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«te .Sberbcsstsch« Stitung* « r^etnt («»«mal w-chrntllch. B-- mg^teu monatl. L Marburg 2.02 KM ai»«schl- ZuNellungrgtbübr, h«j unsren Agenturen 1.93 GM. ,u,ügl. Zustestellungagebüdr. durch ble Post 2.25 GM Rüt etwa wt» Streik, Maschtnendefekl oder «lewentare Lretqniffe auefallend« giiunmern wird kein Lrsa» ge­leistet Verlag, Dr. §. Httzerotb. Druck der Unib-Buchdruckerei Aoh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher'. Rr. 54 und Rr. 55. Postscheckkonto: Aurt Frankfurt «. M Skr. 5015. Sprechzeit her Redaktion von 1011 und

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Anzeiger für (das frühere knrheffische) Oberhesse«

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Vertrag zwischen Rußland und Polen

Der Inhalt des polnisch-russischen Nichtangriffspaktes Lin verklausuliertes Abkommen

Nach langen Verhandlungen

Recht auf Sicherheit!

Moskau, 25. Jan. In der Einlei­tung zu dem polnisch-russischen Nicht­angriffspakt betonen die beiden vertrags- fchliegenden Parteien ihren Willen, den zwischen ihnen bereits bestehenden Frie­den, der ein bedeutsamer Faktor für die Erhaltung des allgemeinen Friedens sei, aufrecht zu erhalten. Sie stellen weiter fest, daß der Friedensvertrag vom Jahre 1921 weiterhin die Grundlage der gegen­seitigen Beziehungen und Verpflichtungen zwischen Polen und der Sowjetunion bil­det und geben der Ueberzeugung Ausdruck, daß die friedliche Schli ch t u n g internationaler Streitfälle sowie die Be­seitigung all desien, was den normalen Beziehungen zwischen den beiden Staaten widersprechen würde, das sicherste Mittel auf dem Wege zur Erreichung dieses Zieles bildet.

Sie erklären» datz keine ihrer bisher ... eingegangenen Verpflichtungen ei« Hindernis in der Entwicklung der friedlichen Beziehungen bilde, noch im Widerspruch mit dem abgeschlossenen

Pakt stehe.

Sie wollen den Pakt zu dem Zwecke ab- schliehen, um den durch das Moskauer Protokoll vom Jahre 1929 ins Leben ge­rufenen Kellogg-Pakt zu entwickeln und zu vervollständigen.

In Artikel 1 stellen beide Seiten fest, daß sie in ihren gegenseitigen Beziehungen auf den Krieg als Werkzeug natio­naler Politik verzichten und sich gegenseitig verpflichten, sich sämtlicher aggressiven Handlungen zu enthalten, die die territoriale Integrität und die poli­tische Unabhängigkeit der anderen Seite bedrohen, auch in dem Fall, wenn der­artige Handlungen ohne Kriegserklärung und mit Vermeidung aller möglichen Kriegserscheinungen begangen werden.

Im Artikel 2 verpflichten sich die bei­den Staaten, einem dritten Staate nicht zu Hilfe zu kommen, der einen der vertragschließenden Staaten an­greifen würde. Sollte einer von den Kontrahenten einen Angriff gegen einen dritten Staat unternehmen, dann steht dem zweiten Kontrahenten das Recht zu, den Pakt ohne vorherige Ankündigung zu kündigen.

Im Artikel 3 verpflichtet sich jede der beiden Parteien, an keinen Vereinbarun­gen tellzunehmen, die als der anderen Partei gegenüber feindlich zu bewerten find.

Laut Artikels berühren die in den bei­den ersten Artikeln enthalteuen Ver­pflichtungen nicht die internationale« Rechte und Verpflichtungen, die aus dem von beiden Seiten früher abgeschlossenen Verträgen entspringen, insoweit diese Ver­träge an sich keine aggressiven Elemente enthalten.

Artikel 5 sieht ein Schiedsverfahren vor, für das ein besonderer Vertrag abgeschlos­sen werden soll, der einen integralen Teil dieses Nichtangriffspaktes bildet und gleichzeitig mit dem Pakt ratifiziert wer­den mutz.

L^ut Artikel 6 soll der Nichtangriffspakt möglichst bald ratifiziert werden, und der Austausch der Ratifikationsurkunden wird in Warschau 30 Tage nach der Ratifika­tion vorgenommeu. -

Nach Artikel 7 wird der Pakt f ü r d r e i Jahre abgeschlosien und automatisch für zwei weitere Jahre verlängert, wenn er nicht sechs Monate vorher gekündigt wird.

Artikel 8 besagt, datz der Pakt in pol­nischer und in russischer Sprache ausge­fertigt wird.

Von den beiden Zusatzprotokollen stellt das erste fest, datz die eventuelle Kün­digung des Paktes laut Artikel? nicht als Nichterfüllung der Verpflichtungen, die aus dem Kelloggpakt entstehen, gedeutet werden darf. Das zweite Protokoll be­sagt, datz in Bezug auf den Inhalt des Schiedsgerichtsentwurfs zwischen den bei­den Parteien keinerlei grundsätzliche Mei­nungsverschiedenheiten bestehen.

Reichsminister Eroener gewährte dem Berliner Vertreter derVolonte" eine lange Unterredung. Eroener betonte erneut, datz Deutschland die Abrüstungsbestimmungen des Versailler Vertrages erfüllt und dasselbe Recht auf Sicherheit wie jeder andere Staat habe. Eroener verwies sodann darauf, datz die nächsten Nachbarn Deutschlands in der Lage seien, sofort 10 Millionen Mann zu mo­bilisieren. *

Deutschland könne diesen zehn Millionen nur 100 000 Mann für das Landheer und 15 000 Mann für die Marine im Kriegs­fälle entgegenstellen, da der jüngste Soldat des Weltkrieges bereits SO Jahre alt sei und seither keine militärische Ausbildung mehr erhalten habe Marschall Fach habe im Januar 1927 bestätigt, baß die

j., ~......

So rüsten die anderen

Am Vorabend der Abrüstungskonferenz verzeichnet die Pariser Presse mit besonderer Genugtuung die Verwirllichung eines neuen Luftsiottenprogramms, das den Bau von vier Bombengeschwadern oorsieht, die an Tragfähigkeit und Ausrüstung alles bisher dagewesene in den Schatten stellen. Das erste Bombenflugzeug ist bereits fertiggestellt worden. Der Apparat ist mit vier Mo­toren ausgerüstet und hat neun Ma­schinengewehre und elf Bomben- werfer an Bord. Seine Tragfähigkeit an Bomben beträgt 1000 Kilogramm bei einem Aktionsradius von 2000 Kilometern.

Frankreich hätte feinen Friedenswillen wohl kaum besser unter Beweis stellen können! Wenn man die Ausführungen des Kriegs- ministers hört, datz die zur Verfügung stehen­den Mittel ausschlietzlgich zu Derleidr- gungszwecken benutzt werden, so wm>m wir zumindest wissen, woran wir uns zu hal­ten haben. Man ist von französischer Seite schon so viel gewöhnt, datz es nicht über­raschen würde, wenn man den Bau dieser ausgesprochenen A n a r i f f s s l o 1 t e damit begründen würde, datz sie zum Abwurf von Nebelbomben und damit zum Schutz franzon- scher Städte diene. Em Grund mehr, datz Deutschland das Recht für sich in Ampruch nimmt, sich auf gleiche Weise zu schützen.

Abrüstung Deutschlands tatsächlich dnrchge» führt ist. Zu den französischen Behauptungen überdeutsche Eeheimrüstungen" sagte Eroe­ner, in der französischen Abrüstungsdenkschrift sei ausdrücklich festgestellt, datz ein Vergleich zwischen den Heereshaushaltungen der Staa­ten unmöglich sei. Man habe festaestellt, datz 214 000 französische Rekruten ebensoviel koste­ten wie 5100 englische Rekruten, da letztere als Berufssoldaten eine bedeutend höhere Be­soldung erhielten. Das gleiche gelte für Deutschland.

Da in Deutschland nur einige Privatfirmen ausschließlich für die Reichswehr Kriegsmate­rial Herstellen dürften und ein Handel mit Kriegsmaterial verboten sei. sei es verständ­lich, datz Deutschland für jedes Stück Heeres- material sehr viel mehr bezahle als Frank­reich mit seiner mächtigen Kriegsindustrie. Trotzdem sei der deutsche Heereshaushalt leit 1928 ständig herabgesetzt worden, während der französische sich seitdem dauernd erhöht habe. Unter diesen Umständen könne wohl kaum ein vernünftiger Mensch noch von Geheimrüstun­gen sprechen. Zu den Ausführungen des Ge­nerals Bourgeois unterstrich Eroener,

datz es hi Frankreich heute mehr Offiziere »nd ll«teroffiziere gebe als die Reichs­wehr insgesamt überhaupt Mannschaften und Offiziere Hube.

Die deutsche Jugend werde im deutschen Geiste und in dem der Völkerversöhnung erzogen. In Deutschland gebe es keinerlei militärische« Jugendoerbände, während man in anderen Landern in großen Organisationen im Ein­vernehmen mit dem Kriegsministerium die Jugend auf den Militärdienst vorbereite.

In seiner Eigenschaft als Innenminister' habe er die Pflicht, die Elemente zu be­kämpfen, die die Atmosphäre zwischen Deutsch-, land und dem Auslande vergiften indem fi& Enthüllungen" über angebliche Lertragsoer-' letznngen machte«.

Bisher hat sich «och nie ein franMscher Pazifist bei mir eingefunden, um mir Ent»> hüllungen über die französische« Rüstun­gen zu unterbreiten. Dagegen find es die angeblich deutschen Pazifisten, die die engste« Beziehungen zu« französischen Seneralstab und den «ationalsozialifti- schen verbänden auf der anderen Rhein­seite unterhalten."

Heute sei noch nicht zu übersehen, ob die na­tionalsozialistischen Führer jemals in der Lage sein würden, allein die Führung der Re­gierung zu übernehmen. Wenn es aber etwas gibt, welches noch mehr Deutsche dazu treibt, an den bisherigen politischen Methoden zu verzweifeln und die Reihen der radikalen Parteien zu verstärken, so ist es die Politik derjenigen Staaten, die seit dem Kriege Deutschland als eine Nation zweiter Klaffe behandeln und ihm selbst diejenigen Rechte vorenthalten wollen, die jedes Volk von Na­tur in Anspruch nimmt: das Recht auf freie Entwicklung und auf Sicherheit.

Die amerikanische Auffasiung über die japanische Truppenlandung in Schanghai.

Washington, 25. Jan. In amt­lichen Kreisen betrachtet man, wie gemel­det die Lage in Schanghai als ernst, und man erwartet, datz Japan sie nicht durch Landung von Truppen in der internatio­nalen Niederlasiung noch weiter kompli­ziere. Solange die Mannschaften der ja­panischen Kriegsschiffe aus den japanischen Docks im chinesischen Stadtteil belassen würden, sei Grund für ein amerikanisches Einschreiten nicht gegeben, und man werde daher einstweilen keine Schritte bei der japanischen Regierung unternehmen.