Settmg* et»
Sonaatkad, ;,Aezembrr ISA
Y7 njng. Koch, Markt 21/23. jtnpyttc' «- Rr.54 aud Nr. 55. togfjxtffonto: Amt Frankfurt ’ gg. Nr 5015. — Sprech,ett * gyfroftton von 10—11 en>
“*iat sechsmal wkchentllch. Ve- L^tel# monatlich 2.20GM.<mo» Z»<!ellimgssebLdr. durch
® Nesi 2.45 GM. Für etwa durch * (!, Maschinendefekt oder eie- “Säte Ereignisse ausfallende JXaeoi wird tete Lrfa, qe- Verlag, vr. 5. Hideroth.
7» der Unip-Bachdru-kerel
Zeitung
Marburger TaöeSlmZejgtt
MM Landeszettung
Nr. A5 «S.Mrz.
Marburg a. Laba
Der Anzelgendrei« betrLgt für den 11 gestalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., sog. kleine Anzeigen und Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 GM., amtl. und answLrtige An,eigen 0.10 GM. Grundschrift: §olonel. Bei schwierigem Sah sowie bei Platzdorschrifl 50'1, Aufschlag. — Sammelanzeigen 100*/« Aufschlag ReNanu-Millim. 0.40 GM. Grundschrift, Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. offerkn-Sebühr: 25 Pfg^ bei Zustellung der Angebote einschl. Porto — 60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.
Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhessen
l Anzeiger her amtlichen Bekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg.
Vor der entscheidenden Wendung?
Um Hitler
Um Brüning
Politische Ho chspannung - Reichstagseinberufung abgelehnt - Die Führer der SPD. bei Brüning - Hitler über die nächste Zukunft - Rosenberg in London - Kundgebung der NSDAP, im Sportpalast - Redeverbot für Göbbels
™ Berlin, 4. Dez. Der Aeltestenrat des Reichstages beschäftigte sich am Freitag eieitb mit dem Antrag der Kommunisten eef Reichstagseinberufung. In der Sitzung, bie etwa eine Viertelstunde dauerte, er»
H üärte Staatssekretär Püader, daß die Lkeichsregierung um Ablehnung des Antrages bitte.
; In der Abstimmung traten für den An- <S fWg auf Reichstagseinberufung nur die Kommunisten, die Nationalsozialisten, die M^utschnationalen und die Deutsche Volks- Iptratci ein, während sich die Vertreter der
. «Zirtschaftspartei und des Landvolkes der 1 Stimme entl" len.
2 Sie Sozialdemokraten beim Reichskanzler. R Leber den Empfang der fozialdemokrati- WWen Fraktionsfiihrer beim Reichskanzler Mi. Brüning wird von sozialdemokratischer ■Etile folgender Bericht ausgegeben: MDie Abg. Breitscheid, Eraß- ■tann, Hertz und Hilferding er- Mhienen am Freitag nachmittag nochmals Keim Reichskanzler Dr. Brüning, um Mch nach dem Stand der Arbeiten an der Menen Notverordnung zu erkundigen und Kem Reichskanzler mitzuteilen, wie es Mmerhalb der sozialdemokratischen Frak- Mtion außerordentlich verstimmend wirke, Matz „der Reichsregierung im « ampfe gegen den faschistischen W-Terror die nötige Entschlössen- Keit fehle". Sie machten darauf auf- Wkerksam, daß gegenüber der Absicht der Wleichsregierung aus gleichzeitige Pre-<-- Mn d Lohnsenkung in weitesten Volk->- Wreisen großes Mißtrauen besteht. Der «ersuch, die Löhne weiter zu senken und Bie Lohnsenkung durch Eingriffe in das Wkarisrecht in kürzester Frist zu ermöglichen, «wie der Abbau der Sozialversicherung Mverde nach wie vor auf entschiedensten Wöiderstand der Sozialdemokratie und der ■Gewerkschaften stoßen.
Der Reichskanzler legte die Absich- I kn dar, von denen sich die Reichsregierung Mbei der neuen Notverordnung leiten Mlasie, versicherte aber, daß über ihre Ee- ■ Haltung in den Einzelheiten noch ■ ti chts endgültig es fest steht.
W Nach einem im Reichsfinanzministerium ■ bestehenden Plan soll die P r e i s s e n - Mkung auf den wichtigsten Gebieten ge- ■ währleistet werden durch einen direkten Mkingriff bei Kohle, Eisen und Bau- ■ I offen. Auch auf dem Gebiete der ■ $ arifeder öffentlichen Unternehmungen M-iei ein direkter Eingriff geplant.
M Besprechung der Spitzeugewerkschaften.
■ Sn einer Besprechung der Spitzengewerk- Uichaften aller Richtungen einschließlich der ■ ?Ea"ilenbünde wurde übereinstimmend als ■ ®Q5 dringendste Gebot der Stunde bezeich- ■ *et, Arbeit zu beschaffen und die Arbeits- S wsen wieder in den Arbeitsprozeß einzu- I teilen. Es wurde weiter gefordert, daß die Kaufkraft der Volksmasien geschützt und der Wale Schutz der Arbeitnehmerschaft aus
rechterhalten werde. Die Besprechung befaßte sich eingehend mit dem innerdeutschen Bruderkrieg, außerdem stand der bevorstehende Zusammentritt des Sonderausschusses zur Begutachtung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands in Basel zur Sprache. Es wurde beschlossen, sich mit einer gemeinsamen Verlautbarung an die Oeffentlichkeit zu wenden.
Das Hauptereignis für die heutigen Londoner Morgenblätter bildet ein Interview, das Adolf Hitler in Berlin dortigen Vertretern englischer Blätter gegeben hat. Der Führer der Nationalsozialisten setzte den englischen Journalisten seine Auffassung über die Lage und seine Vorstellungen von der Zukunft auseinander. Er betonte dabei u. a. wieder, daß er nur
Die Kundgebung im Sportpalast
Berlin, 4. Dez. In einer öffentlichen Versammlung der NSDAP, im Sportpalast, in der heut« abend «. a^ der Reichstagsabge- ordnete Dr. Goebbels sprechen sollte, wurde zu Beginn vom Versammlungsleiter mitgeteilt, daß Dr. Goebbels dar Reden polizeilich verdoten worden sei.
Göring spricht für Dr. Goebbels.
Berlin, 4. Dez. Im Sportpalast veranstalteten beu'e abend die Nationalsozialisten eine öffentliche Kundgebung, in der die Reichstagsabgeordneten Dr. Goebbels und Stöhr sprechen sollten. Für Dr. Goebbels, dem — wie der Versammlungsleiter mitteilte — das Reden verboten war, sprach Reichstagsabgeordneter Göring, der eingangs seiner Ausführungen die revolutionäre Einstellung der Nationalsozialisten bejahte und sie dahin auslegte, daß sie als Revolutionierung im Sinne einer Umgestaltung des weltanichaulichen Denkens zu verstehen sei. Sehr scharf sprach der Redner für die restlose Aufhebung des Versailler Vertrages und erklärte wörtlich:
„2Bir Nationalsozialisten werden Frankreich einst ins Gesicht schleudern, daß wir
müde geworden sind, einem Erpresser noch etwas zu geben. Den andern in Europa müssen wir aber zurufen: Geht Deutschland unter, dann ziehen wtt dir anderen mit in die Tiefe."
Der Redner, der sodann die augenblickliche Haltung des Zentruchs kritisierte, erklärte weiter, solange bas Zentrum Seite tfh Seite mit dem Marismus gehe, solange gebe es für die Nationalsozialisten kern Verhandeln. Es fei unrichtig, wenn behauptet werde, die Nationalsozialisten hätten mit dem Zentrum Einigungsverhandlungen geführt. Wenn von den zerrissenen bürgerlichen Parteien und Organisationen eine Mitwirken wolle an der Erreichung des von den Nationalsozialisten gesteckten Zieles, dann sei sie eingeladen, sich hinten anzuschließen, denn in er st er Front stünden die National s o z i a l i st e n. Entschieden wendete sich der Redner gegen den vielfach behaupteten Führerstreit in seiner Partei und erllärt zu ihrer Legalität:
„Wir Nationalsozialisten haben durch unseren Führer die Legalität beschworen, so daß sich darüber jede weitere Diskussion erübrigt." Die Abschaffung der Demokratie werde der erste Akt der Legalität des erwachenden deutschen Volkes sein.
Die neue Notverordnung
Weiteres aus
Man rechnet jetzt damit, dah die Verkündung der neuen Rot Verordnung am kommenden Dienstag erfolgen wird. Auch die neue Notverordnung wird außerordentlich umfangreich sein und etwa 30 Druckseiten umfassen. A. a. wird die vierte Verordnung deS Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zur Bekämpfung polittscher Ausschreitungen folgende Gesetze aufzuweisen haben:
Wiedereinführung der Kapitalertragssteuer, Erhöhung der Umsatzsteuer, Deam- tengehaltSkürzung, möglicherweise eine Herabsetzung der Einkommensleuerfrei- grcnze und eine Einführung von 4-Pfen- nig-Stücken, Umänderung der HanszinS- steuer, Städtezuschuß von 150 Millionen AM., Aufhebung der Mineralwassersteuer, Kontrolle über den Waffenbesitz, GUaß betreffend Verbot öffentlicher Versammlungen für die Zett vom 20. Dezember bis 2. Januar, Gesetz gegen die Staatsverleumder, Gesetz zur Stabilisierung der Sozialversicherungen, Verordnung über die Aeuregelung der Lohntarifverträge, Miet- herabsetzung und Kürzung langfristiger Mietverttäge, neue Bestimmungen über die Preisbindungen, generelle Preis- senkungsermächngung, Aufhebung des Aachtbackverbotes unter besonderen De-
dem Inhalt
dingungen. Ausdehnung der Osthilfe, Gebührenherabsetzung für Rechtsanwälte und Rotare, Herabsetzung der PfändungS- grenze, Lanüesverratsbesttmnrungcn, Arz- neitajenregelung und Mitteilung über die Senkung der Frachttarife bei der Reichsbahn. , Selbstverständlich können die Verhandlungen der Reichsregierung noch diese oder jene Abänderung bringen, doch dürfte die Rotverordnung im wesentlichen die angeführten Gesetze enthalten. Es steht zu erwarten, daß die Unterschrift durch den Reichspräsidenten am Montag erfolgen wird, doch wird das eine besondere Sonntagssitzung des Reichskabinetts wahrscheinlich notwendig machen. Zur Zeit wird über die einzelnen Maßnahmen in der Reichsregierung abgestimmt.
Haussuchung bei d« NSDAP, in Dessau
Dessau, 4. Dez. 9 sie die Polizeiverwaltung mitteSt, haben am Freitagvormtt- tag bei der Gauleitung der NSDAP, verschiedene Haussuchungen stattgesunden, die belastendes Material, insbesondere auch Waffen, zutage gefördert haben. Wie die Gauleitung der NSDAP, hierzu mitt eilt, haben auch Magdeburger Kriminalbeamte cm den Haussuchungen teilgenommm. Es seien ke- . diglich einige harmlose SA.-Befehle und einige alte Watten gefunden worden.
auf legalem Wege vorgehen werde, denn die Macht liege für ihn praktisch schon in Reichweite und es wäre eine Dummheit, wenn seine Partei sich auf das Risiko illegaler Handlungen einlassen würde.
Zu dem Dokument Dr. Bests erklärte Hitler, niemand könne ihn für die privaten Taten seiner 700 000 Parteimitglieder verantwortlich • machen. Im übrigen entscheide in der Partei sein Wille allein. Zur Frage der Außenpolitik hob Hitler hervor, daß das Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland, von Frankreich abhänge.
Auf eine Politik der Erpressung gegen« «der Deutschland, die zum Ruin führen müsse, könne sich Deutschland nicht einlassen. Deutschland sei nicht Car- thago und Frankreich fei nicht Rom.
Die Forderung nach einer drastischen V e r- Minderung der deutschen Einfuhr tauchte in den Bemerkungen Hitlers immer wieder auf. Er brachte die These vor, daß durch Verminderung des Einkaufes unnötiger ausländischer Lebensmittel 1 Milliarde Mark im Lande bliebe, was den heimischen Markt in einem Ausmaß von 6—7 Milliarden anregen würde.
Die Zeitspanne, die verstreichrn würde, bis die Nationalsozialisten die Macht erlangten — entweder allein oder wahrscheinlich noch zuerst auf Koalitionsdafis — schätzt Hitler auf höchstens zehn Monate. („Times" fügt hinzu, man müsse vielleicht mit der Hälfte dieser Zeit rechnen.)
Der Bericht des Korrespondenten der „Corning P o st" hebt hervor, daß Hitler, wenn er auch die gegenwärtige Regelung der Reparationen öffentlich anklage, die Möglichkeit, daß Deutschland zahlen würde, nicht ausschlösse. Eine nationalsozialistische Regierung würde nur das unterzeichnen, wovon sie wüßte, daß sie es ausfüyren könnten. Aus Hitlers Bemerkungen sei klar geworden, daß ihm eine Reparationsregelung annehmbar erscheine, bie in roenigen 3aI)ren ab- getragen werden könnte.
Rosenberg i« London. — Hitler nicht dorthin.
„Evening Standard" meldet, daß Herr Rosenberg, der Chefredakteur des „Völkischen Beobachters", in auswärtigen Angelegenheiten sich zur Zeit inLon- d o n aufhält. In Verbindung hiermit er- klärt der „Evening Standard", daß Hitler nicht nach London kommen werde und daß im Augenblick keine Aussicht auf eine Hitler-Brüning-Koalition bestehe. Da Hitler zehn Jahre gekämpft und gewartet habe, könne er auch noch einige weitere Monate oder Wochen warten. M i 1 e i n e r französischen Gruppe habe Hitler nicht verhandelt.
Londoner Blätter
über Rosenbergs Aufenthalt in London.
Anläßlich der Anwesenheit des Chef- Redakteurs des „Völkischen Beobachters", Rosenberg, der in London für einige Tage eingetroffen ist, veröffentlicht „Daily Mail" ein kurzes Interview. Sarin be-