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DfetWW 3tihme. Marburg a. L. Dienstag, dm IS. Deremd« 1931
Ar. 293
Cholera-Weihnachten 1831
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Jersonen in Berlin —
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Ankommende von besonderen Wachen sorgfältig verhört und imtersucht, ob er nicht etwa
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Wer es heute unternimmt, aus der Menge
e gw Kr erschienenen Bücher einige wenige auszu- i Krm wählen, der hat sich der Verantwortung be-
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waren mehr als 100 bei einer Einwohner-
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md Leichen muhten die Passanten und Anwohner der Strahen durch lautes Klingeln gewarnt werden. Schließlich wurde ver-
Lveziallazaretten zur Verfügung hatte, war vollständig hilflos. Um etwas zu tun, legte man zunächst einmal besondere Cholera-
mißt zu sein, die das Erbe des deutschen Schrifttums der Vergangenheit und die Lage seines Volkes heule ihm auferlegt. Nicht die
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(1883) gelang dem groben Forscher Rodert Koch die Darstellung des Cholerabazillus, wodurch der Wissenschaft die Möglichkeit zur Schaffung eines wirksamen Heilmittels gegeben wurde. Es kann, wie gesagt, in diesen trüben Zeiten nichts schaden, schlimmerer Zeiten zu gedenken. Vor allen Dingen aber ist nichts unserer Zeit und diesen Weihnachtstagen angemessener, als sich zu erinnern, welcher Reichtum des Wohltuns, welche Bereitschaft zu gegenseitiger Hilfe unb welch reiner Gemeinsinn damals nach Ueberwindung des ersten panischen Schreckens aus dieser Notzeit erstand. Ueberall bildeten sich Gesellschaften und Kommissionen, die für Familien, denen der Vater, für Kinder, denen gar beide Eltern entrissen waren, sorgten. Die Berliner Armendirektion sah sich in edler Eifersucht sogar zu der Erklärung veranlaßt, dah sie zwar derartige Bestrebungen herzlich begrübe, aber zur Vermeidung von Mißverständnissen darauf aufmerlsam machen müsle, daß die hiesige Commune ihre Verpflichtung zur Unterstützung und Erziehung der Cholerawaisen keineswegs verkenne oder Sie Erfüllung derselben verabsäume." Vielleicht fonn die Erinnerung an diese Zeit vor 100 Jahren auch uns noch einige fruchtbare und nur zu notwendige Anregungen und Gedanken schenken.
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„Stille Rächt, heilige Rächt"
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Der Konzertfänger Felir Gruber, ein Nachkomme des Schöpfers von „Stille Nacht, heilige „Nacht", stngt am Grabe seines Erohoaters Franz Gruber in Sallein (Österreich) das weltbekannte Weibnachtslied.
Das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht", das von dem Organisten Franz Gruber im Jahre 1818 komponiert' wurde und seitdem seinen Siegeszug durch die ganze christliche Welt antrat, hat seinem Schöpfer ein unvergängliches Andenken bei der Nachwelt verschafft. In diesen Tagen fand wiederum am Grabe Franz Grubers eine stille Feier statt, bei der sein Enkel das Lied auf der Originallaute, die schon der Komponist benutzte, vortrug.
Friedhöfe für alle drei Konfessionen an. Man brauchte sie bald, denn schon 14 Tage nach jenem ersten Fall
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250 000 — an der
Choleraschokolade, Pestessig, Eau de Cologne > Sim Md bergt. Dinge wurden von dem be-
rr- mubicii wagen, seih großer -teu ocr uongen ,7* Bevölkerung glaubte sich etwas schützen zu yaim ynnen. wenn man dem Beispiel der Aerzte weki Mchfolgte. Beim Transport von Kranken datz ' ~ •' " ■ — - ■ ~
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nach ien Kräften, die Re überwinden. Mit erfreu nsch- V' 1 *
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-SUS einem verseuchten Gebiet stamme.
sche 1 Die Aerzte waren hilflos: Cholerabonbons,
Philosoph Hegel zu Grabe getragen. An den l Sen Toren und in den Gasthöfen wurde jeder
ordnet, datz die Beerdigungen mir nachts unb ohne große Begleitung" erfolgen sollten. So wurde auch im November der
schäft erfahren, fern von den Liebeleien verkrampfter Stadtmenschen. Eine eigene Welt wächst so empor, aus der wieder gerade Verhältnisse wachsen könnten zwischen Frau und Mann aus gegenseitiger Achtung vor der beiderseitigen Verschi.'denheit. Packende Hoch- gebirgsschilderungen umrahmen das Werden einer heroischen Männerfreundschaft. Das ganze Buch, das auch sympathisch frische Frauengestalten aufweist, ist ein Zeichen beginnender Einsicht nach einer Zeit der Grenzverwischung durch mißverstandene grauen« emanzipation. Auch diesem Buch geht es letztlich um den Staat, wenn auch die Gestaltung sich noch nicht bis dahin vorwagt. Aber die Lebenswirklichkeit Staat und Nation steht, ausgesprochen ober nicht, groß hinter allen wesentlichen Büchern unserer Tage. Und wenn Walter v o n M o l o in seinem großen und bedeutenden Friedrich List-Roman: „Ein Deutscher ohne Deutschland^ (P. Zsolna, 7,50 M.) in die Zeit vor 100 Jahren zurückgreist, so spricht er doch von unserer Gegenwart, denn wir Deutsche find immer noch unterwegs, immer noch die werdende Nation, für deren Verwirklichung Friedrich List sein Leben lang kämpfte. Er wuchs empor im kleinstaatlich zerrissenen Deutschland des Vormärz, in dem Fürstenwillkür und Bürokraten- Schikane alles Leben niederhielten, innerdeutsche Zollschranken die Wirtschaft verkümmern ließen und das Metternichsche System den Werdenswillen bet nationalen Idee mit Kerker und Verbannung. Entehrung und Verfolgung in seinen Trägern glaubte ersticken zu können. Der Ideologe Lift, desien Lebenskampf diesem System galt, von der Polizei durch Europa gehetzt, vom Heimweh aus dem ihm Glück, Ruhe und Wohlstand verheißenden Amerika wieder nach Deutschland getrieben, von kleinlichem Undank und bürokratenhafter Enge in einen frühen Tod gehetzt, erwies sich doch als der stärkere Realist, das von ihm geplante Eisenbahnnetz (sein Ziel: politische Einheit durch wirtschaftliche Einigung!) ist heute Wirklichkeit, sein „Rationales System der Politischen Oekonowie" lebt heute noch! Molo ist mit dieser Erweckung des tragischen
steckung begann man, sich selbst zu rasieren, ja es tauchte damals sogar schon ent Patentrasiermesser auf, „welches so eingerichtet ist, baß man sich beim Gebrauch desselben durch- aus nicht schneiden kann". Am besten aber ging es den Wollfabrikanten, denn allgemein herrschte die Ueberzeugung, daß jegliches Kleidungsstück zum besseren Schutz gegen die Cholera aus Wolle verfertigt sein müsse. Bald kamen denn auch m Massen Choleraröcke, Choleradecken, Choleraleibbinben, Cholera- Handschuhe und Choleramützen auf den Markt. Von den Baumwollfabrikanten hingegen kamen Notschreie und einer erbot sich, seine sämtlichen Fbrikate unter Gestehungspreis zu verkaufen, „um nur nicht alle meine Weber, die größtenteils zu anderen Handarbeiten untauglich sind, außer Brot setzen zu müssen.'
Um Weihnachten 1831 konnte man immerhin schon auf ein baldiges Erlöschen der Seuche hoffen, beim im Dezember waren bie Todesfälle unter hundert gesunken, nachdem im September unb Oktober über tausend unb im November noch tunb 300 Todesfälle zu verzeichnen gewesen waren. Aber erst Ende Januar 1832 würbe bie Seuche als endgültig erloschen erklärt. Sie ftackerte bann einige 30 Jahre später noch einmal in entsetzlichem Umfange in ganz Deutschland auf unb erst mehr als 50 Jahre später
für sich hegen, der ungeheure Druck, der auf uns lastet, zwingt ihn in die Politik, in die Leidenschaften der Straße, in den Stuber» kampf bet schon seine Opfer forbert unter den jungen Menschen — unb nicht den Schlechtesten! — die in den radikalen Gruppen rechts unb links stehen. Die Verzweiflung über bie Ausweglosigkeit unserer Not. die heroische Bereitschaft zu Einsatz und Opfer — hier findet sie Sprache, die gehört werden muß, bevor es zu spät ist. Wo der junge Mensch sich glühenden Herzens in den Kampf stürzt, da gelingt dem Aelteten noch humorvoll überlegene Kritik an bet Zeit ober satirisch-scharfer Angriff auf ihre Scheinwirklichkeit. Will Vesper gestaltet mit feinem, überlegenem Humor die deutsche Kleinstadt, aufgeschreckt aus ihrer bürgerlichen Ruhe und Behaglichkeit durch den Negerjungen aus Süd-West, in dem reizenden Büchlein: „6am in Schnabelweide" (Hanseatische Vrlagsanstalt, 5 M), während E. ®; Kolbenheyer sich mit beißender Satire „Reps die P e »st ö n li ch ke it" (E. Müller, 4,50 X) vornimmt, den Scheinmenschen unserer Zeit, der hinter der täuschenden Fassade „Persönlichkeit" Eigensinn, Eitelkeit und geistige Hohlheit verbirgt. Äolben« Heyer hat hier nach fernen großen bejahenden Persönlichkeitsgestaltungen kritisch die innere Haltlosigkeit und Leere unserer Zeit getroffen. Aber er will nicht zersetzen, so scharf sein Spott auch trifft, er will deuten, wie der Mensch ohne verpflichtenden Rückhalt an echter Gemeinschaft zum sinnlosen Scheinwesen wird. Zugleich ist fein Buch eine hübsche Kleinstadtgeschichte und bereichert zumindest durch die mit verstehender Liebe gezeichnete tragikomische Figur des alten Buchhändlers, der mit seiner bescheidenen Liebe zum Geist dem tönenden Gerede seines geistlosen Schwiegersohnes Reps zum Opfer fällt. Neues Land über aller Verwaschenheit der Zeit in ihrer Auffassung von Liebe und Freundschaft sieht Mai Mohr in der „Freundschaft v oft Ladiz" (E. Müller. 6,50 Jt). Das ist ein prachtvoll-männliches Buch, herzhaft und rauh geht es hier zu zwischen zwei Männern, die wieder das Wesen echter männlicher Freund
licher Frische und Sauberkeit berichtet Hans- Eerhard Weiß in seinem Erstlingsbuch: „SBas wird aus Senjamin?" (Verlag Wunderlich, 4,50 M), wie ein junger Mensch ton zarter Veranlagung sich durchschlägt durch bie Berufswirren der Nachkriegszeit. Hier ist Einer vom Jahrgang 1902, den die Zeit nicht totertriegt, der in den seltsamsten Berufen, tis Bankstift und Autowäscher. als Eutseleve tob „Roter Radler", zwischen Putschen und Inflation, zwischen Elend und Dreck sich die innere Reinheit erhält. Zarte Naturempfin- Ihing, humorvolles Bewältigen schwieriger Sagen, eine ungekünstelte Darstellungsgabe Sachen das Buch zu einem schönen Zeugnis Ungebrochener Jugend. Von milderem, gefähr- Oeteiem Leben gibt eine bekenntnishaft-blut- tolle Darstellung Wolf-Justin Hartmann: -Fäuste, Hirne, Herzen!" (A. Langen, 5.50 Sprach Weitz von überwundener „j Vergangenheit, so warnt hier eine bedrohlich ^to$e Zukunft. Der junge leidenschaftliche
Kensch kann nicht mehr sein privates Leben
zahl von weniger als
rmps« Cholera erkrankt und ..... .
isfaiu lÄwoll entsetzlich an: insgesamt sind von f, 2271 an der Cholera erkrankte" Berlinern
>liah sämtlichen Fabrikate unter Gestehungspreis zu >rarbo Maße angewandt, als die Vorschriften der e Am Merzte, denen man ihre Sinn- und Zweck- ^Irsigkeit allzu deutlich anmertte. Die Her- Mler von Rasiermessern erlebten eine ungeahnte Konjunktur, denn aus Furcht vor An-
ReiG Berlin bot ein schaverliches Bild:
csprvi letzte, Krankenwärter und Leichenträger mußten Mäntel aus Wachsleinwand und _ . .M Masken tragen. Ein großer Teil der übrigen
Maßstäbe des Rur-Schönen oder des Unter« ,heilsamen dürfen ihm mehr gelten in dieser [t bei!» Seit, da die Dichtung sich wieder ihrer volk- ■m Ps hasten Sendung entsonnen hat. Auch mit der m faS Ablehnung der Werke derer, die wir nicht lie- ui eint Jen können, von denen wir glauben, daß ihnen eine » kas Wesen deutscher Kunst verschlossen bleibt, ■nenn« vollen wir nicht Zeit verlieren — wir wollen PoWem Schrifttum dienen, das als Kunst et« hebend, erfreuend, deutend und läuternd ein Teil der lebendigen Entwicklung ist, die das Schicksal unseres Volkes bbeutet. So beginnen vir mit Büchern, die von unserer Gegenwart sprechen, von ihrer Not, ihren Schwächen und
E; kann nicht schaden, in einer Zeit bitter» 6er, vielfach als beispiellos empfundener »ot einmal zurückzublicken auf Zeiten, die l\)d) trüber und troftlofer waren, -0 nicht nur der Schatten der Not, sondern W5 leiblichen Todes den Glanz des Weih- - achtsfestes verdunkelte. Das war anno Do- Ijut 1831, wo tausend und abertausende von Familien sich den festlichen Glanz des Weih- ^achtsbaumes versagten, weil sie um liebe -rate trauerten, wo über aller Geselligkeit, t*' wo über der Familiengemeinschaft selbst Gespenst der Cholera schwebte.
1 Zwar war der Höhepunkt der Seuche selbst -‘yn die Weihnachtszeit schon überschritten, Mein der volle Druck des panischen Entsetzens vor einem Wiederaufflackern der Zeuche, die schon seit dem Frühjahr, wo sie ytf ihrem tödlichen Triumphzug vom Osten her Königsberg erreicht hatte, Deutschland be- intnibigte, lastete noch auf allen Gemütern, zm Jahre 1817 hatte man in Europa gehört, batz die Cholera in Asien, wo sie ja in ge- Mem Umfange ständig wütete, eine bedrohliche Ausbreitung nahm. Ueber die inner- asiatischen Grenzen wurde sie bann durch Kaufleute und Karawanen nach Rußland hin einverschleppt, wo sie 1823 an den Küsten des schwarzen Meeres auftrat unb 1829 über Moskau und bald auch über Warschau Entsetzen verbreitete. Im Mai 1831 verzeichnete * man in Königsberg den ersten Cholera- n8*# . tobest all und int August erfuhr Berlin, daß 'Offen auf e nem Spreekahn ein Schiffer an der Cholera erkrantt und gestorben sei. Wer konnte, flüchtete: der Hof zog sich nach Char- ■fottenburg und später nach Potsdam zurück, ch ß das bann sorgfältig von der Außenwelt oben 1 geschlossen wurde. Eine „zur Abwehrung ber * * Cholera niedergesetzte Jmmidiat-Commisfion".
die überdies nur etwa 35 bis 40 Betten in
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Enrico Rastelli, der weltberühmte italienische Artist, des» fen Jangleurkünste bei allen europäischen und amerikanischen Varietebühnen einen Hauptschlager oarstellten, ist, wie gemel* bet, plötzlich im Alter von 35 Jahren an Gehirnblutung verstorben.
Eine erfolgreiche Gren'nnhmM
Vor kurzem ist der dänische Forscher Knud Rasmussen, von seiner sechsten sogenannten Thule-Expedition, die ihn nach der Ostküste Grönlands führte, zurückgekehrt. Das Unternehmen verdient darum besondere Aufmerksamkeit, weil es als erstes seiner Art vollkommen mit einem Motorboot durch- geführt wurde. Die Fahrt erstreckte sich übet mehr als 4000 Kilometer längs der grönländischen Fjorde von Juiianehaab bis nach Angmangssalik .mithin fast bis zmn Polarkreis. Die erzielten Ergebnisse waren höchst befriedigend. Eine am Lindenow-Fjoid eingerichtete archäologische Station vermochte 25 Häuser auszugraben und über 2000 völkerkundlich interessante Gegenstände, Waffen und Geräte zu sammeln. Die interessanteste Entdeckung machte man indessen am Skjolbungen- Fjord, wo unter Blumen und Büschen, wie man sie in dieser Reichhaltigkeit in so hohen Breiten nicht erwartet hätte, eine mehr als ein Jahrtausend alte Ruine freigelegt wurde, die zweifellos nicht auf Eskimos zurückzuführen ist. Rasmussen glaubt es hier bestimmt mit einer alten Siebelung des berühmten Torkil Orrheinsfostre zu tun zu haben, der rin Jahre 998 auf der Fahrt nach Grönland mit seiner Familie, (befolge und Sklaven Schiffbruch litt. Weiter trugen 4000 magnetische Messungen dazu bei, daß dieser Teil Ostgrönlands jetzt besser magnetisch aufge» nommen ist als West-Grönland. Die Meeresteile dieser Gegend erratenen sich sehr reich an Haien, Heilbutt und anberen Fischen, an Laub würben in den Bächen zahlreiche Forellen festgestellt. Nach Ansicht bes Forschers weist dieser Teil Grönlands zwar für Eskimos ausgezeichnete Sebensbebmgungen auf, nicht aber für Weiße.
Deutschen List ein großes Werk gelungen, durch das List zu einer Gestalt von fast mythischer Gewast und Sinnbildhaftigkeit geworden ist. Fünfzig Jahre weiter in die ersten Jahrzehnte bes geeinten Reiches, führt uns Paul Fechters Werk: „Das wartende Land" (Deutsche Verlags-Anstalt, 7,50 jKY dessen Titel schon in die Zukunft weist. Das wartende Land ist der weite deutsche Osten, Fechters Heimat, und Fechter zeigt mit diesem Werk, auch wenn er von vergangenen Tagen seiner Jugend erzählt, Zukunftsgaben für uns. 2n seiner Jugend galt die Sehnsucht der Meisten, die sich dort im Osten in einer verlorenen Ecke fern vom eigentlichen Leben ihres Volkes glaubten, dem Reich, jetzt braucht der Osten unsere Kraft, er hat Raum für die junge Mannschaft und bietet Aufgaben wie sie einst den deutschen Orden lockten. Fechters Werk scheint mir in vollkommener Weise die Ausgaben eines echten Volksbuches zu erfüllen, es gemahnt in Form und Sprache an die gute deutsch-bürgerliche Tradition des Entwicklungsromans unb erzählt schlicht und einfach den Werdegang eines Handwerkerkindes, sein Hineinwachsen in die Welt der kleinen Stadt, in die schlichte Schönheit der Landschaft und die Verbundenheit mit der großen geschichtlichen Vergangen« heft. Es ist dies Buch ein Musterbeispiel einer durchaus nötigen Gattung von Buchern, die nicht vom Individuum als solchem reden, sondern vom Menschen im geschichtlichen Raunt, vom deutschen Menschen im deutschen Raum. Und was geraten da Fechter für Menschen! Dieser Urgroßvater, bas Sinnbild des wartenden Landes oer kraftvoll, sicher und unbeirrbar von sich sagen kann: „Vielleicht sind wir hier noch mal die Wichtigsten!" Unb welche Wärme unb hymnische Beschwingtheit gewinnt Fechters Sprache wenn er die ftühling- haste Schönheit des auf seinen Sommer wartenden Landes fchildett! Dies Buch wird jeder Leser lieben, der noch eine Ahnung hat von der Schönheit heimischer Landschaft, vom heimlichen Glück werdender Jugend in deut scher Provinzstadt!
(Schluß folgt.)