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*1.11 Uhr.

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Eisenbahnkatastrophe in Frankreich

Personenzug Paris-Amiens entgleist Bis jetzt 10 Tote und 20 Schwerverletzte

Ursache noch unbekannt Absage an Brüning

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1932-

efi?en kleine.

verbogenem Eisen und zertrümmertem Hotz. Aus dem Trümmerhaufen ertönte das Schreien und Röcheln der Sterbenden und Verletzten, denen die Reisenden die erste Hilfe brachten. Gegen Mitternacht hatte man be­reits 8 Tote und 12 meist lebensgefährlich Verletzte geborgen. Auf der Unglücksstätte bietet sich ein Bild schwerster Verwüstung. Zwischen den Trümmern liegen die Leichen bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt einge­klemmt. Kinder, Frauen und Männer schreien nach ihren Angehörigen, und im­mer wieder dringt leises Röcheln der Unglück­lichen zu den Ohren der Rettungsmannschaf­ten, die aus Paris und Amiens an die Un- fa.''stelle geeilt sind, wy sie unter persönlicher Leitung des Ministers für öffentliche Arber- Im mit dem Rettungswerk beschäftigt sind.

Die Ursache des Unglücks steht noch nicht fest.

Man glaubt aber, daß sie auf einen Wei­ch e n b r u ch zurückzuführen ist. Es ist damit M rechnen, daß eine ganze Anzahl der Ver­letzten nicht mit dem Leben davonkommt.

Das Eisenbahnunglück von Saint Just, bei dem 10 Personen ums Leben fernen, während nach den letzten Meldungen 20 verletzt wur­den. ist wahrscheinlich auf den Achs en - bruch eines Wagens zurückzuführen. Das Unglück ereignete sich kur; vor dem Bahnhof der kleinen Station Saint Just. Trotz des Achsenbruches fuhr der Zug, wenn auch mit verminderter Schnelligkeit, bis zur ersten Weiche, wo die Katastrophe erfolgte. Die hinter dem beschädigten Wagen befind­lichen vier Wagen sprangen aus dem Gleise. Zwei Wagen 2. Klasse gingen in Trümmer. Düht an der llnfallstelle stand ein Weichen- Itkllerhaus, das vollkommen eingedrückt wurde. Drei Weichenst^ler, die sich im Augenblick der Katastrophe im Innern des Häuschens befanden, sind schwer verletzt worden.

Schweres Eisenbähiwnglück in Ruhland.

ft Moskau, 18. Jan. Wie erst jetzt bekannt wird, hat stch am 2. Januar öst­lich von Moskau ein schweres Eisen­bahnunglück ereignet, bei dem 68 Per­sonen getötet und 128 mehr oder weniger schwer verletzt wurden. 11 Eisen- bahnbemate haben sich in einem am Heu- Eigen Montag beginnende« Prozeh zu Xrantworten.

fl. Paris, 18. Jan. Aus der Strecke ParisAmiens, etwa 80 Kilometer von der französischen Hauptstadt entfernt, ereignet« sich in den späten Abendstunden des Sonntags ein schweres Eisenbahn­unglück, das bis zm: Stunde 10 Tot« und etwa 20 Verletzt« gefordert hat.

Der fahrplanmäßige Personenzug Paris- Amiens hatte zur Abfahrtzeit den Pariser Nordbahnhof verlassen, als drei Wagen 3. Klasse und einer 2. Klasse etwa 400 Meter vor der Einfahrt in den Bahnhof von Saint Just aus den Schienen sprangen. Während ein- Wagen 3. 1 Klasse, der bis auf den letzten Platz besetzt war, sich sofort umlegte und von den darauf­folgenden Wagen eingedrückt wurde, raste ein Wagen 2. Klasse in em neben den Schienen gelegenes Wärterhäuschen, in dem sich drei Bahnangestellte befanden, die sämtlich schwer verletzt wurden. Die beiden anderen Wagen schoben sich ineinan­der und bildeten nur noch eine Masse von

Schwere Zusammenstöße in Bilbao. Bier Tote.

Bilbao, 18. Jan. Nach einer Kund­gebung der Traditionalisten kam es gestern hier zu ernsten Zwischenfällen, der Straße gerieten traditionalistische Elemente mit Republianern zusammen.

und erstere machten von ihren Waffen Gebrauch. Vier junge Leute wur­den getötet, sieben Personen, darun­ter ein Gendarm, wurden verwundet. Die Volksmenge versuchte, in das Gebäude der Carlisten einzudringen. Kommunisten durchzogen während dieser Zeit unter dem Gesang der Internationale die Stadt. Zahlreiche Verhastungen wurden vorge­nommen.

Düsseldorf, 17. Ian. Am Sonntag fand im dicht besetzten Kaisersaal der Städti­schen Tonhalle eine von der Deutschen Volkspartei im Zusammenhang mit liier Gedenkstunde an die Reichsgründung veran­staltete Kundgebung gegen die Kriegs­schuld l ü g e statt. Die Eröffnungsrede hielt der Geschäftsführer desVereins zur Wah­rung der gemeinsamen wirtschaftlichen In­teressen im Rheinland und Westfalen",

Provisorium oder Vertagung

Eine Endlösung von Lausanne nicht mehr zu erwarten

Die heutige Londoner Morgcnpresse be­trachtet es ebenso wie die Sonnabend- Blätter als ausgemacht, daß die Lqu - sanner Konferenz lediglich das Deutschland gewahrte Moratorium um einige Monate- verlängern und sich dann um etwa sechs Mo­nate vertagen wird.

Times" erklären, daß nach britischer Auffassung die Frage einer Verlängerung des Hoover-Moratoriums gegenwärtig nicht akut sei, da die nächsten britischen Zahlungen an Amerika erst am 15. De­zember fällig werden.

Der diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph" führt aus: SELbst wenn Frankreich an der Konferenz teilneh- men sollte, werde es dies widerwillig und mißtrauisch tun. Die französische Regie­rung werde chre Anwesenheit davon ab­hängig machen, daß kein Versuch unter­nommen werde, etwas anderes als provi­sorische 'Beschlüsse zu fassen. Der wahre Grund dafür sei, daß Frankreich un­ter allen Umständen auf die Weiterzahlung der ungeschütz­ten Annuitäten nach vechältuis- mäßig kurzer Zett, etwa nach 2 Jahren, bestehen werde, und einer Verminde­rung der geschützten Annuitäten nur inso­fern zustimmen wolle, als Amerika ein entsprechendes Zugeständnis mache. An­gesichts der Haltung des Kongresses könne aber gegenwärtig die Frage Amerika ge­genüber offiziell nicht vorgebracht werden.

Der Berichterstatter fügt hinzu, die bri­tische Regierung werde vielleicht darauf drängen, das Moratorium für Deutsch­land nicht um 6 Monate, sondern um ein Jahr zu verlängern. Auf diese Weise würde eine neue ReparationSveroinbarung bis zum Zusammentritt des neuen ameri­kanischen Kongresses im Herbst 1933 auf­geschoben werden.

Morning Post" erklärt in einem Leitartikel eine Lösung der Reparcttionen ohn. Amerika für unmöglich. Die Lau­sanner Konferenz, die den europäischen Test des verwickelten Schuldenproblems lösen solle, könne zu keiner Lösung auf rein europäischer Grundlage kommen.

Der Politische Korrespondent des D a l h H e r a l d" erfährt, daß Musso­lini an der Lausanner Konferenz teil- nehmen würde, falls Macdonald auch zugegen wäre. Mussolini betrachte die Reparationen als wichtiger für die Zu­kunft der Wett, als die Abrüstungskonfe­renz, well erst ein erfolgreicher Abschluß jener die Lösung des AbrüstungSproblems ermöglichen würde. Diese Ansicht werde, auch von Macdonald geteilt

0n einer offensichtlich amtlich beein­flußten Mitteilung sagen dieTimes", tzipn hyfse in. London noch immer, daß hie Konferenz in Lau s a n n'e am 25. 0 a n u a r beginnen werde. Das Da­tum sei aber noch nicht endgültig festgelegt, da die Kabinettsbiloung in Paris eine Verzögerung verursachen werde. In Lon­don gewinne die Ansicht an Boden, daß die Konferenz den gegenwärtigen Tribut­zahlungsaufschub um einige Monate verlängern solle. Auf einer zu einem günstigeren Augenblick, nach den Wahlen in Frankreich und den Reichspräsidenten­wahlen, zusammentretenden Konferenz solle Dann die Tributfrage geregelt werden. Aach englischer Auffassung stehe eine Ver­längerung des Hoover-Moratoriums für die Kriegsschulden gegenwärtig nicht zur Erörterung, da bis zum 15. Dezember keine weiteren Zahlungen von England an Amerika fällig seien. Rach dem Pa­riser Berichterstatter desRews Chro- n i c I e hat Macdonald in diesem Sinne eine Rote an Laval gesandt. Neue Mahnung Mussolinis

Mussolini, der seinen Ansichten in der Frage der Kriegsschulden und Repa­rationen in den letzten Tagen in unmiß­verständlicher Weise Ausdruck gegeben hat, schreibt in einem vomSunday Dis- p e a t s ch" veröffentlichten Arttkel: Die Weltkrisis hat den Punkt erreicht, wo sie die raschesten und wirksamsten Heilmittel erfordert. Halbe Maßnahmen haben kei­nen Zweck mehr. Die Lage verlangt die Energie, den Weitblick, den Mut und die Intelligenz der Besten, die jede Nation ge­ben kann. 3m Welthandel besinden wir uns in einer Zwangsjacke. Seit mehreren Monaten steht die Welt in einem wirt­schaftlichen Kriegszustände. Nicht mehr lange und dieser Zustand wirtschastlichen Krieges ö tritt in Europa und in der Welt allgemein sein. Zum Schluß tritt Musso­lini für einen Abbau der Zolltarifmauern bei allen Nationen ein. Eine besondere Note erhalten diese Ausführungen Musso­linis durch den Bericht des römischen Kor­respondenten desObserre i. Dieser schreibt: In der italienischen Hauptstadt bestehen ernste Besorgnisse wegen der europäischen Lage in der nahen Zukunft, wenn die augenblickliche Krisis während dieses Jahres fortdauert. In Rom ist man der Ansicht, daß die Völker Europas kei­nen Arbeitslosenwinter mehr hinnehmen und seine Not so ruhig ertragen werden, wie sie sie in diesem Winter erduldet ha­ben. Diese Befürchtungen werden eines der Argumente Italiens für Streichung der Schulden bilden, wenn die Lausanner Konferenz zusammentritt.

Dr. Schlenker-Düsseldorf.

Er gedachte zunächst der Reichsgrünbung, gab einen Ueberblick auf die Zeit Bismarcks und betonte, daß wir uns heute an einer Schicksalswende befänden. Schlencker wandte sich dann gegen den Reichskanzler unb erklärte, dah Dr. Brüning in der Stunde der Lebensgefahr unseres Volkes, in der es sich seit acht Monaten befände, nicht den not­wendigen Willen zum Kampf, zur wahrhaft großen Politik im Sinne Bismarckscher lieber, lieferung aufgebracht habe. Das Gebot der Stunde sei, dah neben den Nationalsozialis­mus eine Bewegung trete, die als großer star­ker nationaler Block alle Parteien umfasse, dis sich zwischen den Nationalsozialisten und dem Zentrum befänden, ganz gleich, welcher Partei hierbei die Führung zufalle. Nur die nationalen Kräfte seien dazu berufen, mit Frankreich einen Modus herbeizuführen, der tragbar erscheine. Niemals dürfe eine weitere Zustimmung zu den auf der Kriegsschuldlüge aufgebauten Tributzahlungen m Frage körn- men. Deutschland müsse heute von Män­nern regiert werden, die den Mut aufbräch. ten, em deutlichesNein" auszusprechen.

Darauf sprach

Rechtsanwalt Prof. Dr. Grimm-Essen, der Verteidiger der Ruhrkampfangeklagten, über die Kriegsschuldlüge. Deutschland Habs einen moralischen Anspruch in der Wett dar- auf. dah es aus der Knechtschaft des Ver­sailler Vertrages, der die Zertrümmerunc, und Zerstörung von Bismarcks Werk sein sollte, erlöst werde. Das sei der moralische Sinn des Kampfes gegen die Schuldlüge, bet in letzter Zett größere Fortschritte gemacht habe. Niemanb in ber Wett nehme das einseitige Schuldbekenntnis von Versailles noch ernst; selbst bei den Franzosen komm« jetzt die Erkenntnis. Wenn die Kriegs'chuld- Iflge falle, falls auch Deutschlands Tributlast in sich zusammen. Wir stünden jetzt vor der Schicksalswende. Die Völker seien reif, sie wollten nun die Wahrheit erfahren. Neue Männer seien nötig, um ernst und würdig mit Frantteich zu sprechen.

Oberst a. D. von Oertzen-Serien! wandte sich nach einem Rückblick auf die Ge­schichte der Abrüstungsttage scharf gegen die französische Sicherheitsthese.

Nach einem nochmaligen Aufruf zur Der- etntgung aller nationalen Kräfte erwähnte Dr. Schlenker im Schluhwort einen Satz des Führers der Zentrumspartei, Prälaten Dr. Kaas, den dieser vor einigen Tagen auf der Tagung des Provinzialauslchusses des Rheinischen Zentrums geprägt habe und der ihn, den Redner, mit besonderen SÖff­nungen erfülle:Selbst auf die Gefahr hin, dah es manchem zu weitgehend erscheint, würde ich heute bereit sein, die Partei als solche zu opfern, um den Weg der nationalen Rettung zu gehen."

Im Zeichen der zunehmenden Gottlosig­keit werde das Zentrum, so sagte Dr. Schlenker weiter, wenigstens mit starken Tei­len feiner Wähler den Anschluß nach rechts finden müssen. Zum Schluh forderte der Redner den Rücktrttt des Kabinetts Brüning, um wieder den Weg zum Vater des Vater­landes, Hindenburg, freizumachen, dem nach wie vor alle Herzen zujubetten.

Landbundangriffe gegen die Regierung.

Oldenburg, 16. Jan. In einer Ee- sarntausschußsitzung des Landbundes Ol­denburg-Bremen richtete heute der Präsi­dent des Reichslandbundes Gras Kalck- reutsch heftige Angriffe gegen die agrar­politischen Maßnahmen der Regierung, von denen er behauptete, sie würden zum Zusammenbruch der bäuerlichen Verede­lungswirtschaft führen. Der Redner er: klärte, nachdem er sich über die Frage der deutschen Zahlungen an das Ausland ver­breitet hatte, erst wenn eine Regierung ans Ruder komme, die die Abkehr von der Weltwirtschaft anstrebe, sei mit Deutsch­lands Wiederausstiea au rechnen.