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obechessische Zeitung

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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberheffen

Anzeiger der nmttichen Bekanntmachungen fiir Stadt und Kreis Marburgs

ZusammenkunftLavalsmitMacdonald?

Frankreich sucht Unterstützung Die zweite Rede Lavals Mehrheit für das Kabinett

3m Anschluß an die gestern mittag nm 1 Uhr beendete Kabinettssitzung ver- öffentlicht Reuter folgende Information:

Der französische Ministerpräsident La- »al ist durch Vermittlung der britischen Botschaft in Paris gestern eingeladen wor­den, während des Wochenendes Macdo- uald in London zu besuchen.

DieTimes" rechnet mit der Möglich­keit, daß innerhalb der nächsten Tage eine Zusammenkunft zwischen Laval und Racdouald in London oder einem Orte zwischen London und Paris stattfin- det.

Aus den Berichten der Pariser Morgen- ilätter geht ziemlich deutlich hervor, datz der Plan zur englisch-französischen Mi- msterbesprechung von Frankreich ausgegangen ist. Ministerpräsident Laval hat Maadonald durch den französischen Botschafter Tyrell nach Paris einladen lassen. Da es dem englischen Premierminister nicht mög­lich war, in diesen für sein Kabinett kriti­schen Tagen eine Auslandsreise anzutre­ten, hat er seinerseits dem französischen Ministerpräsidenten ein Zusammentreffen in London oder an der Küste des Aermel- kanals vorschlagen lasten. Auf letzterem Vorschlag steht die französische Antwort vermutlich noch aus, da der angekllndigte amtliche Bericht bisher noch nicht ver­öffentlicht worden ist. Einige Blätter wollen misten, datz zwischen Paris und London am heutigen Sonnabend noch Ver­handlungen geführt werden sollen.

Briand optimistisch.

Vriand erklärte dem Korresponden­ten desDaily Expreß", es bestehe keine Gefahr, datz Frankreich in der Repa­rationsfrage mit seinen Freunden zu kei­ner Uebsreinstimmung käme. Eine an­dersgedachte Politik könne nur zur Isolie­rung Frankreichs führen. Er glaube nicht, datz die Lausanner Konferenz völlig auf­gegeben sei.

Diese sei nur verschoben worden, bis ein völliges Einverständnis der betreffen­den Nationen erreicht sei. Die Erklärung Vrüninas habe eine gerechte Lösung der Aeparationsfrage nicht unmöglich gemacht.

Unbelehrbar!

Die französi'che Kammer setzte gestern die llnterpellationsdebatte über die allgemeine und auswärtige Politik fort.

Nach dem Schluß der Aussprache wurde dem neuen Kabinett Lava! mit 312 gegen 261 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen.

D?r Entschliehungsantrag der Regierung, für besten Annahme Laval die Vertrauensfrage Mte, hat folgenden Wortlaut: Die Kammer bleibt der internationalen Zusammenarbeit Und der Organisierung des Friedens treu, de- ben Grundlage die Achtung vor den Ver- "ägen ist. Sie stimmt der Regierungserklä­rung zu, spricht der Regierung das Ver- Muen aus und geht ohne Zuiatzantrag zur Tagesordnung über. In der Aussprache er- UNff alsbald

Laval

Mst das Wort. Er bedauerte zunächst, datz Mand durch seinen Gesundheitszustand ver- bindert werde, länger die Leitung der aus­wärtigen Politik beizubehalten. Als Schüler «riands und Schüler seiner Friedenspolitik Urde er selbst sich bemühen, sie fortzuietzen. p-oetfaB rechts, in der Mitte und links.) ^aoal ging dann zum Reparations- ?ro b I em über. Er schilderte den Eharak- des Poungplanes, der eine definitive Re- RliMg darstelle, die die Räumung des linken

Rheinufers fünf Jahre vor der festgesetz­ten Frist mit sich gebracht habe, um schlieh- lich zu der Erklärung überzugehen, die Reichs­kanzler Dr. Brüning anfangs Januar dem französischen Botschafter in bezug auf die Lausanner Konferenz gegeben hat. Am 5. Januar habe der Reichskanzler dem franzö­sischen Botschafter in Berlin eine Erklärung abgegeben, datz Deutschland materiell nicht in der Lage sei, seine Zahlungen fortzusetzen und auch nicht wisse, ob es sie wieder würde aufnehmen körmen. Dr. Brüning habe aber lediglich darum ersucht, datz die Regierungen in Lausanne von dieser Erklärung Kenntnis nähmen.

Einig« Stunden später hätten infolge einer Indiskretion die Blätter «ine neu« Erklärung des Reichskanzlers an den englischen Botschafter veröffentlicht, nach der weder jetzt noch in Zukunft Deutsch­land mehr zahlen könne.

Der französische Finanzminister habe mit Recht im Ramen Frankreichs dagegen pro­testiert. Die Sachverständigen hätten die Notwendigkeit eines Moratoriums anerkannt, aber Vorbehalte hinsichtlich der Zukunft ge­macht, denn Deutschland verfug« über einen

gewaltigen, gut, ausgerüsteten Wirtfchafts- organismus. Die Sachverständigen haften gezeigt, datz es ebenso ungerechtfertigt sein würde, eine Periode groher Prosperität oder eine Periode der Depression als Grundlage für die Beurteilung der Lage eines Landes annehmen zu wollen.

Frankreich werde eine Reduktion an bet Reparationszahlungen nur in ixm Matze annehmen, in dem Herabsetzungen auch an de» Kriegsschulden bewilligt würden.

«Lebhafter Beifall.)

Laval erinnerte dann an die Stellungnahme Frankreichs zur Frage der ungeschützten Annuitäten und unterstrich, datz dte auf Grund des Poungplanes eingegangenen Der- pftichtungen definitiven Charatter trugen. Man könne an diesen Verpflichtungen nichts ändern. Man könne die Lasten höchstens durch Moratorien erleichtern.

Hierauf ging Laval zum Abrüftungs- probl em über. Frankreich werde seine schon immer eingenommene Haltung auftecht- erhalten und sich auf keine Improvisierung, die seine Sicherheit gefährde, einlassen. (Leb­hafter Beifall.)

Seit zehn Jahren sei Frankreich mit gu­tem Beispiel wrangt ganzen <?), indem

Berliner Universität geschlossen

Schlägereien wegen der Kammerwahlen

Berlin, 22. Jan. In der Elfnhr- pause kam es in der Universität am Frei­tag zu schweren Znsammenstöhen und Schlägereien zwischen linksstehenden und rechtsstehenden Studenten. Rach einem Wortwechsel fielen Kommu­nisten und Sozialisten über eine Anzahl von Verbindungsstuden­ten her und risien ihnen die Mützen und Bänder herunter. Als Folge davon stürz­ten sich begreiflicherweise nicht nur die in der Nähe befindlichen Verbindungsstu­denten, sondern auch sehr viele andere rechtsstehende Studenten auf die Angreif er. Es gelang dem Rek­tor trotz aller Bemühungen nicht, die Ord­nung wieder herzustellen. Das lleberfall- kommando räumte mit dem Gummiknüp­pel die Vorhalle der Universität. Sie­ben Verhaftungen wurden vorge­nommen, darunter ein Nationalsozialist, ein Reichsbannermann und vier Kommu­nisten. Die Unruhen setzten sich im Bor­hof weiter fort Da im Saufe der nächsten Stunden noch kleinere Zusammenstöße vorkamen und eine Wiederholung in ver­stärktem Matze zu befürchten ist, schlotz der Rektor bis «ach Beendigung der Wahlen die Universität Montag morgen soll die Universität wieder geöffnet werden.

Gegen Professor Dehn

Halle, 21. Jan. Am Mittwoch abend fand eine Studentenversammlung statt, an der über 1000 Studierende der Universität Halle tektnahmen. Der erste Vor­sitzende der Deutschen Studentenschaft Halle, cand. rnath. Börner, ging nach kurzem Ueberblick über die Ereignisse seit der Be­rufung Dehns auf das Nachwort der kürz­lich von Dehn herausgegebenen Vertei­digungsschriftKirche und Völkeroer - söhnung Dokumente zum Halleschen Uni- versftätskonflikt" em. Solange Professor

Dehn an der Alma mater hallensis lehrt, solange wird auch der Kampf der Studen­tenschaft nicht ruhen. Wft werden dem wei­teren Verbleiben dieses Dozenten die Leru- f reib eit entgegensetzen. Wir wer­den dafür sorgen, datz die nach Halle kom­mende akademische Jugend hier nicht mehr eine Atmosphäre vorfindet, in der ein sach­liches Arbeiten unmöglich ist. Wenn Professor Dehn im Sommersemester noch in Halle liest, dann hat jeder Kommilftone die Pflicht, Halle zu meiden.

Der Dekan der juristischen Fakultät, Professor Dr. Böhmer, der von der Ver­sammlung lebhaft begrübt wurde, erflärte in einer Ansprache,

in dem Kampf, den die Studentenschaft führ«, stehe et aus vollem £>etjen auf ihrer Seite, und die überwiegende Mehr­heft der Dornten stehe hi der gleichen Front. Dieser Kampf solle und müsse weitergeführt werden.

Professor Dehn habe in seinem Schluhwort nicht nur die Studenten in ihrem lauteren Wollen angegriffen, sondern zugleich an der Dozentenschaft, die am Gedenktage von Langemark den Studenten die Hand reichte, Kritik geübt Die Studentenschaft solle sich aber bei ihrem Kampf nutzt ms Unrecht setzen, sondern in Erinnerung an den legalen Weg Hitlers wetterhinmuster­gültige Disziplin bewahren. Die Dozenten- chast werde, wie auch immer der Ausgang ein möge, auf der Seite der Studenten tehen: der Enderfolg werde dann sicher sein.

Eine Entichlietzung wurde angenommen, die sich gegen die Schrift Professor Dehns und sein weiteres Verbleiben an der Lalleschen Unioersftät richtet

Der Rektor der Universität HM« im Kultusministerium.

Berlin, 22. Jan. Der Rektor der Universität Halle ist in Berlin einge­troffen. Er wird zunächst in der Hoch- schulabteilung des Ministeriums Be­richt erstatten über die letzten Vorgänge im Falle Dehn. Ob und wann eine Besprechung mit Minister (Stimme stattfinden wird, steht noch nicht fest. Ob die jüngste Ent­wicklung, wie behauptet wird, die Gefahr einer S ch l i e tz u n g der Universität tatsäch­lich akut werden läßt kann im Augenblick noch nickt überieben werden.

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TS ItURll ytvööl ÖTjMmiu unu fvHlC Rüstungen herabgesetzt habe.

Es werde sich damft nicht begnügen. Es werde positive Vorschläge machen und im Hinblick auf die Verwirklichung der politi­schen Bedingungen sofottige gegenseitige Hilfe- teistungsoorschläge unterbreiten. 3um Schluh ging er auf die Neubildung seines Kabinetts ein. Laval wurde, als er die Rednertribüne verlieh, von den Abgeordneten der Regie- rungsrnehrheft stehend eine Huldigung dar­gebracht

Paul Boncour vertritt erneut Frankreich unnachgiebigen Rüstungs-Standpunkt

Paul Boncour, der stellvertretende Vor­sitzende der französischen Abordnung für die Abrüstungskonferenz, legt imExce 1« f i o r den französischen Standpunkt auf der Abrüstungskonferenz dar. Seine Aus­führungen gipfeln in der Feststellung, datz Frankreich zur Rüstungsbeschränkung in dem Matze bereit sei, wie ihm interna­tionale Sicherheitsrücksichten geboten würden. Er weist alsdann darauf hin, datz in den letzten Monaten ein Son­derausschuß die französischen Grundsätze für die Abrüstungskonferenz genau ausge­arbeitet habe. Diese Grundsätze stimmten mit den von ihm selbst vertretenen Ansich­ten vollkommen überein.

Sie bedeuten eine logische Fortsetzung der in Genf seit vielen Jahren vertrete­nen französischen Polittk. Obwohl viel Optimismus dazu gehöre, jetzt schon zu einer Abrüstungskonferenz zu gehen, müsse man doch hingehen, um einen Mißerfolg zu vermeiden. Es muffe wenigstens einen Stillstand der Rüstungen (!) er­zielt werden, da sie die Welt in neue Ge­fahr zu stürzen drohten.

Das beziehe sich besonders auf die

EeheimrÜstnngen gewisser (!) Län­der, die an allergefährlichsten seien, da sie sich nicht klar erfassen ließen.

Frankreich werde auf der Konferenz den Rechtsgedanken verteidigen.

Pressestimmen

Die gestrige Rede des französischen Mi­nisterpräsidenten Laval findet in der Ber­liner Presse fast durchweg eine sehr tri« rische und ablehnende Beurteilung. 3n den Kommentaren aller Blätter kommt in mehr oder minder scharfer Form zum Aus­druck, wie wenig diese Rede geeignet fei, die gegenwärtige Krise zu überwinden.

DieGermania" sieht in der Rede nur eine Verschleierung der Tatsache, daß Frankreich jede Führungsmöglichkeit ent­glitten sei ünd daß es mit dem Blei­gewicht unverstandener Verträge im Troß der Krisenmächte einhermarschiere. Man könne sich dem Eindruck nicht verschließen, daß die Aufrechterhaltung des Poungpla- nes von Laval als eine innen- und außen­politische Prestigefrage bettachtet werde.

DieVossische Zeitung" sagt, wie schwerder Weg zueinander" zu finden und wie langsam zu durchmessen« sei, das zeige Lavals Rede. Aus der Gegen­sätzlichkeit der Thesen ergebe sich, daß im Augenblick von einer internationalen Kon­ferenz eine Ueberbrückung der Meinungs­verschiedenheit noch nicht zu erwatten wäre. Mehr als eine Zusammenkunft werde dazu nötig sein.

DasBerliner Tageblatt" betont, es müsse Herrn Laval noch einmal mit Nachdruck versichert werden, daß nicht em böser Wille auf deutscher Sette trieb­kräftig sei, sondern das einfache Nichtver- mögen. Dieser Tatsache werde sich auf die