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Leutnant von Beneckendorff und von Hindenburg (X) inmitten der zur Kaiserkrönung am 18. Januar 1871 kommandierten Abordnung des Eardecorps.

Anläßlich der 61. Wiederkehr des Tages der Reichsgründung am 18. Januar wird unser Bild, das eine historische Originalaufnahme darstellt, besonderes Interesse finden. Es zeigt den damals- 23 jährigen Gardeleutnant von Hindenburg, der zusammen mit anderen Kameraden aus dem Offiziers- und Unterosfizierskorvs an dem feierlichen Akt der Kaiserkrönung im Soiegelsaal zu Versailles teilnahm.

Bismarck, der Schöpfer und erste Kanzler des neuen Deutschen Reichs.

Die von Hugo Lederer geschaffene Bis­marck-Statue in Hamburg, eines der ein­drucksvollsten Denkmäler Deutschlands.

MSI und Wtnitbnh

Prof. Kerfchensteiner f.

München, 15. Jan. Der bekannte Päo- «^oge Geheimrat Prof. Dr. Geord Ker­sch e n st e i n e r ist heute im 78. Lebensjahre verstorben.

Theaterskandal in Nürnberg.

Nürnberg, 15. Ian. Im hiesigen In­timen Theater wurden bei der Aufführung des Revue-StückesVerbotene Küsse" meh­rere Stinkbomben geworfen und die Vorstellung durch Zwischenrufe gestört. Die polizeilichen Aufsichtsbeamten nahmen fünf Ruhestörer fest. Das Stück konnte nach kur­zer Pause ohne weitere Zwischenfälle zu Ende gespielt werden.

Auszeichnung sür Dr. Eckener.

Die außerordentliche Konferenz der Inter­nationalen Luftfahrt-Vereinigung hat Dr. Eckener die große goldene Medaille sür das Jahr 1931 in Anerkennung der Z»p?linsahr- ten nach Amerika verliehen.

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Neues AbMbrgeschdß gegen Zanks

Die englische Presse beschäftigt sich ein­gehend mit einer neuen deutschen Erfindung, über die seit einiger Zeit gewisie Mitteilungen in die Öffentlichkeit gelangt sind. Es handelt sich um die von dem Deutschen A. Eerlich erfundene Ge­wehrkugel, die angeblich mit ungeheurer Geschwindigkeit abgeschosien werden kann, daß sie eine wirksame Abwehrwaffe gegen Tanks darstelle.

Bevor man über genaue Einzelheiten verfügt, möchte man englischerseits die der Kugel zugeschriebene Wunderwirkung noch bezweifeln. Es wird ausgeführt, daß der Erfinder sich zwar sehr deutlich über die Natur seiner Kugel und das von ihm be­nutzte Gewehr ausgelasien habe, aber man bezeichnet seine Ausführungen über die Explosivstoffe, deren er sich bedient, als un­klar. Immerhin mutz derDaily Tele­graph" in einem Artikel seines militäri­schen Mitarbeiters zugeben, daß die ganze

Abwehrfrage gegen Tanks auf eine ganz neue Grundlage gestellt wird, wenn Eer­lich recht behält. Besonders die Angriffe durch langsame und schwere Tanks würden in ihrer Wirkung abgeschwächt werden.

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Bor einigen Tagen wurde in Berlin eine sechsköpfige jugendliche Diebesbande festgenommen, die es hauptsächlich aus Sportplätze und kleine Verkaussstände ab­gesehen hatte. Einer der Burschen war beim Handeln erwischt worden und nach und nach waren seine fünf Freunde er­mittelt und festgenommen worden. Ber der Vernehmung stellte sich heraus, daß die Jungen einemSportklub" angehor- ten. Alle Mitglieder etwa 16 an der Zahl _ wurden herangeholt und einge­sperrt. Der Klub hatte noch keinen Na­men. Er stand unter der Leitung eines 18jährigen, der den SpitznamenStrolch" führte. Strolch bestimmte stets die Lokale, in denen man sich treffen wollte. An der Grenze zwischen Treptow und Neukölln war das Hauptätigkeitsfeld der Bande. Anfang vergangenen Jahres waren es nur zwei bis drei junge Burschen, die all­mählich Zulauf bekamen. Als sie im Som­mer eine Schießbude ausräumten, veran­stalteten sie ein Freischießen. Das zog so, daß der Klub immer stäner wurde. Zum Schluß nahmen sie niemanden mehr auf. Strolch" hielt sehr auf Ordnung. Wenn ein Streich verabredet war, durfte von der Gruppe, die ihn übernommen hatte, nie­mand fehlen. Alle Vergnügungen wurden dann zurückgestellt. Unter anderem stehen sie in dem Verdacht, ein Motor­boot, das sie gestohlen hatten, mit dem sie aber mangels technischer Kenntnisie nicht weiter konnten, einfach versenkt zu haben. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen wurden nock Gewehre aus dem Schietz- stande gefunden, de« sie im Sommer ge­plündert hatten. Die Beute pflegten sie unter Aufsicht des Strolch untereinander auszutrudeln". Jeder konnte dann mit seinem Teil anfangen, was er wollte. Die Eltern waren von dem Treiben ihrer Söhne völlig ahnungslos.

Gin A-optionsschwinöler

Vor einiger Zeit wurde, wie berichtet, ein umfangreicher Adoptionsschwindel mit deutschen Kindern entdeckt. Es handelte sich dabei um einen Riesenbetrug bei dem den Gaunern enorme Geldbeträge in die Hände fielen, die insbesondere holländische Familien gutgläubig bezahlt hatten. Im Verlaufe der kriminalpolizeilichen Unter­suchung, die sich über ganz Deutschland er­streckte, ist man jetzt in Berlin einem Mann auf die Spur gekommen, der einen völlig ähnlichen Adoptionsschwindel inner­halb Deutschlands inszenieren wollte. Der Mann, der ein bereits mehrfach vorbestrafter Betrüger ist, wohnte im Norden Berlins. Er hatte sich zunächst die Städte im An­hattischen, im Ruhrgebiet und auch direkt die Stadt Stendal ausgesucht, wo er be- kamttgeben lieh, dah em Kind zu vergeben sei. Auf die Bekanntmachung des Mannes hin trafen dann auch zahlreiche Antwor­ten ein. Jedoch nur fünf unter diesen ent- hietten den geforderten Betrag von 15 Mark für entsprechende Vermittlungsgebühren. Den übrigen Schreiben waren Zettungsausschnitte beigefügt, aus denen der Empfänger ersehen konnte, daß die Kriminalpolizei bereits eifrig nach Adoptionsschwindlern forscht. Damtt begann bereits das Pech des Betrügers und fand sein« Fortsetzung darin, daß er bald darauf ermittelt und verhaftet wurde.

ein wahrer Wunderkamm.

Als ein wahrerWunderkamm" hat sich ein als solcher angepriesener unverhält­nismäßig teurer Kamm erwiesen, von dem die ihn vertreibende Firma bei einer Garantie von 10 000 RM. versichert, datz er ergraute Haare in 14 Tagen wieder natürlich färben werde; ein Käufer solch eines Kammes, dessen Haare immer grauer wurdqn, focht die Sache durch und erlangte die Genugtuung, datz das betref­fende Londoner Gericht die Firma zu der Zahlung der zugesicherten 10 000 RM. verurteilte.

Fund einer Radiumquelle.

Eine außerordentlich starke Radium­quelle wurde in der Nähe von Oberaudorf, an der bayerisch-tiroler Grenze gefunden; obwohl die chemische Analyse des radium- halttgen Masters sehr günstig lautet, wird man die Quelle vorläufig mangels finan­zieller Mittel nicht ausnützen können.

Obektzesiische Zeitung, Marburg a. L. Sonnabend, d« 1«. Amu« 1932

Das Schicksal einer Königin

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Sophie von Preußen

In der Noordenschen Klinik zu Frank­furt a. Main verschied, wie gemeldet, die frühere Königin Sophie von Griechenland, Kaiser Wilhelms II. jüngere« Schwester. Die Gemahlin König Kon-

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Wunsche« gemäß in vorderster Front. Nach der Einnahme von Antwerpen wurde demalten Korporal" von Eeneralfeld- marschall v. d. Goltz das Eiserne Kreuz überreicht. Etwa nach zweijähriger Front­dienstzeit wurde Kottmann, an dem die Sttapazen des Krieges nicht spurlos vor­übergegangen waren, aus dem Heeres­dienst entlassen.

Der Held von Lunüoille" f

Am 20. August 1914 wurde das 3. Ba­taillon des 1. bayerischen Infanterie-Re­giments bei LunSville von einer franzö­sischen Uebermacht stark bedrängt. Als ber letzte Offizier des Bataillons gefallen war,

sprang der Unteroffizier Georg Unter­seher vor die Reste des Bataillons und übernahm die Führung für einen neuen letzten Vorstoß, bei dem es gelang, bte französische Uebermacht zu durchstoßen und zurückzuschlagen. Das Bataillon hatte ge­siegt. Die kriegerische Heldentat wurde im ganzen deutschen Heer bekannt, und Unterseher bekam den Titel zugelegtder Held von Lunsville".

Georg Unterseher, Weberbauer in Rendlberg bei Prutting (Oberbayern), ist nun dieser Tage gestorben. Er zwar zwei­mal so schwer verwundet worden, datz er seit zwölf Jahren das Bett nicht mehr verlasien konnte.

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MtograpWe Ausnahme von Men?

In denBremer Nachrichten" berichtet Regierungsbaumeister Dr. Elbern über eine Erfindung, die von der Bremer Kla­vierhandlung Alwin Kuntze zum Patent angemeldet worden ist. Es handelt sich um die photographische Aufnahme von Tönen bei Tastinstrumenten, wie Klavieren, Flü­geln, Orgeln usw., sodaß es dem Kompo­nisten beispielsweise hinfort, und das ist die Erfüllung eines alten Wunsches ermöglicht wird, seine Arbeit sofort fixie­ren zu lasten, ohne datz ihm wertvolle Zeit der Eingebung durch das Niederschrei­ben von Noten verloren geht. Die Töne wer­den auf einem lichtempfindlichen Papier- streifen festgehalten, was durch die mecha­nische Freigabe von Belichtungslücken beim Tastanschlag bewirkt wird. Sie wer­den nach Höhe und Anschlagsdauer photo­graphiert, sodaß die Eigenart des Spieles vollkommen wiedergegeben wird.

ftanttns, der 1923 in der Verbannung starb, die stolze Tochter Kaiser Friedrichs III. und feiner englischen Gemahlin Vik­toria hat ein unsäglich hartes Lebensschick­sal gehybt. Ihre beiden ältesten Schwestern, Prinzessin Viktoria, die sich später mit dem russischen Abenteurer Zubkoff vermählte, und Herzogin Char­lotte von Sachsen-Meiningen starben schon vor längerer Zeit. Nach dem Tode der Königin Sophie lebt als einzige Schwester des ehemaligen deutschen Kaisers nur noch Prinzessin Margarete von Hesten.

Die Ehe seiner Tochter Sophie mit dem griechischen Kronprinzen hatte noch Kaiser Friedrich III. angebahnt. Aber erst nach dem Tode des Vaters fand die Hochzeit zwischen Kronprinz Konstantin von Grie­chenland und der preußischen Prinzessin im Beisein des jungen deutschen Kaisers statt. Selbst Bismarck, der in den Ehean­gelegenheiten der preußischen Prinzessin­nen ein Wort mitzureden hatte, wandte nichts gegen diese Ehe ein. Die Potsdamer protestantischen Familien nahmen es der preußischen Prinzessin etwas übel, daß sie in Griechenland zum griechisch-orthodoxen Glauben übertrat. Auch Kaiser Wilhelm hat ihr diesen Schritt eigentlich immer ein wenig nachgetragen. Ein wirklich herzliches Verhältnis zwischen Kaiser Wilhelm II. und seinem griechischen Schwager hat eigentlich nie bestanden. In Griechenland brachte man dem Deut­schen Reiche damals, als die Prinzessin sich mit dem Kronprinzen vermählte, keine große Verehrung entgegen. Man machte sogar am Hose kein Hehl aus den antideut­schen Gesinnungen. Die Ehe zwischen Kon­stantin und Sophie gestaltete sich auch nicht immer glücklich.

Der Leidensweg der Prinzessign Sophie begann aber erst recht eigentlich, als Kö­nig Konstantin den Xbro Fortwährende Kriegswirren erschütterten das Land, dem sich Königin Sophie als eine echte Landesmutter zeigte. Nach den Balkanwirren brach der Weltkrieg aus, der Griechenland arg in Mitleidenschaft ziehen sollte. König Konstanttn mutzte mitten im Weltkrieg den Intrigen der Ententeländer weichen und auf seinen Thron verzichten. Das griechische Königs­paar begab sich in die schweizerische Ver­bannung. 1920 rief das griechische Volk den verbannten König wieder zurück. Neue Hoffnungen stiegen auf. Aber auch diesmal konnte sich König Konstanttn in Griechen­land nicht lange halten. Nach den grie­chischen Feldzügen gegen die Türken, im September 1922, mußte der König aber­mals abdanken und das Land schleunigst verkästen. 1923 schloß er für immer die Augen. Die verwitwete Königin zog sich nach dem Tode ihres Gatten von der Welt zurück. Auf ihren italienischen Besitzun­gen lebte sie still und bescheiden. Nach Deutschland kehrte sie erst zurück, als sie von ihren Aerzten als unheilbar krank ausgegeben wurde.

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Der älteste Kriegsfreiwillige -es Weltkrieges t

2n Wevelinghoven Dez. Düsteldorf starb ber 88 Jahre alte Gustav Kottmann. Der Verstorbene war der älteste Kriegs- freiwillige des Weltkrieges. Er trat bei Beginn des Weltkrieges als 71 jähri - ger Kriegsfreiwilliger wieder in den Heeresdienst, nachdem er bereits die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mitge­macht hatte. Mit einer Kompagnie des Landwehrinfanterieregiments Nr. 39, die sein Sohn als Leutnant führte, zog et in den Weltkrieg. Er stand lange Zeit seinem