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f2luf der Straße steht ein grauer Wagen, Vie ihn unsere Frontsoldaten im Felde Hutten. Gedrungen und stabil, ein bißchen verwittert, als ob er manches erzählen könnte von Märschen und Schlachten, von bösen Quartieren im "Feindesland. Neben ihm ein Unteroffizier, der auf dem Horn bläst. Ein Helles Signal, das durch dre Straßen läuft, und auch in die Stuben springt, dem sich niemand entziehen kann, wenn er auch hinter dicken Mauern sitz. Man ist allerdings vorbereitet auf das Signal und so öffnen sich bereitwilligst die Türen. Angehörige der Freiwilligen Sanftätskolonne gehen treppauf, treppab, bekommen dicke Bündel mit Kleidern, Schuhen und Wäsche. Sogar ein gebrauch­tes Sofa schleift man an und türmt es auf den Wagen, der bereits voll ist bis obenhin. Dann bläst wieder der Trom­peter, und weiter geht die Fahrt von Haus zu Haus, von Tür zu Tür.

Oder will helfen, jeder will geben für die Winterhilfe und es findet sich man­ches im Wäscheschrank oder auf dem Spei­cher. Aur vorbereitet sein heißt es, wenn der Trompeter bläst, denn wer dann erst nach Gaben suchen will, kommt zu spät oder erschwert zum mindesten die Arbeit der Winterhilfe.

Darum aufgepaßt:$>ie Reichswehr bläst ... sr.

Sag- nach -em Sieb

Am vergangenen Freitag stellte ein Friseuc- geschäft in Cölbe einen Friseur, der sich auf der Wanderschaft befand, als Gehilfe ein, ohne sich aber von diesem Papiere bezw. Ausweise über seine Person geben zu lassen. Am Mon­tag begab sich der Geschäftsinhaber nach Mar­burg, um geschäftliche Angelegenheiten zu er­ledigen. Diese Gelegenheit benutzte der Ge­hilfe, Um die Einrichtungen des Geschäftes einer Revision zu unterziehen. Er montierte die elektrische Haarschneidemaschine ab, nahm Rasiermesser, Parfüm, Seife, überhaupt alle Gegenstände die zu einem Friseurgeschäst ge­hören, an sich und suchte das Weite. Als der Besitzer wieder nach Hause kam, konnte er feststellen, welchen Streich ihm der Gehilfe gespielt hatte. Der Oberlandjäger B., der so­fort benachrichtigt wurde, nahm die Ermitte­lungen auf. Mit einem Auto wurde die Ver­folgung in Richtung Wetter ausgenommen. 5n Wetter konnte man den Dieb fassen. Von den gestohlenen Sachen hafte er bereits einige veräußert. Man nahm darauf den Dieb im Auto, mit und in der Nacht zum Dienstag wurde er in das Amtsgerichtsgefängnis in Marburg eingeliefert. Bis zu seiner Einliefe­rung hatte * er jede Auskunft über seine Per­son verweigert. Hier besann er sich aber eines Besseren und gab seine Papiere heraus. Es handelt sich um einen geborenen Oester- reicher.n.

HüterrarAemWoungen bei -er Reichsbahn

Die Reichsbahnverwaltung hat ab 16. Dezember eine Ermäßigung des Ex- preßguttarifes um 15. v. H. beschlossen. In der Notverordnung war eine Ermäßigung des Expreßguttarifes. den die Reichsbahn als einen Teil des Personen- und Eepäck- verkehrs betrachtet, nicht vorgesehen.

Die wichtigsten Ermäßigungen betragen bei der Wagenladungsklasse V bis 26,3 v. H., bei Stückgut 15 v. H., bei dem all­gemeinen Kohlenausnahmetarif 12 v. H., bei den Gebühren für Privatgleisanschlüsse 10 v. H.

Die Senkung der Tarife wirkt sich auch auf den Eisenbahngüterverkehr zwischen Saar und Reich aus.

* (Ein Marburger als Autor. Der aus Marburg gebürtige jetzt 30 Jahre alte Justus Ehrhard, der hier die Volksschule besuchte, dann Bäcker lernte, aber nebenbei sich eifrig fortbildete, hat sich allmählich zum pädagogischen Berater des Landesjugendamtes Berlin emporge­arbeitet. Seine int Dienst gesammelten Erfahrungen hat er in dem kürzlich er­schienen und viel beachteten BuchStraßen ohne Ende" niedergelegt. In dem jetzt zu Ende gegangenen Rein-Prozeß in Berlin wurde er als pädagogischer Sachverstän­diger vernommen.

* Einigung in der Textil­industrie. Aus Kasiel wird gemeldet: Der bisher schwebende Lohnstreit in der Textilindustrie wurde gestern durch eine Vereinbarung der Parteien unter Mit­wirkung des Schlichters, Herrn Reg.-Rat Dr. Kolath, beendet. Es wurde vereinbart, daß die bisherigen Löhne bis zum 31. De­zember 1931 Gültigkeit haben. Weiterhin beauftragten die Parteien den Schlichter auf Grund der Notverordnung die ab 1. Januar 1932 geltenden Lohnsätze bindend festzustellen. Damit find die Ge­fahren einer eventuellen Aussperrung oder eines Streiks behoben.

Die Adventsfeier des Bun­desKönigin Luise", Ortsgruppe Marburg, bei Fröhlich (Stadt Straßburg) am 9. Dezember war trotz strömendem Re­gen und trotz langem Weg mehr als je be­sucht von Gästen (auch auswärtigen) und Kameradinnen. Die kleine Hauskavelle, die' sich der Ortsgruppe fteundlichst zur Verfü­gung gesteift hatte, begann den Abend mit einem flotten Marsch, unter dessen Klängen die Jugendgruppe mit ihrem Wimpel einzog. Nach gemeinsamem Gesang und einer kurzen Begrüßung durch die Ortsgruppenführerin er­stattete diese Bericht über die geleistete Arbeit und neue Pläne und gedachte des Geburls- tages der 1. Bundesführerin, Frau Netz, die am 14. Dezember 70 Jahre alt wird und der die Ortsgruppe Glückwünsche und Treue­gelöbnis übermittelte. Dann sprach, die Gau- führerin, Frau von C o l I a s, ernste Worte zu den neu eingetretenen Kameradinnen und nahm dann die feierliche Verpflichtung vor, die mit dem Bundeslied beschlossen wurde. Nach einer Pause, in der Anmeldungen erledigt wurden und die in einer Art kleiner Weihnachtsausstellung gezeigten Kalender. Täschchen, Karten usw. raschen Absatz fan­den, begann dann die eigentliche Advents­feier.Freue dich, Christkind kommt bald tönte es hoffnungsvoll vom Chor der Ju­gendgruppe und ebenso tröstend, so voll freu­diger Zuversicht ttotz aller Not bald wird der Retter, der Führer uns kommen, die Worte der Eauführerrn. Einige aus­drucksvoll und schön von Jungluisen vorge­tragene Gedichte folgten, dann aber sang eine ältere Kameradin. Frau Rudzki, mit weicher, klarer Stimme drei wunderschöne Weihnachtslieder, verständnisvoll begleitet von Herrn Gies, und erntete damit so stürmischen Beifall, daß sie ein weiteres Lied zugeben mußte. Auch die anderen Darbie­tungen der Jugendgruppe, em Engelreigen, Eedichtvorträge und Sologesang gefielen un­gemein und herzlich stimmten alle den Dantes« wollen zu, die die Ortsgruppen-Führerin an Künstler und Helfer richtete. Mit Weih- nachtsliedern fand der stimmungsvolle Abend seinen Ausllang. Die Kornblümchen­gruppe feierte am Sonntagnachmittag mit Eltern und Geschwistern im gleichen Saale Advent. Heinzelmännchen und Schneeftöckchen trieben da ihr lustiges Spiel, und als gar der Nikolaus selber erschien, und alle braven Kinder ein Hernes Geschenk erhielten, fand der Jubel kein Ende. Weihnachtsfeiern begeht der BundKönigin Luise" nicht. Zum Weihnachtssest gehört die deutsche Frau in ihre Familie. So wird mit dem neuen Jahre neue ernste Arbeit beginnen, gemein­sam mit allen nationalen Kräften des Vol­kes zum Dienst am Vaterland.

*AusderHaftentlassen, wurde ein Mann aus dem Ebsdorfer Grund, der in dem Verdacht stand, seine neuerbaute Scheune in Brand gesteckt zu haben. Ob er noch weiter als Täter in Frage kommt, werden die Ermittlungen ergeben.

* Auszahlung des Dezemberge­haltes an die Behördenangestell­ten. Wie der Gewerkschaftliche Presiedienst erfährt, haben der Reichs- und der preußische Finanzminister angeordnet, daß die zweite Hälfte der Dezemberbezüge am 22. Dezem­ber ausgezahlt wird. Eine frühere Auszah­lung sei leider in Anbetracht der Kassenlage nicht möglich. Die Gehälter der Reichs- und Staatsangestellten werden aufgrund der Notverordnung vom 18. Juli nach wie vor in zwei bis drei Raten gezahlt.

* Eine Besprechung im Kur­hotel. Verschiedene Kommissionen des Sparkasienverbandes der Provinz Hesien- Nassau tagten gestern im Kurhotel, um zu Fragen der letzten Notoverordnung Stellung zu nehmen.

Som Hessischen Bauernver- e i n. Tie Mitglieder-Generalversammlung des Hessischen Bauernvereins findet Donnerstag, den 17. Dezember, in den Stadtsälen statt. Aus der Tagesordnung steht u.a. die Wahl des ersten Vorsitzenden.

Der Selbstanschlutz kommt. Am Schalter 4 des Hauptpostamts sind soeben die hauptsächlichsten, für den Selbstanschlußbe­trieb vorgesehenen Teilnehmer-Fernsprech­apparate ausgestellt.

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Nr. 294

Oberhessische Zeitung. Marburg a. L.. Mtttwoch, den 16. Dezember 1931

Seite 5

Wiesbaden senkt bereits die Tarife.

Aus Wiesbaden wird gemeldet: In der heu­igen Sitzung des Aufsichtsrates der Wasser-, las- und Elekftizitäts-A.-G. wurde die Frage ier Senkung der Tarifprelfe behandelt. Es ist eabsichftgt, mit Wirkung ab Verbrauchs- nonat Januar 1932 eine Senkung durch- uführen. In einer weiteren Sitzung werden ie neuen Preise endgültig festgelegt.

Wor-ennmrkt vom rt Sezdr.

Die Wollhandkrabbe auch schon in der Fulda. In dem flachen Wasier eines Fuldaarmes bei Hann.-Mün- den wurde eine ausgewachsene Wollhand­krabbe bemerkt.' In der Weser wurde die Wollhandkrabbe schon vor einiger Zeit fest­gestellt: sie hat also ihren Vormarsch schon bis in die Fulda angetreten.

Butter Pid. 120 Pflaumen

Eier Stck. 1314 Preißelb.

Gr. Handkäse 1720 Aepiel » 512

Handkäschen 5 Kürbis » 810

Käsematte Pid. 2530 Erbs. i. Schot.

Kochkäse 55 Radieschen BdL 810

Kartoffeln Ztr. Sellerie 2530

Kartoffeln Pfd. 45 Endivien Stck. 1520 Blattgemüse ' Blumenkohl 2050 Wirsing 810 Grüner Salat 1015

Weißkohl 68 Oberkohlrabi 51

Karotten ., 810 Salatgurken 530

Rotkohl 810 Einmachgarken

Spinat 2025 Rettich Stck. 1010

Mohrrüben 810 Knoblauch 515

Zwiebeln 810 Lauch 10

Grüne Bohnen Meerettich Pfd 5060

Rosenkohl Pfd. 25-30 Gänse Pfd. 70-80 Sprossenkohl,, Hähnchen 90105 Schwarzwurzel 2530 Hühner 7080 Grünkohl 1520 Enten100120 Rote Rüben 1015 Reh 6070 Pilze Rebhühner100-120

Tomaten 4050 Tauben Stck. 5060 Birnen 8-15 Hasen Pid. 5060

Zwetschen Feldsalat d.S. 1010

Weintrauben 4050 Brunnenkr. 1010

Tagesanzeiger.

M ittwoch, 16. Dezember.

Bergn vgn ngsa nzeiger.

Cafe Spangenberg, BahnHoffll.: 20 Ahr: Konzell.

Cafe Mallees, Reitgasse: W 16 u. 20 Ahr: Konzell.

Cafe Detter, Reitgasse: 20 Ahr: Konzell.

Stadtteller: 20 Ahr: Künstlerkonzert.

Capitol, Biegenstrahe: 17 und 20.15 Ahr: Schön ist die Manöverzeit".

Kamera, Kasernenstr.: 17 und 20.15 Ahr: 20.15 Ahr:Reserve hat Ruh".

Lichtspiele, Bahnhofstraße: 15.30, 17 und 20.15 Ahr:Herzen in Flammen" und Die Rachtredaktion".

Versammlungen, Bortrage, sportliche Veranstaltungen «sw.

Marburger HauSfrauenvevein e. D.: 20 Ahr in den Steinwegsälen: Weihnachts­feier.

Philol. Fachgemeinschaft: 20.30 Ahr im Auditorium Maximum des Landgrafen­hauses: Dollrag von Geh. Rat Dr. Sievers überModerne Baukunst".

Donnerstag, 17. Dezember.

Hess. Bauernverein e. B.: 10 Ahr in den Stadtsälen: Mitglieder-General-Der- sammlung.

Mitteilungen aus dem Leierkreise

Eine Bitte an die Kreisbahn.

Der letzte Zug ab Marburg-Süd nach Dreihausen geht 19.30 Uhr. Könnte die Kreisbahn nicht ausnahmsweise den Zug am Donnerstag, dem 24. Dezember, bereits um 16.30 Uhr fahren lassen? Hundelle von Personen aus dem (Ebsborfer Grund sind in Marburg in Dienst .wollen aber wohl alle Heiligabend im Kreise ihrer Familie feiern und nach Möglichkeit vorher in ihrem Hei­matort die Kirche besuchen. Der Zug müßte also früher gelegt werden. Möge die Leitung der Kreisbahn unsere Bitte erfüllen und ihre Entscheidung rechtzeitig bekannt geben, bamit die Angestellten sich nicht für andere Fahrgelegenheit sorgen müs­sen. Ein Ebsdorfer.

Gottesdienst.

S t.»M i ch a e l s - K a p e l l e. 20 Uhr: Ad­ventsandacht mit anschließender Abend- mahlsfeier, Psr. Waliernath.

5 aus Bethanien am Ortenberg. 20.30 Uhr: Gemeinde-Bibelstunde, Pfr. Fliegen- schmidt.

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r. F r a n k f u r t, 16. Dez. Der Frank­furter Markt verhält sich" noch abwartend, doch war die Stimmung freundlich. Das Angebot ist unverändert. Umsätze außer­ordentlich gering. Dem Angebot steht ge- llnge Nachfrage gegenüber. Die Preise sind behauptet infolge der Meldung vom Ausland und die Festigkeit des Berliner Marktes. .

r. Berlin, 16. Dez. Die Tendenz am Jnlandsbrotgetreidemartt ist weiter fest, bei fast fehlendem Angebot. Die Lieferungs­preise für Weizen und Roggen liegen 2V? bis 3 Mark höher. Auch im Promptgeschäft hört man 2Ve3 Mark höhere Preise. Maß­gebend für die Hausse sind die. festen Mel­dungen aus Amerika. Hafer bis 3Zst Mark höher gesprschen.

Für den Liebhaber einer Zigarette ohne Mundstück

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Für den Freund der Goldmundstück-

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