Schach
Geleitet vom Marburger Schachklub
Nr: 2 (2. Jan.)
B. Sommer
(1. Preis, Teplitzschdnauer Anzeiger 1922)
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Weiß zieht und setzt in 2 Zügen matt Weiß: Kg 1. Dc2, Tb7, eß, Lb2. (7, Bb6, cß, g6. -- S
Schwarz: Kdß, Td8, Sefl, Bd7 = 4
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Gebhardt.
Weiß zieht und gewinnt.
Weiß: Kf3, 8d7, Bfß, hß. = 4
Schwarz: Ka3, Lb2, Baß, e7. =4
Zuschriften und Lösungen sind an den Marburger Schachklub zn richten.
Lösung zu* Aufgabe Nr. 1 (24. Dez.)
1- Df7—e8, e7—eß + 2. De8—e7 matt
L , •- » e7—eß + Sgß—e7 „
1 , - „ Kdß—eß 2.8gß^e7 ,
1 « “ » Sbß— d7 2. De8 -X d7 matt
1. . — . beliebig anders 2. De8-cß matt.
Allere!
Der Staat gewinnt das Grotze Los.
Ein beträchtlicher Glückspilz ist der «e Staat. Er hat in seiner eiae- nhnachtslotterie den hübschen Be- trag von 30 Millionen Pesetes gewonnen, was last 11 Millionen Mark sind. Der Hauptgewinn dieser Weihnachtslotterre fiel nämlich aus ein unverkauftes Los. An sich beträgt der Hauptgewinn nur 15
"Unionen Pesetas, aber da gleichzeitig in Serien gespielt wird, fällt dem spanischen Linanzmimster unverhofft die kleine Jeihnachtssreude von 30 Millionen Pese- as in den Schah. Ein ähnliches Glück wünschen wir auch dem deutschen Reichs- nanzminister, doch stehen dem leider die deutschen Lotterlebestimmungen entgegen.
1500 verschiedene Apfelsorten.
Mach Erhebungen der landwirtschaftlichen Marktforschung kommen in Deutschland etwa 1500 verschiedene deutsche Äpfelsorten aus den Markt. Diese Menge erschwert natürlich ungemein die Belieferung der Märkte. Denn eS ist schwer, aus ihr gerade die hanbelssähigsten Produkte her» «mSzuwählen. Aus diesem Grunde ist unsere Lbstbauwirtschast entschlossen, künftighin eine Standardisierung der Obstsorten in die Wege zu letten, ilttb da« erscheint umso notwendiger, als das Ausland schon seit langer Zeit zu solchen Maßnahmen übergegangen ist und fick, damit auf dem deutschen Obstmarkt eine diel stärkere Stellung erworben hat, als sie unser deutscher Obstbau einzunehmen hätte. Sowohl bet Neupflanzungen tote bet Veredelungen sollen in Zukunft entsprechende Richtlinien beobachtet werben.
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Rätsel.
Zur Suppe es hie Hausfrau gibt Und manchmal an die Sauce, Auch ist es in der Wurst beliebt Und auch in manchem Klotze.
Doch änderst du mit ein'gem Witz Am Schlutz des Worts den Laut, So wird ein adliger Besitz Aus einem wiirz'gen Kraut.
Geographische Anagramme.
1. Alle hin. 2. Nie banal. 3. Mein Essen. 4. Sein Rabe. 5. Na nn. 6. Marder tot. 7. Der Rogen.
Aus vorstehenden Wortpaaren bilde man geographische Namen mit folgenden Bedeutungen: 1. Stadt in Salzburg. 2. Balkanstaat. 3. Teil Alt-Griechenlands. 4. Fluh in Ruhland. 5. Stadt in Westfalen. 6. Stadt in Holland. 7. Stadt im Harz.
Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Namen benennen eine deutsche Handels-
Gegensätze.
Zu den nachstehenden je 2 Wörtern suche man die Gegensätze. Jeder von diesen muh ein Hauptwort ergeben.
1. Der häkelt. 2. Kuh verzweifelt. 3. Komm immer. 4. Wald Tisch. 5. Immer hungrig. 6. Ober marsch. 7. Leer Fleisch. 8. Fall nieder.
Bilder-Rätsel:
Scherzfragen.
1. Wann hat man den Wunsch allein zu
2. Wann ist die Gans am wohlschmek- tenbften?
3. Mit welchem Worte vermag man Abschiedstränen noch zu bezeichnen?
Illustrierte» Kreuz-Wort-Rätsel.
Die in die waagerechten und senkrechten Felder-Reihen einzutragenden Wörter sind aus den bildlichen Darstellungen zu erraten. Die Wörter der waagerechten Reihen sind in dem oberen, die der senkrechten in dem untern Teil des Bildes zu suchen.
flufi.eiung oer Äätlel in nächster Stummer.
AuklSlunn der Rätlel aus oortaer Rnmmerr
Auflösung des Rätsels: Neujahrswunsch.
Auflösung des Synonyms:
1. Beistand. 2. Luxus. 3. Effekt. 4. Inhaber. 5. Grimm. 6. Innung. 7. Erbauung. 8. Schale. 9. Zwietracht. 10. Einkommen. 11. Nachteil.
Dleigiefzen.
Auflösung des Silben-Rätfels:
1. Kirmes. 2. Arrac 3. Rajah.
4. Problem. 5. Frida. 6. Esau. 7. Nippes. Karpfenschmaus.
Auflösung des Bilder-Rätsels:
Allzustrenge Herren regieren nicht lange.
Auflösung des Neujahrs-Problems:
Man lieft in den drei Zeilen erst die Buchstaben unter den Eiszapfen, dann dir anderen und erhält so:
»Ein Jahr versank im Zeitenschoh,
Das neue bring' uns Gutes blos."
AuflSluna de« Keeuzwort-RStsel»;
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Derantwortlich Dr. Ernst Scheller.
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Nüster für UnlEChnltung und Willen - Wötkentttlbe Beilage der DberlielMen Zeitung.
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Von Prof. Dr. phil. et nteb. E. Stern, Mainz
Zu den lebenswichtigsten psychischen Funktionen gehört unzweifelhaft auch die Intelligenz. Die Begriffe „dumm" und „klug" haben einen ganz anderen Ton, eine ganz andere Bedeutung als die Begriffe „künstlerisch begabt" oder „unbegabt", lieber ein gewisses Matz von Intelligenz, von allgemeiner geistiger Beweglichkeit, von Fähigkeit, sich im Leben zurecht zu finden, gewonnene Eindrücke zu verarbeiten und der Einsicht gemätz zu handeln, mutz der Mensch verfügen, um überhaupt leben zu können. Der Un- musikalische mag arm an gewissen Erlebnissen [ein, aber seine Lebenstüchtigkeit wird dadurch nicht beeinflußt. Der Unintelligente, der Dumme, der Schwachbegabte, der Schwachsinnige ist immer dem Klugen unterlegen.
So kann es nicht weiter Wunder nehmen, datz man sich seit langem mit der Erforschung der Intelligenz beschäftigt und versucht hat, Verfahren auszuarbeiten, um Art und Grad der Intelligenz eines Menschen festzustellen. Von hier nehmen auch die Methoden der Jntelligenzprüfung ihren Ausgang. Während Leistungsprüfungen, wozu auch die Schul- prüfungen gehören, Wissen, Kenntnisse und Fertigkeiten feststellen wollen, suchen die Jn- telligenzprüfungen Fähigkeiten zu erfassen: sie wollen nicht feststellen, was ein Mensch gelernt hat, sondern was der Mensch z u lernen imstande sein wird, nicht, ob ein Kind das Klassenziel erreicht hat, sondern ob es in den nächsten Klassen mittommen wird, ob es die Fähigkeiten mit bringt, den Lehrstoff zn erfassen und zu verarbeiten. Freilich muh gesagt werden, datz auch diese Prüfungen nicht die Intelligenz unmittelbar zu erfassen in der Lage find, sondern datz sie Leistungen feststellen, die indessen für die Intelligenz kennzeichnend find und deren Beurteilung ermöglichen wollen.
Zur Prüfung der Intelligenz sind viele verschiedene Methoden ausgedacht worden. Unter diesen spielt auch heute noch das von Binet-Simon angegebene Verfahren eine wesentliche Rolle — trotz aller Mängel, die ihm anhaften und die zu beseitigen man sich jetzt eifrig bemüht. Diese Methode ist in erster Linie für Kinder gedacht und auf Kinder bis etwa zum 12. Lebensjahre anwendbar. Sie will feststellen, ob ein Kind die seinem Alter entsprechende Jntelligenzhöhe erreicht hat. Die Intelligenz entwickelt sich ja mit dem Alter, und so wird eine Prüfung natur« gemätz auf das Alter des Kindes Rücksicht zu nehmen und sich diesem anzupassen haben.
Die Jntelligenzprüfung verwendet sogenannte Tests, das sind einfache Aufgaben, die dem Kinde gestellt werden. Binet und Simon haben für jede Altersstufe zwischen drei und zwölf Jahren je fünf Aufgaben zusammengestellt, die ein Kind jeweils lösen mutz, so wird etwa für das dreijährige Kind verlangt, datz es erstens Mund, Augen, Rase zeigen kann, datz es zweitens einen sechssilbigen Satz und drittens zwei Ziffern nachzusprechen vermag, datz es dann viertens die auf einem
Bild vorhandenen Personen und Gegenstände aufzählen kann und endlich fünftens imstande ist, feinen Familiennamen anzugeben. Versagt ein Kind bei den für sein Alter angegebenen Aufgaben, so ist es hinsichtlich der Intelligenz- entwicklung seinen Altersgenossen gegenüber „zurück". Kann es auch noch Aufgaben aus höheren Altersserien lösen, so ist es ihnen „voraus". Man spricht dann entweder von einem Intelligenzrückstand oder Intelligenz- vorsprnng. Die Gröhe des Rückstandes und Vorsprunges wird nach einem einfachen Ver- fahren zahlemnähig ausgedrückt, wobei bann Die erhaltene Zahl als Jntelligenzalter be- zeichnet wird. Das Intelligenzalter bezeichnet also das Lebensalter, dem die Intelligenz eines Kindes ungefähr entspricht. Run hat man freilich einsehen gelernt, datz sich so einfache Beziehungen zwischen Jntelligenzalter und Lebensalter nicht finden, datz ein Kind fast nie gleichmäßig in seiner Entwicklung zurückbleibt, sondern, dah sein Zurückbleiben vollkommen unharmonisch ist. Das söge annte Jntelligenzalter kann also nicht mehr als eine Mehzahl sein, ohne unmittelbar auf das Lebensalter Bezug zu nehmen. Wenn man das Lebensalter durch bas Jntelligenzalter dividiert, so erhält man den sogenannten In- telliaensquotienten. Es sei besonders ver- merkt, datz sich um die Fortbildung der Jn- telligenzprüfungen nach dem Binetverfahren besonders Bobertag verdient gemacht hat.
In der letzten Zeit ist man auch dazu übergegangen, Jnte'lme nvrlffungsr e-fahr-n für Säuglinge und kleine Kinder ausmarbei- ten. Diese Methoden, die von Charlotte Bühler und ihren Mitarbeiterinnen stammt, suchen den Enkwicklungsstand einer Reihe von für die Entwicklung des Kindes besonders wichtigen Funktionen aufzuzeigen. Geprüft wird die Beherrschung des eigenen Körpers, die Art und Weise, wie das Kind sich an den Dingen betätigt, ob und wie eiy sozialer Kontakt vorhanden ist. Weiterhin werden Gedächtnis und Nachahmungsfähigkeit und endlich die Zwecksetzung und Leistung untersucht. Da hier die Entwicklung rascher verläuft als im späteren Alter, so sind für bas erste Lebensjahr für jeden Monat, für bas zweite Lebensjahr für jebes Vierteljahr zehn Aufgaben zusammengestellt, die über die Entwicklung des Kindes Aufschlutz geben sollen und unseres Erachtens auch sehr wohl geben können. Diese Methoden sind besonders des- halb wichtig, weil sie uns gestatten, ein Ver- sagen schon frühzeitig zu erkennen und mit einer entsprechenden Behandlung zu beginnen.
Neben der Binet-Simon-Prüfung spielt dann weiterhin eine Methode eine Rolle, die unter dem Namen „Psychologisches Profil" bekannt ist und die von Rossolimo angegeben wurde. Bei ihr werden verschiedene Funktionen geprüft, und zwar sind für jede Funktion zehn Aufgaben vorhanden. Man kann nun das Ergebnis der Prüfung graphisch in Form einer Kurve barstellen und hat so den Vorzug, anschaulich vor sich zu sehen, was der Prüfling geleistet und vor allem bei welchen Funktionen er n-rfagt hat. Auch gegen diese Methode lassen sich mannigfache Einwände Vorbringen, trotzdem ist sie
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Marburg, den 2. Januar
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aber brauchbar und hat sich besonders eben- |o wie die Binet-Simon-Methode zur Feststellung von Begabungsmängeln eingebürgert.
Und endlich möchte ich noch die sogenannte Testheftmethode erwähnen, die besonders in Amerika ausgebildet worden ist. Handelt es fick, bei der Binet-Simon-Prüfung und dem Psychologischen Profil um Einzelprüfungen, so gestattet die Testheftmethode eine Massenprüfung d. h. die gemeinsame Prüfung einer beliebig groben Zahl von Prüflingen. 'Sie bekommen hier ein Heft in die Hand, in dem eine Reihe von Aufgabenserien zusrnmengestellt ist. Jede Ser e enthält eine grobe Zahl von Aufgaben der gleichen Art, aber steigender Schwere. Die Anleitung zur Lösung ist beigegeben, der Prüfling hat diese Anweisung und die gegebenen Beispiele selbständig durchzulesen und bann ohne jede weitere Erklärung sich an die Arbeit zu begeben. Hier wird also der Einfluh des Prüfers weitgehend ausgeschaltet. Die Bewertung ist sehr einfach, da man für jede richtig gelöste Einzelausgabe einen Punkt rechnet. Das Gesamtergebnis der Prüfung wird bann in der Zahl ber überhaupt erreichten Punkto ausgebrückt.
Die Jntelligenzprüfungen geben uns ver- hältnismätzig rasch ein Bild ber Intelligenz eines Menschen: aber wir müssen uns bar« über klar sein, dah dieses Bild nicht immer ganz zuverlässig ist. Das Ergebnis einer Prüfung hängt ja nie allein von der Intelligenz ab, sondern zugleich von einer Reihe anderer Faktoren: Stimmung. Gefühl, Willensmomenten und anderem. Diese Dinge sind durchaus zu berücksichtigen, was nicht immer leicht ist. Wir müssen uns weiter darüber klar sein, dah die Jntelligenzprüfung bestenfalls einen Ausfall bestimmter Leistungen anzeigt, aber nichts über die Gründe des Leistungsausfalls besagt. Daher kann die Jntelligenz- ptüfung nur einSi fsmittelber Untersuchung?. Maßnahmen fein, fie mutz sich in bas Gesamt- uiiterfuchungsverfahren einordnen. Das gilt besonders da, wo es sich um die Feststellung von Unterbegabung ober von Schwachsinns- zustänben handelt. Hier ist nicht mehr ber Psychologe, sondern der Arzt zuständig: er allein kann auch über die Maßnahmen ber Behanbliing und Hellerziehung entscheiben.
Das erste Kino-Muleum der West
Von Dr. ßubroig Rockher -München
.Vor noch nicht allzu langer Zeit waren wir gewohnt, mit dem Worte „Museum" der Begriff von etwas mehr ober minder Altem Berstgubtem zu verbinden. Erst seit ver hältnisniähig wenigen Jahren besitzen wir vor allem in Deutschland, Museumsleiter, du Wert darauf legen, die ihnen anvertraute» Sammlungen in enger Verbindung mit bei Gegenwart, ber stets in Fluh befindliche» Entwicklung zu halten. Vorbilblich in biesei Richtung ist bas „Deutsche Museum" in München, bas seine Entstehung unb seinen er. staunlichen Ausbau ber Tatkraft von Dr.- J.ng. Oskar von Miller verbankt. Zu beti vielen Abteilungen, bie in dem gewaltigen