Sette 4
Oberhessische Zeitung, Marburg e. L., Mittwoch, beit 16. Dezember 1931
Weihnachis Ausstellung im Museum
Man schreibt uns:
. Von einer Berliner Ausstellung las man dieser Tage, daß die Künstler als Preis für ihre, Werke Lebensmittel entgegennahmen. Dies beweist gewiß die außerordmt- liche Not der deutschen Künstlerschaft. So sind auch die Preise, die man unter den Bildern der am vergangenen Sonntag erstmalig geöffneten Ausstellung im Museum verzeichnet findet, den Verhältnissen des Winters 1931 auf 32 angepaßt. Dies mag im voraus angemerkt sein, da die Ausstellung zu Weihnachten im Interesse der Künstler mit einem Verkauf rechnet.
Es sind naturgemäß zunächst die Marburger und hessischen Künstler, die zu Worte kommen. Wenn auch einige der hervorragendsten Namen nicht vertreten sind, so ergibt sich doch eine Mannigfaltigkeit und ein Reichtum im Suchen und Vollbringen, die zeigen, wie Marburg über der Wissenschaft nicht aufhört, wenigstens ein kleiner Mittelpunkt auch künstlerischen Lebens zu sein. Neben den vertrauten Namen der hessischen Künstler steht dann eine große Sammlung von Graphik von Hans Zimbal und Grete Schmedes, beide m Breslau, eine Reihe kultiviertester Rohrfederzeichnungen der Dachauer Malerin Emmi Walther und schließlich Kurreck-München mit Oelbildern und Batiken.
Die Hauptwand im 1. Oberlichtsaal ist den feinen, durchgearbeiteten. lichtfarbenen Landschaften mit den duftigen Fernen Heinrich Giebels vorbehalten. Wir staunen über die Schaffenskraft dieses Marburger Altmeisters, da es lauter neue, bisher nicht gezeigte Stücke sind, die wir vor uns haben. Im Gedächtnis haften bleibt besonders das Bild mit dein Blick aus dem Grün des Waldes auf das sonnenbeschienene Tal mit den hauchzart verschleierten Bergen im Hintergrund, dann die Landschaft mit den Aehrenfeldern, an denen vorbei der Weg zur Tiefe zieht und über denen die charakteristischen Türme Münzenbergs auftauchen. In dieser Landschaft vermag man wohl zu verweilen und den vergangenen Spätsommertag über der Wetkerau noch einmal zu erleben. Eine tonig-farbige Malerei ergibt auch das Straßenbild mit dem alten Rumpfschen Haus. Meisterhaft auch das Waldstück bei Kloster Arnsburg.
Einen geschlossenen Eindruck vermittelt uns der mittlere Saal, den die Gemälde von Karl Lenz-Erdhansen füllen. Es ist Heimat, Erdgeruch, eine auf Wahrhastigkeit gehende, unromantische Empfindung, die wir hier verspüren. Wohl sind es Angelegenheiten von Farbe, Ton, Form, aber nicht um deren selbst willen, sondern als ein Mittel, von der Malerei aus em Stück des Lebens und der Natur zu erfassen. Lenz ist auch sichtlich der Meinung, daß nur das Wissen und das Gefühl für das Wesen der Dinge selbst der farbigen Oberfläche einen Sinn geben können. Darauf hat er sein eigenes Leben eingerichtet — denn es ist ja nichts Alltägliches heute, daß ein Maler bewußt der Großstadt, ihren verfeinerten Problemen und ihren wechselnden Richtungen den Rücken kehrt, um in einer Umgebung zu leben, die seinem Empfinden gemäß Gegenstand seiner Malerei wird.
Sein Verwachsensein mit der Natur bringt ihm zwanglos auch die Fülle der Motive zu. Das hochgelegene Niederweidbach erkennen wir als Hintergrund der Kirmes wie
der: bildnismäßige Treue hat die Hinterländer Berge und Felder festgehatten. Ande- rerieits genügt ihm ein einziges Motiv, wie das Bild des kleinen Erdhaufen oder die Kirche von Attenvers, um ihm eine ganze Skala von Stimmungen in dem vom Morgen bis zum Abend wechselnden Licht und nn Ablauf der Jahreszeiten zu entlocken. Wir sehen auf Ton und weises Äbwägm der Farbenwerte eingestellte Landschasten und daneben dann solch glühende Farben wie bei den Bauern auf dem Rübenfeld im Sonnenbrand — bann wiederum die kalte Wintersonne auf dem kleinen Bild, die die schltttm- fahrmdm Kinder vergoldet — von einer Unmittelbarkeit und Naturnähe, die ihresgleichen wohl bei den alten Holländern suchen kann. Köstlich ist auch das Pastell- und Temperabiid von Erdhaufen, blitzend und schimmernd im Tau und der Frühsonne eines Frühlingstages.
Auch die m herbstlicher Buntheit fast lodernden Stilleben von Berta Lenz verdienen Beachtung. Daß ihr Künstlertum sich aber nicht auf dekorative Pracht der Farben be- stbränkf, beweist die Winterlandschaft. Die Einsamkeit eines verschneiren Dorfes wird durch den kalten Bach und die kahlen Büsche an dessen Ufern von unwillkürlicher Einprägsamkeit.
Karl Doerbecker, der erst vor kurzem Lithographien und monumentale Zeichnungen der Elisabethkirche zeigte, ist zwar nur mit einem Bild, mit diesem, einer temperamentvollen straffen Selbstbildnisstudie, aber wirklich gut vertreten.
Einen wohlbekannten Marburger Maler treffen wir dann auch im 3. Saal. Wer kennt nicht die lebhaften und farbenfreudigen Straßen- und Stadtbilder, mit denen Will- aerodt sich bekannt gemacht hat. Auf der Ausstellung kommt nun besonders auch seine Kunst im Porträt zur Geltung, die absolute Sicherheit im Treffen der Aehnlichkeit und im Hervorheben des Ausdrucks, dann aber auch großzügige und doch luftig aufgelockerte Landschaften, wie die mit den Pappeln am Fluß und virtuos erfaßte Aste, von denen der eine ein wenig fast an Habermannfche Zügigkeit erinnert, der andere mit dem blauen Mantel ein Versuch zu gelassener Sachlichkeit ist.
Von Wissemann sehen wir einige Stadt- und Straßenbilder Marburgs. Er weiß gut ein Bild in feinem Aufbau zusammen zu halten und mit viel Einsicht bei aller Farbigkeit doch den gemeinsamen Ton zu treffen. Am besten gelungen ist wohl das Blld von Marburg mri der alten Lahnbrücke und dem Universitätsgebäude vor dem Umbau.
Editha Klipstein, die Frau des Laubacher Malers legt eine Reihe von Bildnis-Aquarellen vor. Es ist eine empfindsame, sehr liebenswürdige Begabung, die offenbar mit immer wachsender Sicherheit Porttäts malt, unter denen wir viele bekannte Gelehrte oder deren Frauen erlernten: wie z. B. Professor Baumgarten-Kiel, Frau Professor Weber und Frau Professor Eundolf in Heidelberg. Sehr ansprechend sind besonders auch die Kinderbildnisse.
Felir Klipstern selbst ist uns ja kein Unbekannter mehr. Das strenge, in wirllicher Holzschnittechnik durchgebildete Blatt mit der Ansicht Marburgs, das der Künstler zum Univerfitätsjublläum fertigte, ist in bestem
Gedächtnis — dann aber auch die Serie farbig angelegter Holzschnitte mit dem märchenhaften Ton und der reifen Ausgeglichenheit. Weiteren Kreisen ist der Künstler ja auch durch die Monatsbilder zur Hessenkunst 1931 bekannt geworden. Er ist einer der Eigenwilligen und Innerlichen, der kein Blatt aus der Hand gibt, ehe es nicht die letzte Vollendung gefunden hat. Der große Holzschnitt mit dem Franziskus und den Tieren ter noch besonders genannt und dann vor allem die zwei Aquarelle von Innenräumen, die mit einfachen Mitteln so viel Erlebnis widerspiegeln.
Auch Kurreck in München hat schon wiederholt in Marburg ausgestellt. Wir er- hmem uns seiner so münchnerisch stark gestalteten Porträts, bann aber auch ber großen gebatikten Wandbehänge, die Frau Kurreck herstellte. Diesmal hat er nur lleine Gebirgslandschaften geschickt und einige Weihnachtsaquarelle, die er bescheiden „Studien" nennt, und in der Vitrine sieht man höchst geschmackvolle Gebrauchsstücke rn Batik.
Nun die Bildhauer, an deren Spitze Professor Vocke von der Kasseler Akademie zu nennen ist. Es gibt in Deutschland kaum einen zweiten Plastiker, der mit solcher Freiheit und plastischer Wucht seine Gestalten in Kupfer, Messina und Silber herauszutreiben versteht. Dafür können in dieser Ausstellung vor allem das Goefhebildnis- relief und das Relief mit Pan und Nymphe Zeugnis ablegen. Wie beherrscht die Figur der Mutter mit Kind den Raum und bildet ordentlich Luft und Weite um sich — eben durch die Vereinfachung der Formen und die Beschränkung auf das plastisch Wirksame! Die Ausführung der Figur ist in versilberter Bronze gedacht.
i Die Zeichnungen Kurt Lehmanns lassen Hbon äußerlich den kürzlichen längeren Aufenthalt m Rom und in Italien merken, den ihm wohlverdientermaßen ein Stipendium ermöglicht hatte. Wir sehen Frauen mit dem Wasserkrug auf den Schultern, mit dem vollen Gefühl für die Gleichgewichtsausgleichungen, die solch einseitig getragene Last notwendig macht, mtt weichem Pinsel hingestrichm.
Weiter entdeckten wir noch eine schöne Arbeit, die von der Marburger Bildhauerin Marianne Lehn herrührt. Wer die Künstlerin bisher nur von ihren Krippenfiguren her farmte, wird über diese Bewährung auch in der Eroßplastik überrascht sein. Es ist ganz offenbar ein bei aller Naturnähe immer von neuem auf die plastischen Gesetze durch- gefühltes Werk: Der Bildniskopf eines jungen Mädchens, dessen deutlich rnalayischer Einschlag die Künstlerin um des Fremdartigen und des so stark Sprechenden mitten angezogen hat. Die natürliche Lebendigkeit m ihrer Verbindung mit berechneter Vereinfachung macht die Arbeit zu einet wirklichen Leistung.
Auch ein in Ton gebrannter Porträtkopf von Schneider-Marburg verdient Anerkennung — ist es doch das Erstlingswerk eines Autodidakten, das in seinem Gelingen dem Schöpfer zur Weiterarbeit Mut und Ansporn sein kann.
Angesichts der vielen ausstellenden Künstler muß der Berichterstatter neuen Atem holen, um nun auch zum Schluß ben Meistem der Graphik gerecht zu werden. Da ist zu-
MnaiMtoinumg
Von Martha Frohwein-Büchner.
(Fortsetzung.)
Mit zu den schönsten Weihnachtserinnerun- gen gehören die Besuche bei einer Freundin 1 vor und nach dem Feste. Die Freunbin war ■ sehr r eichet Leute Kind, sie bewohnten eine Villa in großem Gatten mit Teppichbeeten und Wiesen, mit allen Bäumen und Kieswegen. Eine breite Marmottteppe führte zu einer Veranda hinauf, in der es selbst im Winter warm war. Das wat für damalige Verhältnisse fabelhaft, auch daß sogar auf den Dielen, damals Gänge genannt, große Amerikanet-Oefen Wärme spendeten, und daß sogar die Otte geheizt waten, an die man sonst im Winter nur mit Schaudern denkt. Eine Köchin, ein Zimmermädchen, eine Mamsell führten den Haushalt, der wie am Schnürchen ging, Frau Kommerzienrat N. aber wat eine wunderschöne imposante Frau, die viel Besuch empfing und viel auf Reisen war. Das Schönste aber an ihr wat, nach der Empfindung lleiner Mädchen die Tatsache, daß sie aus Nürnberg stammte, wo ihr Vater eine oder wohl mehrere Lebkuchenfabriken sein eigen nannte. Etwas Schöneres als diese stets offenen Kisten mit allen Sorten Lebkuchen konnte es überhaupt nicht geben. Dagegen verblaßte selbst das Hetenhäuschen, das der Vater zu Hause alljährlich klebte, zu dem er aber sicherlich nicht die Primaerzeug- nisse der ZuckerbSckerei benutzte.
Ach Gott, roor das schön, sich einmal an etwas derart Gutem den Magen überladen zu bürfen. Das reiche Kind pflegte lächelnd zuzufehen und m erklären, der Kaviar, den es in recht geräumigen Holznäpfchen beschert bekam. schmecke itan zehnmal besser. Das schien unbegreiflich and damit konnte es keine Freundin überzeugen. Nur ein Ausspruch gab dem kleinen Mädel zu denken, den die reiche. Freundin ganz harmlos tat, als es sich die Bescherung beim Böps ansah. „So, Hemden und Strümpfe hast du bekommen? Die bekomme ich immer außer der Zeit." „Außer der Zeit", das hieß, nicht als Geschenk, sondern als etwas Selbstverständliches, das man eben auf alle Fälle haben mülle.
3a, das gab ui denken, und später hat der »Döps" infolgedessen auch manchmal nicht allzuliebenswürdig gemault wenn gar zu viel Nützliches imb Je wenig „Firlefanz" aut dem
Weihnachts- und Geburtstagstisch lag: „Das hält ich schließlich auch so gelriegt."
Das aber sind keine schöne Ettnnemngen und haben mit Weihnachtsstimmung nichts zu tun.
Ist nicht aus der Kinderzeit die Weihnachtsstimmung immer mit Schnee verbunden? Zwar ersehnte man ihn nicht, um winterliche Sportplätze zu besuchen, wie heutzutage: von Skiläufen und halsbrecherischen Rodelfahtten. alles im Zeichen des Rekords, war noch nicht die Rede. Aber ein Schlitten war auch schon damals etwas sehr Erstrebenswertes, und «>n demselben Heiligen Abmd, der unter Lilien und Rosen begangen wurde, bekomm die Kinder des Hauswirts einen Schlitten. Einen Schlitten, aber was für einen. Schwarz war er mit roten Streifen verziert, vorne ein lleiner einsitziger Bock und timten eine Art geschweifte Bank, ohne Lehne der Länge lang dem Bock sich anschließend. Drei Kinder hatten Platz drauf, und sicherlich solltm von rechfsweam die Bankkinder als frohe Herrenreiter sitzen. Dazu aber waren die kleinen Mädchen von dazumal viel zu tugmdhafllg, sie setztm sich wie im Dammsattel, eins nach tiefer, eins nach jener Seite, um das Gleichgewicht nicht zu stören. Vier Mädchm aber aus dem Hause waren, wenn die Ferien vorüber, allmorgendlich in die Schule zu beförbem. Eins „paßte" allo immer eine Zeitlang und lief nebenher, und die Stteckm für diese Entsagungszustände waren genau vorgeschrieben und eingeteilt. Den Sdjlittengau! aber stellte der Aufseher aus dem Lagerraum des Hauswitts dar, der mit viel Ausdauer und noch mehr Geschimpfe die Kinder an die Stätte der Wissenschaft beförderte. Herrgott, war bas eine Lust. Schneite es, war bas Saus voller Jubel, taute es, voll Niedergeschlagenheit. Ich glaube, manches Gebetlem um die weißen Flocken ist damals zum Christkind aufgeftiegen. Nur der Aufseher konnte feine Sdjabenfreube schlecht verbergen wenn der Schnee schmolz und hätte man nicht in heiliger Scheu vor ihm gelebt, er kündigte den Beruf des Zug- tieres, hätte er manches schmückende Beiwort zu böten bekommen.
Er war aber wirklich ein Bösewicht, beim später stellte es sich heraus, daß ber Herr Aufseher zu Hause einm lleinen schwung- haftm Schnapsbettieb aufgetan hatte, indem er nämlich die seiner Aufsicht anoerttautm Schnapssässer des Lagers immer zur Hälfte
und zur besseren Beaufsichtigung ftaschm- weise in sein trauliches Heim beförbert hatte. Dabei war bereits sein 25 jähriges Dienstjubiläum, seiner treuen Dienste halber, festlich begangen worben. Sämtliche Kinber des Hauses gratulierten mit Blumensträußen unb ber Würde des Tages angebrachten Versen, die die Verdimste des Treuen über den grünen Klee lobten. Der Hauswirt und Schnapsfabrikant machte ihm selbstverständlich ein angemessenes Geldgeschenk nebst einer Sowie, aus der er sich vermutlich später zu- weilm den gestrigsten Schnaps besonders mundm ließ. 3a, Ehre wem Ehre gebührt.
Nun sind aber die Weihnachtsgedanken ein bißchm entgleist, und „Weißt du noch?" er- nrnert die Weihnachtsstimmung, was geschah, als du zwanzig Jahre alt warst? Weißt du noch, was er dir schickte aus weiter Feme, dem du heimlich dein Herz geschmft hattest? Ennnerst du dich noch dieses Christfestes?" Und wieder huscht's wie ein Lächeln über das Gesicht ber alten Frau. Ein bißchm hat sie sich besinnen müffen, dann aber fällts ihr ein. Ein Riesenkleeblatt, pierblätterig natürlich, aus weißen Blüten mit vielen roten Rosen ausgeputzt. Zum Aufstellm war's, und als es ankam wars" sehr schön, aber nach zwei Tagen liefern die zarten Blumen. die weder Wmtettätte noch Stubenhitze oertragen konnten, recht sehr die Köpfchen hängm. War das traurig, aber damals merkte fie’s nicht, für sie bedeutete bas Vierblatt nur Glück, oti die Slumen blühten ober welkten. 3a. damals, Blumen und Poesie zur Weihnachtszeit, jetzt eine Gans, und wemt's gut geht, noch einm Hasen für die Feiertage. So änbem sich die Zeiten. Dafür ist man aber auch verheiratet!!! Nun sind die Sungens schon da. und als der Große mit 2 Satiren das Wunder des Lichterbaums erblickt, llatscht er in die Händchen: „Das is amer wirllis reizend" sagt er, aber später natürlich waren Soldaten unb Festungen bebeutenb reizender als ein Ehnstbaum, dm man schliefelich nur beguckm kann. Was für Schlachten haben die Beiden geschlagen zur Weihnachtszeit auf der weitzgedeckten Tafel, und wieviel rote Weihnachtsfiecken hat die smfzmde Mama hinterher entfernen muffen.
Einmal gab’s ein schlimmes Fest. Die Weihnachts stimrnung flog in alle Winde, und Angst und Entsetzen hatte sich der (Eltern bemächtigt. Am erfreu Feiertag war's, die
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nächst Emmi Walther mit schönen federzeichnungm. Die Motive der SfeJ am Bach und die feuchte Luft, in der t ' Gegenstände fast zu schwimmen scheinen J raten unschwer die künstlerische Heimat Zeichnungen — in Dachau. Man spürt m, auch dm Führer der Dachauer Schuld ’ ’ Dill — hinter dm Blättem. Wie aber k strenge und spröde Technik der Rohrf^ ! Zeichnungen durchgefühtt ist, verrät bestens auf diesem Spezialgebitt der iierung reine Meisterschaft. In der mit den Silberlästm Bockes wirft ein s»L Blatt selbst wie eine silberschimmernde Su barfett. 81 ?
Betrachter etwas von besonderer SBebeutim kett ahnt. Bei Ertte Schmedes dage« kommt alle Gestaltung aus größerer y, befangmhett und aus einem volleren Gz finden. Es sind die Dinge ihres Lebens, j sie verbildlicht und so kennt sie in der Erft düng der Motive keine Erenzm. Vena, bemswert ist auch ihr Reichtum in ber $
Mit zum besten ber Ausstellung unzweifelhaft auch bie beiden Brest«» Künstler Hans Zimbal und Grete Schnies» beten Blätter auf vielen Tischen ausli^ Sie sind sichtlich in ihrer Kunst Denn™ und stehen unter gegenseitiger künstle::^ Anregung. Möchte man Zimbal den w feeren Wurf und das höhere gedankliche gj, len zusprechen, so wirb man von der Wär, und dem rein gefühlsmäßigen Erlebnis k Grete Schmedes fast noch mehr gewom,
gewandten Graphik — von Jllustraiimi, Sagen« und Kalenderbildern bis zu Er-libft Blättem. Uebetall ist ihre Gestaltung « Reiz, von Größe der Komposition auch j ganz kleinen Format. In der Holzschnii technik leistm beide Künstler Ungewöhnlich« Die Feinheit des Schneidens und Stichch bei Schmedes kann wirklich entzückm. Mai« Blätter verdankm ihre famtene Weiche d« Holzstich. Bei anberen wiederum hat j Künstlerin dm Holzschnitt mit dem HolM zu besonderm Wirkungen gemischt.
, Die Entwürfe für die Silber der Univ« fttätsaula von Janssen, die zum ersten Äh i gezeigt werden, beanspruchen gewiß in Me bürg das allergrößte Interesse. Dieft § mich die Ausstellung des Kunstgeschichllich, Seminars von vorbildlichen Photograph!, - nach Kunstwerken aller Länder — hervorg hoben seien besonders auch die Kolbe-Phoi, — mögen ein andermal noch besproch« werben.
Zimbal gestaltet eine Holzbrücke und o, dem dichten Hintereinander der Pfähle chh eigentümlichen, sich vom Gegenständlichen t senden holzschntttmäßigen Ausdruck zu r« leihen. Er bringt das Bild eines Feldes» Kornrittern, überspannt von dem Regenh gen, der dem Blatt einen fast symbolhaft, Charakter gibt; er zeichnet die Räder eh» Wagms mtt solcher Nachdrücklichkeit, daß k
Dos Frankfurter Mis-Muraim
Donnerstag, ben 17. Dezember.
6.15: Wetterbericht. — Anschließend: Mo gengymnastik. — 7.15: Schallplatten-Konzo — 9.00: Schtllfunk. — 12.05: Schalplattei Konzert. — 15.30: Stunde der Jugend. - 16.30: Unterhaltungs-Konzert. — 17.01 Konzert des Stuttgarter Rundfunkorchestw — 18.40: Zeitfragen. — 19.05: „Seipel Vortrag. — 19.35: Kleiner Wegweiser bin Weihnachtsbücher. — 19.45: „Schulmuii ! Pnoatmusik und Rundfunk", bretgefprädj. - ' 20.30: Europäisches Konzert. — 22.00: ZÄ angabe, Wetterbericht, TagesnachrWei
Kinder aus ber Nachbarschaft beaugenscheinig tm unb begutachteten bie Kämpfe, bie da s unblutig auf weißem Damast sich vollzog« Eins davon will ein Lichtchen an einen $ erstürmenden Berggipfel stellen, da dreht 1« der jüngste Bub um, kommt mit dem recht« Auge über das Lichtchen, und in demselb« Augmblicke gellen feine Schreie durch's 5ans Die Hornhaut ist verbrannt, ein Profess« muß zugezogen werben, ber mit Tropfen unt Salbe ben kaum zu beruhigenden Jungen be» handelt. „So", sagt er zum Schluß, „nun machen mir noch ein Kompreßchm drum, bann rnitb’s schon wieder werden". Am nächste« Morgen aber steht das dreijährige Bübcka im Beffchen und sagt: „Mutti, mack mit doch 's Komfefechm ab, es dicht gar net mefc weh/' Gott fei Dank gings auch schnell mit der Besserung, allmählich kehtte dann aut die Weihnachfsstimmung zurück. — JjfäW dir nichts mehr ein?" fragt jetzt die Weib nachfsstimmung die alte Frau. „Doch", W die, „zwei arme Kinder stehen vor mir t Das eine war ein Junge aus einem Wander wagen, ein schmales blasses Kerlchen ma großen traurigen Augen. Das stand in da Dämmerung des Heiligen Abends so o«' lasim und Semitleibenswert vor seinem bunte» len Wagen, dm kein Lichflein, geschweige eil Bäumchen schmücken sollte. Und da ich 9* rade in der richtigen Weihnachtsstimmung war, Holle ich ihn zu uns ins Haus.
paar «Spielsachen waren schnell aus dem Vo» rat der unserigen herbeigeschafft, und. so burftt er denn jum ersten Mal im Leben einen Li» ferbaum sehen unb die Freude eines oo«» Christkind Beschenkten erleben. Lange spro» der etwa Sechsjährige überhaupt nicht, ff* dem hatte nur bie Hände gefaltet und n® großen Augen all den Glanz in sich qufge nommen. Dann endlich fand er Worte: „Da Euch isf's wie im Himmel" sagte er, unb tB nächsten Tag brachte uns seine Mutter, ei« blasies vergrämtes Weib, Freikarten für ein« Theateraufführung im Dorfwirfsbaus. „W^ spiett ihr benn?" fragte ich sie: „Ihr seid d« :nur zu Dreien. „Wir spielen, W Genoveva", sagte sie, unb mein Junge ist da Schmerzensreich". Dabei meinte sie bitte-’ sich, und ich bin überzeugt, sie hat vV* Schmerzenreich nicht lange behalten, be» Kind stand der Tod im Gesichtchen geM?tr| ben. Das Theater haben mir nicht befu®“ und ich habe nie wieder etwas gehört do* ben armen Leuten. * (Schluß folgt)