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«Metfler der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg

Erst die Abrüstungskonferenz?

Rk.L St.Mkl». Marburg o. Lahn

Montag, brn t. Januar IM

Stamp wandte sich dann den Vorteilen Ns, dre der Dawesplan dank seiner Be- snmnrungen über die Berücksichtigung des Wohlstandes und über die Anpassung der Zahlungen an die Weltpreise gehabt habe. Lerder seien diese vorsorglichen Bestim- mungen im Voungplan nicht mehr ent­halten. sonst hätte ein TranÄerauffchub einen ganz gewaltigen Einfluß zur Ver- meldung der Krise haben können. Bereits vor ^echs Jahren habe er in einem Bericht an die internationale Handelskammer nachgewiesen, daß Reparationen nur unter bestimmten Voraussetzungen, wie Herab­setzung der Zölle, Regelung der Golb- beroegung usw., gezahlt werden könnten. Aber keine seiner Forderungen sei erfüllt worden, so daß Aeparationen und Kriegs- I schulden den Untergang bringen mühten.

Nationalkongreß für alle Folgen verant­wortlich machen, die sich aus der vom Nationalkongreß beabsichtigten Aktion er­geben könnten. Die Regierung werde alle Maßnahmen ergreifen, um diese Ak­tion zu bekämpfen.

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ff. Paris, 4. Ian. Die französische Regierung hat der englischen nunmehr eine offizielle Erklärung übermittelt, wonach die Eröffnung der Tri­butkonferenz erst nach der Be­endigung der Berliner Still-

Regelung der Tributfrage erst nach der Abrüstungskonferenz?

Macdvnald hat sich während des Wochenendes auf Grund der im Kabinett vorgelegten Ministerialberichte eingehend mit der Tribut- und Schuldenfrage befaßt und wrll wie verlautet, baldmöglichst mit dem Außenminister, dem Schaßkanzlei und

Die Japaner in Kintschau

Wachsende Erregung in China

I halteverhandluugeu erfolgen kann.

I Rach Loudouer Blättermeldungeu I herrscht in englischen Kreisen die Rek- S«ng, die Tributfrage nach einer kurz, fristigen Verlängerung des Tribut-Mora.

I toriums für Deutschland vorläufig zu vertagen, nm eine endgültige Regelung erst nach der Abrüstungskoufe, I renz vorzunehmen.

I Was Layton in seinem Bsrichtentwurf I fordert.

Der Bericht Sir Walter Laytons, I ?er *m. Baseler Sonderausschuß nicht ver­öffentlicht wurde, betont, wieDaily Herald" erfährt, der Y-ungplan I kei völlig unbrauchbar gewor- / d e n und könne nicht durchgeführt werden. Die Verlängerung des Moratoriums ge­nüge nicht, sondern es fei eine vollstän­dige Außerkraftsetzung und radikale Aenderung des Poungplanes notwendig. Die Wiederaufnahme der Youngzahluu- gen sei in absehbarer Zeit gänzlich un- mdglich. Deutschland könne nicht einmal die geschützten Zahlun, gen zusammenbringen und vou einem Transfer könne keine Rede fein. Der Layton-Bericht fordert ferner eine dauernde Regelung, so daß die freie Ka­pitalverwendung wieder einsetzeu und die Frage einer internationalen Währungs- reform bearbeitet werden kann.

Frankreich wünscht Regierungskonfereaz erst nach Beendigung der Berliner

Provisorium auch in Berlin?

Hannemann, geh du voran!

Die Stillhalteabkommen von den Beschlüs­sen der Tributkonferenz abhängig?

Sowohl der Berliner als auch der Pa­riser Korrespondent derTimes" be­richten, daß die an den Stillhalieverhand- lungen beteiligten ausländischen Aus­schüsse sich Wege offen halten wollen, um die Rückerstattung ihrer Forderungen durch die Tributkonferenz zu ermöglichen.

Verschiedene Anzeichen deuten daraus hin, daß di« Bankiers vor dieser Konfe­renz kein endgültiges Abkom- m c" unterzeichnen würden. Sie würden stets den Standpunkt einnehmen, daß ein solches Abkommen von der Rege­lung gewisser Punkte durch die Tributkon­ferenz abhängig sei und nur für einige Monate in Kraft bleiben könne.

Sir Josiah Stamp über die Tributfrage. aSf em Direktor öer

r&0« England, äußert sich imOb- e-c.r r, uder die Tribukfrage. Er habe

SJ0 s*9tnach dem Fort- schntt, den der Lahton-Wiggin-Bericbt oes b^cht habe, der BIZ.-AZchuß L WM

Der amerikanisch-japanische Zwischenfall.

. st- Neuyork, 4. Jan. Der Vertreter der Associated Preß in Mulden meldet zu °^?r°wnoch - iLpMÜchen Zwischenfall: Der amerikannche Konsul m Chardin, Cham­berlain, wurde ,n Mulden von einer aus drei lapanichen Soldaten bestehenden Pa- trouille mißhandelt. Als er sein Auto ver­netz, das die amerikanische Flagge und das amerikanoche Wappen zeigte, erhielt er schwere Schlage ms Gesicht, obwohl er sei- nen Diplomatenpaß vorzeigte. Der amcrika- c!"cMensul m Mulden und her Kon- lul .selbst erhoben bei dem japanischen Koniul pericr.ltd) nachdruckacyen Protest. Dieser ord­nete eine gründliche lletersllchung an.

seinem Nachfolger ernannte er das bes Vollzugsausschusses des Na- 'tongresses Babu Rajendra Prasad. 1 ^izeköuig von Indien antwortet

Gandhi.

Vizekönig erwiderte auf das Tele- « Gandhis vom 1. Januar, er und werung bedauerten, daß der Aus- ,665 Nationalkongreffes die Be- ' habe, die für den Fall, daß .Bedingungen nicht erfüllt würden -ederaufnahme des Feldzuges des .Ungehorsams vorsehen. Sie be- 7. dies umsomehr, als die eng- ^erung erklärt habe, daß sie die in Garung des Premierministers an- f6 Verfaffungsreform beschleunigt 9 en wolle. Keine Regierung könne man ihr Bedingungen durch

Atzung aufzwingen wolle. Er und »erung mußten Gandhi und den 1

um die Tokioter Regierung zur Einstel­lung des Vormarsches ihrer Truppen zu zwingen. Die chinesischen Ctudentenorga- mfithonen erklären, daß sie einen Tag in der kommenden Woche als Trau er tag begehen und von der Regierung die 9setIIälun3 gegen Japan verlangen werden.

I Tokio, 3. Januar, ließet Kint- I schau, das am Samstag von den japa- I Nischen Truppen besetzt wurde, ist bis auf I weiteres der Belagerungszustand verhängt I worden. Bon den Japanern ist eine Ent- I» waffnungsaktion durchgeführt worden.

Ueber sechstausend chinesische Soldaten find vorläufig interniert. Der Ober­befehlshaber der japanischen Streitkräfte, General Honjo, trifft am Sonntag in Kintschau ein, um die weitere Operation gegen die sich zuriickziehende chinesische Armee zn leiten. In Kintschau ist ein Bombenslngzeuggeschwader mit 41 Appa­raten gelandet.

Große Erregung in China.

Die Besetzung Kintschaus durch die Ja­paner hat in ganz China große Erregung hervorgerufen. Es wird vielfach die Meinung zum Ausdruck gebracht, daß die chinesische Regierung jetzt entscheidende Schrrtte gegen Japan unternehmen müsse.

einen Schritt weitergehen werde, um die noch bestehenden Einbildungen zu beseiti­gen und den wirtschaftlichen Tatsachen mcherzukommen. Leider sei aber die Atmo- sphäre infolge der Aussprachen im arneri- , suchen Kongreß in. Basel abgekühlt wor-

Die Welt gefalle sich noch im Spiel mit politischen Unwirklichkeiten. Konfe­renzen seien mit Ausflügen von Rad­fahrerklubs zu vergleichen, bei denen sich alle nach der Geschwindigkeit des Lana- chmsten richten müßten.

I Stillhalteoerhaudlnugen.

I Pertinax teilt imEcho de PariS" Et, ^ die französische Regierung der englischen nunmehr offiziell erklärt habe, I daß das Datum für die Eröffnung der Re­gierungskonferenz erst nach Beendigung der Berliner Dtillhaltevechandlungen festgelegt werden könnte. Die französische Regie­rung, so betont der außenpolitische Be- ! richterstatter des Blattes, gehe dabei von dem Wunsch aus, vor Beginn der Kon- f^n8 die genaue Zahlungs­fähigkeit Deutschlands zu kennen, was erst nach dem Abschluß der Bera­tungen über die Rückzahlung der kurz­fristigen Kredite möglich sei. Andererseits befürchte man aber auch, daß die Gläu- bigerbankiers Deutschland nach Kenntnis­nahme des neuen Moratoriumstextes darin gewisse Schwächen entdecken könnten, die sie mit Hilfe Deutschlands geschickt hu ihren Gunsten ausnutzen könnten. Pertinax ist der Auffassung, daß eine Vertagung der Regierungskonferenz bis nach den Berliner Verhandlungen eine Verzögerung bis ins Ungewisse darstelle, da Deutschland im Wigenblick seinen Privatgläubigern den­selben Widwstand entgegensetze, wie de> Tributgläubigern und das Ende der Be­sprechungen daher noch gar nicht abM- sehen seü

Die Tributkonferenz vertagt

Eröffnung der Tributtonserenz erst nach Beendigung der Berliner Stillhalteverhandlungen

Gandhi wieder verhaftet

st. Bombay, 4. Jan. Der indische sizekönig hat Gandhis Gesuch um ewährung einer Unterredung mit der «gründung abgelehnt, daß er eine solche rier den gegenwärtigen Umständen cht mehr für angebracht halte. Gandhi lvon der Polizei am Sonntag krhaftet worden.

Auch Patel ins Gefängnis gebracht, ff. Bombay, 4. Jan. Gandhi itbe in der Nacht auf Montag auf der «raffe seines Wohnhauses in Bombay s dem Bett heraus von sechs Polizei- izieren verhaftet, und nach dem Ye- rda-Eefängnis bei Poona gebracht.

Such der Präsident des allindischen »gresses, Vallabhäi Patel, wurde Hasret und in dasselbe Gefängnis ge- chü Die Verfügung, mit der Gandhis Haftung erfolgte, bestimmt, daß er le- gefangen gehalten, je- ch nicht vor Gericht gestellt rd. Gandhi sollte ursprünglich auf der mbahnfahrt von Bombay nach Ahme- ad verhaftet werden. Da er jedoch * Aeise, die er zusammen mit mehre- I Kongreßmitgliedern ausführen wollte letzten Augenblick verschoben hatte, er- I die Festnahme in seiner Wohnung, aussichtlich wird durch eine neue Ver- I «9 er Kongreß als unges etz- I 1 "klärt und seine Gelder beschlag- I Rt werden. I

«e Botschaft Patels an die indische I

Nation. I

°r Präsident des Nationalkongreffes abhai Patel, erließ vor seiner Führung ins Gefängnis folgende I «oft an die indische Nation:Dies-

es einen schweren Krieg I Zum Ende geben. Ich hoffe, die °u wird bereit sein, die äußersten rzu bringen, aber den Weg völ- I ^Gewaltlosigkeit niemals I

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Anzeiger für ldas frühere kurhefsische) Oberheffen