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Ken und umgekehrt aufgetaucht seien, l auf dem besten Wege, beigelegt zu

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Marburger

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Nr.M 66.Mt$.

Marburg o. Ma

Der Anzekgenpreks betragt flkr den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08GM.,sog. kleine Anzeigen und Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 SM., amt!, und anewLrtige AnzetgenO.lO GM. Srundschrifti §olonel. Bei schwierigem Sah so­wie bei PlaKdorschrtst 50*1« Auf­schlag. Gammelanzeigen 100e/« Ausschlag Reklam.-Millim, 0.40 GM. Grundschrift > Petit. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel k Lage. Sfferten-Gebühr: 25 Pfg^ bei Zustellung der Angebote elnschl. Porto 60 GM. Belege werde« berechnet.Erfüllungsort Marburg.

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Tuch die Meinungsverschiedenheiten, die einigen Wochen über den Dorrang der Hfnstigen Kredite vor den Repara-

Anzeiger für (das frühere kurhefsischej Oberhesfen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen fnr Stadt und Kreis Marburg.

wirksam Einschreiten zu können, müßten die japanischen Truppen westlich des Liaoflusses vorrücken.

Die chinesischen Truppen aus der Mandschurei zurückgezogen.

fk. London, 30. Dez. Nach einer Meldung aus Washington hat der amerikanische Gesandte in Peking dem Staatsdepartement telegraphisch mitgeteilt, daß mit der Zurückziehung der chinesischen Truppen aus dem Gebiete von Kintschau die Mandschurei von allen regulären chinesischen Soldaten geräumt worden ist.

Der Angriff auf Kintschau unmitteibar bevorstehend.

Moskau, 29. Dez. Nach Meldungen der Telegraphen-Agentur der Sowjetunion, die sich mit Meldungen von anderen Seilen decken, ist der japanische Angriff auf Kintschau auf die Jahreswende a n g e s e tz t. Vor Kintschau sind 40 000 bis 50 000 Mann japanische Truppen zusam­mengezogen, die alle Vorbereitungen zum Angriff treffen.

China «bittet Amerikas Eingreifen im Mandschurischen Stteit.

Moskau, 29. Dez. Nach einer russi­schen Meldung aus Schanghau hat die chi­nesische Regierung die amerikanische Regie­rung in einer Note darauf hingewiesen, daß die Zustände in der Mandschurei sich trotz der Schritte des Völkerbundes verschlechtert hätten. Amerikas Eingreifen werde erbeten, um eine neue Kriegsgefahr im Fernen Osten zu verhüten.

In Schanghai fand eine Kundgebung statt, in der eine Erklärung Chinas an die Ver­einigten Staaten verlangt wurde.

Das angebliche Programm.

11 Paris, 30. Dez. Der Berichter- «ter desEcho de Paris" i« London «lbt, das Programm einer fran- "1 isch-englischen Reparations- fflit i k, an dessen Ausarbeitung die ^»zösischen und englischen Sachverständi- * arbeiten, wie folgt umschreiben

fHt .Oberbrsststbe 3ethmg* er- srhtinl sechsmal wöchentlich. Be- ^igsprel« monatlich 2.20GM.ans- j-ss-ßl. Zustellmigsgebübr, durch jte Post 2.45 GM Für etwa durch gtreft, Maschlnendefekt oder eie* genta« Ereignisse ausfallrnd« Dummern wird kew Srfa» ge» Kister Verlag. Dr. § Kchervtb. pnttf der Unw-Buchdrulkerel jpb Ang. Koch, Mark« 21/23. ^ernfpre< tt Rr. 54 und Rr. 55. gustschclkkonto: Am« Frankfurt v M Rr 5015. Sprech,ett et Redaktion von 10U und

1 Uhr.

setzung ihrer Schulden bei Amerika notwendig mache«.

Noch keine Entscheidung Amerikas.

fk. Washington, 30. Dez. Staats­sekretär Stimson empfing gestern erst den deutschen nnd dann den französischen Botschafter zu Besprechungen in der Schul­den- und Tributfrage. Eine Beteiligung Amerikas an der Konferenz wird nun­mehr als wahrscheinlich gehalten.

In französischen Kreisen wird damit ge­rechnet, daß die Tributkonferenz vor­aussichtlich in Lausanne und zwar nicht vor dem 25. Januar stattfinden wird.

Amerika rechnet mit der Berlängermq des Hoooerjahres.

London. 29. Dez. Englische Berichte aus Washington fassen den Standpunkt der amerikanischen Regierung in der Schulden- frage wie folgt zusammen:

J&e wird damit gerechnet, daß die deut­schen Reparationszahlungen im nächsten Sommer nicht wieder einsetzen werden. Frankreich werde daher seine Zahlungen an England und Amerika verweigern. Amerika wolle nicht von England ver­langen, seine Schuldenzahlungen innerhalb des nächsten Jahres wieder aufzunehmen. Man erwarte daher von England, daß es die Initiative ergreifen werde, um ein wetteres Moratorium für die Reparattvns- schulden nach dem Ablauf des jetzigen Hoovermoratmiums einzuleiten.

1. Deutschland würde ein dreijähri­ges provisorisches Morato­rium für den geschützten Teil der Zahlungen zugebilligt erhalten.

2. Deutschland hätte in den drei Morato­riumsjahren den ungeschützten Teil der Poungannuitäten zu entrichten, den Frankreich aber, wie bei dem Hoover-Moratorium un­verzüglich der Reichsbahn wieder leih­weise zvr Verfügung stellen würde.

3. Deutschland würde Frankreich, Ru­mänien und Südslawien weiterhin ein Mindestmaß von Sachliefe­rungen zugestehen.

4. Rach Ablauf der dreijährigen Mora­toriumsfrist würde die Zahlungsfähig­keit Deutschlands aufs neue abgeschätzt werden.

S. Deutschland würde mit den amerika­nischen, englischen, französischen und neutrale« Banken ein Abkommen.iibeif die allmähliche Zurückzahlung der ein­gefrorene» kurzfristigen Kredite ab- schließen.

6. Die alliierten Regierungen würden für die Gläubiger Deutschlands die Washingtoner Regierung zu überzeugen versuchen, daß, nachdem sie den wirt, schaftlichen Wiederaufbau Deutschlands begünstigt hätten, ihren Opfer« eine entsprechende Herab-

Japanischer Vormarsch

Panschan und Hsinmin besetzt

erden. Angesichts der Vorschläge der «serler Sachverständigen, so schreibt das

ltt, verliert diese Frage sehr viel an Be­ttung und ihre Weiterbehandlung *tbe in Anbetracht des neuen Mora- föinns, das man Deutschland gewähren Wie, zum mindesten vorläufig verschoben Wden können.

«rabsetzung der internationalen Schulden ttiil- nbedingt notwendig mache.

' Auch derPetit Parisien" unterstekcht,

3 fk. Paris, 30. Dez. Der englische Fi- W «anzsachverständige Leith Rotz wird 3 fetbe dieser Woche in Paris erwartet, wo 1 te französisch - englischen Verhandlungen liier die Tributfrage wieder aufge- vmmen werden sollen. Nach der fran- . Aschen Presse zu urteilen, haben die nach Weihnachten auf diplomatischem Wege ge- 1 ährten Besprechungen bereits zu einer B mtgehenden Annäherung der beider- 1 ntigen Auffassungen geführt. Der Lon- I oncr Sonderberichterstatter desEcho de 1 iorts" kündigt die großen Linien der Re- elung an, über die sich England und W tankreich einig werden würden, soweit H liefe Einigung nicht bereits geschehen ist.

I Rach diesem Programm soll Deutschland 1 rät Moratorium von dreijähriger Dauer M »erkannt werden. Der ungeschützte Teil W >ll fortlaufend an die B.J. Z. gezahlt M »erden und von dort aus in Form eines W Nnzösifchen Kredites an die Reichsbahn | »rück erstattet werden. Als Gegenleistung W >S die Reichsbahn sich verpflichten, sowohl i n Frankreich als auch an einige fran- 2 ststche Vasallenstaaten wie Rumänien I ab Südslawien Sachlieferungen in ge- 3 ragetn Umfange durchzuführen. Nach Ab- z ms des dreijährigen Moratoriums soll die I »hlungsfähigkeit Deutschlands erneut ge- I nist werden.

! Die Reichsregierung soll sich außerdem W »pflichten, mit den amerikanischen, eng- M fchen und französischen Banken sowie mit 1 tn übrigen Gläubigern von Privatschul- M en ein Abkommen zu tätigen, das die teil- Ui «He Rückzahlung der kurz- W listigen Kredite vorsieht. Die Ä läubigermächte ihrerseits sollen gegen- bei Amerika die notwendigen Schritte :^eI' nternehmen, um die amerikanische Re- : ierung davon zu überzeugen, daß ihre In nterstützung zur Wiederaufrichtung der jU »wpäischen Wirtschaft eine parallele

-i ch man in englischen Kreisen de« 8e- mken einer endgültigen Neuregelung der eparationen aufgegeben habe. Die fran- p*|| Kickse These von einer provisorischen inigung habe sich vielmehr auchinLon- m durchgesetzt, weil sie angesichts der ,3290 llerikanischen Haltung am besten den »twendigkeiten der augenblicklichen Lage

& »spreche.

Sturmjahr 1931

Weltpolitischer Rückblick.

Von Hermann S. Burg.

Das Jahr 1931 wird in bet Geschichte ab» der Gipfelpunkt einer Weltwirtschaftskrise ohne Beispiel eingehen; gleichwohl wäre esf falsch, dieses entscheidungsvolle Jahr nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu be- trachten. Erst spätere Generationen werden klar beurteilen könne», welche Wechselwirkung gen zwischen Politik und Wirtschaft dieses Jahres, ja dieser ganzen Nachkriegsepoche be­standen haben. Wie schwierig die Beurteilung dieser Frage ist, ergibt sich an einem Muster-' beispiel aus der Entwicklung der Europa­frage im verflossenen Jahr. Gleich zu Be­ginn des Jahres trat in Genf die zweite Europa-Konferenz zusammen, zu der nicht weniger als 27 europäische Minister und die bohen Stäbe der Außenministerien erschienen. Die Ausschüsie der Europa-Konferenz haben dann im Laufe des Jahres noch mancherlei vielberedete Tagung abgehalten, und der Er­folg? ... Das Jahr endet in verschärfter wirtschaftlicher und politischer Sonderung, um nicht zu sagen Abschlietzung Aller von Allen, nachdem die Bemühungen um die Durchfüh­rung ber eur.-näischen Zollfrie« benskonvention gescheitert sind. Hier ist das wirtschaftliche Verhalten ganz un­zweifelhaft die unmittelbare Folge politischer Einstellungen; es herrscht also unzweifelhaft das Primat der reinen Politik und nicht das der Wirtschaftspolitik, die vielleicht über­haupt viel zu sehr als beherrschender Faktor der weltpolitischen Entwicklung bewertet wird.

Herrschte wirklich das Primat der Wirt­schaftspolitik, so hätte die Entwicklung des verflossenen Jahres nahezu den entgegenge­setzten Gang nehmen müssen, als sie es tat­sächlich getan hat^ Die dilatorische Behand­lung der Abrüftungsfrage. deren Klä­rung im Xs$»en der so lange vorbereiE^ großen intsA^gpalen AbrüstungskonferTäz' am 2. Febrn«': . "72 der Völkerbundsrat ass« 23. Januar des verflossenen Jahres beschloffen hat, ist ein Beweis dafür, daß Mißtrauen und Ängst vor politischen Verwicklungen immer noch der beherrschende Faktor sind und also eine Korrektur in der Führung der Politik im Sinne des gesunden Menschenverstandes vorerst noch verhindern. Kein zwingender Be­weis dafür, als der Widerstand gegen und die Verwäsierung schließlich des italienischen Vor­schlages, wenigstens zunächst einmal durch ein Rüstunasfeierjahr den wirtschaftlichen und politischen Irrsinn des Wettrüstens einzu- dämmen.

Leider hat sich der Völkerbund im ver­flossenen Jahre das Gesetz des Handelns aber­mals in bedenklicher Weise entwinden lasten. Zwar kam es anläßlich der Behandlung der ungeheuerlichen Vorfälle in Polen zu einer ziemlich deutlichen Verurteilung der dort an­gewandten Methoden, allein gleichwohl hatte und nahm der 7. Europäische Natio­nalitätenkongreß Veranlassung, vom Völkerbund eine entscheidendeÄnderung der Behandlung der Petitionen von Minderheits­angehörigen in lebenswichtigen Fragen" zu fordern. Diese Forderung ist bisher nicht er­füllt worden, obwohl sich schon im weiteren Verlauf des Jahres mancherlei Gelegenheit dazu ergeben hätte. Die böseste Belastung des Völkerbundsrenommees aber ergab sich aus der Behandlung des ch i n e s i s ch - j a p a,n i - scheu Konfliktes, den man als das, was er war, nämlich als offenen blutigen Krieg anzuerkennnen und die Partner dem­entsprechend zu behandeln, sich mit konse­quenter Schwächlichkeit weigerte. Dieses Ver­sagen des Völkerbundes in der Feuerprobe seiner Existenzberechtigung war lediglich der letzte schlüssige Beweis dafür, daß seine Auto­rität der Wucht des zwangsläufigen Ge­schehens dieser Zeit nicht gewachsen isi.

Kein Wunder also, daß die Politiker die Dinge selbst in die Hand nehmen, denn wenn auch noch niemand klar sah, was geschehen mäste, so sehen doch alle an den beängstigen­den Veränderungen des Weltwirtschaftsbaro­meters, daß angesichts des drobenden Sturmes irgend etwas geschehen müste. So kam es zu-

Dreijähriges Moratorium?

Das englisch-französische Reparations-Programm Frankreich erstrebt eine europäische Kriegsschuldnerfront

Tokio, 29. Dez. Ei« japanisches Flugzeuggeschwader bombardierte am Dienstag chinesische Truppen bei Pan­schau. Im Laufe des Tages rückten ja­panische Truppen gegen die chinesischen Stellungen vor und schlugen die Chinesen nach längeren schweren Kämpfen in die Flucht. Die Japaner rückten darauf in Panschan ein und besetzten die Stadt.

Eine andere japanische Truppenabtei- lung besetzte am Dienstag nachmittag die Stadt Hsinmin, ohne daß es zu größe­ren Zusammenstößen kam. Der japanische Vormarsch aus Kintschau wird fortgesetzt.

fk. Tokio, 30. Dez. Der japanische Vormarsch auf Kintschau dauert an. Die Stadt ist bereits von den Chinesen geräumt worden. In einer Note an den Völkerbund sieht Japan vor, nur gegen chinesische Banditen" zu kämpfen.

Eine Erklärung des japanischen Bot­schafters in Paris.

fk. Paris, 30. Dez. Zum Vorrücken japanischer Truppen in der Mandschurei erklärt die japanische Botschaft in Paris, daß die japanische Regierung auf der Räumung von Kintschau durch die chinesischen Truppen bestehe, wett die japanische Regierung auf Grund bestimm­ter Angaben, die Ueberzeugung gewon­nen habe, daß die Militärbehörden in Kintschau die chinesischen Banditen west­lich des Liaoflusies unterstützen. Um