Einzelbild herunterladen
 

CeneteeMtomtfie

„Wer aber van dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten: sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm «in Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt." (Johannes 4, 14.)

Das Wort wird im Zusanrmenhang einer Erzählung berichtet. Der Heiland sagt es in Smnaria zu dem Weibe, das er am Brunnen trifft und dessen naive Empfänglich­keit ihn zu tiefem Eleichnisgespräche anregt. Es ist keine besonders flugt Frau. Tie ver­mag den Gedanken, die der Meiller da vor ihr ausbreffet, erst gar nicht zu folgen und versteht ihn vielfach falsch. Wenn sie schlietz- lid) unter ihren Nachbarn die Kunde verbrei­tet, dieser Reisende aus anderem Lande müsse der erwartete Heiland der Menschen sein, so begründet sie diese ihre Meinung mit etwas, das im Grunde als eine Aeuherlich- kett angesehen werden muh: Je'us hat ihr «in paar Dinge aus ihrem Leben gesagt, die ihr wahrsagerisch klingen.

Wir wissen aus vielen anderen Erzählun­gen, datz der Herr niemals mit Willen „Wunder" getan hat, um sich ihrer zum Erweise seiner Sendung zu bedienen. Im Gegenteil, er wich dem immer aus, und er hat seine besonderen Gaben, die in dieser Hinsicht lagen, nie als etwas so besonderes angesehen. Er spricht sogar an einer Stelle von den falschen Propheten, die auch „Wun­der" tun, was er gar nicht bezweifelt, ganz im Gegensatz zu allerlei umherziehenden Ma­giern bis auf den heutigen Tag, von denen jeder seine unnachahmliche Einzigartigkeit be­tont. Und doch ist in dieser Frau anschei­nend etwas, das ihre geistige Unbedeutend­heit überwiegt und den tiefsten Seelenkenner, von dem wir wissen, anzieht, denn er spricht mit ihr, ganz gleich, ob sie ihn begreift, wie man einem Vertrauten gegenüber wricht. Es mutz die in solche Einfalt hineingewobene Ahnungskraff sein, die das bewirtte. Irgend­wie mit ihrer Seele, wenn auch nicht mrt er­wägenden Gedanken, mutz sie ihm nahe sein, so datz «r seine Worte nicht als verschwendet empfindet. Man fühlt sozusagen das grotz- äugige Staunen der seelischen Aufgeschlossen­heit von dieser Frau her zwischen den Zei­ten des berichteten Gesprächs. Wenn sie den anderen sagen will, warum sie an ihn als ihren Heiland glaubt, so ist sie auf Dinge angewiesen, die im Grunde nebensächlicher Natur sind, aber sie glaubt an ihn mit einer Herzinnigkett, die erkennen läht, datz sie tief im Herzen von ihm getroffen und überwun­den ist. Vielleicht hat zum ersten Male in ihrem Leben jemand sie nicht einfach für einfältig und töricht genommen, sondern in ihr Herz geredet, ganz als ob ihn ihr nicht sehr entwickelter Verstand nichts angmge. Der Heiland hat ja auch oft genug gepredigt von dem, was den Klugen der Wett verborgen bleibe, den geistlich Armen aber offenbart werde. Und wenn jemand „g e i st l i ch arm", in seiner Seele hilfsbedürftig und aufge­schlossen ist, so kann die in ihn hineinge- gebene Heilandsgnade auch nicht gehindert werden durch die Tatsache, datz das vor ihm stehende Menschenslind geistig arm, d. h. in seiner Begabung etwas zu kurz gekonnnen sein mag.

Und wenn wir die ErzäUung des Evan­geliums so überdenken, dann erläutert sich darin das angeführte Wort, das der Hei­land im Verkauf dieser Erzählung spricht, schon ganz von selber. Das Wasser des Lebens, von dem gerade der Joharmesbe- richt so oft spricht, rst etwas, das sich ganz

(Nachdruck verboten.)

Anruf la ter Nacht

Roman von Paul Rosenhayn f. Vertrieb' Earl Duncker Verlag

Berlin W. 62.

49. Fortsetzung.

Jenkins blickte mit ernsten Augen zu Testi hinüber, der schweigsam vor sich hin­sah. „Es geht jetzt hart auf hart, mein lunger Freundlich weist, daß ich noch nie­mals mit so rücksichtslosen und mächtigen Gegnern gekämpft habe,- fi« fühlen, dast ich drauf und dran bin, das Netz zuzu- ziehen. Sie scheuen vor keinem Mittel zu­rück. Es wird Zeit, daß ich mit ihnen zu Ende komme." Er ballte die Faust und in fein Gesicht trat der Ausdruck einer un­bezwinglichen Willenskraft.

„Auch ich bin diesem Menschen zum Opfer gefallen", sagte Testi leise und sin­nend, „wer weist, ob ich die Kraft auf­bringen werde, für meine Rehabilitterung zu kämpfen."

„Das ist Ihre Pflicht, Signore Testi, denken Sie an Dorothy. Und jetzt erzäh­len Sie mir — kurz und knapp — »as Sie auf die Insel gebracht hat. Oder muh ich besser sagen, wer Sie dorthin ge­bracht hat?"

Testi nickte. „Das Letztere ist richtig, Mr. Jenkins. Mein Unglück ist das Werk eines Mannes, der — aber ich will nicht vorgreifen —, urteilen Sie selbst. Sie wissen, dast ich als Sekretär der Ita­lienischen Botschaft in London arbeitete?"

„Das ist mir bekannt. Auch dast Sie in d^n Dezernat zur Bekämpfung des Rausch- Mthandels tätig waren, und zwar in dem Ressort, dem Lord Haddington als khef Vorstand."

„Run, in dieser Eigenschaft wurde ich damals rn besonderer Mission «ach Paris beordert."

vbervefsische Zeittm«, Marburg a. L. Smmad«id. den 16. Januar 1932

mnnrttribar in die Seelen der Menschen er« gietzt. Es macht sie oiMeicht gar nicht llü- g«r als sie sind, aber es macht sie reicher, glücklicher, innerlich bewegter und voll siche­rer Ruhe trotzdem, so datz in ihnen tebt, was der Verstand der Verständigen vergeb­lich suchen mag, und wovon sie ickber gar nicht einmal so recht wissen, was es ist. Die b^ten Prediger sind nicht immer di« am tief­sten Begnadeten. 3m Gegenteil — wir wis­

sen es ja —, als diese Frau davon überzeu­gen will, fängt sie es gar nicht sonderlich ge- ichickt an. Aber als dann die Nachbarn ein« Zeitlang mit dem Fremküing auch zusam­mengewesen sind, da bekennen sie, vielleicht mit gröberem Verstand«: „Wir glauben nun hinfort nicht um deiner Rede willen: wir ha­ben selber gehört..." Das Weib aber war dennoch die erste, der sich des Meisters Herr- lichkeff erlchloh. Dirk.

Aus -er Amsesen-

ffrtfs Marburg

Die Housholzbelieserung.

s. AusdemLandkreile Marburg. 15. Jan. Im November vorigen Jahres traten die Forstbehörden an die Bürgermeister unserer Landgemeinden heran, um mit ihnen eine gütlich« Vereinbarung über die dies­jährige Hausholzbelieferung zu erzielen. Lei­der hat man in den letzten Jahren erfahren müssen, datz das Hausholz hinsichtlich seiner Menge und Güte wesentlich schlechter gewor­den war. Bekanntlich beruht die Verteilung des Losholzes auf einem alten kurhessischen Recht. Die Belieferung der einzelnen Haus- lzaltungen mit Buchenscheitholz und Buchen- reisighaufen war in den letzten Jahren stan eingeschränkt worden. Man begründete diese Matznahme damit, datz die Buchenbestände in unserem Bezirk allgemein stark zurückge- aangrn seien. Allerdings muh zugegeben wer­den. daß in der letztj^hrigen Belieferung inso­fern eine geringe Besserung eingetreten war, als wenigstens keine Kiefernstöcke mehr zur Verteilung gelangten. Unsere Landbevöll- rung hat die Hoffnung, datz auch bei der diesjährigen Belieferung, die in den nächsten Wochen erfolgen wird, ihren berechtigten Wünschen Rechnung getragen werden.

r Marbach, 15. Ian. Wer das iß o n - zert des Gesangvereins „Germa- n i a" im letzten Winter besucht hat, wird sich gewiß freuen, am 31. ds. Mts. wiederum den Dorträgen dieses sehr gut geschulten Männer­chores lauschen zu können. Der Chorleiter. Herr Schmitt- Marburg, hat es verstan­den. den Verein auf eine Höhe gesanglichen Könnens zu bringen, die jeden Sangesfreund aufs angenehmste überraschen mutz „Sanktus" (Silcher), „Der letzte Ritt" sWcngert), „Hol­ländisches Fuhrmannslied" (Hanemann) und eine Anzahl anderer herrlicher deutscher Volks­lieder werden den Hörern sicherlich so zu Her­zen gehen, wie jene der begeisterten Sänger- schar von Herzen kommen. Frau Dr. L i z i u s - Marburg, die sich als ausgezeichnete Sopra­nistin weit und breit des besten Rufes erfreut, «je eine Arie aus „Freischütz" und znon" und zwei entzückende Volksliedchen, begleitet von Herrn Musiklehrer Gies« Marburg. Ferner hat Herr Schmitt ein Orchester zusammengestellt, das in seiner ge­schmackvollen eigenartigen Besetzung mit aus­erlesenen Tonwerken aufwarten wird. Möge nun ein guter Erfolg Mühe und Opfer der „Germania" lohnen und anspornend wirken zu immer höheren Leistungen. Für ein ge­ringes Eintrittsgeld dürften die Besucher voll und ganz befriedigt werden. Näheres wird demnächst im Anzeigenteil zu lesen fein.

Amönau, 16. Ian. Der Klein­kaliber - Schützenverein „Amönau" hielt am vergangenen Sonnabend im Ver­einszimmer der Gastwirtschaft Otto sein« dies-

I jährig« Generalversammlung ab. Der Vor­sitzende, Christian Fett-Amönau, eröffnete kurz nach 8 Uhr abends die Versammlung und gab einen Ueberblick über das verflos­sene Geschäftsjahr. Nachdem die Versamm­lung den Geschäfts- und Kassenbericht entge­gengenommen hatte, konnte dem Vorstand Entlastung erteitt werden. Die dann fol­gende Neuwahl ergab die einstimmige Wie­derwahl des seitherigen Gesamtoorstandes. Nur trat an die Stelle des auf eigenen Wunsch als Kassierer ausscheidenden Kame­raden Johs. Linne Kamerad Lölkes. Infolge der guten finanziellen Lage des Vereins wurde für das Jahr 1932 die Hälfte des Verbandsbeitrages einschl. Haftpflicht und Unfattversicherlmg für jedes Mitglied von der Vereinskasse übernommen. Der Mit­gliedsbeitrag beträgt wie seither 20 Pf. mo­natlich. Bei dem Gesang echter deutscher Volks- und Jagdlieder verbrachten die Ka­meraden noch einige frohe Stunden mitein­ander.

Kreis Kirckirain

f. Schweinsberg, 14. Jan. Aus der „Preutzischen Kriegerstiftung Wilhelm II." bes Preussischen Landes-Kriegerverbandes wurden an 18 Altveteranen, 17 Altveteranen-Witwen und 3 unversorgte Altveteranen-Töchter des Kreis - Kriegerverbandes Kirch­hain insgesamt 760 Mark Unterstützungen bewilligt. Die Auszahlung dieser Gelder er­folgt am Tage der Reichsgrünhung — 18. Januar. — Die. 70. Delegiettenversammlung des Kreis-Kn'egerverbandes findet am 31. ds. Mts. um 1 Uhr nachmittags bei Zipfel in Kirchhain statt.

KceiS Diedenk»»»

Biedenkopf, 16. Jan. Am Sonn­abend vollendete unser Kirchendiener Herr August Müller sein 70. Lebensjlchr. Herr Müller versieht gegenwärtig im 33. Jahre fein Amt am Gotteshause in groher Treue.

k. Battenberg, 16. Ian. Infolge des geringen Absatzes an Nutz- und Brennholz ist in dem hiesigen Stadtwald weniger Holz gefällt worden als in den früheren Jahren. Infolgedessen haben die Waldarbeiter ihre Arbeiten bereits am vorigen Montag beenden müssen. Da fast nur Erwerbslose mit diesen Arbeiten beschäftigt wurden, erhält das Er­werbslosenheer wieder Zuwachs.

0 Lirfeld, 15. Jan. Die Gemeinde Hirzenhain hat mit der Firma Dürrer aus Maulbrunn in Württemberg einen Pacht­vertrag abgeschlossen, nach dem ine genannte Firma ab 1. Februar einen neuen Steinbruch eröffnet. Die Gemeinde hat dem Unter­nehmer Gemeindegelände und zwar ein Wald­stück zur Verfügung gestellt, in dem dann die Vorarbeiten zur Ausbeutung getroffen wer­den sollen. Man verspricht sich einen recht > guten Erfolg und glaubt mit der Zeit eine Anzahl Arbeiter, hier beschäftigen zu können. 1

„Eine Frage, Signore Testi, „damals waren Sie bereits mit Dorothy verlobt?"

Eine flüchtige Röte überzog das blasse Gesicht des jungen Mannes. „3a“, sagte et zögernd, „nach meiner Rückkehr woll­ten wir heiraten/'

„Waren Sie in Ihrer Mission in Paris erfolgreich?"

„Ja, über Erwarten. Freilich mutz ich betonen, datz ich dabei etwas auf eigenes Risiko arbeitete. Die Akttonen meiner Behörde erschienen mit nur halbe Maß­nahmen. Ich wahr seht ehrgeizig und wollte zu einem großen Erfolg kommen. Das Gluck war mit insofern günstig, als ich gewisse Sputen fand, die vielleicht dazu geführt hätte«, die Drahtzieher des Schmuggelkonsorttums festzunehmen und damit das ganze Unternehmen lahm zu legen. Ich hatte damals schon die Namen und Wohnotte dieser Persö«lichkeiten fest­gestellt. Mit einem einzigen überraschen­den Schlag hätte man sie alle abf«ngen können."

Testi blickte gedankenvoll auf die men­schenerfüllte Strasse. „Aber ich hatte doch starke Bedenken, diesen letzten, entschei­denden Schtttt auf eigenes Risiko zu unternehmen — ein einziger Mißgriff hätte meine Kartiere für immer verer­ben. Ich gab also meine Ermittlungen in der vorschriftsmätziqen Form von Berich- ten an Lord Haddington weiter. Und nun, Mr. Jenkins, kommt das Seltsame. Ich erhielt oft erst nach Wochen eine Ant­wort auf meine Darstellungen; meistens auch dann noch in oberflächlicher Weise. Diese Antworten gingen um den Kern der Sache fast immer hemm: irgend­welche Direktiven bekam ich überhaupt nicht mehr. Das Seltsamste aber wat, datz ich feststellen konnte: die Gegenpattei begann ihr« Massnahmen zu treffen. Die betreffende« Personen verfchwaude» ew

ihren Domigilien; gewisse Transaktionen unterblieben ganz."

„Sie hatten den Eindrnck, als ob die Gegner gewarnt wurden?" fragte Jen­kins.

„Durchaus. Eine Sput wies nach Marseille; wenn ich das Nachtflugzeug von Le Bourget benutzt hätte, wäre ich am frühen Morgen in Marseille gewesen. Ich erbat mit telegraphisch Akttonsfrei­heit — das Telegramm blieb unter­wegs ..."

„Verzeihen Sie, Signore Testi", sagte Jenttns bedächttg, „hier mutz ich eine Frage einschalten. Wenn Ihnen die Be­antwortung Ihrer Bettchte und Tele­gramme so mangelhaft erschien, weshalb nahmen Sie nicht das Telephon zur Hand und verlangten ein Gespräch mit Lord Haddington? Ein Dienstgespräch mit bem Auswärtigen Amt in London. Das wäre doch ohne weiteres zu haben gewesen?“

Testi senkte langsam den Kopf. Er legte die Fingerspitzen an die Schläfen und schien in tiefes Nachdenken versunken. Endlich hob er den Blick; seine Augen glänzten in einem schwämettschen Schim- i mer. ,Zch will es Ihnen sagen, Mr. Jen- I kins, flüsterte er, „ich will nichts be= I fchönigen; hier beginnt meine Schuld, meine schwere Schuld. Z« jener Zeit wat ich nur noch mit halbem Eifer bei der Sache; ich hatte nur noch ein geringes In­teresse für meine Ausgabe — denn ich wat oerttebt. Rasend verliebt in eine Frau — was sage ich — in die herrlichste, schönste Frau, die ich je gesehen habe."

„Sie brauchen mir nichts weiter zu sa­gen, Signore Testi, Mitz Dorothy hat mir das erzählt..."

„Natürlich müssen Sie mich verurteilen, Mr. Jenkins. Und doch, glauben Sie mir, Sie würden milder denken, wenn Sie diese Frau gesehen hätten?"

-Viellttcht", sagte Stufim ,

Nr. 13

SfimtWer Dank

Aust Grund vom Bezirksausschu Winterhilfe herausgegebenen Richtlinie hat in allen Kreisen und Städten des R,. §ierungsbezirks Kassels eine lei, afte Sammeltätigkeit eingesetzt, die saft übet all von gutem Erfolg begleitet war. Es $ infolgedessen bisher möglich gewesen, autzg, ordentliche Not. von der weiteste Kreise dg Bevölkerung schuldlos betroffen sind, in et, fteulichem Ausmaße zu lindern. Es ist d«, Bezirksausschuh für Winterhilfe deshalb et« Bedürfnis, sowohl den Organisationen dy freien Wohlfahrtspflege wie den landwiv- schaftlichen Vereinen und den amtlichen Stel­len. wie Landräten und Bürgermeistern, uy den zahlreichen Einzelpersonen, die sich selbst, los zur Verfügung gestellt haben, öffentlich Dank und Anerkennung für ihre erfolgreich, Arbeit auszusprechen. Nicht zuletzt gilt diese. Dank aber den Spendern, die vielfach selbst j, bedrückter Lage mustergültig geopfert haben zu Gunsten von Mitmenschen, die von der Not der Zeit noch härter betroffen wurden.

Groß waren die Opfer, gröher aber noch iss die Not geworden. Wir müssen uns deshalb noch einmal an dieselben Stellen und an die, selben Spender wenden mit der herzlichen Bitte, bei der bevorstehenden zweiten Sammlung, die im Laufe des Mo­nats Januar durchgeführt wer-, den muh, nicht zu erlahmen, sondern mit erneutem Eifer und mit Opferfreudigkeit dos begonnene Werk der Liebestätigkeit zu för­dern. Weise niemand, der irgendwie dazu in der Lage ist, die Sammler, die nicht für sich, sondern für die bedürftigen Mitmenschen ar­beiten, zurück. Gebe jeder, was er irgenbmi, entbehren kann, auf dem Lande insbesondere an Hülsenfrüchten, Getreide und Fleischwaren, um die öffentlichen Speisungen der Bedürsti- gen in den Städten aufrecht erhalten und auch den bedürftigsten. Familien das Notwendigste zuwenden zu können. Das Endergebnis aus den einzelnen Bezirken wird demnächst äff ent lich bekanntgegeben werden.

Kassel, den 4. Januar 1932.

Der Dezirksausschuh für Winterhilfe für den Resierriugsbezirk Kassel gez.: Dr. Friedensburg gez.:M. Krummacher.

50 Lahre Hundesteuer.

Die Hundesteuer, die heute zu einem r. le manchen Städten unentbehrlichen Bestandteil' der kommunalen Einnahmen geworden ist, ist noch garnicht so alt, wie mancher vielleicht an- nimmt. In Deutschland wurde sie zum ersten­mal 1882 eingeführt, und sie kann daher jetzt auf ein 50jädriges Bestehen zurückblicken. Vor 1882 war die Hundesteuer der deutschen Ge­setzgebung völlig unbekannt. Auch in der alt- preutzischen Gesetzgebung und in der Steuer­chronik des Mittelalters, die doch sonst an ab- det sich keine Spur von ihr. Nur England sonderlichen Steuerarten ziemlich reich ist. fkn- tannte die Hundesteuer schon seit 1796, und 1798 wurde sie dort Gemeindesteuer. In Pren- hen ist dann 1893 die Hundesteuer durch das Kommunalabgabengesetz den Gemeinden all­gemein steigegeben worden.

Bei rheumatischen Leihen, bei Schmerzen m den Gelenken und Gliedern sowie bei Kopfweh haben sich Togal-Tabiei­ten fjerDorragenb bewährt. Absolut unschäd­lich! Ein Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken " -

12,6’1. Utb., 0,46"1. Chin.. Add. «et ul. '

Testi schüttelte wehmütig den Kops. „Elena Falieri", sagte er leise, „ist mit zum Schicksal geworden. Sie werden das kaum verstehen, was es zu bedeuten hat. wenn man in einer Frau die Erfüllung sieht, wenn einem bei dem Gedanken an diese Frau das Herz stockt, und wenn man alles vergisst, nur in dem einen Gefühl, sie zu lieben."

Francesco Testt blickte mit einer leich­ten Verlegenheit in die kühlen grauen Augen Jenkins, der jbm schweigend ge- genübersass. „Es mag Ihnen phantastisch und überschwenglich erscheinen — aber das ist eben der unbeschreibliche Zauber der Liebe, datz sie uns über uns selbst erhebt, datz wir in ihr ein tausendfach gesteigertes Leben haben."

„Darf ich fragen, Signore Testt, wurden Sie von der dieser Frau wiedergeliebt?"

„Ich glaube. Rein — sicher. Ich bitte Sie von dieser Frau wiedergeliebt?" feiertste Sängerin Europas, vielleicht der ganzen Welt. Als ich sie in Paris kennen- lernte, war sie umschwärmt, verehrt. Alles lag ihr zu Füssen. Was wären ihr meine armseligen Huldigungen gewesen, wenn sie mich nicht geliebt hätte? Sie schlug einen Vertrag aus, um mit mir nach Italien z« fahren, nach San Remo."

„Hatten Sie ihr den Vorschlag ge­macht?"

„Nein, ich hätte den Mut dazu nicht auf­gebracht. Sie selbst regte den Plan an; das eben gab mir ja die beglückende Ge­wissheit ihrer Siebe.'’

,Laben Sie damals nicht die^verzweifelten Briefe Ihrer Braut bekommen?"

^Die Welt um mich war versunken. 36 werss es, Mr. Jenttns, damals hätte mir jemand meine Ehrlosigkeit vorhalten sol­len — ich hätte ihm geantwottet: ich will leb« und ohne Giene ist kein Leben."

^Fortsetzung folgt.)