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Anzeiger fiir (das frühere kurhessische) Oberhessen

Nr. 17 67. Mr». Marburg a.Labu

Der Wyeigenprel« beträgt ftlr deo 11 gespalt. Zeilemnilltmeter 0.08 69R, Familienanzeigen bei Barzabl. 0.07 GM., amtl. u. an«- wärtigeAn^ 0.10 GM Sog. kleine Anzeigen nach Spezialtartf.Grund- schrtst: Eolonel. Bei schwierig.Satz, sowie bei Platzvorschrift 50'l. Auf* schlag. Sammelanzeigen 100/, Aufschlag Reklanu-Milltm. 0.40 DM Grundschrift > Petit. Zeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. Offerten-Gebühr, 25 Pfg., bet Zustellung der Angebote einschl. Port«.60 GM Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Ein neuer Fall Kutiepoff?

Politischer Entführungsversuch in Rumänien Eine Million Dollar für einen Gegner Stalins

Sensation in Bukarest

Lausanne ist erledigt

st. Bukarest, 21. Jan. Steges Auf­sehen erregt hier eiu politischer Entfüh­rungsversuch, der an den Fall des Gene­rals Kutiepoff erinnert. Ueber die Ange­legenheit werden folgende Einzelheiten bekannt. Sowjetrussische Emissäre hatten bat Auftrag erhalten, sich des in Rumä­nien lebenden Diplomaten Atsche- bekoff zu bemächtigen und nach Rutz- land zu bringen. Dieser war im Jahre 1921 diplomatischer Vertreter der Sowjet-Union in Bern. Später organi- fierte Atschebekoff als Privatsekre- tär Stalins die E. P. U. Dann wurde er nach Konstantinopel entsandt, sw er in den Verdacht geriet, mit Trotzki in Verbindung zu stehen. Er wurde daraufhin sofort zurückberufen, weigerte sich aber, nach Moskau zurückzu­kehren. Seitdem war er ein erbitter- ter Gegner der Sowjets. Es heitzt, datz die sowjet-russische Regierung eine Million Dollar ausgesetzt hätte, um seiner habhaft zu werden. Der Kapitän eines in Konstanza liegenden griechischen Damp­fers hatte sich bereit erklärt, Atschebekoff nach Odessa z« bringen. Der Kapitän ist verhaftet worden. In Bukarester Kreisen glaubt man, datz dieselben Leute n dem Eutführungsversuch beteiligt find, die in Paris die Entführung des Generals Kutiepoff durchgeführt hätten.

sich gegenwärtig hauptsächlich um die Einstel­lung des Zinsendienstes für die beiden gro- 6en Ausländsanleihen, zu der Bulgarien jetzt gezwungen sei.

Die Aussichten auf Gewährung einer neuen Ausländsanleihe werden auch in dm Krei­sen der bulgarischen Regierung keineswegs günstig beurteilt. Der Finanzausschutz wird bann dem am Montag zusammmtretmdm Bölkerbundsrat Bericht erstattet.

Eine am Mittwoch abend vom britischen Auswärtigen Amt ausgegebene Verlaut­barung besagt, datz die Besprechungen zwischen den an Lausanne hauptsäch­lich interesfierten Mächten «och nicht be­endet seien. Es sei jedoch klar, datz die Konferenz nicht am nächsten Montag be­ginnen könne, wie man es ursprünglich beabsichtigt habe. Die englische Regierung

Kein zweites Hooverjahr!

Brüning lehnt eine Zwischenlösung ab

Berlin, 20. Januar. Rach Londoner Nachrichten, ißt dm englisch- Regierung durch ihren Berliner Botschafter gestern bei der Reichsregierung sondieren lafien, ob Deutschland mit einer Verlängerung des Hoover-Moratoriums durch ein zwei­tes Feierjahr einverstanden sein würde. Reichskanzler Dr. Brüning hat abge- lehnt.

Eine andere Antwort, als fie Dr. Brüning gegeben hat, konnte der Botschaf­ter schon deshalb nicht bekommen, weil die Verlängerung des Hoover-Jahres nur eine Maßnahme sein würde, die im Rah­men des Young-Planes bleibt und die Lö­sung erneut für längere Zeit hinaus­zögert. Auherdem würde ein zweites Hoover-Jahr die llevernahme weiterer deutscher Verpflichtungen bedeuten. Die Sachverständigen, die ja schließlich auch

votz Frankreich mitberufen worden find, hauen aber ausdrücklich festgestellt, daß Deutschland nicht zahlen kann, daß die Initiative zur Beseitigung der ge­genwärtigen Schwierigkeiten über den Young-Plan hinausgehen müsse, und datz Gefahr im Verzüge ist. Sie haben die Regierungen kategorisch aufgefordert, so schnell wie möglich ,u handeln.

Dieser Bericht der Sachverständige« mutz für die wettere Entwicklung matz- gebend sein, wenn es gelinge« soll, die Welt über die Krise hinwegzubringe«. Bis zum Ablauf des Hoover-Jahres, also bis zum 1. Juli, find es noch über fünf Monate. Das ist nach deutscher Auffassung eine ausreichende Zeit, um eine vernunft­gemäße Lösung herbeizuführen, die die Verlängerung des Feierjahres Lberflüsfig machen würde.

Aussehenerregende Bluttat in Bukarest.

V u k a r e st, 20. San. In ihrer Wohnung wurden heute der pensionierte Generaldirektor des Ministeriums für öffentliche Arbeiten, Ingenieur Dumitrescu und seine Tochter er­mordet aufgefunden Die Köpfe der Opfer waren vollkommen zerschlagen. Auf dem Schreibtisch wurde ein Zettel mit den Worten gefunden: Bemüht euch nicht mit den Nach­forschungen. Unsere Herren haben wir, .Lasilie und Eugenie", ermordet.

Die Unterzeichner find der Diener und die Dienerin der Ermordeten. Sie sind seit Mon­tag verschwunden. Die Mordtat wurde in der Kocht zum Montag begangen.

Bulgarien erklärt seine Zahlungsunfähigkeit.

Eens, 20. Ian. Bulgariens Minister- Präsident Muschanoff und Fincknz- winister Stefanoff trafen am Mittwoch in Genf ein. Der Ministerpräsident er­stattete dem Finanzausschutz des Völkerbun­des einen ausführlichen Bericht über die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die bulgarische Wirtschaft und wies darauf dm, datz Bulgarien in Zukunft die durch Tributzahlungen und den Zinsen­dienst auswärtiger Anleihen entstandenen Devisenabgänge nicht mehr tragen könne. Der bulgarische Finanzminister gab töten Ueberblick über den Haushalt, die Kas- knlage und die Zahlungsbilanz Bulgariens. Für die bulgarische Regierung handele es

Wagemanns

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ährungsplan

Berlin, 20. Jan. In der heutigen Ber­liner Abendpresse wird der Vorschlag, den Professor Wagemann. Präsident des Sta­tistischen Reichsamtes, mit verschiedenen Nijt- arbeitern vorlegt, lebhaft erörtert. Dabei steht im Vordergrund die währungspoltipche Zielsetzung, die eine begriffliche Tren­nung zwischen dem der Güterproduktton und dem Grobhandel dienenden Teil des Geldes, also den groben Banknoten und dem giralen Geld, und den für den Konsumbedarf zirku­lierenden Heineren Banknoten und Münzen macht. Weiter wird darauf hingewiesen, datz diese Idee eine Vermehrung des Notenum­laufes und eine verschieden hohe Deckung für die beiden Geldkategorien des Planes zur Folge haben würde, wobei nur die erstgenannte Gruppe eine volle Deckung im bisherigen Sinne, die zweite eine gering­wertigere Deckung erfahren würde. Gegenüber der Absicht, mit diesem Plandas Auftauen eingefrorener Kredite herbeizuführen, verhält sich die öffentliche Meinung ziemlich skeptisch, zumal das vorgeschlagene Verfahren einen vollständigen Strukturwandel sowohl der Reichsbank wie der Erotzbanken voraussetzen würde. Diese letzteren nämlich sollen gezwun­gen werden, bestimmte unverzinsliche Gut­haben bei der Reichsbank für diejenigen Teile ihrer Aktiven zu unterhalten, die künftighin Sr Eirozwecke liguide bleiben. mühten und gar int Konkursfalle gegen jeden Zuanft B'hützt bleiben sollten. Die Reichsbank ihrer-

5 sollte in gewissem Umfang auch nut Stile An- und Verkaufs von 3Bertpapteren

lieben dem Mittel der Diskontpolitik den Ka­pitalmarkt regulieren. Das Projekt, mit dem man sich in Regierungskrcisen noch nicht besaht hat, das aber als rein private Arbeit be­zeichnet wird, dürfte noch längere Zeit den Gegenstand von Erörterungen und Kritik bilden.

D« Kampf nm den Brotpreis.

Berlin, 20. Jan. Der Eermaniaver- band der Bäcker wird am Mittwochabend den Preissenkungskommissar schriftlich darauf Hinweisen, datz seit der letzten Preisoerem- barung die Mehlpreise fast im gan­zen Reich um rund zwei Mark gestie­gen sind. Diese Steigerung müsse sich unbe­dingt auf den Brotpreis auswirken, da die Verdienstspanne soweit geteuft worden sei, datz sie keine Bewegungsfreiheit zulasse. Der Preissenktmgskommissar habe sich zwar inzwi­schen mit dem Reichsernährungsmmisterium wegen einer Senkung der Mehlpreise in Ver­bindung gesetzt, jedoch sei noch nichts in dieser Richtung geschehen. Unter diesen Um­ständen sei eine Erhöh ung des Brotprci- ses unvermeidlich.

llebertritt des Abgeordnete« 2usti zur Deutschnationaleu Volkspartei.

Berlin, 20. Jan. Die Deutschnationale Pressestelle teilt mit, datz der bisher der Christlich-nationalen Bauernpartei onge= hörende preußische Landtagsabgeordnete Iusti zur Deutschnationalen Volkspartei überge- tteteu sei.

hoffe, datz es möglich sein werde, zu einer zufriedenstellenden Einigung hinsichtlich des weiteren Fortganges der Verhandlun­gen während der nächsten Tage z« kom­men. .,-i

Times" über die Verschiebung.

Unter Hinweis auf die gestrige Mittei­lung der Foreign Office erklärt die Time s", die europäischen Staaten mutzten ihr Aeutzerstes tun, um sich selbst zu helfen, bevor sie irgend eine Hilfe von Amerika beanspruchten. Selbstverständlich komme eine endgültige Lösung im Augen­blick bei den vollkommen auseinanoer- gehenden Ansichten der Regierungen nicht in Frage. Man sollte Deutschland eine Gelegenheit geben, zu erklären, was es zu sagen hat, und in gemeinsamer Beratung . erwägen, was sofort geschehen kann. Die Tatsache, datz in Frankreich und in Preu- tzen bald Wahlen fällig sind, habe zweifel­los eine ganz bestimmte Rückwirkung auf^. die Abrüstungskonferenz, sei aber kein ausreichender Grund, eine Reparations­konferenz aufzuschieben. Das Blatt wie­derholt seine Erklärung, datz keine Rede von einer gemeinsamen Front gegen Deutschland ober gegenüber den Vereinig­ten Staaten sein könne, und bezeichnet die Behauptung, daß ein bloßer Aufschub eine Besserung bringen kann, als mehr als tö­richt.

Sir Walter Layton über die Schädlichkeit der Repckrationszahlungen.

Daily Mail" hatte sich in ihrem gestrigen Leitartikel, in dem fie für Beibehaltung der Reparatio­nen eintritt, auf die Londoner Rede Sir Walter Laytons vom 13. Januar berufen. Layton sandte daraufhin dem Blatt eine längere Erklärung, worin es heitzt, bas Herausreihen eines Teiles feiner Rede aus dem Zusammenhang gebe einen falschen Eindruck von seiner Haltung gegenüber dem Reparattonsproblem.

Er habe in seiner Rede ausgeführt, datz es viel bester für alle Beteiligte« einschließlich Englands wäre, wenn die politischen Zahlungen vollko«, men annuliert würden.

Layton bespricht bann die überaus schäd­lichen Wirkungen der Reparationen und zieht aus dieser Darlegung folgende Schlutzfolgerungen:

1. Es ist viel bester, die Kriegsschulden zu annullieren, als das Risiko einer neuen Störung nach dem Vorbild der Störung der beiden letzten Jahre zu übernehmen.

2. Es ist von größter Wichtigkeit, eine endgültige Regelung so schnell wie möglich zu erreichen, denn der Prozeß des Wiederaufbaues kann nicht be­ginnen, solange diese Zahlungsver­pflichtungen über der Welt hängen.

3. Wenn es für die Beratung dieses Weges zu einer allgemeinen Berchn- barung notwendig ist, datz einige Zahlungen geleistet werden, um be­stimmte besondere Ausgaben zu decken, dann sollte die von Deutsch­land bezahlte Summe so bescheiden sein, datz sie die Zahlungsbilanz des normalen Welthandels nicht ernstlich störe« kann.

Layton betont schließlich, daß er im Einvernehmen mit seinen Kollegen vom