößen des chinesischen Vertreters im Rat mit dem Hinweis auf die durch den