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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Äbechessssche Zeitung

ff. Wshington, 8. Jan. Die ameri­kanische Regierung hat eine Note an China und Japan gerichtet, in der unter Hinweis auf den Neunmächte-Ber- trag und den Kelloggpakt erklärt wird, daß die Vereinigten Staaten eine Gesetz­lichkeit der augenblicklichen Lage nicht an­erkenn?» würden. Ebensowenig würden sie die Abmachungen und Verträge zwi­schen Tokio und Nanking anerkennen, durch die Bertragsrechte Amerikas oder amerikanischer Bürger verletzt wurden. Dazu gehören auch solche Abmachungen, durch die die Unabhängigkeit und die territoriale Unantastbarkeit Chinas ver­letzt würde.

Washington erklärt, daß die anderen Unterzeichnerländer des Neunmächte-Der- trages ähnliche Schritte unternehmen. Die amerikanische Regierung hat den Anfang gemacht, weil der Neunmächte-Vertrag in

DerVorwärts", der mitteilt, daß die sozialdemokratischen Vertreter dem Kanzler erklärt hätten, die Entscheidung müsse ihrer Reichstagsfraktion überlassen bleiben, schreibt, nie und nimmer könne die sozialdernÄratische Reichstagsfraktion da­ran denken, ein zwischen der Reichsregie­rung und der Rechten etwa abgeschlossenes

Kabinett ohne Briand?

Vor der Umbildung des französischen Kabinetts

Handelsgeschäft durch ihre Mitwirkung rechtskräftig werden zu lassen. Voraus­setzung für jede Erwägung des Planes durch die sozialdemokratische Reichstags­fraktion sei die dollkommenste Sicherheit dafür, daß den Rechtsparteien keinerlei Gegenleistungen für ihr Entgegenkommen in Aussicht gestellt würden. Andernfalls

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St. 6 «7.Mtg. Marburg a. Mn

Der Anzelgenprrk« tettilgt für den 11 gespali. Zettenmtlllmrter 0.08 ®2R Famlllenan,eigen bei Barzahl. 0.07 GM.. am«, u. an* wärtigeAnz. 0.10 GM. Sog. kleine An,eigen nach Gpez ialtarif.Grund- fchrist: Solonel. Bei schwierig.Sah, sowie bei Plahdor schüft 50«/. Auf­schlag. Sanunelanzetgen lOO/o Aufschlag R«klam.-Milltm. 0.40 TM. Srundschrist i Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. Offerten-Sebührr 25 Pfg bet Zustellung der Angebote einschl PoNo.60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

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Washington unterzeichnet wurde. Aus der Tatsache, daß der Vertrag die Nicht­befestigung der Philippinen als Gegen­leistung für die offene Tür in der Mand­schurei vorsieht, sind gewisse Forderungen möglich. Der republikanische Senator Moses Hampshire, der Führer des Regierungsblocks, bemerkt, es fei wohl möglich, denNeunmächte-Vertrag" anzu- tufen, ihn durchzuführen sei aber eine andere Frage.

Japan lehnt eine Einmischung Amerikas ab.

Eine Meldung derA s s o c i a t e t Preß" aus Tokio von heute vormittag 10 Uhr japanischer Zeit, besagt, die amerikanische Note sei in Tokio noch nicht veröffentlicht worden. Japan stehe aber dem Vernehmen nach auf dem Standpunkt, daß die Mandschurei nur Japan und China angehe und dah daher kein Dritter Anlaß zur Einmischung habe.

Dte .Obrrhrssischr Zeitung' et- scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatl.i. Marburg 2.02 ®<K. ausschi. Zustellungsgebühr, hei unsre« Agenturen 1,93 GM. ^zügl. Zustestellungsgebühr. durch »te Post 2.25 GM. Für etwa durch Streik. Maschinendefektoder elementare Ereignisse ausfallende Summern wird kein Ersah ge­leistet. Verlag, Dr. 5. Httzeroth, Druck der Unib-Buchdruckerei Zoh. Aug. Roch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54 und Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 *n» »/,!1 Uhr.

Gemeinsamer Schritt in Tokio

Die Japaner lehnen ab

Aussprache Hitlers mit Brüning und Groener auf Wunsch Brünings Verhandlungen derNationalen Opposition"

wegen. Das Blatt schreibt nämlich: Wenn Laval mit dieser Idee spielt, die in Frank­lin Bouillon ihren geistigen Baier hat, so werden sich noch manche Schwierigkeiten ergeben, die nicht so leicht zu lösen sind.

Briand muh sich schonen.

ft. Paris, 8. Jan. Der Quak d' Or - s a n bezeichnet die Gerüchte, der Gesundheits­zustand Briands erlaube ihm nicht, die Ge­schäfte des Auhenministeriums weiter zu füh­ren, als falsch. Es wird hinzugefügt, daß Briand nicht die Absicht habe, zurückzutreten. Die Gerüchte, die von einer erheblichen Ver­schlechterung im Zustand des Außenministers sprechen, scheinen nichts desto weniger be­gründet zu sein. Die Aerzte, die Briand seit Jahren behandeln, haben in der Tat er­klärt, dah er unter keinen Umständen an den aufregenden Arbeiten in Lausanne oder Genf teilnehmen könne und dah er sich mehr denn se schonen, müsse. Auhenminister Briand hat auch nicht an dem am Donnerstag stattgefun­denen Ministerrat teilgenommen, und war nichteinmal in der Lage, der Leiche des ver­storbenen Kriegsministers Maginot die letzte Ehre zu erweisen. Er lieh sich viel­mehr durch eine hochstehende Persönlichkeit des Auhenministeriums vertreten.

Wie die Agentur Haoas zu wissen glaubt, würde Ministerpräsident Laval, falls Briand aus Gesundheitsrücksichten nicht die Möglichkeit sehen würde, weiterhin das Auhenmmisterium zu behalten, Briand bit­ten, dem Kabinttt seine Mitarbeit als Staatsminister zu erhalten, um der Regie­rung auch ferner mit seiner großen Erfahrung zur Seite zu stehen.

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müßte die sozialdemokratische Reichstags- frattion Gegenforderungen und Gegenbe­dingungen aufstellen.

DerDörfen-Courier" beschäftigt sich in der Hauptsache mit der Haltung der Deutschnationalen, die sich nach Auffassung des Blatteskostbar" machten. Was werd« denn von den Parteien verlangt? Etwa Preisgabe ihrer Glaubensbekenntnisse oder Verzicht auf Machtmöglichkeiten? Sie sollten verhüten helfen, daß Deutschlands Außenpolitik und Wirtschaft im schwierige sten Augenblick durch eine Präsidenten« »wähl zerrüttet werden. Zu dieser na* tionalsten, völlig überparteilichen Aufgabe seien sie «ingeladen. Es scheine, daß ge­rade in Hitlers Kreis das verstanden wor­den sei.

DieBör sen-Zeitung" berichtet, daß Hitler die Zustimmung seiner Partei zur Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten u. a. auch davon ab­hängig gemacht habe, daß sich der Kanzler nicht länger weigern solle, die Legalität der NSDAP, in aller Form anzuerkennen. Weiter soll Hitler Garantien für die ord- "nungsmaßige Ausschreivung Ser Preußen- Wahlen und eine den Wahlergebnissen ent­sprechenden Neubildung der preußischen Regierung verlangt haben. Auch für das Reich dürfte er einen Anspruch auf bal­dige Neuwahlen angemeldet haben.

DerT a g" ist der Auffassung, daß eine Verlängerung der Amtsdauer des Reichs­präsidenten schon deshalb ein Entgegen­kommen an den Kanzler bedeute, weil die­ses Verlangen ausdrücklich von der Veichs- regierung auSgegangen sei. Das Blatt hält es für sicher, daß Vereinbarungen in dieser Frage ohne weiteres die Er­füllung gewisser Bedingungen gegenüber der nationalen Opposition voraussetzen. Es spricht ebenfalls in diesem Zusammenhang von den Preußenwahlen. Bei der Forde­rung des Kanzlers sei weiter zu bedenken, daß ihre Unterstützung auch eine gewisse Festlegung in außenpolitischen Fragen be­deuten könne. Wenn eine Vereinbarung zuftandekäme, so könne der Kanzler diese Einheitsfront" auch in Lausanne ins Feld führen. Mese Einheitsfront würde Gefahr laufen, in allen ihren Teilen später für die Außenpolitik des Kabinetts verantwortlich gemacht zu werden, auch wenn diese Außenpolitik wieder Formen annähme, die sich nicht sehr von dem bisherigen System unterschieden.

Die Londoner Presse.

Die Unterredung Hitlers mit Dr. Brü­ning hat in der Londoner Presse er­hebliche Aufmerksamkeit erregt, die sich in eingehenden Berichten über die Lage in Deutschland ausdrückt. Ein Reuter-Tele­gramm besagt zwar, daß eine Einigung Hitlers mit der Regierung über eine Art Waffenstillstand und über einen Verzicht der Nationalsozialisten auf einen eigenen Prä-rsidentschaftskandidaten als sicher an­genommen werden könne. Die Aussichten der Dechandlungen werden jedoch wegen der negativen Haltung der Sozialdemo­kratie und der Weigerung der Regierung, Neuwahlen auch im Reiche vornehmen zu lassen, pessimistisch beurteilt.

Die Politik der Brüning-Regierung, so heißt es in denTimes", sei schon seit einiger Zeit ein verbesserter Nationalis­mus Man werde kaum übertreiben, wenn man Dr. Brüning und seine Kollegen als die praktischen Nationalsozialisten an­spreche und viele Personen in hohen Stel­lungen würden kaum ableugnen, dah sie im Grunde ihres Herzens Nationalsozia­listen seien. Beide Gruppen, die Politiker Und die Theoretiker, seien sich einander

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Di« gesamte Pariser Morgenpresse ist der Auffassung, Ministerpräsident Laval werde wahrscheinlich den Tod Maginots jetzt dazu benutzen wollen, dem Präsidenten btr Republik die Gesamtdemissio« des Kabinetts anzubieten. Diesem Schritt dürft« die Annahme zugrunde liegen, daß Briand aus Gesundheitsrücksichten rurucktrete« werd«. Der Präsident der Republik würde sicher wieder Laval mit der Neubildung des Kabinetts betrauen, um ihm so Gelegen­heit zu geben, «in« Konzentraiionsregierung auf breiter Grundlage zu bilden.

Petit Parisi en" glaubt, Laval werde am kommenden Mittwoch die Gesamtdemis­sion des Kabinetts dem Präsidenten der Re­publik anbieten. Es liege kurz vor der Kon­ferenz von Lausanne und Genf im offensicht­lichen Interesse Frankreichs, das Ministerium auf eine breite Grundlage zu stellen und möglichst eine nationale Elnheits- front sämtlicher Parteien zu schaffen. Briand habe in letzter Zeit wiederholt dem Ministerpräsidenten zu verstehen gegeben, rote beschwerlich für ihn die mit der Konfereiy verbundenen Mühen sein würden.

Ebenso sehen viele andere Blätter kn der Gesamtdemission des Kabinetts die wahr­scheinliche Lösung, zu der sich Laval entschlte- ßen wird. Sie verkleinern dabet aber nicht die Schwierigkeiten einer Neubildung des Kabinetts durch Laval. Wenn Laval tatsäch­lich daran gedacht haben sollte, ein Ministe­rium der nationalen Einheitsftont nur unter Einschluß der Sozialisten zu bilden, dann müßte die Antwort, die ihm der sozialistische Popuiaire" bade in einem Artikel des

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Am Mittwoch und am Donnerstag fan­den, rote von parteiamtlicher Seite der NSDAP, mitgeteilt wird, Besprechungen Hitlers mit Groener und Brü­ning über die Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsiden­ten statt.

Aus Kreisen der Nationalsozialisten wird zur Unterredung Hitlers mit der Reichsregierung mitgeteilt, daß Hitler die Anerkennung der Legalität der NSDAP, und weiterhin Zusicherun- gen hinsichtlich der Neuwahlen nicht nur in Preußen sondern auch im Reich gefordert habe.

Abgeordneten Frossard gibt, genügen, Laval zum Verzicht auf dieses Projekt zu be=

Die Besprechung, die Adolf Hitler bereits am Mittwoch mit dem Reichs­innenminister Groener gehabt hat, ist dis Donnerstag abend geheim gehalten worden. Der Wunsch zu dieser Unter­redung ging von Groener als dem für Verfassungsfragen zuständigen Reichs­innenminister aus.

Die Vesttrechung zwischen dem Kanzler, Reichsminister Groener und Adolf Hitler dauerte etwa VA Stunden. Wie wir er­fahren, hat Adolf Hitler sich darauf sofort den Führern der übrigen dernationalen Opposition" angehörenden Organisationen in Verbindung gesetzt, um sie über die Be­sprechung zu unterrichten und um ihre Auffassung zu der Frage einer Verlänge­rung der Amtszeit des Reichspräsidenten zu erfahren. Heute vormittag soll eine Zusammenkunft der Führer dernationa­len Opposition" stattfinden, in der die Haltung dieser Organisationen geklärt werden soll. 3m Anschluß daran wird bann der Führer der NSDAP, erneut mit k dem Reichskanzler und dem Reicheminister Eroener zusammsnkommen, und ihnen die Frage zu beantworten, die sie ihm vorge- legt haben. Diese Besprechung wird am Freitag ztachmittag oder am Sonnabend stattfinden, je nachdem wie schnell es ge­lingt, eine Klärung innerhalb der Harz­burger Front herbei^uführen. Aus der bisherigen Haltung Hitlers geht jedenfalls hervor, daß er großen Wert darauf legt, in llebereinstimmung mit den anderen Faktoren dieser Verbindung vorzugehen.

Rach Hitler empfing Brüning die Füh­rer der Sozialdemokraten, um die Stellungnahme der SPD. zur Reichspräsi- bentenfrage zu klären. Die sozialdemo­kratischen Abgeordneten haben eine end- gültige Stellungnahme von einer Be­fragung des Parteivorstandes abhängig aemach't. Die SPD.-Blätter lasten aber burchblicken, daß die SPD. sich gegen eine Verknüpfung dieses Planes mit irgend­welchen politischen Bedingungen durch andere Parteien aussprechen werde.

Pressestimmen

. Die Morgenblätter beschäftigen sich alle fr großer Aufmachung mit den gestrigen Besprechungen des Reichskanzlers wit Adolf Hitler und mit den sozial- Anokratischen Führern über die Frage der Diederwahl des Reichspräsidenten von Hindenburg.

DieVosfische Zeitung" bezeichnet fr« Behauptungen, daß Hitler politische Adingungen für seine Zustimmung zur Wiederwahl Hindenburgs geftellt habe, lchvn deshalb als unzutreffend, well der Reichspräsident seine Zustimmung zur Verlängerung seiner Amtsperiode ous- früÄich an die Voraussetzung geknüpft habe, daß alle Parteien, ohne politische Bedingungen, sich mit seiner Wiederwahl Unverstanden erklärten.