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Nr. 11
Ober-essssche Zettnns, Marburg a. L. Donnerstag, den 14. Januar 1933
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Japan baut Port Arthur als Flottenbasis gegen China aus
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Conrad Veidt in seiner Rasputtn-Rolle bei dem Auftritt in den Zaren-Gemächern. In dem großen Rasputin-Film, der zur Zeit gedreht wird, hat der bekannter Berliner Schauspieler Conrad Leidt die Haupttolle übernommen. Das gilmwett soll das Leben Rasputins, dieses mystischheiligen Abenteurers der Zarenzeit, in seinem historischen Ablauf darstellea.
mordetm und an der Sekretärin. Wie selbst cor Gericht erklärte, hat sich Theile den Hauptmann von Köpenick zum
Vorbild genommen.
3m vergangenen Jahre erregte der Juwelenraub in der Berliner Wohnung des Russen Bermatofs ungeheures Aufsehen. Als Diebin wurde schließlich die 17jährige Hausangestellte Ruth Zobel entlarvt und in einem Liegniher Hotel festgenommen. Ruth Zobel hatte die Juwelen und den Schmuck im Werte von 1OOOOO Mark in einem unverschlossenen Koffer auf der Sandgepäckstelle am Bahnhof Zoologischer Gatten aufbewahrt.
Die Hafeneinfahtt von Pott Arthur.
Pott Arthur, das 1905 im russisch-javanischen Kriege von den Japanern erobert wurde und bis 1922 als Flottenstützpunkt diente, wird jetzt wieder von den Javanern ausgebaut. Er soll als Operationsbasis der japanischen Flotte gegen (China dienen.
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mit dem gesegneten Kalifornien vergleicht. Breite Straßen bringen die Erzeugnisse zu den Sammelplätzen. Immer reger wird der Schiffsverkehr, dem die stets steigende Ausfuhr der landwirtschaftlichen Produtte obliegt. Wird für alle beide, den Verkehr und den Fremdenbetrieb, Raum genug aut 'Kiautschau sein? Aber wie seine Zukunft sich auch gestalten möge, in jedem Falle gründet sie sich auf das Schaffen deutscher Kolonisten. Karl Schömbach.
§nem Vlutopfer von fast sechstausend Mann Mann in ihre Gewalt bringen konnten, ein «räßeres Lob für die Kolonisierungstätigkeit und -fähigkeit des Reiches erwatten? Manche Ortsbezeichnung wie der Deutsche Strand und der Iltis-Hügel erinnern noch an jene Zeit.
Wie wir erfahren, hat der interkommunale Ausschuß für das Gesundheitswesen nunmehr neue Richtlinien für die Bekämpfung der Krebskrankheiten aufgestellt, aus denen zunächst hervorgebt, daß man von der Gründung neuer Jnstitutto- nen abgesehen hat. Es soll vielmehr zu einer planmäßigen Verwendung der vorhandenen Einttchtungen kommen, wobei nach Möglichkett eine Zusammenfassung der vorhandene Mittel erfolgen soll. Die Bekämpfung der Krebs- ttanttsteiten müsse, so heißt es in den Richtlinien, auch trotz der Wirtschaftsnot einen plamnatzigen Ausbau erfahren. Aufklärung und Fottbildung der praktt- fchen Aerzteschaft sollen nach den Richt- linren von den zuständigen Instanzen uberwtegend ehrenamtlich geleistet werden. Der vorhandene Vorrat von Radium sei nach Möglichkeit zu zenttalisie- ren, um kostspielige Neubeschaffungen zu unterbinden. ■ - ■ —
Verlag Dr. C. H i tz e r o t h.
Aauptschristleiter und Dernntroortltrl) für Politik und Feuilleton: Dr. Ernst Scheller: für Kommunalpolitik, Provinz und Lokales Lothar Schneider, lämthdi tn Marburg.
Deutschlands erste Autosernstraße
Nur-Autostraßen gibt es bisher in Deutsch- land noch nicht. Kern Zweifel aber, daß für den Autofernverkehr Kraftwagenstraßen eine absolute Notwendigkeit sind. Geldmangel verhindette bisher die Anlage solcher Straßen. In wenigen Wochen wird nun Sie erste Autofern st raße Deutsch- t a n b s, die Kraftwagenstrecke Bonn — Köln dem Verkehr übergeben werden. Die Verlängerung dieser Auto-Fernstrecke über Köln nach Düsseldorf ist bereits in Angriff genommen worden. Für eine spätere Zett hofft man dann die Auto-Fernstrecke bis_ zum westfälischen Jndustrierevier weiterzuführen. Für den Automobilisten im Jndustrierevier würde das bedeuten, daß er innerhalb weniger Minuten mit Höchst- gesch windig!eit ins Rheintal gelangen und dort die Naturchönheiten genießen kann. Die Anlage einer Kraftwagenstraße in dieser volkreichen Gegend war notwendig geworden, well der Autoverkehr beängstigende Formen m der letzten Zeit angenommen hatte.
Die bereits fettiggestekkte Autostraße Bonn —Köln ist m einer Breite von 12 Metern angelegt worden. Nicht einmal Krafträder bürfen bie Straße befahren. Die Straße würbe schnurgerade angelegt, Damit die Autos freie Sicht haben. Nirgends braucht der Automobllist auf bet Autostraße zu stoppen. Wo Landstraßen unb Wege Sie Autostraße kreuzten, ist sie untertunnelt ober an einer besonders wichtigen Stelle sogar überbrückt worben. Selbstverständlich erfarbeite der Bau einer solchen Autostraße große planmäßige Vorarbeiten. Zum Unterbau hat man: Erobschlag auf Packlage verwendet. Die vorläufige Decke besteht aus Teersplitt. Für die Nachtstunden hat man eine Beleuchtung der Autostraße in Aussicht genommen. Versuche mit blendungsfreien Lichtquellen hat man bereits unter Beihilfe des Reichsverkehrsministeriums an- gestellt.
Gln 72 jähriger Erpresser vor GerM
„Der Hauptmann von Köpenick" sein Vorbild
I b?1 Aelt fehlt auf diesem internationalsten aller Babeplätze.
Aber gerade die vorzügliche Organisation des Verkehrswesens bedeutet eine Gefahr für me Entwicklung der ostasiatischen Riviera. Während die Ausländer über Sen Raummangel und das Fehlen von guten Straßen in unb von den chinesischen Vettragshäfen im allgemeinen Hagen, führen von Tsingtau aus prächtige Verkehrswege in bas Hinterlanb, dessen Früchtereichtum der begeisterte Japaner
Wenn die eroberungsluftigen Japaner ihre Drohung, die chinesischen Häfen zu besetzen, in me Tat umsetzen, wird es mal wieder um den idyllischen Frieden des beliebtesten Badestrandes im Reiche der Mitte geschehen sein. Sind doch immerhin schon einige Jahre vergangen, seit Tsingtau, die „Riviera des Fernen Ostens", vom Kriegslärm verschont geblieben ist. Wie die Japaner berichten, hat sich nämlich jenes Gebiet auf einem waffennarrenden Platz, her zu den größten und wichngsten Befestigungen der Welt gehörte, zu einem der lieblichsten Stätten an der chinesischen Küste entwickelt.
Man muß es den Japanern hoch anrechnen, daß sie unumwunden zugeben, wem die „Riviera des Fernen Ostens" ihre Kultivierung verdankt. Nämlich memanb anders als den — Deutschen! „Das Reich, das im Jahre
Ä dieser Erpressungen, wegen Amts- g. versuchten Betrages unb Urkundenfälschung hatte sich Theile nun am Dienstag vor dem Schöffengericht Charlotten- burg zu verantworten. In der Verhandlung stellte sich heraus, daß Theile eine geradezu sensationelle Vergangenheit hinter sich hat und bereits 20 Mal vorbestraft ist. Schon gelegentllch eines großen Elftmordprozesses in Hagen in Westfalen, in dem eine Sekretärin beschuldigt wurde, ihren Chef vergiftet zu haben, trat er als angeblicher Gerichtsassessor auf und versuchte Erpressungen an dem Bruder des Er-
Die deutsche Riviera im Femen Osten
Ein Modebad, das deutschen Soldaten seine Entstehung verdankt ,
uissars Busborf gefälscht hatte, zu Sermatoff., Er erklärte ihm, es läge em Ermittlungserlebnis gegen Dermatoff vor, in dem Der- natoff bezichtigt werde, entgegen seiner eid- rchen Aussage mit anderen Hausangestellten >och intime Beziehungen angeknüpft zu hären. Gegen eine entsprechende Sicherheit 'ötme jedoch von der Verhaftung Berrnatofts Übstand genommen werden. Am folgenben tag erklärte Theile, es läge noch ein neues Strafverfahren gegen Bermatoff vor und eigte dabei ein Aktenstück mit der Aufschrift geheim' vor, das die Unterschrift eines Staatsanwalts trug. Ein Geschäftsfreund Zermatoffs sei an der Grenze verhaftet waren, weil er sich hn Besitze falscher Geld- Heine befunden habe und Bermatofs stehe tn Verdacht der Mittäterschaft. Eine Haus- nhung sei daher unerläßllch. Das müsse mit uhs Beamten geschehen. Er. Theile, habe ch aber für die Ehrenhaftigkeit Bermakoffs erbürgt und körme die Haussuchung allein vornehmen. Dafür verlangte er aber eine entsprechende Belohnung. Bermatoff hatte sich jedoch inzwischen an die Kriminalpolizei gewandt, die Theile, als er gur Haussuchung kam, verhaftete.
Ein französisches Wahlplakat: „Wird Hitler zur Macht lammen?" Dieses interessante Plakat, das ei große politische Versammlung in Par ankündigt, zeigt deutlich, welchen Antt auch Frankreich an der Entwicklung d innenpolitischen Vorgänge in Deutschlai nimmt.
I Hagen übernimmt die Führung des Schauspielhauses offiziell ab 1. September, is^ aber schon bis zu diesem Zeitpunkt on verantwortlicher Stelle in der Direktion tätktz.
--- Der Dresdener Mater Robert Sterl f. Der Maler Professor Robert Sterl, Inhaber eines Meisterateliers an der Dresdener Kunstakademie, ist am 11.3a» ratar gestorben. Prof. Sterl hatte auch zu Hessen Beziehungen; er ging im (Zähre 1892 mit dem ihm befreundeten Prof. Bantzer nach Willingshausen, später nach Holzburg an der Schwalm, nach Wolfs- hausen bei 'Kassel und hatte sich sogar in Wftgenbora bei Wächtersbach ein Haus gebaut, wo er mehrere Oahre hindurch^ weilte. Später fand er sein Arbeitsgebiet in Dresden unb der Sächsischen Schweiz, «woher feine Bilder aus den Sandsteinbrüchen weithin bekannt und berühmt sind. Bekannt sind auch seine Porträts von berühmten Musikern der Zeit. Das hiesige Kunsttnstitut besitzt ein Aquarell des Künstlers von der Wolga.
Ne» RichSintea für die Krebsbekämpfung.
Golden flimmert der Strand, der herrllch« Buchten umsäumt. Mit roten Ziegeln bedeckte Häuser und weiße Bungalows lugen aus dem IBalbc hervor, der die fessige Schroffheit des Borgebirges umschmeichelt. Die wohltuende Behaglichkeit, die sich über jene Gefilde brei- tet. steht im schärfsten Gegensatz zu Sem wimmelnden Durcheinander und der drückenden räumlichen Beengtheit, die an den anderen chinesischen Häfen herrschen. Es ist also kein Wunder, wenn alljährlich Tausende von Besuchern jenen idyllischen Strand bevölkern. Besonbers bie Millionenstadt Schanghai weiß M zu schätzen. Ein ausgezeichneter Schnell- ^lmpferbienst bringt die erholuugsbedürftigm wroßstäbter in 26 Stunden an die „Rivera oes Fernen Ostens". Wer es sich irgenSwie leisten kann, flüchtet von den Ufern des Mmutzig-gelben Jangtse-kiang an die Gestade der ewig-blauen See. Die Nattonalitäten- srage. um deren Lösung Schanghai in heißem ^oemühen ringt, ist am Sttande von Tsingtau m harmonischer Weise gelöst.
Nur wenige hundert Ausländer sind es, ZU den ständigen Bewohnern Ser ost- chumschen Riviera gehören. Aber während eigentlichen Badezeit schwillt sie auf viele ^auienbe an, die von Jahr zu Jahr zunehmen. Augenblicklich sind es die Russen, Sie in internationalen Konzert dort die erste Akrge spielen. All die Flüchtlinge. Sie durch N große Revolution aus ihrer Heimat oer- ^neben wurden, verbringen ihre Ferienzeit an 2er Küste von Tsingtau, die dann von den slawischen Lauten widerhallt. Daneben tum» «?eIn sich die untersetzten Gestalten der Javaner. Schulkinder aus dem Reiche der ssusgeheuden Sonne freien in Reih und Glied oF Die einst die deutschen Soldaten aussen s-aradeplätzen von Kiautschau, antworten in »erabezu milltärischer Haltung, wenn der "yrer ihre Namen aus der Stammrolle vor- o;'1; unb springen auf Kommando in gerader
'US Meer, zwischen all die soeben noch 05 spielenden unb zwitschernben Chinesen- moer. bie beim plötzlichen Nahen der straft ZSamsierteu Japaner entsetzt auseinander Jeden und sich ängstlich an ihre Enten, Schwane, Frösche oder sonstwie gestalteten untmdiete klammern. Wohl kaum ein Volk
== Der neue Leiter des Hamburger Schauspielhauses. Die durch ben Weggang bes Generaldirektors Roebbeling nach Wien verursachte Hamburger Theaterkrise ist beigelegt. Für das Deutsche Schauspielhaus wurde jetzt mit dem Schauspieler Karl Wüstenhagen, der bereits längere Zeit dem Ensemble der Bühne an- gehött, ein Vertrag abgeschlossen. Wüsten-
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weil die. Menschen, immer wieder auf Titel und Würden hereinfielen. 3m Rheinland schwindelte sich Theile als Dominikanerpater unb Eeneralprokurator bes Dominikanerordens einen namhaften Betrag für den Bau eines Dominikanerklosters zusammen. Als Grund für seine Handlungsweise in dem Fall Ruth Zobel gab Theile an, er habe einen Meineid Bermatofss nachweisen wollen.
Das Schöffengericht verurteilte Theile schließlich zu fünf Monaten Gefängnis.
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Die den Bedarf bei weitem überschrev- Tenbe Erzeugung an Gummi hat bie Techniker schon seft geraumer Zeit nach einer neuen Verwendungsmöglichkeit für diesen Stoff forschen lassen. Die Versuche, Gummi als schalldämpfenden Straßenbelag zu verwenden, sind erfolglos geblieben, ebenso wenig hat es sich m Gestalt von Dachpfannen bewährt. Anders scheint es dagegen mit der Anfertigung van Möbeln aus Gummi zu stehen. Dabei handelt es sich allerSings nicht um reinen Gummi, sondern dieser wird mit anderen Stoffen Gereinigt, bis man etwas erhält, das dem Holz sehr ähnlich, aber leichter, haftbarer und bequemer zu bearbeiten ist. Wie die „Deutsche Möbel- zettung" mitteilt, dürften sich bleie Eummö- möbel vorzugsweise für die Herstellung von Serienfabrikaten, z. B. für Eisenbahnen, Schiffe, Geschäftsräume, aber auch für gewöhnliche Möbel eignen.
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1898 Kiautschau auf 99 Jahre pachtete, Hal me Stabt erbaut", sa sagen bie Gelben ft Ipchllcher, aber uneingeschränkter Anerkennung, ^)eulschlanb entwarf ben Grundriß zu ihrer Entwicklung unb hinterließ als schönstes Ee- dächtnismal ben bichten Walb, mit bem es bie kahlen Hügel bedeckte." Van der Besetzung durch bie eigenen Truppen sagen bie ehrlichen Japaner nur, baß sie von 1914 bis 1922 gebauert habe, worauf bas Gebiet an Mma zurückgefallen sei. Kann man von ben ehemaligen Feinben, bie Tsingtau erst nach raiem Blutopfer von fast sechstausenb Mann
In der Gerichtsverhandlung behauptete Ruth Zobel, sie habe leinen Diebstahl begehen wollen. Das ganze sei vielmehr ein Racheatt aus Eifersucht gewesen, weil Ber- matoff mit ihr em Liebesverhältnis unterhalten habe und gleic^eittg mit anderen Mädchen Beziehungen unterhielt. Während Ruth Zobel in erster Instanz vorn Schöffengericht Eharlottenburg fteigesprochen wurde, verurteilte die Berufungsstrafkammer, die den Angaben Bermatoffs, der unter Eid die Beziehungen zu änderen Mädchen bestritt, vollen Glauben schenkte, Ruth Zobel zu sechs Monaten Gefängnis. Der 72 jährige Buchhalter Heinrich Theile hatte nun von bem Prozeß gegen Ruth Zobel in ber Zeitung gelesen unb ging, nachdem er einen Ausweis auf ben Namen bes Kriminalkom-