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pte .ObertefHtoe 3<thmg* «. jcheint sechomal wöchentlich. Be- Hig#t>rtl< monatlich 2. 20GM.au«- schlirßl. Zustellungegebübr, durch

poft 2.45 GM Für etwa durch Ltrrik. Maschinendefekt oder ele- fOitaa Ereiqniffe ausfallend« Kummern wird kein Srsa» ae» leistet Verlag, Dr. $ Klgrrotb. vro-k der llntd-Buchdruckerrl geb Aug. Koch. Mark« 21/23. ^eruspre-^ t: Rr 54 und Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt t <R. Rr 5015. Evrech,ei1 Mt Redaktion von 1011 und

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Äbevhkssische

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Rr.M 88. Mr».

Marburg o. Ma

Der Anzeigenpreis betrSgt für den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08GM.,sog. kleine Anzeigen und Familienanzeigen bei Barzablung 0.07 GM., amtl und auswärtige AnzetgenO 10 GM G rund schuft: §olo»el Sei schwierigem Satz so­wie bei Pladvorschrtfl SO* . Auf­schlag Gammelan,eigen 100'l, Aufschlag Rcklam.-Millim 0.40 GM. Grundschrist, Petit. Zeder Rabatt gilt al« Barrabatt Ziel 5 Lage. Öfterten-Gebübr: 25 Pfg^ bei Zustellung der Anoebote einschl. Porto - 60 GM Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

Anzeiger der amtlichen Vekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg.

Frankreich bleibt hartnäckig

Die Folgen der Weigerung Amerikas, die Kriegsschulden herabzusetzen Liebeswerben um England

Der Baseler Bericht Neue Rede Lavals

Front gegen Frankreich Front gegen Deutschland

jk. Basel, 21. Dez. Die Mitglieder \ K Sonderausschusses hielten am Sonn- iig nachmittag eine Geheimsitzung b, in der gewisse Fragen geklärt werden Hinten. Der materielle Teil des Haupt- ,richtes ist größten Teils fertig ge­eilt, fodqh nunmehr doch damit ze­ichnet wird, datz die Schlutzsitzung am trnstag oder Mittwoch stattfinden wird. Sowohl bei den Mitgliedern des Son- ßausschufses wie in der Schweizer Presse std endgültig die Auffassung zum Aus- stck gebracht, daß ein wirtschaftlicher »sammenbruch Deutschlands ach zu einer Katastrophe für |t übrigen Länder führen ktb e.

fcie englische Prelle stellt sich in ihren Mischungen übet die Baseler Berhand- Igert auf den Standpunkt Deutschlands |j) sagt, daß in Basel eine Front der hrnunft, die aus 6 Mitgliedern des i I. Z.-Ausschusses besteht, ge g e n tankreich aufgerichtet fei, und daß ssnkreich im Falle eines deutschen Ban- Mrottes selbst den größten Schaden dci- mtragen würde.

Rod) Londoner Informationen ist pnkreich bestrebt, in den in Paris mit letn Vertreter Englands stattfindenden Thandlungen eine gemeinsame fglifch-sranzösische Front in t Tributfrage sowohl gegenüber Ame- Wa wie gegenüber Deutschlands zu ei­chten.

^m Zusammenhang mit den Verhand- ngen des englischen Sachverständigen itth Roß im französischen Finanz- kisterium gibt der Pariser Mitarbeiter tSunday Times" die Ansicht I^^"Mischer Stellen über die englisch- ;ösischen Beziehungen im Rahmen Tribut- und Schuldenfrage wieder. Haltung des amerikanischen Kongres- die zunächst jede Hoffnung auf Streb 8 oder erhebliche Herabsetzung der alliierten Schulden zunichte gemacht , sowie die Tatsache, daß sowohl Eng- als auch Frankreich Gläubiger f'chlands seien, bilde nad) französi- Auffassung eine gute Grundlage für Verständigung zwischen

: i 5 und London. Die franzö- ' Diplomatie rechne damit, daß Die rikaner auf die eigentlichen Tribut- 2ndlungen wenig Einfluß ausüben, aber einen Gegensatz zwischen Eng- und Frankreich zunutze machen wür- Diefe Lage mache eine enge Zu- nenarbeit zwischen den beiden letzt- nnten Ländern notwendig. Franzö- rseits spiele hierbei der Wunsch eine e Rolle, unter allen Umständen an deutschen Tributzahlungen festzuhal- Jn Verbindung hiermit seien die Be- tungen der französischen Presse be- .enswert, daß Deutschland kei- wegs so'arm sei. wie be­lltet werde, und daß es selbst bei ' verminderten Ausfuhr noch Zinsen iie lang- und kurzfristigen Kredite so- auch die ungeschützten Tribute bezah- tottne.

Franzofenfreundliche englische poli- Schriftsteller Steeb ergreift sofort ' Telegenheit, und fordert eine Unter­

suchung, ob die Schuldenabkommen mit Amerika eine Klausel enthielten, wonach die Zahlungen an Amerika auf zwei Jahre ausgesetzt werden könnten. Durch Anwendung, dieses Vorbehaltes ließe sich eine neue Atempause von zwei weiteren Jahren schaffen. Voraussetzung hierzu sei - jedoch eine Einigung zwischen Frankreich und England. Eine solche Wendung würde nicht verfehlen, einen Eindruck auf den amerikanischen Senat zu machen und ihn aufhorchen zu lassen.

Nachgeben ausgeschlossen

In französischen politischen Kreisen wird die Ablehnung jedes Schuldennachlasses durch Amerika mit einer gewissen versteckten Befrie­digung ausgenommen. Diese Stimmung er­klärt sich selbstverständlich daraus, daß die französische amtliche Politik die Schulden- und Tributfrage grundsätzlich miteinander verbin­det und vor der Tributkonferenz nicht gern auf Zugeständnisie zugunsten Deutschlands festge­legt werden will. Man nimmt den amerikani-

Frankreich und Rußland

Der Wortlaut des Nichtangriffspaktes

ft. Paris, 21. Dez. DasEcho de Paris" veröffentlicht den angeblichen TeÄ des am 24. August 1931 von dem General­sekretär des Quai d' Orsay, Philippi Berthelot, und dem sowjet-russischen Bot­schafter Dowgalewski paraphierten russisch-französischek Nichtangriffspaktes. Der Vertrag soll u. a. folgende Bestimmungen enthalten: *

Artikel 1: Die beiden Mächte versprechen, sich gegenseitig einer jeden Angriffshandlung zu enthalten, und nicht zum Kriege zu schreiten.

Artikel 2: Wenn eine dritte Macht sich eine Angriffshandlung gegen eine der vertrags­schließenden Parteien zuschulden kommen läßt, verspricht die andere vertragsschließende Par­tei neutral zu bleiben.

Artikel 3: Keine der beiden vertrags­schließenden Parteien darf eine Abmachung mit anderen Mächten abschließen, die be­stimmt ist, den Ankauf oder den Verkauf von Waren der vertragsschließenden Parteien zu verweigern. Die beiden Parteien lehnen es nicht ab. von anderen Waren zu kaufen bezw. zu verkaufen.

Artikel 4: .Die beiden Parteien versprechen, sich jeder Einmischung ht innere Angelegen­heiten der anderen Partei zum Zwecke eines

Umsturzes der bestehenden Institutionen mit Waffengewalt zu enthalten.

Artikel 5: Ein Schlichtungsverfahren wird eingeführt, jedem auskommenden Konflikt zwi­schen beiden Parteien zu beseitigen.

Artikel 6: Der Vertrag gilt für 2 Jahre kann von da ab mit einjähriger Frist ge­kündigt werden.

Der Vertrag soll erst in Kraft tre­ten, wenn das vorgesehene Schlich­tungsverfahren durch eine besondere Abmachung im voraus desiniert sein wird. Mr die Anwendung des Artikels 2 sieht Frankreich das Land als Angreifer an, das sich weigert, einen Konflikt nach den Be­stimmungen des Kelloggpaktes zu verhandeln, oder das die Besetzung eines fremden Ge­bietes aufrecht erhält.

Echo de Paris" fügt hinzu, daß dieser Vertragstert Polen, Rumänien, Littland, Estland und Finnland unterbreitet worden sei. Außerdem sei Polen das Versprechen gegeben worden, daß nichts Entgülkiges abgeschlossen werde, bevor Moskau nicht mit Polen den seit Jahren schon diskutierten Nichtangriffs­pakt unterzeichnet habe. Polen f einerseits werde eine gleiche Verpflichtung gegenüber Rumänien und den baltischen Staaten über­nehmen.

Die Abrüstungskonferenz

Henderson dementiert die Gerüchte über Verschiebung der Abrüstungskonferenz.

fk. P a r i s, 21. Dez.Newyork Herald" meldet aus Genf, Henderson habe als Vorsitzender der Abrüstungskonferenz die Gerüchte von einer Vertagung der Kon­ferenz als völlig unrichtig bezeichnet und erklärt. Am 2. Februar werde wie vorgesehen die Abrüstungskonferenz in Genf eröffnet werden.

Die italienische Antwort an Frankreich.

fk. Paris, 21. Dez. Wie die Pariser Morgenpresse zu berichten weiß, soll Mus­solini in seiner Antwortnote an Frankreich in erster Linie den Wunsch betont haben, zwecks Beendigung der Krise eine Ver­ständigung zwischen den beiden Ländern herbeizuführen. Die italienifchen Sach­verständigen ständen ihren französischen Kollegen zur Verfügung, um die Frage gemeinsam zu prüfen. Schließlich habe sich Mussolini für Abhaltung einer Tri­ll utkonferenz ausgesprochen.

Der Goldene Sonntag ht Berlin.

Berlin , 20. Dez. Der Goldene Sonntag bildete in Berlin einen glänzenden Auftakt zu den bevorstehenden Welhnachtsseiertagen. Das verhältnismäßig trockene und nicht zu kalte Wetter lockte ungeheuere Menschen­mengen auf die Straßen. Auch aus den ent­fernteren Vororten brachten die Verkehrs­mittel immer wieder neue Scharen in die Eefchäftsbezirke. Straßenbahnen, Autobusse und Schnellbahnzüge waren überfüllt. Die in erhöhter Bereitschaft befindliche Polizei regelte an den Kreuzungspunkten den Ver­kehr, zum Teil durch Kettenbildung und Aus­spannen langer Seile.

In den Hauptgeschäftsstraßen kam man mir schrittweise vorwärts. Vor den teilweise recht geschmackvoll dekorierten Schaufenstern, in denen fast nur praktische Gegen­stände zu erheblich herabgesetzten Preisen zu sehen waren, herrschte oft beängstigendes Gedränge. Die Kaufhäuser und Spezial­geschäfte waren wie immer an solchen Tagen überfüllt.

Soweit sich bisher feststellen ließ, hat eine Belebung des Weihnachtsgeschäftes eingesetzt. Gekauft wurden in erster Linie praktische Sachen. Im ganzen genommen dürste der Kaufsonntag" zur Zufriedenheit aller aus­gefallen sein.

Irgendwelche Zwischenfälle oder größere Unfälle haben sich nicht ereignet.

schen Standpunkt als Bestätigung und Festi­gung der eigenen Meinung zur Kenntnis.

Laval bekräftigt Frankreichs starre Haltung in der Tributfrage.

fk. Paris, 21. Dez. Ministerpräsident La­val hat die Gelegenheit des Festessens zu Ehren des Luftfahrministers Dumesnil in Chapelle-la-Reine dazu benutzt, um die starre außenpolitische Haltung Frankreichs im Sinne seiner großen Kammerrede noch einmal zu be­kräftigen. Er erklärte u. a., daß er gelegent­lich seiner Reise nach England, Deutschland und den Vereinigten Staaten die Möglichkeit gehabt habe, die französische Auffassung ganz offen darzulegen. In diesen schwierigen Zeiten könne sich kein Land abschließen und ganz auf sich selbst stellen. In dem Augenblick aber, in dem die Staaten die Notwendigkeit einer internationalen Zusammenarbeit voll erkannt hätten, seien sie gezwungen, eine Politik des nationalen Protektionismus durchzuführen. Heute genüge es nicht mehr, die Zollsätze zu erhöhen, sondern Frankreich sei genötigt, den Weg des kontinentalen Systems einzuschlagen, um den inneren Markt zu stützen. Andererseits müsse man sehr vorsichtig Vorgehen, um die Ausfuhr keinem zu starken Rückgang auszu­setzen.

In der Schulden- und Tributsrage sei die Aufgabe der französischen Regierung ebenso bedeutsam wie schwierig. Demnächst würden internationale Konferenzen stattfinden. In Washington sei die europäische Lage und ganz besonders die deutsche Krise eingehend bespro­chen worden. Man sei zu der lleberzeugung gelangt, daß Deutschland die Einberufung des Voung-Ausschusses beantragen müßte. Die Sachverständigen hätten sich darauf in Basel versammelt. Sie würden demnächst ihre» Be­richt abgeben. Die natürliche Folge sei eine Konferenz der Regierungen, die bald stattsiu- den solle.

3nt Hinblick auf diese Koufereuz müsse mau feftstelleu, daß eine Neuregelung nur fit die Dauer der deutschen Wirt­schaftskrise, das heißt also zeitlich be­grenzt getroffen werden könne. Ferner habe Frankreich die Frage der ungeschützten Zah­lungen wie im vergangenen Zuli nur im Rah­men des Poung-Planes behandelt und nicht zugelassen, daß die Tribute den Privatschulden zum Opfer gebracht werden.

In gewissen Ländern habe man zu schnell erklärt, daß die Schulden und Reparationen beseitigt werden müßten.

Angesichts der Haltung der Bereinigten Staaten würden die betreffenden Regie­rungen jetzt vermutlich weniger begierig fein, diese kühne Initiative aufrecht zu er­halte».

In jedem Falle könnten die Vertreter Frank­reichs einer derartigen Aussprache nicht zu­stimmen. Frankreich habe die Zer st ö - rung des Poungplansniemals zu­gelassen.

Schließlich äußexte sich der Ministerpräsident über die bevorstehende Abrüstungskon­ferenz. Man habe Frankreich beschuldigt, es vergrößere die Schwierigkeiten und wünsche sogar die Vertagung dieser Konferenz. Er könne dagegen erklären, daß die Vertreter Frankreichs an dem für die Eröffnung festge­setzten Tag in Genf erscheinen würven. Als Leiter der französischen Regierung weise er die gegen Frankreich gerichtete Anklage des Mili­tarismus zurück. Die Vergangenheit mahne jedoch zur Vorsicht. Die Vertreter Frankreichs würden sich nicht weigern, einer raschen- a die Hand zu bieten. Andererseits jedoch e Frankreich niemals mittragende For­meln anerkennen und auf diese Weise seine Sicherheit gefährden. Die französische Haltung