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xte «Oberb-Msch- Sefhrng* er» j^int s-chomal wSchentlich. Be- Lgttret« monatlich 2. 20SM.au«- ^Ilekl Zuffellungsgebabr, durch tpofl2.45 <?92Z ^ürenva durch Liieik. Maschtnendefekt oder eie. fgtitau Ereignisse ausfallende gtgnimttn wird kein Lrsa» ec» yfltt Derlag Dr. 5 Kitzervtb. ptn<f der Un id-Bucbbruckerei yb Äug. Koch, Markt 21/23. beuispre'' t" Sir. 54 tni6 Nr. 55. »xstscheekkonto: Ami Frankfurt t ® iRt 5015. — Svrect>,eU W Sirdaktton von 10—U und
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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
Marvurm raseßüWiser
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Marburg o. Laba
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Kein Fortschritt in Basel
Der englische Vorschlag eines fünfjährigen Moratoriums noch nicht erörtert — Frankreich bleibt der Hemmschuh
Ernste Gegensätze
Umschwung in Australien
♦ti »ad die ungünstige Wirkung der Grotte« "♦ „gen des amerikanischen Kon«
$te Baseler Berichterstatter verschiede« a Londoner Blätter heben übereinstim«
ag Post" will von maßgebender Seite
en.
■men hätten, besonders in der Frage ungeschützten Annuitäten und der kurz« igen Kredite. Die französische Dele« »n habe neue Weisung aus Paris erben, in der Frage der Priorität nicht ugeben.
ähnlich äuget! sich der Korrespondent ^Daily Telegraph", der außer«
V meldet, daß auf der Konferenz eine tische Anregung erörtert worden das Moratorium auf fünf hre auszudehnen. Einstweilen en die Franzosen dieser Anregung rsprochcn.
Financial News" sagt, in Banken betrachte man ein zweijähriges lltorium für Reparationen und Kriegs- en als die denkbar schlechteste Lösung, jede Hoffnung auf Erholung während r langen Periode zerstört werden c.
Frankreich bleibt der Störenfried.
ach Mitteilungen L a y t o n s an den ler Berichterstatter des „Daily stegraph" soll der Bericht des Son- usschusses am Mittwoch abend fertig« llt werden. Der Bericht würde 8000 10 000 Worte umfassen und einen Anil on etwa 30 deutschen Urkunden auf« fen. Bisher sei nur der Teil des Be- tes angenommen worden, der sich mit der Itkriie und der Notwendigkeit sofortiger
nahmen seitens der Regierungen be-
■i eesses und der letzten Rede Lavals if den Sachoerständigenausschutz hervor, ah « Sonderberichterstatter der „M o r -
r englische Vorschlag zur Verlänge-
g des Moratoriums auf 5 Jahre sei bisher nicht erörtert worden.
1 werde erst geschehen, wenn sich die sphäre erheblich gebesiert habe. Das knzösische Fe st halten amVor- Htder Tribute bilde auch weithin dasgrötzteHindernisfür
schnellen zufriedenstellenden Adder Konferenz.
Das Goldene Kreuz.
einem längeren Artikel im „S u n - C h r o n i c l e“ fordert Cilbert nkau endgültige Streichung der le und Kriegsschulden. Man müsse, ^Deutschland dies immer wieder betone, roten Strich durch alle alten Schul- 'Uräge ziehen und die internationalen Elchen als Grundlage für die intet«
- irschiedenheiten innerhalb des Jn vschusfes einen ernsten Ehataktet ange-
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sthten haben, daß die M e i n u n g s -
nationalen Verpflichtungen setzen. Die Schuld an der ganzen gegenwärtigen Weltkrise trage die Mißgeburt des Vertrages van Versailles. Wenn jemals die menschliche Dummheit ihren Höhenpunkt erreicht habe, so sei es der Vertrag von Versailles gewesen. Jeder, der an der Aufstellung dieses Vertrages mitgearbeitet habe, trage einen Teil der Schuld an dem jetzigen unglücklichen Zustand aller Länder. Wenn Frankreich Deutschland zwinge, bankerott zu machen, so werde es dadurch wahrscheinlich noch mehr in Mitleidenschaft gezogen werden als Deutschland selbst. Frankreich sei in der großen Gefahr, an das goldene Kreuz genagelt zu werden.
■®S scheint fast, als sollte sich wieder einmal der in kritischen Situationen immer wieder durchbrechende gesunde Menschenverstand der Angelsachsen bewähren und den übrigen Völkern den Weg weisen. Mit einem mächtigen Schwung haben die am 19. Dezember in Australien durchgeführten Wahlen zum Dundesparlament die Lage gewandelt und die Voraussetzung für den Uebergang von der bisherigen Arbeiterregierung zu einem Kabinett der nationalen Konzentration nach dem Muster des Mutterlandes geschaffen. An sich kann dieses Herumfchwingen des Pendels in Australien nicht überraschen, denn wenn auch der fünfte Erdteil der erste große Staat der Welt war, den vor mehr als
Die „kleine Notverordnung
Verlängerung und Anpassung älterer Gesetze
Berlin, 21. Dez. Das Kabinett $at heute nachmittag die sogenannte „Kleine Notverordnung" beraten, mit der man bereits seit einer Reihe von Tagen rechnete. Es ist nun anzunehmen, daß sie im Lause des morgigen Tages veröffentlicht wird Ihr Ziveck ist im wesentlichen die Verlängerung laufender Gesetze ober ihre Anpassung an die Rechtslage, die sich aus den letzten großen Notverordnungen ergeben hat. So müssen die Einkommen-
--"Miläoe nerPmoert werden, deren Geltungsdauer am 31. Dez. abläuft, ebenso das Lohnpfändungsgesetz, die besondere Genehmigung für die Ausfuhr von Kunstschätzen, die Essigsteuer und das Besatz- ungspersonenschädengesetz. All diese Gesetze laufen mit Iahresschluß ab und müssen deshalb erneuert werden. Den Veränderungen. die sich bei den Gemeinden eingestellt haben, trägt die Aenderung des Gerichtsverfass"nosaesetzes Rechnung. Es berichtigt gewisse Bestimmungen, die nach
der Zusammenlegung oder Aufhebung von Gerichten und ähnlichen Maßnahmen einer Revision bedurften. Für bie K r a f t= fahr zeug st euer ist von Interesse, baß bie Kraftfahrzeugsteuer in Zukunft monatlich gezahlt werben kann. Ferner hat ein befonberer Abschnitt der Notverordnung den Zweck, der schwer leidenden Binnenschiffahrt eine gewisse Hilfe zu bringen. Die Maßnahmen, die diesem Ziele dienen sollen, sind vom Reichsver- kehrsminifterium schon seit einiger Zeit vorbereitet worden. Schließlich enthält bie Notverordnung auch eine Verschärfung der Bekämpfung bes Schmuggels. Dabei hanbelt es sich ja um ein recht aktuelles Problem. In ben Melbungen aus ben Grenzgebieten hat ber Schmuggel in ber letzten Zeit bekanntlich eine erhebliche Rolle gespielt, so baß ja auch ber Reichsfinanzminister im Haushaltsa"sschuß bes Reichstags kürzlich zu diesen Dingen bas Wort genommen hat.
Für die Verfassung
Die rechts- und staatswiffenschaftlichen Fakultäten aller deutschen Universitäten haben, wie bie Montagspost berichtet, beim Reichsinnenministerium einen Protest gegen bie Notverordnungen ber Län- ber erhoben, soweit biefe Berorbnungen nach Ansicht ber Professoren mit ber Reichsverfassßing nicht vereinbar sinb. Die juristischen und staatswis- enfchajtlichen Fakultäten verweisen auf drei Beispiele, bei denen nach ihrer Ausfassung Notverordnungen ber Länder oer- lassungswibrige Maßnahmen verfügt haben:
1. Thüringen hat durch Notverordnung Ausnahmebestimmungen zu ungun- sten der weiblichen Beamten geschaffen, die in ber Praxis darauf hinauslaufen, bie weiblichen Beamten im Wege ber Abfindung aus ihren Berufen zu entfernen.
2. Preußen hat Vorschriften über ben Beamtendienst erlassen, durch den jeder Beamte gezwungen werden kann, auch in einer Stellung niederen Ranges Dienst zu tun, sofern davon sein gesetzliches Gehalt nicht berührt wird.
3. In Preußen, aber auch in den anderen Ländern ist durch Notverordnung bie Emeritierung ber Hochschullehrer ab« aelchafst worben. Das bedeutet, daß Professoren bei Erreichung der Altersgrenze nicht mehr mit vollem Honorar pensioniert werden können, sondern nur mit entsprechender Kürzung ber Einnahmen. Die Sonberstellung ber Hochschullehrer war aber stets begrünbet worben mit 'brer Forlcherarbeit, ber kein Alter eine Grenze setzt.
„Die be"tlchen Universitäten fühlen sich", so heißt es in ihrem Prote'stschrei- ben, „in ihrem Gewissen vervflichtet, burch ihre rechts- unb staatswissenschaftlichen Fakultäten nachträalich Einfvruch gegen solche versassungsänbernbe Maßnahmen zu erheben und fordern vom Reichsinnenministerium Abhilfe."
Das Blatt schreibt hierzu: Da beim Reichsinnenministerium f <^auch sonst Be- ichwerden über .angeblichen Verfassungsbruch burch Notverorbnungen häufen, wirb ber Schritt ber Hochschullehrer zu einer beschleunigten Prüfung ber angeführten Punkte burch den Minister führen.
20 Jahren eine sozialistische Regierung führte, so war oie dem im November gestürzten Arbeiterkabinett Scullin vorangegangene Regierung ber Nationalen Konzentration in Australien sein wird. Die polittschen Verhältnisse sind eben in Australien noch verhältnismäßig unkompliziert, so daß vorläufig noch der ungestörte Pendelschwung als Regel gelten kann. ,
Gleichwohl erfordert ber Ausgang dieser Wahlen in zweierlei Hinsicht ein besonderes Interesse: einmal als Abschluß eines, wie nun feststeht, mißlungenen Experimentes, andererseits als Ausgangspunkt einer neuen polittschen Epoche, von deren Gestaltung nicht nur für Australien, sondern für den ganzen pazifischen Raum ungeheuer viel abhängt. Das Schlagwort von Austtalien als dem „Arbeiterparadies" und dem Reservat des Weißen Mannes hat die australische Politik der Nachkriegszeit in höchst verhängnisvollem Sinne beeinflußt. Die Größe des Hrrtums, der in ber auf dieses Schlagwort sich gründenden Politik lag, ist begreiflicherweise erst in den letzten tritt scheu Jahren ganz offenbar geworden. Im Anfang des Jahres 1931 schien bie Katastrophe zu nahen; in wenigen Wochen entwertete sich das australische Pfund um reichlich ein Drittel seine» Goldwertes; bie Einzelstaaten zeigten nicht nur bebenlliche Neigung, bie Forderungen bes Mutterlandes an Zinsen und Amortisationen unbefriedigt zu lassen; es kam sogar zu Kundgebungen für die Auflösung des Bundesstaates in seine einzelnen Bestandteile.
Gerechterweise muß zugegeben werden, daß angesichts dieser kritischen Zuspitzung die Regierung Scullin die Nerven nicht verlor, sondern mit einer für australische Verhältnisse unerhörten Hätte in die Gestaltung der Dinge eingriff. Es wurde mit Zinstonversionen, Steuererhöhungen, Gehälter- und Lohnabbau eine Verschlechterung des Lebensstandards um etwa 20 Prozent erzielt und der Haushalt nok- dürfttg wieder in Ordnung gebracht. Die Arbeiterregierung stürzte über die Frage der Arbeitslosenunterftühung, die — wie in aller Welt — allmählich auch in Australien eine nicht mehr zu übergehende Bedeutung erlangt hatte. Man hatte in ben verflossenen „paradiesischen" Zeiten au) bie Ausgestaltung der Arbeitslosengesetzgebung verzichten können unb so traf ber Einbruch der Weltkrise mit ihren ungemein starken Wirkungen gerade in dem Rohstofflano Australien eine in keiner Weise gesicherte Arbesterschaft.
So erklärt sich die Enttäuschung der großen Masse der Arbetter mit der von ihnen lm Oktober 1929 gewählten Regierung. Kein Zweifel, daß eine ganze Anzahl von Arbeitern zu der Pattei'der Nationalsozialisten gestoßen ist, die nun zusammen mit ben Vertretern der Bauernpartei (14) über 51 Mandate verfügen wird gegenüber 25 Arbeite rpatteilern. 3m alten Bundes- Parlament war, wie gesagt, das Verhältnis fast genau umgekehrt. Die Problemattk ber künftigen australischen Politik wird je® hoch damit nicht geringer. Es ist nicht etwa nur ein Grundsatz der Arbeiter- patteiler, daß Australien das Paradies des weißen Arbeiters sein unb bleiben müsse. 3n biefer Hinsicht herrscht von rechts bis links immer noch vollkommene Obentität der Einstellung. Selbst aber wenn dieser verderbliche Grundsatz von heute auf mor-