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Sonnabend,

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesfen

Marburger rvgeSlmreieer

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Mr. 297 66. W6. Marburg a. Mn

Der Anzeigenpreis beträgt für den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM.,soz. kleine Anzeigen und Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 GM., amtl. und auswärtige AnzeigenO 10 GM Grundschriftr §olonel Bei schwierigem Sah so­wie bei Plahvorschrift 50'1. Auf­schlag. Sammelan,eigen 100*1* Aufschlag Neklam.-Millinr 0.40 GM. Grundschrif«, Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt Ziel S Tage. Vfferteu-Sebührr 25 Pfg^ bei Zustellung der Angebote einschl. Porto 60 GM. Belege werden berechnet. Ersüllun-rorl Marburg.

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Ernste Lage in Zentraleuropa"

Frankreich setzt seine Forderungen durch England vertritt rücksichtslos eigene Interessen Amerika ist besorgt

Auf unserem Rücken

Defizit unvermeidlich

leinen Um«

Repräsentantenhauses eine veetrau-

in Washington Staatsminister Finanzausschuh

Das Hoover-Moratorium vom Repräsentantenhaus angenommen, ft. Washington. 19. De;. Das Re­präsentantenhaus nahm am Freitagabend dar Hoover-Moratorium mit Emschränkungs- llausel mit 317 gegen 100 Stimmen an. flach dieser Entscheidung kommt eine Be­schränkung oder Streichung der

Kriegsschulden unter fänden in Frage.

M DerTimes"-Korrespondent

Mpill erfahren haben, dah

Mtimson gestern vor dem

siche Erklärung über die Ans­ichten in Zentral-Europa abge- eten habe, die er als höchst beunruhi- |tt a bezeichnet hätte. Es besteht Grund zn p Annahme, meldet der Korrespondent, dah k Staatssekretär dem Ausschuß warnend er- Mte, ernst« Ereignisse könnten unter Mständen in den allernächsten Tagen er- Mtet werden. Präsident Hoover hat Bein einigen Mitgliedern des Finanzaus- psses des Repräsentantenhauses bei einem ^Shstück verschiedenes mitgeteilt, was aber iHt bekannt geworden ist, da die Teilnehmer dm Stillschweigen verpflichtet wurden. Es

ht aber, dah der Präsident die Weltlage in i di.stersten Farben gemalt und bemerkt it, die Bereinigten Staaten könnten sich den nu Irrigkeiten der Weltlage nicht entziehen.

kW DieGermania" beschäftigt sich mit ^Wen aggressiven Aeuherungen der französi­eren Presse zu der Haltung des amerikani- Wlfcn Kongresses gegenüber den inter- ZMlliierten Schulden und dem Hooverfeier- ^Wchr, in denen Amerika die Schuld an ^Wen europäischen Schmierigkeiten gegeben ^Mud behauptet wird, Amerika habe ^Deutschland ermutigt, die Zahlungen ein- WMftellen.

Das Blatt schreibt dazu: Ans erscheint ^Mese Kampagne gegen Amerika weder ge- ^Wchlckt noch aufrichtig. Amerika hat durch SÄün Eingreifen den Weltkrieg zugunsten MFrankreichs entschieden und dadurch die mutige Weltstellung Frankreichs geschaf- '-Wtn, ohne selbst bei den Friedenzverhand- »dngen unmittelbare Borteile für sich her- ^^»rszuschlagen. Wenn Amerikas Kongreß ^Mne Ratifizierung des Versailler Vcrtra-- »Ses und eine Garantieleistung für Frank­reichs europäische Kriegserrungenschaften ^^gelehnt hat, so geschah dies aus der allzu ^Mäten Erkenntnis, dah man von Frank­reich zu eigensüchtigen Zwecken mißbrauch ^Morden war. Frankreich konnte nicht I^Wvhl verlangen, daß Amerika für den «nanzösischen Vorteil auch noch durch Strei- DW^ng seiner Schuldenforderungen aufzah- ZWn sollte. Es bedeutet ein groteskes Wiß- W*erständnis. dah man das Recht zu haben ^M^iaubt, auch den billigen Kaufpreis noch Mrus der Tasche des Besiegten zu bezahlen. M«n. Frankreichs Phantasierüstungen sind Mi« nicht zur unmittelbaren Sicherheit des ^M«andes. sondern zur Ausübung der Hege- M^vnie in Europa geschaffen, und Amerikas * Mntliche Meinung oppcniert gegen oie «o Möglichkeit, einem ohnehin reichen Lande y t^se Hegemoniepolitik durch Schulden-

Eichungen in einem so kritischen finanz- P!» Mitischen Augenblick zu erleichtern. Die oq /sagik dieses Zirkels liegt darin, daß man ptzlen Eitdes auf dem Rücken des Desieg- *en die Meinungsverschiedenheiten aus­

Basel, 18. Dez. Die Vollversamm­lung des Sonderausschusses hat sich heute zwei "Stunden mit dem Bericht des Unter­ausschusses für die Reichsbahn beschäftigt. Sie hat ihn gutgeheißen und dem Re- daktionsausschuß zur Verarbeitung für das Gutachten überwiesen. Auch im Anter» ausschuh ist .der Bericht einstimmig an­genommen worden.

tragen will, die über Rechte und Pflichten ehemaliger Bundesgenossen entstanden sind.

Für Schulden-Revision.

fk. W a s h i n g t o n, 19. Dez. Der Präsident der National-City-Bank, Mit­chell, erklärte im Finanzausschuß des Senats, daß eine Schulden-Revision un­bedingt erforderlich fei.

Völlig zwecklos

England lehnt Verhandlungen mit Deutschland ab

Berlin, 18. Dez. Wie wir von unter­richteter Seite erfahren, hat die englische Re­gierung das Ersuchen der deutschen Regierung auf Verhandlungen über die Auswirkungen der englischen Zollinahnabme» auf den deutsch- englischen Handelsvertrag dahingehend beant­wortet, dah sie zwar anerkennt, dah auf Grund des Handelsvertrags Deutschland Anspruch auf derartige Verhandlungen hat; die englische Regierung teilt aber weiter mit, dah derartige Verhandlungen völlig zwecklos sein wür­den. Sie sei entschlossen, von den beschlossenen Zollmahnahmen nichts zurückzunehmen.

Nach Mitteilung von unterrichteter Seite hat die deutsche Regi-rung auf Grund dieser Antwort trotz ihres eindeutigen Rechts­anspruchs auf solche Verhandlungen über die

Folgen der englischen Zollpolitik auf den deutsch-englischen Handelsvertrag davon abge­sehen. auf ihrem formalen Recht zu bestehen. In der Mitteilung, die über diesen Verzicht der englischen" Regierung gemacht worden ist, ist aber das starke Befremden der deutschen Regierung über diese Haltung Englands zum Ausdruck gekommen und weiter betont wor­den, daß Deutschland sich selbstverständlich für seine Maßnahmen völlig freie Hand vorbehalten muh.

Die englische Zollmauer wächst.

fk. London, 19. Dez.Daily Tele­graph" erfährt von maßgebender Seite, daß die neue SOprozentige Abgabe, die auf Grund der Anti-Dumpingverordnungen eingeführt wird, nicht etwa anstelle von bereits bestehenden Abgaben tritt, son­dern zusätzlich ist.

Rur eine Zwischenlösung

Deutschland soA später wieder Tribute bezahlen

Der Stand der Besprechungen in Basel.

Das Ergebnis der bisherigen Verhand­lungen des Sonderausschusses kann man etwa wie folgt zusammenfassen:

Der Sonderausschuß hat festgestellt, daß es mehr als fraglich sei, ob aus dem deut­schen Aeichshaushalt die Tributzahlungen bei der Anlösbarkeit der Arbeitslosen­frage herausgewirtschaftet werden können. Aus der Deutschen Reichsbahn hingegen ser 'das möglich, vorausgesetzt, daß die wirtschaftliche Konjunktur wieder aufwärts geht. Damit ist auch die Richtung, die das Gutachten nehmen wird, gewiesen.

Der Sonderausschuß wird, wenn « das

I aussprechen sollte, sich für eine emst- weftige Unterbrechung der Tributzah­lungen einsetzen, nicht aber für eine

. gänzliche Streichung.

Frankreich erhält durch Inaussichtstellung der Möglichkeit einer Wiederaufnahme oer ungeschützten Zahlungen also eine gewisse Genugtuung.

Die Anterausschüsse haben nunmehr ihre Arbeiten beendet. Auch der Bericht über die Diskontbewegung bei der Reichsbank liegt dem Präsidenten vor. Die ganze Aufmerksamkeit ist nun auf den Redak­tionsausschuh gerietet, der je nach Bedarf des Sonderausschusses zusammenberufen wird. Hier spielt sich jetzt der Endiampf um die oben geschilderte Formulieruna ab.

Englisch-französische Besprechungen in Paris.

fk. Paris, 19. Dez. Der Vertreter des britischen Schatzamtes, Leith Roß, hat im Laufe des Freitags mehrfach mit dem französischen Ministerialdirektor I s e a l i e r und einigen weiteren Mit­arbeitern des Finanzministers F l a n d i n Besprechungen gehabt, lieber das Er­gebnis der Verhandlungen hüllen sich die amtlichen Stellen in Schweigen.

Wie in politischen Kreisen verlautet, nimmt die französische Regierung in der Frage der Tributkonferenz eine abwar­tende Haltung ein. Sie schlagt Brüssel als Tagungsort vor, würde sich jedoch auch dem Haag nicht widersetzen. Was den Zeitpunkt anlangt, so werde der 12. oder 15. Januar genannt.

Japanischer Vormarsch bei Kintschau amtlich bestätigt.

ff. Tokio. 19. Dez. Das japanische Kriegs­ministerium kündigt in einer Prellemitteilung ein neues Vorgehen der japanischen Truppen in Richtung Kintschau an. Das Verbot für die japanischen Truppen, den Liauhoflutz nicht zu überschreiten, ist aufgehoben worden. Als Begründung führt das Kriegsministerium an, daß zwischen der südmandschurischen Eisenbahn­zone und Kintschau sich 100 000 Mann chine­sischer regulärer und irregulärer Truppen so- tnie Sanhiie» iefÄnbe«

Der Bericht vergleicht zunächst die aus den günstigen Jahren 1925 bis 1929 erziel» ten Betriebsüberschüsse, die die Reichsbahn auch instandsetzten, Reparationen zn tätt- gen, mit den Verschlechterungen der Jahre 193031, wo ein Einnahmerückgang von nicht weniger als 1 Vs Milliarden zu ver­zeichnen sei, d. h. 2,8 v. H. weniger als von 19251929. Die Reichsbahn sei da­durch gezwlungen, auf ihre Reserven zu­rückzugreifen und daraus chre Lasten, dar­unter auch die Reparationen zu bestreiten.

Für das folgende Jahr entwickelt der Unterausschuß die Auffassung, daß es der Reichsbahn unmöglich sein werde, ihren Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen.

Aeber die voraussichtliche Entwicklung der Lage der Reichsbahn in den folgenden Jahren äußert sich der Anterausschuh nicht. Sie hänge ab von der Weiterentwicklung der allgemeinen Wirtschaftskrise, sowie von den Maßnahmen, die die Gesellschaft in bezug aus die Tarifgestaltung und Aus­gaben einfchlagen werde. Trotz allem ergäben die vom Ausschuh dorgelegten Ziffern zusammen mit den festgestellten Tatsachen und den von den Sachverständi­gen vorgenommenen Vergleichen, daß, so­bald einmal Deutschland wie die ganze Welt ihr Gleichgewicht wieder gewonnen hätten und zu regelmäßigen wirtschaftlichen Verhältnissen zurückgekommen sein wür­den, die Reichsbahn in der Lage sein einen reine n Betriebsüberschuh zu erbringen, der dem von anderen Bahn­gesellschaften erzielten Betriebsüberschuh! vergleichbar ist.

Die neue preußische

Notverordnung

Berlin, 18. Dez. Wie das Nachrich­tenbüro des Vdz. meldet, hat das preu­ßische Staatsministerium heute nachmit­tag in mehrstündiger Kabinettssitzung die neue preußische Sparnotverordnung end­gültig verabschiedet, lieber den Inhalt der Slotverordnung wird amtlich zunächst Stillschweigen bewahrt; die Ver­ordnung soll erst anfangs der nächsten Woche veröffentlicht werden.

Zur neuen preußischen Notverordnung teilt das Nachrichtenbüro des Vdz. noch ergänzend mit, daß sie vermutlich die ge­plant gewesene schlacht st euer nicht enthalten wird. Da eine amtliche Auskunft jedoch am Freitag abend nicht mehr zu erhalten war, können wir diese Mitteilung aus unterrichteten Kreisen nur mit allem Vorbehalt wiedergeben.

Das Mietkündigungsrecht nach der neuen Notverordnung

Berlin, 18. Dez. Nach der neuen Not­verordnung haben die Mieter von Wohn- und Geschäftsräumen das Recht, einen über den 31. März 1932 hinaus laufenden Mietvertrag vorzeitig zu diesem Termin zu kündigen. Der Mieter kann aber nicht kündigen, wenn er sich mit dem Vermie­ter im Jahre 1931 auf eine Ermäßigung des Mietzinses um mindestens 20 v.H, aeeinigt hat oder noch einigt. Von ver­schiedenen Seiten ist gewünscht worden, dem Hauseigentümer zu ermöglichen, die Kündigung schon durch das bloße An­gebot einer 20prozentigen Ermäßigung abzuwenden. Das Reichskabinett hat die Angelegenheit erneut erörtert, jedoch von der angeregten Maßnahme abgesehen.