Wog, m 7. StZMibkr 1931
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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Das Ausland horcht auf
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Die Erklärungen Adolf Hitlers und Rosenbergs finden in England, Amerika und Frankreich stärkste Beachtung
Große Wirkung
Neue Erklärungen
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Machtergreifung durch Hitler vollziehe sich auf legalem Wege. Zum ersten Mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte gelingt es einem deutschen Politiker, psychologische Fehler zu vermeiden und er sei sogar klug genug, sich schon jetzt im Auslande Sympathien zu sichern.
Opposition 0, auf den Christl.-Sozialen Volks- dienst 1, Sozialdemokr. 7, Zentr. 3„ Deutsch- nationale 3, Frauenliste 0. Einheitsliste 3, Nationalsozialisten 7, Kommunisten 6 Mandate.
Das charakteristische Merkmal der Eemeinde- ratswahl ist das Anschwellen der nationalistischen Stimmen, die sich seit der letzten Reichstagswahl, also innerhalb Jahresfrist, mehr als verdoppelten, während die Parteien der Einheitsliste, Demokraten, Deutsche Volkspartei, Volksrechtspartei und Nationale Volksgemeinschaft, um mehr als die Hälfte zusammengeschmolzen sind. Die Sozialdemokratie hat sich als- die stärkste Partei behauptet, aber ihre Stimmen sind um nahez^u 9000 zurückgegangen, während die Kommunisten einschließlich der Kommunistischen Opposition ihre Stimmenzahl um 5700 zu erhöhen vermochten.
ie „Times betont, daß die Ansichten iis über die Tribute Gemeingut des stn deutschen Volkes seien.
Der Eindruck der Hitlererklärung in Amerika.
ie Unterredung Hitlers mit den eng- kn und amerikanischen Berichterstattern inden Vereinigten Staaten ks Aufsehen erregt und wird rn der gern Preffe an hervorragend^* Stelle «gegeben. Besondere Beachtung fin- «e Erklärung Hitlers, daß die Nationalisten, wenn sie die Macht erlangt Nr, die privaten Auslandsschulden nicht ^gnen würden, sondern lediglich die Höhlungen bekämpfen wollten. Die Ehrungen Hitlers sind für die Oeffent- N Amerikas umso bedeutungsvoller, die gestrigen Kursabschlags an der N>rker Börse auf die unsinnigen, lei- n spät dementierten Gerüchte zurllck- «en sind, daß Deutschland unverzllg- vn.Vollmoratorium erklären und den -trndard aufheben werde.
ik französische Presie über die Lage in Deutschland.
Ein Interview Hugenbergs
Deutschland lehnt weitere Tributzahlungen ab
Rosenberg hat London verlassen.
London, 7. Dez. Der Chefredakteur des völkischen Beobachters", hat gestern abend London mit dem Hoek- van-Holland-Expreg »ieder verlassen. Bor der Abfahrt erklärte Rosenberg, er habe mit seinem Besuch keine politischen, sondern nur rein geschäftliche Zwecke verfolgt.
Mehrere Londoner Sonntagsblätter bringen, wiederum in großer Aufmachung Interviews ihrer Berliner Berichterstatter mit Hitler, so vor allem ,,S u n d a y E r a p h i c". Das von diesem Blatt veröffentlichte Interview ist bereits inzwischen
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das chen- iweis
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Mehr als verdoppelt
Neuer Wahlsieg der Nationalsozialisten - Erfolge der DN VP.
Dr. Hugenberg gewährte dem Berliner Vertreter des „Resto del Carlino", Bologna, eine Unterredung, in der er u. a. ausführte:
| Italien ist das erste Land gewesen, das ! die Anmöglichkeit der Tributverträge und der neu gezogenen Grenzen ebenso erkannt hat wie die Gefahr, di« in der Angleichheit der Rüstungen der einzelnen Staaten Legt.
«Auch in den anderen Ländern wächst diese Erkenntnis. Die Welt schuldet den amerikanischen Historikern Dank dafür, daß sie dazu beigetragen haben, die Lüge von der deutschen Kriegsschuld za entlarven. Alle unparteiischen Beobachter sind darin einig, daß Deutschland nach einem 13jährigen Prozeß der Lkrssaugirng völlig lerstungsunfShig ist.
Wir schulden dem Auslande ungefähr SO Milliarden iu Gold. Auf der anderen Seite verlangen die Franzosen eine Fortsetzung der Tributleistungen. Eines schließt aber das andere aus.
Frankreich fordert den Dorrang der politischen vor den kommerziellen Schulden. Das Tributshstem und der französische Militarismus sind untrennbar verbunden. Deutschland aber, gerade weil es seinen kommerziellen Verpflichtungen Nachkommen will, soweit es in seinen Kräften steht, muß weitere Tributzahlungen ablehnen.
Es muh mit größter Entschiedenheit ausgesprochen werden: Tribute oder Schulden! Jeder Versuch, DeutfcUand zu wei
teren Tributzahlungen zu zwingen, wird die Hoffnung der deutschen Gläubiger vernichten müssen.
Aber auch wenn wir von Tributen befreit werden, ist das Schuldenproblem noch schwer genug. Ansere Schulden sind in großem Amfange unproduktive Schulden. Trotz alledem wollen wir uns über die Rückzahlung dieses Riesenkapitals in einem anständigen Vergleich mit unseren Gläubigern einigen. Die Gläubiger mühten die deutsche Ware annehmen.
Mich in der Abrüstungsfrage begrüßen wir die Erklärung Mussolinis, daß er die Angleichhert der Röstungen in Europa als die schwerste Gefahr für den Frieden ansieht. Führt die kommende Abrüstungskonferenz nicht zu einem Ergebnis, das die Abrüstungsgleichheit wieder herstellt, dann ergibt sich für Deutschland das Recht, die notwendigen Schritte zu ergreifen, um die Gefahren der RüstungsunAeickHeit zu beseitigen. Gerade wir Rationalisten ersehnen nichts so sehr als Frieden für unfer Volk, für Europa und die Welt.
Stuttgart, 6. Dez. Bei der heutigen Eemeinderatswahl wurden von 266 749 Wahlberechtigten 209 048 Stimmen abgegeben. Dis Wahlbeteiligung betrug rund 78,4 Prozent. Bei der letzten Reichsiagswahl am 14. Sept. 1930 betrug die Zahl der Wahlberechtigten 261497, die Zahl der abgegebenen Saiwmey 212 752 oder 84,8 Prozent. Es entfielen auf die Kommunistische Opposition 4037 (Reichstagswahl 0), Christl.-Sozialer Volksd. 9075 (11332), Sozialdemokraten 46810 (5 5 6 02), Zentr. 18186 (19 074), Deutsch- nationale 19525 (18 0 06), Frauenliste 4760 (0), Einheitsliste, bestehend aus Demokraten, Deutscher Volkspartei, Volksrechtspartei, Nationale Volksgemeinschaft 23104 (49998). Nationalsozialisten 44599 (213 20), Kommunisten 37 803 (36189).
Von den neugewählten 30 Eemeinderats- mitgliedern entfallen auf die Kommunistische
uch ..Finanzial News" erblickt ts Alarmierendes in der Aeusterung, er sich keinen politischen Erpressungen rwerfen wolle. Die Revision des Ver- tt Vertrages werde bei den kommen- Lrrhandlungen eine große Rolle spie- müsien, weil Hitler weite Kreise des scheu Volkes hinter sich habe. Anstatt Mndnisse auf wirtschaftlichem Gebiete »amen, die politischen Fesseln aber zu vigen, sollte man gerade diese Fesseln _. t um in Deutschland einen aus freien
" Wen entstandenen Willen zur Erfüllung finanziellen Verpflichtungen aus-
^ariser Morgenpresie beschäftigt sich j^ttb mit der Lage in Deutschland und H aus Berlin berichten, daß das Ver- £ zwischen der Reichsregierung und Sozialdemokraten in ein gespanntes eingetreten sei. Die Lage wäre Hwieriger, als die Marxisten dem Et seine unklare Haltung gegenüber *ttionalsozialisten zum Vorwurf mach- Das „Petit Journal" spricht Zu stand äußerster Nervosität, J«)on daraus zu ersehen sei, daß , ,8 '^chskabinett sich genötigt sehe, einen 1 An politischen Waffenstillstand zu
^’eren. Man wolle auf diesem Wege p, die erregten Gemüter zu be- n)en. Das „Ordre" erklärt, die
Mhrend einige der englischen Berichte »Berlin eine starke Nervosität der sozial- mkratischen Kreise über die Absichten lers widerspiegeln, erklären einige nnzzeitungen, daß die Aeußerungen lers keineswegs Grund zu Besorgnissen en. Ein genaues Studium der Worte lers, so sagt die „Financial im es", zeigt, daß Hitler es keineswegs staatsmännischen Einsichten fehlen lasse, räe Ansichten über die Erfüllung der watschuldenverpflichtung seien befriedi- id. Seine Darlegung, daß Deutschland ie wahnsinnige hohen politischen Schulzahlen könne, ohne das Wirtschafts- m in der Welt völlig durcheinander zu gen, stimme mit den Ansichten anderer ändiger Leute überein. Die Ab- vmg der politischen Schulden als Mit- , aus Deutschland politische Zugestünd- i herauspressen zu wollen, sei feines» r gleichbedeutend mit einer Weigerung, lhaupt keine Tribute zahlen zu wollen.
von der Presiestelle der Reichsleitung der NSDAP, als in wesenüichen Teilen unzutreffend wiedergegeben bezeichnet worden.
„S u n d a y Referee" veröffentlicht ein Interview des in London weilenden Beauftragten Hitlers, Rosenberg, in dem dieser wiederum betont, daß die Nationalsozialisten ihr Ziel durch rein verfassungsmäßige Mittel zu erreichen gedächten. Eine Aenderung der Verfasiung von Weimar sei von ihnen nicht beabsichtigt. Rosenberg wandte sich darauf außenpolitischen Fragen zu und betonte zum Schluß, daß die ungeheuren Zahlungen aufgrund des Versailler Vertrages jeden vernünftigen Plan für industrielle Sanierung unmöglich machten. Eine Erklärung der nationalsozialistischen
Parteileitung.
Die Presiestelle der Reichsleitung der NSDAP, teilt mit: Das in der englischen Zeitung „S u n d a y E r a p h i c" veröffentlichte Interview ihres Berliner Berichterstatters mit dem Führer der NSDAP., Adolf Hitler, ist in wesentlichen Teilen unzutreffend wiedergegeben. Der Berichterstatter des englischen Blattes hat offenbar seiner Phantasie breitesten Spielraum gelassen. Eine aufsehenerregende Rede des Reichstagsabgeordneten Gregor Strasier.
Stuttgart, 6. Dez. Der nationalsozialistische ReichstagSabgevrdnete Gregor Strasser hielt am Freitag abend in einer großen nationalsozialistischen Versammlung in der Stadthalle eine durch ihre Schärfe Aufsehen erregende Rede. Nachdem Strasser die Hauptziele der Nationalsozialisten: Kraft, Brot, Arbeit folgendermaßen erläutert hatte: Kraft im Innern zur Abrechnung, nach außen zur Aenderung der allen Verttäge, Kraft durch Weckung von Wehrkraft und Wehrgeist, Brot durch ©tärEung der Landwirtschaft, Arbeit durch Neuordnung der Wirtschaft, Arbeitsbeschaffung, Umsiedlung von der Stadt zum Land, Eigenheime, Arbeitsdienftpflicht, sagte er u. a.: Niemand wird gezwungen „Heil Hitler! zu rufen, wenn wir an der Macht find. Wer aber dann noch „Heil Moskau!" ruft, wird zusammengeschlagen. Eine Einigung in unserer Innenpolitik gibt es nicht. Komme uns keiner mit Bürgerkrieg oder Mitleid. Mit uns hat man nie Mitleid gehabt. Die Knute Severiugs hat uns stahlhart gemacht, wie wir sein müssen, um mit chm abzurechnen. Wir werden hart sein, unerbitterlich hart, brutal, wenn es gilt, mit dem zwölfjährigen Schmutz aufzuräumen. Aber wir wissen auch, daß der Appell an die deutsche Ehre stärker ist als der Appell an die Feigheit. Wir weichen keinen Millimeter zurück, denn das wäre der Beweis, daß wir unrecht gehabt hätten. Der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete erklärte, es würde für Frankreich ein Risiko bedeuten, in ein von den Nattonalsozialisten regiertes Deutschland einzumarschieren und „die Feinde Unserer Feinde", sagte Sttasser weiter, „sind unsere Freunde". Dem Völkerbund unseren tiefsten Respekt, aber wir werdet uns mehr sn Japan ein Beispiel nehmen Ans wird niemand antasten, und wir wer- den in Ruhe den neuen nationalsozialistischen Staat aufbauen, wenn die „marxistische Pest" ausgerottet ist. Dann wird Arbeit und Opfer der alleinige Wettmesser sein über uns alte.