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Die Neujahrs-Empfänge

Die Konferenz

Der Schauplatz der kommenden Reparationskonferenz: Lausanne

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fieberhafte Anstrengungen gemacht, um

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bereiten eine Umgehung

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Stadt wieder dringen.

Die Japaner Kintschau vor.

Das Befinden Maginots bedenklich.

Paris, 1 Jan. Das Befinden des Kriegs- ministcrs Maginot gibt zu Bedenken Anlaß. Eine nochmalige genaue Untersuchung hat er­geben, daß der Kriegsminister an Darm­typhus leidet Das Fieber ist weiter ge­stiegen.

loseste unb illusorischste, die man sich den­ken könne. Sie sei eine völlige Ka - pitulationEnglandsvor Frank- re ich und verlängere nur die Qual der Wett. Die englische Regierung müsse auf der Konferenz eine eigene Politik ver­folgen, deren mögliche Grundlage sein könne, die deutschen Reparation^ auf 400500 Millionen Goldmark festzusctzen, die Deutschland gleicht" zahlen könne.

an der Lirnschan-Bncht gelandet, die sofort in das Gebiet südlich von Kintschan abmarschiert find.

Die deutschen Anleihen in Rewqork stark gestiegen.

Rewqork, 31. Dez. Die Gerüchte, daß zwischen England und Frankreich eine Eini­gung über ein weiteres zweijähriges Mora­torium für die deutschen Tributzahlungen be- vorstehe, führten an der Rewyorker Börse zu starken Kurssteigerungen am deutschen An­leihemarkt. Die Bouug-Anleihe stieg auf S3l4, die Dawes-Anleihe aus 60.

Strenge Maßnahmen gegen kommunistische Propaganda in der japanischen Armee.

Moskau (über Kowiios, 31. Dez. Nach einer Meldung aus Tokio hat das japanische Oberkommando angeordnet, daß die japani­schen Militärgerichte kommuni st ische Propaganda in der japanischen Armee mit dem Tode bestrafen sollen. Die Gerichte sollen besonders darauf achten, daß die Todesstrafe nicht gegen einzelne Mitglie­der der Kommunistischen Partei angewandt wird, sondern nur gegen die Führer, die die Soldaten aufwiegeln.

2n Befolgung dieser Maßnahme hat das japanische Militärgericht in Mulden am Donnerstag zwei japanische Soldaten wegen kommunistischer Propaganda zum Tode durch Erschießen verurteilt

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Nanking, 1.5an. Das chinesische Ka­binett hat beschlossen, Kintschan unter allen Umständen zu halten. Marschall Schangh- sneliang hat die Anweisung erhalten den Be­seht auf Räumung der Stadt wieder zuriick- zuziehen. 5n Befolgung des Beschlußes des Kabinetts haben die chinesischen Truppen Be­fehl erhalten, sofort den Rückmarsch nach Kintschan anzutreten. In Kintschan werden

Berlin, 2. Jan. Am Neusahrstag fan­den beim Reichspräsidenten die üblichen Neu- jahrsempsänge statt. Nach dem Empfang einer Abordnung der Halloren fand um 12 Uhr der Empfang des diplomatischen Korps statt, bei dem N u n t i u s O r s e n i g o dem Reichspräsidenten die Glückwünsche dar­brachte.

In seiner Ansprache erklärte der Nuntius u. a.: Das Jahr, das soeben abgelaufen ist,

Gandhi droht

Bombay, 1. Jan. Der Vollzugsaus­schuß des allindischen Kongresses hat be­schlossen, den llngehorsamkeitsfeldzug und den Boykott auf britische Waren wiederaufzu­nehmen. Gandhi hat sofort nach der Sitzung ein Ultimatum an denVize- k ö n i g gesandt, in dem er ihn von dem Beschluß des Kongresses unterrichtet, ihn noch einmal um eine Unterredung bittet und mit tritt, bab.ptr Kongreß die Eröffnung des Ungehorsamleitsfeld-uges noch zurückhatte, bis die Unterredung stattgefunden habe.

Gandhi hat am Donnerstag die Ant­wort des indischen Vizekönigs auf fein Ge­such um eine Audienz erhalten. Die Antwort wurde in einer Sondersitzung des Arbeits­ausschusses des Kongresses besprochen und als nicht zufriedenstellend bezeichnet. Gandhi be- absichtigt/dem Vizekönig ein neues Ge­such zu unterbreiten. In einem Artikel im Poung Snbia erklärt Gandhi in sehr schar­fer Weise, daß es jetzt für den Indischen Kongreß nur noch die beiden Möglichkeiten gebe: Unterwerfung oder Kamps. Die indischen Würdenträger gäben den Mi­nistern in London ein gänzlich falsches Bild von der Lage in Indien. Gandhi droht an, daß er gegebenenfalls zurdirekten Ak­tion" übergehen müsse, wenn die bisherige friedliche Methode keinen Erfolg bringe.

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Rückmarsch nach Kintschan

Die Stadt soll um jeden Preis gehalten werden"

war zweifellos eines der schwierigsten und härtesten für alle Völker, aber in ganz be­sonderem Maße für Ihr deutsches Volk. In den Plänen der Vorsehung kommt dieser herben Prüfungszeit gewiß auch eine beson­dere mahnende Mission zu. Sie hat der Wett mit tragischer Eindringlichkeit geoff en« Bart, wie eng und unlösbar die wirt­schaftlichen Bande sind, welche die Völker miteinander verknüpfen. Bande, so eng, daß die Wohlfahrt jedweder Nation, ob Siegerin oder Besiegte, heute nicht mehr vor-

Anzeiger für (das frühere knrhessische) Oberhessen Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

stellbar ist, es fei denn im Rahmen einer ge­wissen, die ganze Wett umfassenden Gesamt- wohlfahrt. Bande, so unlöslich, daß der Zusammenbruch auch nur eines Großstaates heute unvermeidlich seine störende Rückwir­kungen auf viele müdere Staaten ausüben müßte. Belehrt und aufgerüttelt durch die Größe solcher Gefahr haben endlich alle Völ­ker die Notwendigkeit einer aufrichtigen und allseitigen Verständigung zu begreifen be­gonnen (?). Mit einer aufs Höchste gesteiger- ten Sehnsucht schauen alle diesem neuen Jahr entgegen und manchem er sieht darin be­reits den Anbruch einer neuen Kulturaera, in der der Fortschritt der Völkersitten alle kriegerischen Rüstungen entbehrlich macht. Wir haben das Empfinden, daß die Lenker der Völker dahinstelangen werden, sich in einer edelmütigen und aufrichtigen Solidarität zu» sammenzufinden, einer Solidarität, die nicht nur für alle die Grundlage des Wiederauf- blühens der Weltwirtschaft, sondern auch ein Unterpfand einer vollen und endgültigen Be­friedung der Völker sein wird. Deutschland wurde schwer von der großen Weltkrise be­troffen. Aber all das hat nicht vermocht, ihm seine Willensstärke zu rauben, noch seinen Mut zu lähmen. Wir wünschen ihm. daß seine harten Anstrengungen bald von Erfolg gekrönt würden.

Reichspräsident von Hind-enburg er­widerte mit Dankesworten und erklärte dann u. a. weiter: Mit eindrucksvollen Worten ha­ben Sie die furchtbaren Schwierigkeiten ge­kennzeichnet, mit denen an dieser Jahreswende alle Völker, am schwersten wir Deutschen, zu ringen haben. Mit dankbarer Genugtuung kann ich Ihre Worte bestätigen, in denen Sie davon sprachen, daß die bittere Not nicht vermocht hat, dem deutschen Volk seine Willensstärke und seinen Mut zu nehmen. Das hat es der Reichsregierung ermöglicht, die äußerste Krafr einzusetzen, um Volk und

London, 1. Fan. Sämtliche Staaten, an die sich England wegen der Einberufung der Tributkonferenz gewandt hat, haben nunmehr Lausanne als Tagungs­ort zugestimmt. Mit Ausnahme von Frankreich haben sich alle Staaten mit dem 18.Januar als $ Eröffnungstermin einverstan­den erklärt. Im Foreign Office ist hierauf die Note an die Schweizer Regie­rung fertiggestellt worden, in der diese ge­beten wird, die Einladungen zu der Lau­sanner Tagung zu versenden. Die eng­lische Regierung hat die Schwierigkeit des Eröffnungstermins dadurch umgangen, daß fie die Zeit um den 18. Januar herum vorschlägt. Diese Fassung läßt die Möglich­keit offen, daß den französischen Wünschen noch Rechnung getragen wird. Man glaubt in diplomatischen Kreise» Londons, daß man sich auf den 20. oder 21. Januar einigen wird.

Die deutsche Lausanne-Delegation.

Obwohl die Zusammensetzung der deut­schen Reparationsdelegation noch nicht fest- steht, laßt sich doch schon einigermaßen überblicken, welche Persönlichkeiten ihr an­gehören werden. Neben dem Reichs-' kanzler werden der Reichswirff schasksmi nifter, der Reichs­bankpräsident, der Reichff­finanzminister, Dr. Melchipr und die zuständigen Refe­renten desReichsfinanzmimi- fteriums sowie der Reichs­

pressechef an der Konferenzj teilnehmen. t

Die Germania berichtet: Die deutsche Re­gierung hatte von Anfang an feingn Zwei­fel darüber gelassen, daß ihr nach den gün­stigen örtlichen Erfahrungen sttzr letzten Reparationskonferenzen der Haag lie­ber gewesen wäre. Da aber die Mehrheit der beteiligten Regierungen mit Lausanne einverstanden zu sein scheint, so besteht für Deutschland kein zwingender Grund, aus der Ortsfrage eine Erundfatz- frage zu machen.

Die Londoner Presse beschäftigt sich ausführlich mit der Wendung in der englischen Reparationspolitik. DieTi­me s" betonen, da hangesichts der ableh­nenden Haltung Amerikas di« europäi­schen Mächte schleunigst eine Lösung der Teilfrage der Reparationen anstreben müh­ten. Deutschland brauche Kur Wiederge­winnung seiner Zahlungsfähigkeit «ine Atempause und Sicherheiten gegen eine Wiederholung der Krise. Ein Zahlungs­aufschub allein könne dies nicht erreichen, I sondern verschlechtere die Lage Europas. | Deshalb müsse Lausanne mehr als eine Zwischenlösung bringen. Dor» aussetzung hierfür sei erstens ein ange­messener Zahlungsaufschub und gleichzeitig eine Herabsetzung der deutschen Verpflichtungen auf eine Höhe, die keinen Zweifel darüber lasse, daß sie von Deutschland ohne Ge­fahr für seine Währung erfüllt werden könne.

Daily Telegraph" sagt, Deutsch­lands Hoffnungen auf eine endgültige Re­gelung seien an der starren Haltung Frank­reichs zerschmettert.

Financial News" bezeichnet die s englisch-französische Lösung als die zweck-

. Englands Umfall

Starke Enttäuschung in England über dievöllige Kapitulation" Lausanne endgültig Tagungsort

Tokio, 1. Ian. Das Kriegsministerium empfing aus MuDen ein Telegramm, nach dem die japanischen Truppen die Chinesen in Richtung Kintschau verfolgen. Die japanische Vorhut befinde sich nur noch etwa 20 Klm. vor Kintschau. Die Besetzung der Stadt stehe unmittelbar bevor.

Aus der Strecke TschangtschungMulden wurde ein japanischer Panzer zug zur Entgleisung gebracht. Die Lokomotive und selb? Wagen wurden völlig zertrümmert. Acht Soldaten fanden den Tod, 17 wurden schwer verletzt.

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