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Mittwoch, benß.ZanuaNW

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesse»

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt nnd Kreis Marburg.

Deutschland am Boden zu halten"

Das Ziel der französischen Tribut-Politik Gegen jede Streichung der Reparationen

Das wahre Gesicht

Konferenz am 25. Januar

ImEcho de Parivertritt der anßenpolitische Berichterstatter P e r t i - n a x ganz offen den Grundsatz, der schon von jeher die amtlichen französischen Kreise beherrscht, ohne jedoch bisher klar aasgesprochen zu sein, daß es sich nämlich bei der Aufrechterhaltung der Tribute we­der um die sogenannte Durchführung ver­briefter und heiliger Rechte, noch um eine LeLensnotwendigkeit des französischen Bolles oder um eine Wiedergutmachung der durch den Krieg verursachten Schäden handelt, sondern einzig und allein um die Möglichkeit, Deutschland solange wie möglich am Boden zu hal­ten, um einen ernstlichen Konkurrenten für Frankreich auszuschalte«. Wenn Deutschland von de« Tributen befreü »erde, so wird erklärt, dann werde ep nach Ablauf der augenblicklichen Krise auf dem internationalen Markt unumstritten die Uebermacht gewinne«. Außerdem werde es umso schneller an de« zweiten Punkt seines Programmes, nämlich die Gebiets- und politischen Forderungen Herangehen, je eher es von der Last der Tribute befreit werde.

DerTernpS" untersucht in einem langen Artikel das Tributproblem. Die Anullierung der deutschen Zah­lungen würde ein Verbrechen ge­gen die Achtung der Verträge darstellen, die als die Grundlage der toest- kchen Zivilisation angesehen werden müß­ten. Das Interesse Frankreichs stehe we­niger auf dem Spiel, denn das Loch, das der Ausfall der Reparationen in seinem Haushalt Hervorrufen würde, könne ge­stopft werden. Es handele sich vielmehr um das Znteresse der europäi­schen Zivilisation. Ein Sieg Deutschlands in der Tributfrage würde es nur ermutigen, neue Forderungen zu stel­len. Der Voungplan sei weder ein Dik- tat noch ein Tribut. 0n normalen Zellen sti seine Anwendung nur gerecht. Er müsse außerdem als ein Symbol nicht der Unter- drückung des deutschen Volkes, sondern der Ehrfurcht, die man der Zivili­sation schuldig sei. erhallen bleiben. . Einige Berliner Blatter beschäftigen fich ut glossierender Form mit den Verschiebe­rn französischen Presseäußevimgen über die Reparationsfrage, insbesondere mit de« Anregungen derDepesche de Tou­louse" und der Polemik desTempS" M diesen Anregungen.

. Selbst dieGermania" warnt davor, M den jüngsten französischen Pressesllmmen -ll der Reparationssrage bereits die Ein- «llung zu einem bevorstehenden Umfaß französischen Regierung zu sehen. Die -Tatsache aber, daß die mutigen Feststel- «ngen der südfranzösischen Provinzzellung ^len so starken Sturm in der Pariser Presse erregen könnten, sei ein Beweis^ die fteigenoe Ansicherheit, in der man sch heute in Frankreich gegenüber dem politischen SchEenproblem beftnde. Die

Frankreichs Hartnäckigkeit verschul- Otte amerllanische Hallung in der Schul- »enftage werfe die große Frage auf, was den eigenen Schulden werden solle.

DerT a g nennt den Artikel derDe­iche de Toulouse" nur einenEnt- chlltngsvorstoß sür die deutsche Linke".

Die maßgebeniden Kreis« in Frankreich hielten zäh an ihrer allen These fest: Ret­tung des HoungPlans um jeden Preis, eine möglichst kurzfristige Behelfslösung, die die Weiterzahlung des ungeschützten Tribut­anteils und dessen Rückerstattung an die so zu überschuldende Reichsbahn vorsehe. Die anderwärts wachsende Einsicht über die wirtschaftliche Schädlichkeit der Tribute sei jedenfalls in Frankreich noch nicht ver­breitet, zumal man ja dort in den Tributen vor allem ein politisches Druck- mitte I sehe.

Basel, 5. Januar. Nachdem Bundes­präsident Motta bereits dem englische« Gesandten und dem französischen Botschaf­ter in Bern seine Zustimmung zur Ab­haltung der Tributkonferenz in Lausanne gegeben hat, hat der Eesamtbundesrat in seiner Dienstagssitzung diese Zusage be­stätigt. Die Konferenz.wird am 2 5. Januar in Lausanne begin­nen. Bundespräsident Motta wird 1 als Vertreter der Schweizerischen Landes­

Das gährende Indien

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Blick auf dieMoschee der Moscheen", die größte der Welt, in Delhi, wo sich das Zentrum der mohammedanischen Bewegung in Indien befindet.

ft Bombay, 6. San. Heute morgen 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit begann die. eng­lische Polizei mit der Verhaftung der Kongreßführer in Bombay. Unter anderen wurde« auch Bithalbaq Patel, der ehemalige Präsident der Gesetzgebenden Ver­sammlung Indiens, Bruder des bereits ver­hafteten Präsidenten Ballabay Patel, sowie der Vizepräsident des Bombayer Bollzugsaus- schusies des Kongresses, Norman«, ver­haftet

Zu schweren Zusammenstößen kam es zwischen der Polizei und Konareßanhängern in Benares. Eine riesige Menschenmenge ver­anstaltete eine Sympathiekundgebung für Gandhi. Die Polizei ging mit Stöcken gegen die Menge vor, wobei eine Person getötet wurde. Als die Menge sich weigerte, aus­einander zu gehen, gab die Polizei 14 Eewehr- salven ab. Die Zahl der Verluste ist noch unbekannt.

DerKriegsrat" des Kongresses in Bombay hat in einer Sondersitzung die Ein­zelheiten für den llngehorsamkertsfeldzug fest­

gelegt, darunter die Boykottierung englischer Schiffahrtsgesellschaften und Verstcherungs- konzerne, die Aufstellung von Streikposten vor englischen Läden, sowie die ungesetzliche Herstellung von Salz. Ferner ist die Ein­richtung von zwei Hospitälern mit je 450 Bet­ten in Angriff genommen worden. Gelder zur Unterstützung der Kongreßattion werden gesammelt. Die bisherigen Sammlungen ha­ben bereits über zwei Millionen Mark ein­gebracht. Weiter soll der Kongreß mit der Bombayer Eoldwährungsbörse in Verbin­dung getreten sein, um die Goldausfuhr ein­zustellen.

Der Provinzkongreß von Eujeral hat sämt­liche Mühlenbesitzer aufgefordert, die Aufträge auf englische Maschinen in Höhe von minde­stens 7 Millionen M--rk für ungültig zu er­klären.«

Der Vizekönig hat seine Reise nach Alwar aufgeschoben und bleibt wegen der ttitischen Lage in Delhi.

In Cawnpur schritt die Polizei mit Stöcken gegen die Demonstranten ein, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Auch eine Kinderdemonstratiou wurde aufgelöst und sechs Kinder verhaftet

regicrung und damit des Gastlandes der Eröffnungssitzung beiwohnen.

Die Londoner City nnd die Konferenz von Lausanne.

Zu den Berichten, daß die Lausanner Konferenz vielleicht eine Entschei­dung über die Reparationszahlungen bis zum Juni hinausschieben werde, schreibtFinancial Rews", die Elly sei von dieser Möglichkeit nicht sonderlich begeistert, immerhin aber wäre eine solche Lösung noch besser als etwa eine Verein­barung, die ein dreijähriges Moratoriunr zur Grundlage hätte.

Der englische Standpunkt hat sich in­sofern geändert, als man zwar nach wie vor an der Notwendigkeit einer zeitweiligen Lösung der Tribut- srage, möglichst durch ein langjähri­ges Moratorium feschätt, aber gleich­zeitig die Einwände anerkennt, die in der City erhoben werden, daß nämlich die Zwischenlösung das notwendige Ver­trauen auf die Kreditfähigkeit Deutschlands nicht wiederherstellen könne. Ztn- folgedessen versucht man, Mittel und Wege zu finden, tote sich eine Wiederbelebung des KredllverhällnisseS innerhalb Europas durch Zufammenarbell der verschiedenen Staaten ermöglichen lasse, und tote sich ge­wisse Hindernisse im internationalen Han­delsverkehr. durch die die Geschäftswelt starke Rachteile hat. Beseitigen lassen. Wan meint, daß derartige Bestrebungen, wenn sie Erfolg hätten, Amerika gegenüber er­neut den Willen Europas beweisen wür­den, eine positive Wiederauföaupolllik zll treiben und diese könnte nicht ohne Rück­wirkung auf den amerikanischen Srandpurckt bleiben. Gleichzeitig legt man nach wie vor in amtlichen Kreisen Wert darauf, über den deutschen Standpunft offiziell unter­richtet zu werden, um auf diese Weise die Zusammenarbeit Englands auch mll ande­ren Ländern als nur Frankreich einzuleiten.

Zusammenkunft Macdonalds nnd Lavals in Paris?

ff. Paris, 6. Jan. In gut unter­richteten französischen Kreisen rechnet man damit, daß es dem französischen Minister­präsidenten angesichts der bevorstehenden Haushaltsberatungen in der Kammer un­möglich sein werde, sich nach London zu begeben. In diesem Falle werde die beab- stchttgte Aussprache der beiden -Regie« rungsfllhrer voraussichtlich in Paris stattfinden, wenn sich die englische Abord­nung über die französische Hauptstadt nach Lausanne begeben werde. Minister­präsident Macdonald hat beschlossen, seinen Aufenthalt in Lossiemouth abzu- kürzen. Er wird am Donnerstag früh seine Tätigkeit in London wieder aufneh­men. Auch fast sämtliche andere Minister »erben am Mittwoch oder Donnerstag nach London zurückkehren.

Hoover mU einer Währungskonferea» einverstanden.

Einer Rewyorker Meldung der Daily Mail" znfolge ist Hoover be­reit, eine Währung skonferenz einzuberufen, falls England dies wünschen «ad England, Frankreich und Deutschland nach Abschluß der Tributver- handlnagen deshalb an ihn herantre­ten sollte».