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Settm. Marsms a. L. Dimstag, den 5. Januar 1932

Nr. 3

in die Orte z« ziehen und damit den Se.

6,9 Prozent zu rechnen sein. Dieser Schwund

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Nachstehend geben wir den Reichsoerkehrsministers wieder,

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Reichsverkehrsminister Treviranus hat vor kurzem einen dringenden Appell an die Län­derregierungen erlassen, in dem et ausfor­dert. praktische Schritte zur Förderung des Fremdenverkehrs zu ergreifen. Er bezeichnet es als falsche Sparsamkeit, in der jetzigen Zeit die von den Kommunen für Fremden­verkehrs-Werbung bereitgestellten Betrage gänzlich zu drosseln und macht deshalb auch den Vorschlag, durch entsprechende Anwei­sung an die Staatskommissare zu verhindern, daß etwa neu zur Verfügung gestellte Gelder für die Verkehrswerbung von diesen Kommis­saren nachträglich wieder gestrichen werden.

3m Zusammenhang mit diesem Aufruf sei nun auch die Frage aufgeworfen: Was wird Marburg in diesem Jahre in der Fremdenwerbung tun? Schon in un­serem Jahresrückblick haben wir feststellen können' daß die Fremdenfrequenz der Stadt Marburg bei weitem nicht so großen Schwan­kungen unterworfen ist, wie die anderer Städte. Das liegt einfach daran, daß Mar­burg weder Badeort noch Sommerfrische ist. sondern einfach versucht, die natürliche Frem- benzufuhr durch verkehrswerbende Veran­staltungen zu stärken und zu beleben. Daß dieser Versuch von Erfolg gekrönt war, be­weist die Fremdenfrequenz der letzten Jahre. So wurden gezählt an Uebernachtungen im Jubiläumsjahre 1927 rund 37 000, im Jahre 1929 dagegen rund 52 000. Erst im Jahre 1930 trat ein Rückgang von 2 Prozent ein, und in diesem Jahre dürfte mit einem Rückgang von

ist einfach auf die trostlose Wirtschaftslage zu- rückzuführen, beträgt er doch in den bekann­testen Bädern 2530 Prozent.

Wie schon gesagt, setzt sich der Reichsver­kehrsminister dafür ein, daß die Werbemittel auch in dem Notjahre 1932 nicht beschränkt werden sollen. Das scheint uns fast zuviel, be­rechtigt scheint uns aber die Forderung, daß die Fremdenwerbung da, wo sie im Interesse der Kommune und mit Erfolg betrieben wurde, nicht gänzlich eingestellt, sondern im, den Zeitverhältnissen angepaßten Rahmen fortgeführt wird. Stillstand ist Rückgang das gilt auch hier und gilt auch für die Stadt Marburg. Im Interesse der bisher geleiste­ten Aufbauarbeit liegt es jedenfalls, daß sich Magistrat und Stadtverordnete baldmöglichst barvb x klar werben, ob in Marbuig im

Die Bedeutung des Reiseverkehrs, der bis­her bei Betrachtungen über die deutsche Wirt­schaft wenig Beachtung gefunden hatte, ist in letzter Zeit mehr und mehr in Erscheinung getreten. Immer stärker hat sich die Er­kenntnis durchgesetzt, daß er als ein befruch­tender Strom auf zahlreiche Zweige des Wirt­schaftslebens wirkt und einen wichttgen Fak­tor in der deutschen Handelsbilanz darstellt. Während jedoch die Fremdenverkehrsbilanzen Frankreichs, Italiens und der Schweiz noch aktiv sind, muß leider für den deutschen Frem­denverkehr nach den vorliegenden Unterlagen, die naturgemäß, weil auf Schätzung beruhend, ungenau sind, der Schluß gezogen werden, daß seine Bilanz beträchtlich passiv ist, d. h.

Jahre 1932 irgendwelche verkehrs­werbende Veranstaltungen statt- finben sollen. Wenn nicht bann wird sich jeder damit abfinben müssen. Wir w a r- e n aber dringend davor (und haben **es immer schon getan), dstß Beschlüsse über solche Veranstaltungen in letzter Minute ge­faßt werden. Verkehrswerbende Veranstal­tungen wollen gründlich vorbereitet sein. Man wird also die Forderung stellen müssen, daß sich eine der ersten Stadtverordnetensitzungen im neuen Jahre auch mit dieser Frage be­schäftigt. Hier hilft nur ein klaresJa" oder Nein", verderblich aber sind zu spät gefaßte

3d somit!

schästsoerkehr zu beleben, nach wie vor genügend Mittel für Werbezwecke, also produktive Zwecke, zur Verfügung stellen müßte. Geht der Fremdenverkehr zurück, so entsteht für die Stabte nur ein neuer Ausfall und eine weitere Belastung durch

Arbeitslosigkeit.

Bedauerlicherweise haben verschiedene «tädte die Werbemittel stark gekürzt oder sie sogar fast auf den Nullpunkt gebracht: andere Rom» munen haben sich wiederum außerstande er­klärt, ihre vertragsmäßig übernommenen Ver­pflichtungen gegenüber Verkehrswerbungsver­bänden zu erfüllen. Wo Staatskommis­sare für die Festsetzung der Haushaltsan­schläge der Städte bestellt worden sind, ist es auch vorgekommen, daß diese ttotz des Wider­spruchs der Kommunen die für Fremdenver­kehrswerbung vorgesehenen Mittel völlig ober so gut wie völlig gestrichen haben, wie anbe» rerseits auch roieber Städte keine Mittel glau­ben auf bringen zu können, während 'der Staatskommissar in richtiger Erkenntnis bet Dinge Mittel bereitstellen wollte.

Ich würde es lebhaft begrüßen, wenn die Regierungen der Länder sich meinem Stand­punkt anschließen könnten und in Würdigung der wirtschaftlichen Bedeutung des Fremden­verkehrs nach wie vor ihrerseits die Mittel bereitstellen würden, die sie bisher für diesen werbenden Zweck gegeben haben, und wenn sie vor allem auch auf die Kommunalverbände dahin wirken würden, daß diese die ihnen auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs oblie­genden Aufgaben in derselben Weise rote bis­her finanziell unterstützen."

Von der Universität. Die Weih­nachtsferien sind zu Ende, und allmählich stellen sich die Studenten wieder in Marburg ein. Die Vorlesungen beginnen am 7. Januar.

baß deutsche Reisende mehr Geld stn Ausland ausgeben. als ausländische Reisende in Deutschland. Diesem Zustand abzuhelfen, muß Ausgabe der in der Fremdenverkehrs- Werbung tätigen Organisationen fein, die aber siaatlicher und kommunaler För­derung und Unter st ützung nicht werden entbehren können.

Gerade in der heutigen Zeit, roo die Zahl der Personen, die sich eine Erholungsreise ge­statten können, im Sinken ist und vielfach die Reifen zeitlich beschränkt werden, werden die Vdrkehrsverbävde ihre Werbung intensiver gestalten wüsten. Nur bann wirb es gelingen, in bem deutschen Reisepublikum der lieber« zeugung zum Siege zu verhelfen, bah Deutschland genug der landschaft- schaftlichen Reize und genug an heilkräftigen Quellen jeder Art besitzt, so baß ein Entschluß, sich auf eine Inlanbsreise zu beschränken, nicht zu schwer fallen kann, zumal es setzt als vater­ländische Pflicht betrachtet wer­den muh, das deutsche Geld im Inland zu verzehren. Nur bet intensivster Werbung aller beteiligten Kreise wird es ferner aber auch gelingen. den ausländischen Fremden st rom nach Deutschlands schö­nen Gegenden zu leiten.

Zu wirksamer Propaganda gehören aber Mittel. Vielfach haben sich die Kommunal- verbände oder die Städte den Verkehrsver- bänben, die die Propaganda für ihre Gegend betreiben, vertragsmäßig verpflichtet, ihnen alljährlich Mittel zur Verfügung zu stellen ober haben unmittelbar eigene Propaganda getrieben. Es liegt auf der Hand, baß es in der heutigen Zeit den Kommunen schwer wird, ihre Verpflichtungen diesen Verbänden gegenüber z« erfüllen, oder, soweit sie eine eigene Werbetätigkeit entfalten, Mittel für diese bereitzustellen.

Trotzdem meine ich, daß man gerade von dem Gesichtspunkt aus, Fremdenverkehr

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Die Feem-enverkehrs-Dilanz muß aktiv werden!

Ein Runderlatz des Reichsverkehrsministers - Was wird Marburg unternehmen?

würbe bald aufgefunben unb mit bem Kraft­wagen in bas Corbacher städtische Kranken­haus überführt. Dort ist er heute mittag um V-2 Uhr seinen Berwundungen erlegen. Ob ber Verunglückte nur zufällig auf Has Gleis geraten ist, muß die Untersuchung klären.

Kreis Siedenkvoi

Biedenkopf, 5. Jan. Auf Grund de r Verhandlungen zwischen dem Reichskommissar für Preisüberwachung und dem Eermaniaverband sieht sich die hiesige Bäckerinnung veranlaßt, die Brotpreise wie folgt zu ändern: 3Vs Vfd. Mischbrot 66 Pfg., 3Uz Pfd. Roggenbrot 62 Pfg.

0 Frechenhausen, 4. Jan. In der Scheune des Landmanns Schwolow brach in der Nacht Feuer aus. Die hiesige Wehr war gleich zur Stelle und konnte den Brand noch rechtzeitig löschen, bevor er größere Ausdehnung annehmen konnte.

0 Bischoffen, 4. Jan. Der, hiesige Gemeinderechirer Kern hat nach 14jähriger Arbeit im Dienste der Gemeinde sein Amt niedergelegt. An seine Stelle trat der Land­mann Willi Berrmann.

Niederweidbach sKreis Biedenkopf). 3. Jan. Der zum Pfarrer des Kirchspiels Nie­derweidbach ernannte Pfarrer Bremer aus Hatzfeld wird am kommenden Sonntag in dem Vormittagsgottesdienst in sein Amt ein­geführt werden.

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0 Laasphe, 4. Jan. Für den gevkan­te n B a d e - und KurbetriebinBerle- burg haben die Verhandlungen über die Frage der technischen Durchführung der An­lagen bereits begonnen. Man glaubt, daß recht bald mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, da sich der Radiumgehalt als sehr ergiebig erwiesen hat.

Wenkbach, 4. Jan. Der me|tge Kri e- geroerein hielt in der Wirtschaft Wagner einen Familienabend ab. Der kleine Saal war überfüllt. Die Jugendgruppe unter Lei­tung des Mitgliedes Vollmer, führte etliche gut eingeübte Theaterstücke auf, von denen am bestenDer blinde Krieger" gefiel. Am Schlüsse fand noch eine Verlosung statt, die große Heiterkeit auslöste.

Argenstein, 4. Jan. Ein eigen­tümliches Erlebnis hatte eine hiesige Ortseinwohnerin. Als sie morgens frühe in ihre Küche kam, sprang ihr ein Fuchs entgegen, der sich durch eine Oeffnung der Tür eingeschlichen und scheinbar die stanze Nacht in der Küche verbracht hatte. B« ge­öffneter Tür verschwand ber Fuchs, ehe sich die Frau von ihrem Schrecken erholt hatte.

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Großseelheim, 4. Jan. Zu unserer Notiz vom 1. Januar wird uns von Herrn E. H. mitgeteitt, daß ber Wolfshund von seiner Seite freiwillig an das Bürgermeister­amt abgeliefert wurde, nachdem er erkannt hatte, daß der Hund ohne Berechtigung an ihn verkauft worden war. Es handelt sich also nicht um einen Diebstahl, sondern um ein zugelaufenes Tier.

Aus Walde»

Netze, 3. Jan. Ein schwerer Un­fall hat sich heute morgen gegen 8 Uhr in der Nähe unseres Dorfes zugetrWen. Vom Personenzug 3374, ber um 7.48 Uhr aut bem Bahnhof Netze eintrifft, wurde auf offener Strecke ber hier wohnhafte, 33 Jahre alte Arbeiter E. überfähren. Dem Un­glücklichen würbe das linke Bein oberhalb des Knies abgetrennt, cmßerbem erlitt er schwere Kopfverletzungen. Der Ueberfahrene

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Verschärfte zagdschutzmaHlilchmen in Preußen

Mit Wirkung vom 1. Januar 1932 ab ist auf Anordnung der preußischen W sterien für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, sowie für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung eine Ergänzung zur Tier- und Pflanzenschutzverordnung vom 16. Dezember 1929 in Kraft getreten, die insbesondere den Zweck verfolgt, ver­schärfte Iagdschutzmaßnahmen für ganz Preußen in Wirksamkeit zu setzen. Es wird in dieser Ergänzungsverordnung zum Schutze gegen Wilddiebstähle und gewerbsmäßiges Wildern angeordnet, daß jedes Stück Elch-, Rot-, Dam-, Reh­oder Schwarzwild, das unzerlegt feilge­boten wird, mit einem Ursprungsschein versehen sein muß. Lediglich der Wie­derverkauf durch berufsmäßige Wild- Händler ist von dieser Vorschrift ausge­nommen. Weiter müflen alle Gewerbe­treibenden, die Wild verarbeiten, ein Wildhandelsbuch fuhren, aus dem sich er­sehen läßt, von wem sie das Wild bezo­gen haben. Auch hier wieder ist eine Ausnahme lediglich für den Bezug vom Händler gemacht. Weiter wird angeord­net, daß jedes Stück Wild oder jedes Tier, das entgegen den Bestimmungen der Tier- und Pflanzenschutzverordnung oder des Jagdgesetzes erbeutet worven ist, künftig beschlagnahmt werden mutz, während bisher in dieser Hinsicht nur eine Kann-Vorschrift bestand. Beschlag­nahmtes Wild ist zur Verwertung je nach seiner Art entweder einer Wissenschaft- lichen Sammlung, oder bei genießbarem Wild einem Krankenhaus zu überweisen, auf alle Fälle darf es nur zu einem ge­meinnützigen Zwecke Verwendung fin­den. In der gleichen Weise ist auch über alles Schalenwild zu verfügen, das mit Schrot- oder Postenschutz beim Erleger, Iagdpächter oder Wildhandler festgestellt wird.

Wetterbeobachtungen am .4 5. Jan.

Höchste Temperatur am 4. Januar 10.2 Celsius Niedrigste Temperatur lebte Nacht 4,7 Celsius

PHOTO-BÖHLER - BRILLEN-BÖHLER

Zeit

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Marburg/Lahn Wettergasse 30 Bahnhofstr. 9

Fernruf 248 *

Wetterbericht.

Bei Island ist ein neuer Sturmwirbel erschienen, der rasch seinen Einflußbereich ost- und südwärts ausdehnen wird. Dabei werden unter stärkeren Niederschlägen die von dem skandinavischen Hochdruckgebiet nach dem Kontinent geflossenen Kaltluft­massen, welche über Deutschland bis zur Elbe heran sich bemerkbar machten, nach Osten abgedrängt. In unfern Gebiet wird sich ohne nennenswerte Temperatur­schwankungen die Südwest- bis West­strömung wieder verstärken und die Nie­derschlagstätigkeit wieder beleben, ohne daß jedoch letztere die Ausmaße der letzten Tage auch nut annähernd erreichen wird.

Witterungsausfichten für Mittwoch: Bei lebhaften und milden südwestlichen bis westlichen Winden veränderliches, doch meist bewölktes Wetter mit zeitweisen Niederschlägen.__

Verlag Dr. E. Sitzerath.

Hauptschrifileiter und verantwortlich für Po­litik unb Feuilleton: Dr. Ernst Scheller; für Kommunalpolitik, Provinz unb Lokales Lothar Schneider, lannsich in Marburg.

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