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Nr. 395

CTtrtkfRffle 3dtwng. Mardurg <t L. D«merrtaü, den 31. Deremb« 1931

Sette 3

Neujahrsbvauche aus aller Welt

Zu Neujahr rasiert mau sich nicht! - In China bezahlt man seine Schulden

Vielleicht ist der Umstand, daß Neujahr dem eben erst festlich begangenen Weihnachtsseste so bald folgt der Grund dafür, wenn es in der abendländischen Welt nicht besonders ge­feiert wird. Zwar beglückwünschen wir uns noch zum Jahreswechsel, der Franzose fügt dem seineetrennes", die Neujahrsgeschenke, hinzu, > der Russe küßt alle Bekannten, denen er be- : gegnet, herzhaft ab. und der Präsident der ; Vereinigten Staaten drückt jedem, der Wert daraui legt und ihn beim Neujahrsempfang im Weißen Hause aufsucht, die biedere Rechte wobei Roosevelt es binnen vier Stunden auf 9052 Händedrücke gebracht haben soll, im übrigen geht der eigentliche Neujahrstanz ohne größeren Trubel vorüber.

Ganz anders steht es damit im Morgen­lande, wo man den Jahresbeginn zum Anlatz der verschiedenartigsten Feste nimmt. JEine Ausnahme machen allerdings die dem Islam angehörenden Völker, die den Tag mit Weh­klagen und ausgedehntem Fastenfeiern". In den Straßen von Teheran z. B. gewinnt man angesichts der scheinbaren Verzweiflungsaus- brüche den Eindruck, daß ein großes Unglück ' das Land betroffen haben müsse: alles trägt schwarze oder violette Trauerkleiber, und der Anblick wird dadurch nicht erfreulicher, daß alle Männer unrasiert herumlaufen.

Ganz im Gegensatz dazu siebt die Neujahrs- feier der Hindus In aller Frühe reinigt die Frau gründlich das ganze Haus. Kein Stäub­chen darf aus dem alten in das kommende Jahr herüber genommen werden. Selbst : Töpfe, Pfannen und dergleichen ersetzt man ! durch neue. Am Abend des zweiten Tages findet vor dem Hause in fünf großen, mit Milch gefüllten Kesseln das feierliche Kochen 1 des Reises statt. Weh dem, bei dem die weiße Flüssigkeit nicht zum Sieden kommen will! Bestimmt wird ihn im eben angebrochenen i Jahr Unglück treffen. Die andern aber gehen unter dem FreudenrufPandul!" (Der Reis i hat gekocht!) von Haus zu Haus, um allen Nachbarn auf Feigenblättern von den glück- I bringenden Körnern anzubieten. Der Haus­herr indes begibt sich in den Kuhstall, des- | sen Insassen am Neujahrsfest die höchste Ehre , genießen. Die Hindus knien vor ihnen nieder I und bieten ihnen Blumen an, da man den Tieren geheimnisvolle, das Unglück abweh­rende Kräfte zuschreibt. Am Abend des drit­ten Tages findet das Fest dann seinen Ab­schluß mit dem Divali, wobei man auf allen Wasserläufen kleine auf Schwimmkörpern be­festigte Lichter treiben läßt, was bei dem fast stets ruhigen Wetter einen phantastischen An­blick gewährt.

Obgleich Japan in so mancher Hinsicht euro­päisiert ist, hängt es doch noch an der alten Sitte der Neujahrsfeiern. Man beschenkt sich Segenseitig, und in besser gestellten Häusern aben die Diener mit dem Äustragcn der ver­schiedenen Gaben reichlich zu tun. Einander auf der Straße Begegnende wünschen sich unter vielen Verbeugungen und Zeremonien ein glückliches neues Jahr. Später, am fünften oder sechsten Tag des eben angebrochenen Jahres, finden dann die eigentlichen Neu­jahrsbesuche statt, bei denen der Besuchskarte eine wichtige Rolle zukommt Aus 20 verschie­denen Arten und Größen sucht der gebildete Japaner die heraus, die für den zu Besuchen­den gerade in Frage kommt; ein Mißgriff kann hier sehr unangenehme Folgen haben. Im übrigen ist Neujahr ein Familienfest. Nachdem die Ehegatten einander feierlich be­glückwünscht haben, erhält das kleine Volk feine Geschenke. Zu dessen größtem Vergnügen schreitet der Hausherr mit dem riesigen Fa­milienschwert durch alle Räume, um die bösen Geister zu verjagen, und dann geht alles hin­aus ins Freie, um nach altem Brauch sich am Drachensteigen zu erfreuen. Tausende bunter, häufig grotesker Papiervögel in jeder denk­baren Gestalt erheben sich in die Lüfte, manche, um nie zurück'ukehren. wenn nämlich ein guter Freund die Schnur mit einem Glas­scherben durchschnitten hat. Eine solenne Kei­lerei ist die unvermeidliche Folge, falls es ge­lingt, den Uebeltäter zu fassen.

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Was erwarten 61t een 1932 >

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Eine Rundfrage von Hans Morgaihat Es ist schon so: Der Mensch lebt erogen vom Hoffen. Kaum hat ihm irgend einer" Enttäuschung die eben gehegte Erwartung entrissen, taucht aus der Versenkung des Un­bewußten schon eine neue Hoffnung auf, die er nährt und nährt, bis sie entweder Er­füllung gefunden hat oder auch wieder zu- schanden geworden ist. Zu keiner Zeit aber treibt unsere Hoffnung solche Blüten wie am letzten Tage eines alten Jahres. Wenn die Srlvesterglocken läuten, schauen sich die Men­schen an und jeder denkt dasselbe: Dies Jahr wirdhoffentlich" bringen, was das alte Jahr versprach und nicht hielt.

1 Die Wünsche unserer Prominenten von Bühne, Film und Sport sind eigentlich nichts weiter als ein Spiegel unserer eigenen Wünsche.

Gerda Maurus:

Vor ein paar Tagen traf ich Henny Porten im Atelier und kam ngit ihr auf Ihre Frage zu sprechen. Ich fasm n'.hts anderes antworten als das, was L. tni) Piken sagte: .Man erwartet soviel. ,.n samd 'wher die Erwartungen gespannt le ar. um > größer sind gewöhnlich am Schor ildes 3cres die Enttäuschungen. Man i werd gut bQtn, die Dinge zu nehmen, wie^>rn"".nb auf alle Ueberraschungen gesM zu sein. Sind sie angenehmer Natur, ist es um so schö­ner!' Andererseits aber ist man ja schließ-

Don nicht geringer Bedeutung ist der Jahreswechsel in China. Schon der letzte Tag des zu Ende gehenden Jahres spielt eine wich­tige Rolle. Wie der Chinese ja in allem sich vom Abendländer unterscheidet, so auch darin, daß er am Toge vor Neujahr seine Schul­den bezahlt! Bei uns kommt man durch eine fröhliche Silverfeier höchstens noch tiefer in die Kreide. Der Bewohner des Reiches der Mitte hält aber streng darauf, daß er am letz­ten Tage des Jahres bei seinen Lieferanten keinen Pfennig Schulden hat, was seinen ehr­

baren Ruf aufs stärkste beeinträchtigen würde. Natürlich machen dabei die Eeldleiher und Wucherer glänzende Geschäfte. Zinsen von 50 bis 60 v H. gelten beinahe als die Regel. Sind glücklich die letzten Schulden bezahlt, so setzt man sich am Abend mit reinem Gewissen an den reich gedeckten Tisch und schmaust stun­denlang darauf los. Wehe dem Unglücklichen, dem dabei vor Mitternacht die Augen zu­fallen! Denn man mutz dabei sein, wenn nach dem letzten Schlage der zwölften Stunde das Austreiben der bösen Geister durch das Ab-

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brennen von unglaublichen Mengen Feuer­werkskörpern beginnt. Um 3 Uhr bricht der bedeutungsvolle Augenblick an. Dann ent­zündet der Hausherr ein Feuer aus Zypressen­zweigen, aus dessen Funken und Flammen man die Zukunft für das neue Jahr zu lesen sucht. Erscheinen die Aussichten günstig und nach einer guten, reichlichen Mahlzeit pflegt man alles in rosigem Lichte zu sehen, so legt man sich befriedigt ins Bett.

Dreißig Tage so lange dauert das am 25. Januar unserer Rechnung einsetzende chine­sische Neujahr ruht jetzt alle Tätigkeit. Nicht einmal die Polizei darf eine Verhaf­tung vornehmen. Gleichwohl gibt es für den Mann besseren Standes reichlich zu tun. Zu­nächst mit dem Versenden der meist bunt be­malten Elückwunschkarten. auf denen unwei­gerlich ein kleiner Knabe, ein Mandarin und ein Schwan sich abgebildet sinken. Sie bedeu­ten die drei größten Gaben, die der Himmel einem Chinesen schenken kann: einen Stamm­halter, ein Staatsamt und langes Leben. Auch die Auswahl der Geschenke erfordert viel Sorgfalt, will man es nicht erleben, daß der Bedachte die Gaben als feinem Rang nicht entsprechend zurücksendet, wobei die Gründe der Ablehnung in blumenreichen, höflichen Worten ausführlich dargelegt werden.

Am dreizehnten Tage des ersten Monats beginnt dann ein allgemeines Volksfest, das drei Tage und Nächte dauert, während deren ganz China von Millionen von Lampions und Laternen erleuchtet zu fein scheint. Jeder wetteifert mit dem anderen in der Anbrin­gung möglichst seltsamer und kostbarer Be­leuchtungskörper, für die denn zuweilen auch märchenhafte Preise gezahlt werden. Erst nach

Ablauf dieser drei Tage seht der wirkliche Monat der Ruhe" ein, um dann in den neuen Abschnitt der Arbeit und des Schaffens überzugehen.

Von Günther Erlenbeck.

Wann ist eigentlich Neujahr?

Dumme Frage, wird der Leser denken, das weiß doch jedes Kind. Natürlich am 1. Januar. Nun, so natürlich ist das gar nicht. Wer Wert darauf legt, möglichst oft Neujahr zu feiern, kann, wenn es ihm nicht darauf ankommt, ein wenig auf unserer alten Erde herumzureisen, mindestens ein halbes Dutzend mal das neue Jahr begrüßen, wenn auch der sympathische Brauch der Silvesterbowle wohl nur bei uns bekannt ist. Nicht einmal alle christlichen Völker begehen den Jahreswechsel um die gleiche Zeit. Schon die griechisch- katholische Kirche feiert infolge des Kalen­derunterschiedes Neujahr erst, wenn wir be­reits am 13. JFnuar angelangt sind. Bei den koptischen Christen in Aegypten fällt der Jahresanfang gar erst auf den 1. August, bei den Syrern auf den 1. September und bei den Nestorianern und Jakobiten noch vier Wochen später, auf den 1. Oktober ihres, des julianischen, Kalenders, mithin erst auf bett- dreizehnten. Im September oder Oktober der Tag wechselt in den einzelnen Jahren liegt auch das Neujahr der Juden, nähmlich am 1. Tage des Monats Tischri. Unbe­stimmt ist ebenfalls der Beginn des Jahres bei den Chinesen, wo er auf den Tag nach dem Neumond fällt, wenn die Sonne im Zeichen des Wassermanns steht. Das frag­

lich noch zu jung, um die Zukunft resignierend an sich herankommen zu lassen. Man will sie ein wenig zu seinen Gunsten korrigieren und stemmt sich mit Händen und Füßen an gegen alles, was einem nicht paßt. Und wenn man den genügend festen Willen aufbringt, zwingt man gewöhnlich immer ein bißchen von dem, was man zwingen wollte. Also weiterkämp­fen auch hn neuen Jahr vielleicht ver­läuft es für uns alle trotz der trüben Aus­sichten besser, als wir fürchten."

Sonja Henie, die reizende junge Eislaufweltmeisterin, kommt während des Trainings hn Berliner Eis­palast ht wundervollen Bogen herangesaust. Als sie mich sieht, reicht sie mir lächelnd die Hand und plaudert in ihrer bezaubern­den Art:Was ich mir vom neuen Jahr wünscht? Alles, was sich alle wünschen: Gesundheit, Glück und weiterhin Erfolg. Und dann, daß ich in Amerika, wohin ich jetzt gehe, genau soviel Liebe und Begeisterung finde wie hier im schönen Deutschland, in dem ich mich immer am wohlsten fühle. Und bann, daß mich alle meine Freunde hier nicht vergessen ich komme bald wieder."

Conrad Beidt:

Was ich lange Jahre hindurch vergebens erwartete, hat mir das Jahr 1931 gebracht: In den Filmen ,Der Mann, der den Mord beging* und ,Der Kongreß tanzt* durfte ich endlich die mir allmählich zum Halse heraus­wachsende Dämonie ablegen. Unsere Zett

ist dämonisch genug und nur mtt Natürlichkett zu bekämpfen! Für das Jahr 1932 prophe­zeien uns die Politiker ja alle möglichen Erwartungen. Hoffen wir, daß sie in vielen Fällen nicht recht behalten. Und finden wir uns ab mit der Erfahrungstatsache, daß wtt es im Laufe der Jahre im Erwarten schon zu einer gewissen Meisterschaff gebracht ha­ben und notwendigerweise also auch über ge­nügend Geduld verfügen, um weiter erwar­ten zu können, was vielleicht niemals kommt. Aber man soll nicht pessimistisch sein, beson­ders nicht in schlimmen Zeiten, sondern sich trösten: In diesem Jahre wird es bestimmt besser! Na, und wenn nicht, bann haben wtt uns eben geirrt!"

Louis Trenker,

der Schöpfer der wundervollen Bergfilme: Ich habe es hundert Mal erprobt und er­fahren: Steht man am Fuße eines Berges und schaut hinauf, dann erscheinen die zu überwindenden Schwierigkeiten manchmal |o ungeheuer groß, daß man nur zögernd heran» gebt. Ist man oben, wundert man sich, wie man nur eine Sekunde an ein Mißlingen glauben konnte. So ist es auch mit dem neuen Jahr. Das vergangene hat uns allen harte Nüsse zu knacken gegeben; wtt stehen am Silvesterabend still und fragen zweifelnd, ob ein Weitersteigen überhaupt noch lohne. Es lohnt sich immer! Mag's auch noch so schwer erscheinen. Zähne zu- sammen und weiter! Wir schaf- fens!"

Musis voran!

Ruf in der Neujahrsnacht, liebet mir fügt die Unendlichkeit Licht zu Licht wie verbündete Ketten, lieber uns wandert die himmlische Zeit Durch die ewigen Sternenketten.

Ruhelos trägt der schwarze Ball

Meinen Staub unter glühende Sonnen, Immer öffnet ihr feuriger Schwall Staunendem Schweigen erquickende Bronnen.

Ohne Wanken durchpulst mein Blut Herz und Adern mit bunten Gefühlen: Mutig voran in der Körnerflut Dumpf rumorender Schicksalsmühlen!

Mar Bit tri ch.

liche Datum liegt zwischen dem 20. Januar und 18. Februar unserer Zeitrechnung. Sts vor wenigen Jahrzehnten galt das gleiche auch für Japan und Korea. Eine noch größere Auswahl erhalten wir natürlich, wenn wir auch die Völker des Altertums berüchichtmen. Die alten Perser feierten gleich ihren heutigen Nachkommen Nauroz, das unserem Neuiahr entspricht, am Tage der Frühlings-Tag-und- Nachtgleiche, die alten Griechen rechneten das Jahr von dem Vollmond nach der Sommer­sonnenwende, während die Römer am ersten Tage des Oktober, der dem Janus, dem Gott allen Anfangs, geweiht war, bas neue Jahr begannen.

6KMr - Ml gMmtt!

In der Mark Brandenburg wurde die­ser Tage ein herrschaftlicher Schloßbefitz zum Verkauf gestellt, der für 2,4 Mil­lionen Eoldmark erbaut, später für 600 000 'RM verkauft wurde und auf den jetzt ein einziges Angebot eingegan­gen ist, bas auf 280 000 3L/( lautet! Wie immer in finanziellen Krisenzeiten wird auch jetzt wieder in Deutschland seit Jah­ren versucht, nicht unumgänglich notwendige Immobilien also Luxusgärten. Jagdhäuser und vor allem Schlösser zu realisieren, um durch den Verkauf öer Objekte bar Geld hereinzubekommen. Aber während irn An- fang des Jahres 1930 noch Scklösser und Jagd- Häuser wenigstens hier und da einmal einen Käufer fanden, der sie allerdings zu Spott» preisen erwarb, will heute kein Mensch mehr reine Luxusbauten erwerben, ja, man will sie nicht einmal mehr geschenkt haben!

Vor kurzem erregte ein in ausländischen Blättern erschienenes Inserat Aufsehen, das folgendermaßen lautet:

Groß-Schloß, 80 Zimmer, 4 Bäder, reichlich Nebengelah, Stallungen und Garagen, xn herrlichster Sage Mitteldeutschlands an wundervollem See, zu verschenken. Einzige Bedingung: sofortige Renovierung der Ge­bäude und Vier-Ztmmer-Freiwohnung für Hausverwalter!"

Zunächst wurde dieses Inserat als Scherz an­gesehen. Dann aber stellte sich heraus, daß es bitterer Ernst war: eine verarmte Adels- familte wollte ihr Stammschloß tatsächlich ver­schenken weil fle nicht einmal mehr das Geld für den' Unterhalt der Bauwerke aufbringen, geschweige denn einen Käufer finden konnte! Und auch bas oben wiedergegebene Inserat ?atte keinen Erfolg, denn auch im Ausland at heute scheinbar niemand mehr Geld, um einen reinen Lurusbau zu unterhalten und vor dem Verfall zu bewahren.

Wie eine große deutsche Maklerfirma an» gibt stehen gegenwärtig neun Zehntel aller deutschen Luxusbauten zum Verkauf, ohne daß die Möglichkeit besteht, Re zu Geld zu machen. Da die Besitzer aber selbst verarmt find oder ihre verfügbaren Kapatalien nicht freimachen können, verfallen alle diese Schlüssel und Landhauser, sie werden zu Ruinen, und manche deutsche Landschaft wird damit ihres besonderen Reizes 6eiau6t . . .

CM, Äußern, die jugendliche Tennismeisterin:Nur ein paar Worte: Ich erwarte vom Jahre 1932 in Los Angeles bei den olympischen Spielen soviel deutsche Siege, daß die anderen Natio­nen merken, wie urgesund wir im innersten Kern sind, und uns endlich auch in jeder anderen Beziehung hilfreich die Hand geben, damit wir wieder aufwärts schreiten können nach all den Jahren des Niedergangs. Ich erwarte, daß uns bas Jahr 1932 immer wie­der neue Kraft gibt, den Kopf oben zu be­halten so schlimm, daß wir den Mut ganz verlieren müssen, kommt's nie.**

Lil Dagooer,

die schöne Filmschauspielerin, die soeben aus Hollywood zurückgekehrt ist und deren Rücken drüben mit 400 000 Mark bewertet und versichert wurde, schließt den Reigen:

Das alte Jahr, das neue Jahr... Meist bleibt doch alles, wie es war, Wir hoffen und erwarten viel Und kommen meistens nicht zum Ziel; Der eine ist bescheiden nur Und wünscht vom Glück sich eine Spur, Der andere hat große Pläne Und hat Erwartungen gleich zehne! Und ist bas Jahr zu Ende bann, Fängt's Wanen stets von vorne an Drum sag ich weise: Mag ba kommen. Was immer kommt, es wirb genommen! Der Mensch lebt sechzig, siebzig Jahr Unb meist bleibt alles, wie es war!**