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Die fremde Mutter.
herzlichen, dankbaren Weihnacht^ F. v. Bodelschwingh, P.
* Untaugliches Fleisch. Nach 8,9 des Reichsfleischbeschaugesetzes haben bie Ortspolizeibehörden in jedem einzelnen Fall Entscheidung zu treffen über die weitere Behandlung solches Fleisches, das bei der Fleischbeschau als untauglich bean- Arndet worden ist. Um eine mitzbräuch- nche Verwendung zu verhüten, hat der
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Ker kauft, hilft
<Xn manchen Schaufenstern prangt jetzt gin Schild mit der Schrift: Wer tauft, hilft
Gs ist ein mutiger Notruf, ein SOS, das hen kategorischen Imperativ „Spare!“ übertönt. Sparen ist so selbstverständlich gemorden, daß man sich auch die Worte darüber sparen könnte. Aber der Mensch j» ungerecht. Luxus wurde von gestern auf heute zum verfemten Begriff.
Selbst „überflüssigster“ Luxus ist kebens- xchaltender Begriff für chunderttaufende, die ihn schaffen — erstarrte Form nur für d-e vereinzeltem die ihn besitzen.
Der kauft, hilft Hilst den Geschäften, die mit schwerer Not kämpfen, Hilst einer Armee von Angestellten, die nicht entlassen zu werden brauchen. Hilft Fabrikarbeitern, Heimarbeitern, Familien, hilft hilft, hilft
Heute weiß eS bereits jedes Kind: es Etz gespart werden. Aber das Sparen um des Sparens willen ist eine gefährliche Propaganda.
Das Dauerschlagwort der „schlechten Zeiten“ lähmt jede Aktivität Wer kann, kaufe — kaufe ein bißchen Lebensfreude für sich und vor allem für andere. Schöne Dinge verbreiten ieine glückliche Atmosphäre, darin sich Menschen froher, tatkräftiger und bejahend entwickeln können. Die fünf Sinne sind uns schließlich nicht atm Einmotten gegeben worden . . .
Es herrscht jetzt große Not. Sehr große Not. Zu viele Menschen vergessen, daß sie durch Sparen nur sich helfen, durch Kaufen auch den andern. Es wird jetzt niemand einfallen, sinnlos« Verschwendung zu predigen, aber ebensowenig sollte man sinnlose Sparsamkeit predigen.
Die Kinder singen: „Taler, Taler, du mußt wandern, von der einen Hand zur andern“.
Es liegt kein Segen in einer zu fest ver- schlsosenen Hand.
MnmNen in Velßel
worden ist.
Darum schauen wir wieder aus nach ftöh- lichen Mithelfern beim Weihnachtsdienst von Bethel. Alles ist uns willkommen: Kleidungsstücke, Mäntel, Strümpfe und Schuhe, vor allem für Männer: ebenso Lebensmittel jeder Art. Spielsacken für Kinder und Eesellschasts- hnele für Erwachsene, Bücher oder Bilder. Sehr wertvoll ist uns auch Strickwolle. Unserem „Weihnachtshaus" wird das Verteilen sehr erleichtert, wenn uns die Gaben so früh wie irgend möglich gesandt werden. (Anschrift: Weihnachtshaus Bethel bei Bielefeld. Bahnstation Brackwede). Will Ans aber lieber jemand das Einkäufen überlasten, steuen wir uns auch über jede Eeld- gabe (Postscheckkonto Hannover 1904).
bei Tat: eine Spitzenleistung des Tonfilms. Der Lebensgang eines jungen Mädchens bis Mm Gipfel des Glücks. Die Pflegemutter, Inhaberin einer Wirtschaft im Hafen, ist derb, barsch, verbirgt unter einer ungemein rauhen Lchale ein goldenes Herz. Diese „stemde Mutter" (Min), dargestellt von Maria Dreßler, kann nicht besser verkörpert werden. Trotz des für Min notwendigen Mordes verklärt ein seliges Lächeln ihre herben Züge angesichts des Aückes „ihres Kindes", und willig folgt sie den sie verhaftenden Beamten. Und Wallace Reery (Bill) ist ein würdiger Partner. Seine Darstellung des Seemanns ist unübertrefflich. Dazu begleiten feffelnde Hafenbilder die sehr spannende bis zur Tragik sich entwickelnde Handlung. Die Tonwiedergabe ist auch diesmal ausgezeichnet, was ebenso für die Fox- -umwoche und für ein reizendes kleines Lustspiel zutrifft. — „Der Ring des Unheils" er- iählt die sensationelle Geschichte eines wertvollen Fundes in den astikanrjchen Diamant- frldern in sehr flottem Tempo und läßt vorliegend Abenteuer liebende Besucher auf ihre "echnung kommen. —r.
r kw Lichtspiele Bahnhofstraße, wa: l ~ ‘ . -
Es ist doch wahr, daß durch das Kind von Bethlehem ein neuer Schein in die dunkle Welt gekommen ist! Wenn Tausende sagen, sie sähen nichts davon, wenn in dieser schweren Zeit viele Herzen sich dem Licht der andern Welt verschließen, so hört es darum doch nicht traf zu leuchten. Und wenn die heilige Nacht aufs neue zu uns kommt, dann dringt in alles Leid und allen Kampf der Erde ihre Freuden- .batsckait tief hinein: „Also hat Gott die Welt
st ? ■ geliebt.“
Daß wir an diese Liebe Gottes glauben diir- >fen das allein gibt uns in Bethel Mut zu unserem Dienst. Er ist immer noch am Wachsen. Fast 6000 Epileptische und Gemütskranke, Arberts- und Heimatlose werden zu Weihnachten an unseren Tischen sitzen. Diele von ihnen sind ganz einsam. Allen möchten wir gern eine kleine Freude bereiten. S>e soll ein bescheidener Abglanz der himmlischen Liebe sein, die in dem Christkind offenbar ge-
Oberhesfifche Zeitung, Marburg a. g., Mittwoch, den 9. Dezember 1931
Aus -er Amgegeri-
SrelS Marburg
Der Schüler;«g.
f. AusdemLandkreise Marburg. 8. Dez. Seit Anfang November dieses Jahres verkehrt auf der Strecke Frankenberg — Marburg zwischen Ernsthausen und Marburg ein Schülerzug. Dieser Zug fuhr bereits seit Jahren von Wetter nach Marburg. Da jedoch aus den Gemeinden Simtshausen, Münchhausen und Ernsthausen eine Anzahl Schüler die höheren Schulen in Marburg besuchen, waren die Eltern dieser Schüler bei der Reichsbahndirektion Kastel vorstellig geworden und hatte darum gebeten, den Schülerzug nicht von Wetter, sondern von Ernsthausen absahren zu lassen. Die Reichsbahndirektion trug den berechtigten Wünschen dieser Eltern Rechnung. Der Schülerzug fährt jetzt um 625 Uhr in Ernsthausen ab und ist gegen V-8 Uhr in Marburg. Reisende mit gewöhnlichen Fahrkarten können diesen Zug ohne Zuschlag benutzen. Zeitkarteninhaber zahlen von Münchhausen und Ernsthausen einen wöchentlichen Zuschlag von RM. 1.50 und von Simtshausen einen solchen von RM. 120. Der Zug liegt gerade für die Bevölkerung des Nordkreises sehr günstig. Die Fahrgäste können, ohne in Marburg lange warten zu muffen, unmittelbar nach Ankunft des Zuges ihre geschäftlichen Angelegenheiten erledigen und bereits gegen WO Uhr wieder zurückfahren.
w. Roth, 8. Dez. 3n einer gutbesuchten Versammlung der Deutschnationalen Volkspartei sprach hier heute abend cand. iur. G e h r o l d. In sachlicher Weise zeigte der Redner die Ursachen der heutigen wirtschaftlichen und politischen Krisis, vor allem der Arbeitslosigkeit auf und entwickelte dann die Pläne Hugenbergs, die uns ans den verworrenen Zuständen herausführen könnten. Die Deutschnationale Volkspattei kämpfe rücksichtslos gegen die Kriegsschuldlüge als der Grundlage der Tri- butzahlungen. Ihr Kampf gelte aber auch denen, die mit internationaler Verständigungsmache die Sache der Gegner zu der ihren machten, vor allem dem Manismus. Die Entscheidung müsse fallen, ob in Deutschland die Linke oder die Rechte den Kurs der kommenden Politik bestimme. Im Schlußwort fordette der Redner die Versammlung auf, sich in die nationale Kampffront unter Führung Hugenbergs einzureihen. — Eine angeregte Aussprache im Anschluß an den Vortrag ließ erlernten, mit welchem Interesse die Versammlung den Ausführungen des Redners gefolgt war. Auf allgemeinen Wunsch findet im Januar eine weitere Versammlung statt, in der die Frage: SPD. oder DNVP.? aufgeroUt werden soll.
Amönau, 7. Dez. In der Gastwirtschaft von Heinrich Otto fand am Sonnabend, 5. Dez. unter dem Vorsitz des Eutspächters K. Pentzel eine öffentliche Versammlung der Deutschnationalen Volkspartei statt, die statt besucht war. Erschienen waren mit dem Redner, Bürgermeister a. D. W o l ft aus Marburg zwei Mitglieder der Deu tsch- natlönalen Studentengruppe. Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden herzlich und wies auf den Ernst der Sage hin, der es notwendig mache, sich mit den Gegenwartsfragen auseinanderzusetzen. — Der Redner IpraÜj sodann über das Thema: „Volk in Not". Er zeichnete mit kräftigen Zügen die wittschaftliche Not unseres Volkes, insbesondere Landwittschaft, des Handwerks, des Gewerbes und der Arbeiter. Er hob ferner hervor die persönliche Not, die sich in Eingriffen in alle Rechtsgebiete zeige, in die Versammlungs-, Rede- und Presse-Freiheit, in die Dertragsrechte der Beamten, Ange- steftten und Arbeiter, in Rechte der Wirtschaft und Selbstverwaltung, die sich auch besonders zeige in der Unsicherheit von Leben und (Eigentum. Er wies schließlich auf die seelische
Not hin: Familie, Schule und Kirche sei nicht mehr sicher vor den religions- und volksstörenden Elementen. Zwölf Jahre haben wir geduldet, gemattet, vermittelt. Das Ende sei der Abgrund. Darum Schluß mit dem heutigen System! Darum: „Volk 3um Kampf!" Wir müssen erwachen, Verwandte, Freunde und Nachbarn aufrütteln, uns zusammentun und uns hinter unsere Führer stellen. Wir haben Führer, die erprobt sind, die all' das Unglück oorhergesagt haben, die flat in die Zukunft blicken und statt im Willen sind: Hugenberg und seine Ratgeber. Ihnen wollen wir folgen. Wir wollen auch mit unfern Mitkämpfern der Deutschen Freiheitsbeweaung, der Harzburger Vereinigung, in einer Front stehen und uns nicht durch feindliche Machenschaften zermürben lassen. Eine geschlossene eiserne Front! So wollen wir warten, bis untere Stunde kommt, bis Gott sie uns gibt. Dann soll es heißen: „Volk zum Sieg!"
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- Treysa, 7. Dez. Unsere Stadt hat nach der letzten Personenstandsaufnahme 4671 Einwohner, davon evangelische 4336, katholische 126, Juden 132, ohne Religion 8, sonstige Religionsangehörige 69. Familien sind 1068 vorhanden.
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0 Biedenkopf, 8. Dez. Pfarrer Schüßler, der am 11. November zum Pfarrer von Biedenkopf gewählt wurde, wird am Sonntag, 20. Dezember in sein neues Amt hier eingefühtt werden.
0 Niederweidbach, 8. Dez. Unser seitheriger Eemeinderechner Kern hat das Amt infolge hohen Alters niederlegen müssen. An dessen Stelle wurde der Landwirt Willi Hermann zum Eemeinderechner bestellt.
0 Roßbach, 8. Dez. Frau Elisabeth Orth Müller Ww. geb. Kuhl von hier beging ihren 90. Geburtstag. Unseren herzlichen Glückwunsch!
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Abbau des Dillenburger Realprogymnasiums
0 Dillenburg, 5. Dez. In einer kürzlich stattgefundenen großen Versammlung der Elternschaft des hiesigen Gymnasiums wurde Stellung zu der beabsichtigten Auflösung der Reababteilung des hiesigen Gymnasiums genommen und in einer Entschließung verlangt, daß die Regierung die Abteilung aus allge« meinen Gründen weiter bestehen lassen solle. Nunmehr ist eine Entscheidung in dieser Sache gefallen, die leider nicht den Anregungen und Wünschen der Eltern und auch der Bewohnerschaft des Kreises entsprechen bürfte. Der Minister hat sich bei voller Würdigung der von der Schule und dem Elternbeirat geltend gemachten Gründe nicht damit einverstanden erklären können, daß das dem hiesigen Gymnasium anargliederte Realgymnasium bestehen bleibt. Bei dem auffallend schwachen Besuch der realgymnasialen Klassen lasse sich in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage die Aufrechterhaltung dieser Abteilung nicht mehr rechtfettigem Auch der im Anfang dieser Woche hier anwesend gewesene Dezernent unserer Anstalt aus dem Provinziti- schulkollegium in Kassel hat Gelegenheit genommen, auf diese Tatsache hinzuweisen: er hat zugleich mit dem Vorsitzenden des Elternbeirats, Pfarrer Dr. Chelius, die Frage der Abschaffung der allgemeinen Noten (int Betragen, Fleiß, Aufmerksamkeit) in den Zeugnissen, deren Wiedereinführung die Elternschaft n\ ihrer Eingabe als dringend erwünscht bezeichnet hatte, eingehend besprochen und diese Maßnahme der Schulaufsichtsbehörde dahingehend begründet, daß aus jugendpsychologischen Erwägungen an der Abschaffung dieser allgemeinen Urteile festgehalten werden müsse. — Damit bürfte das Schicksal der unteren Klassen besiegelt sein.
Herr Regierungspräsident angeordnet, daß dieses Fleisch in jedem Falle der zuständigen Abdeckerei (Gary-Marburg) zuzuweisen ist. Zu diesem Zwecke haben die Ortspolizeibehörden die bei der Fleischbeschau beanstandeten Tierkörper sofott bei der Abdeckerei zur Abholung anzumelden. Von jeder Anmeldung ist gleichzeitig dem Herrn Kreistierarzt Mitteilung zu machen, damit dieser gelegentlich feststellen kann, ob die Ablieferung an die Abdeckerei tatsächlich erfolgt ist. Auch die Landjägerämter weise ich an, über den Verbleib beanstandeten Fleisches zu wachen. Ueber- ttetungen dieser Bestimmungen find nicht polizeilich zu bestrafen, sondern dem Herrn Amtsanwalt auzuzeigen.
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. Donnerstag, den 10. Dezember.
6.15: Wetterbericht. — Anschließend: Morgengymnastik. — 7.15: Schakkplatten-Konzert. — 12.05: Schallplatten-Konzett. — 15.30: Stunde der Jugend. — 16.30: Unterhal- tungs-Konzett. — 17.05: Konzert des Städtischen Kurorchesters Wiesbaden. — 18.40: Stunde des Buches. — 19.05: „Taub und blind. Zur Metaphysik der Sinnesorgane", Vottrag. — 19.45: Ellen Watteyne singt Lieder zur Gitarre. — 20.15: „Em aSräg- licher Fall", Hörspiel. — 21.00: Konzert für Klavier und Orchester in D-Moll op. 15 von Ioh. Brahms. — 21.45: Alle und neue Chor-Musik. — 22.20: Zettangabe, Wetterbericht, Tagesnachrichten. Spottbericht. — 22.40: Tanzmusik.
Wetterbeobachtungen am 8. 9. Dez.
Höchste Temperatur am 8. Dezember. 5.6 Celsius
Niedrigste Temperatur lebte Nackt 1,9 Celsius
Zeit
Barometerst. reduziert auf N. N
Temperatur
Relative Luft- w
8.12.2llbr nackm.
769,3 aun
5.2 Teil.
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8.12.9Ubr
767.8 mm
4.2 Teil.
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PHOTO-BÖHLER - BRILLEN-BUHLER
Marburg/Lahn
«ettergafie 30 Bahnhofstr. 9
Fernruf 248 Wetterbericht.
Heber dem mitteleuropäischen Festland erstreckt sich ein Hochdruckrücken von West nach Oft, in dessen Bereich meist heiteres Wetter herrscht. Heber der Ostsee entwickelt sich aber em Tiefdruckgebiet, welches dott lebhafte Niederschläge bringt und eine schmale Zone, innerhalb deren Regen fällt, sich wett nach Südwesten erstreckt. Diese Zone wird auf ihrer Ostwättswanderung unser Gebiet voraussichtlich berühren, so daß mindestens nördlich der Maintinie Nebel und später auch Bewölkung und Niederschläge wahr- schemlich sind. Danach bürfte aber bald wieder Aufklaren und Nachlassen der Niederschläge einsetzen. „
Vorhersage für Donnerstag: Sei Luftzufuhr aus West verhältnismäßig miß)es Wetter mit zeitweiliger Aufheiterung.
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marschiert mit der seit' einem halben Jahrhundert
für alle
berühmten
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Liebhaber einer
Goldmundstück-Zigarette neu geschaffene
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