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SbecheMche

Marburver SeMcke

ragrtzlmzeiser B/ B | Ä II Lan-eszeituns

Anzeiger* für (bas frühere kurheffifche) Oberhessen

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Marburg a. Lahn

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Kriegsminister Maginot f

'Ein unerbittlicher Feind Deutschlands Geht Briand nach Lausanne?

Umbildung des Kabinetts?

Vor der Tributkonferenz

ft Paris, 7. San. Kriegsmini- ' ster Andreas Maginot ist in der Nacht zum Donnerstag um 2 Uhr an den Folgen eines schweren Darmtyphus und eines Brust- und Leberleidens in der Pariser Klinik, in die man ihn vor einigen Tagen überführt hatte, g e - ft o r b e n.

Der Tod des Kriegsministers ist gänz­lich überraschend erfolgt, da selbst die Aerzte noch am Mittwoch fast zuver­sichtlich über den weiteren Verlauf der Krankheit urteilten. Die sterblichen Ueberreste Maginots wurden noch in der Nacht in das Kriegsministerium über­führt, wo die Leiche aufgebahrt wird.

Maginot wurde am 15. Februar 1877 geboren und hat im Jahre 1910 seine diplomatische Laufbahn als Abgeordneter der demokratisch-sozialen Aktion begonnen. Dieser Gruppe, die unter der Führung des Kolonialminister Paul R e y n a u d stand, gehören außer dem Präsidenten des Heeresauslchusses der Kammer Fabry, der französische Botschafter in Berlin Poncet und der blinde Abgeordnete C c a p i n i an. Bei Kriegsausbruch trat Maginot als einfacher Infanterist in die Armee ein und nahm an den Kämpfen um Verdun teil, wo 'er im November 1914 verwundet wurde, nach­dem er inzwischen zum Unteroffizier be­fördert worden war. Nach Kriegsende übernahm er 1920 erstmalig unter der Führung Millerands das Pensions- Ministerium und wurde zwei Jahre später unter P o i n c a r 6 mit dem Kriegs- Ministerium betraut, das er mit Aus­nahme einer kurzen Zeit nicht wieder aus brr Hand gab. Politisch verkörperte Ma­gnat das militärische Frankreich mit sei­nem ganzen Chauvinismus und seinen stegemoniebestrebungen. Er war es auch, der Poincarch mit dem ihn eine enge Freundschaft verband, zur R u h r be­seh u n g getrieben hat, und der immer wieder darauf drängte, Deutschland durch militärische Demonstrationen einzuschüch­tern. Der Herabsetzung der französischen Militärpflicht vor einem Jahre hat er nur notgedrungen unter dem Druck der Linken ^gestimmt, und seine chauvinistischen Reden im Zusammenhang mit der Ab- kültung sind noch in aller Erinnerung.

Der plötzliche Tod des französischen Kriegsminister Maginot ebenso wie der kräEiche Zustand des Außenministers briand stellen die französische Regie- kung vor die heikle Frage, einen Vertre­ter für die bevorstehenden internationa­len Konferenzen zu finden. In gut un- strrichteten Kreisen rechnet man damit, daß Ministerpräsident Laval am 12. ^"uar, am Tage des Mederzusammen- Eritts des Kammer, dem Staatspräsiden­ten die Gesamt demission des Kabinetts unterbreiten wird, um eine Neubesetzung des Außenmini­steriums und auch des Kriegs- Ministeriums vorzunehmen. Es un­tersteht keinem Zweifel, daß Laval wieder mit der Neubildung beauf­lagt wird. In politischen Kreisen ^hnet man damit, daß Laval unter Um- I

ständen versuchen wird, dem neuen Kabi­nett eine weiter nach links gerichtete'Rich, tung geben zu können. Als Kriegs­minister sei Painlevä und als Außen­minister Paul B o n c o u r vorgesehen. Allerdings handelt es sich hier nur um Vermutungen.

fk. London, 7. San. Die Meldungen ausländischer Zeitungen, daß eine Ver­einbarung zwischen England und Amerika bezw. zwischen England und Frankreich über die Tribute zu­stande gekommen sei, wird in London amtlich dementiert.

Freie Hand für Japan

Vormarsch auf Tientsin

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Oben links: Der chinesische General Tschang- tschunghui bat die Selbständigkeit der mand­schurischen Republick ausrufen lasten

Unten links: Javanische Soldaten bergen einen gefallenen Offizier, der bei den letzten Kämpfen getötet wurde

Rechts: Chinesische Truppen in einem Schützen­graben vor Kintschau. das den Japanern kampflos übergeben wurde.

Rechts: General Tschanghsüliang, der Führer I der chinesischen Truppen in der Südwand- schüret

Weiterer Vormarsch der Sapaner nach Süden.

ft London, 7. San. Die Sapaner setzen ihren Vormarsch nach Süden fort und haben bereits die Stadt H u l u t a u südlich von Kintschau besetzt Eine Trup- penabteilung hat schon S ch a n h e i k et» recht. Es wird mit einer Besetzung Tientsins durch die Sapaner gerech­net

500 indische Organisationen verboten.

Bombay, 6. San. Alle Kongreß- und dem Kongreß angegliederten Organisatio­nen der Präsidentenschaft Bombay sind als gesetzwidrig verboten worden. Bon dieser Maßnahme werden 500 Organisa­tionen betroffen.

Bei den Dienstag-Unruhen in Benares, bei denen die Polizei 14 scharfe Salven in die Menge feuerte, wurden 2 Men - scheu getötet und 100 verletzt; davon 40 Prozent schwer, daß man mit weiteren Tnhesonfern rechnet.

Lriands Befinden soll, wie es heißt derart fein, daß man fast bestimmt an» nimmt, er werde sich nicht zur Konferenz nach Lausanne begeben können. Unter diesen Umständen dürfte die fran­zösische Delegation unter Führung von Finanzminister F l a n d i n, vielleicht mit Unterstützung eines anderen Ministers stehen. Ministerpräsident Laval wird höchstwahrscheinlich der Eröffnung der Reparationskonferenz beiwohnen und dann später erst, wenn die Arbeiten ihrem Ende entgegengehen, sich wieder nach Lausanne begeben. Als Datum des Zusammentritts der Reparationskonferenz wird heute der 20. Sanna« genannt *$

Oeuvre" schreibt, die Berliner Ban­kier-Konferenz werde nur zu einer Ver­längerung der eingeftorenen Kredite ge­langen können. Lausanne stehe also in Ge­fahr, nicht einmal soweit gehen zu können, wie man in Basel gegangen sei.

Das Gewerkschaftsblatt2e Peuple" wendet sich scharf gegen eine Uebertragung der Methoden der Bankier-Konferenz auf die Reparationskonferenz. Das Blatt er­hofft von einer endgültigen Regelung des Aeparationsproblems den Wiederaufbau der Wirtschaft sowie eine Einigung Euro­pas gegenüber Amerika. Der Poung- Plan fei tot schreibt »Le Peuple", und was man auch in Lausanne sage und tun möge, sicher sei, daß die Reparationszah- lungen für mehrere Jahre gestrichen wür­den. ES wäre grotesk, glauben zu wollery sie könnten je wieder aufleben.

.«Echo de Paris" erklärt, daß sich! die bevorstehende Reparationskonferenz dem Beschluß der Berliner Bankiers, die kurzfristigen Kredite nur für ein Jahr za verlängern, zu eigen machen müßte: DaS Blatt schreibt die Gläubiger hätten gewisse Aenderungen im Rahmen des! Boung-Moratoriums vorzunehmen, um es so für Deutschland annehmbar zu machen. Solche Abänderungen würden nach ein­jähriger Prüfung vielleicht eine neue Retouche erfahren. Die Sachverständigen des englischen Schatz­amtes würden am Freitag in Berlin er­wartet. Es sei aber festzustellen, daß der Standpunkt des britischen Schatzamtes und der der französischen Regierung von einer Angleichung noch weit entfernt seien. London beharre darauf, daß Deutsch­land in seiner jetzigen Lage mehrere Zähre Ruhe brauche.

Deutfchlauvs Vorbereitungen für Lau­sanne.

Wie wir erfahren, werden die deut­schen Botschafter in Paris, London und Rom am Donnerstag in Berlin eintreffen und bereits am Nach­mittag an den Reparationsberatungen teilnehmen.

Rngesichts der Tatsache, daß immer noch kein endgültiger Termin für den Beginn der Lausanner Reparationskonferenz fest­gesetzt ist, oa Frankreich bemüht ist, den von England für den 18. Januar vorge­schlagenen Beginn um einige Zeit zu ver­schieben, wird an zuständiger Stelle er­neut daran erinnert, daß Deutschland sich mit dem englischen Vorschlag einverstanden ®rfiärt hat. Die deutsche Regierung ist der