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Äberhessische

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

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Marburg o. Laho

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen ciir Stadt und Kreis Marburg.

Schwerer Unfall Dr. Schachts

E hcbliche Schnittverletzungen uD zwei Rippenbrüche - Das Befinden ist jedoch befriedigend

Deutschlands Verschuldung

Die letzten Reserven

Das Dorstandmitglied der I. E. Farben, yeheimrat Dr. Schmitz, hielt gestern abend einen Vortrag überVorgeschichte und Sinn der Stillhalteverhandlungen", der über den Deutschlandsender verbreitet und nach den Vereinigten Staaten über­tragen wurde. Dr. Schmitz führte u. a. aus, daß die Wurzel des internationalen Mißtrauens in der doppelten Belastung Deutschlands mit politischen und privaten Schulden Deutschlands zu erblicken sei.

Hatte die deutsche Wirtschaft vor dem Kriege Auslandsguthaben von 20 Milli­arden .K, Ende 1923 von 3 Milliarden M «fzuweifen, so feien für Ende Juli 1931 lauafristige Auslandsverschuldungen in von 11,5 Milliarden 91.* und kurz- listige Bankschulden in Höhe von 7,5 Rillmrden N * zu nennen. Dazu kämen »och ausländische Beteiligungen in Deutsch­land in Höhe von 4,5 bis 5,5 Milliarden Weichsmark.

Die Aufnahme dieser Schulden sei un­vermeidbar gewesen für den wirtschaft- -lichen Wiederaufbau und die jährlichen .Reparationszahlungen sowie für die Be­gleichung des Einfuhrüberschusses und die Mige Ausfüllung des Eold- und De­visenbestandes der Reichsbank.

Um diese ausländischen Kredite zurück- Mzahlen, sei Deutschland genötigt ge­wesen, den Einfuhrüberschuß von 3 Mil« Karden Mark im Jahre 1927 in einen Ausfuhrüberschuß zu verwandeln, der 1930 1,5 Milliarden Mark und allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 1931 W Milliarden Mark betragen habe.

Diese Anstrengungen Deutschlands seien cber vom Auslande durch die plötzliche Zu­rückziehung . der Kredite und durch Er­schwerung des Imports deutscher Ware durchkreuzt worden. Seit Ende Dezember 1930 habe sich die deutsche Auslandsver­schuldung um Milliardenbeträge ver­ringert. Da diese Rückzahlungen aber nur durch Rückgriff auf die Deckungsreserven der Reichsbank möglich geworden seien, so sei eine Rückzahlung in dem bisher ge­übten Tempo mit Rücksicht auf die Sta­bilhaltung der deutschen Wäh­rung unmöglich. Geheimrat Schmitz schloß mit folgenden Worten: Welchen Modus man auch zur Lösung des Pro­blems wählen mag, die innige finanzielle Verkettung, die zwischen Deutschland und seinen heutigen Gläubigerstaaten tn einem Zeitraum von acht Jahren entstanden ist, ist nicht plötzlich zu lösen.

*

Zu den am Montag beginnenden Ver­handlungen des beratenden Ausschusses der BIZ. wird in einem Artikel der -,M o r n i n g Post" erklärt, die wirt­schaftliche Lage Deutschlands erfordere im Augenblick keinen so drastischen Eingriff, wie seiner Zeit das Hoover-Moratorium. Gefährlich sei die Lage aber trotzdem und nen müsse sich bemühen, ein Unglück zu verhüten. Deutschland habe niemals ge­nügend Kapital oder einen hinreichenden Ausfuhrüberschuß gehabt, um die Tribute 3 bezahlen, worauf die ungeheuere Er­schütterung eingetreten sei. So groß auch d»r Ausfuhrüberschuß jetzt sei, er reiche doch nicht einmal aus, um die Kreditabzüge zu «den, die bei einer Nichtverlängerung des Stillhalteabkommens entstehen würden.

Es sei klar, daß die Reichsbvnk, die seit September über 5 Millionen Pfund Gold verloren habe, Eoldabzüge tn gleichem Maße wie bisher nicht «ertragen könne, da sonst die ganze Grundlage der deutschen Währung zerstört werden würde. Es sei aber gänzlich zwecklos, die Kredite an Deutschland zu erneuern, wenn die Tribute aus einer Höhe festgesetzt würden, die einen Zusammenbruch Deutschlands herbeiführen müßten. England und Amerika könnten unmöglich ihre Ansprüche auf die kurz­fristigen Kredite zugunsten der Tributsor­derungen Frankreis aufgeben.

Gs stehen wieder einmal Notverord­nungen bevor, die schwere Saften und Op­fer bringen sollen. Ob die Deröffcnl- lichung schon in diesen Tagen oder erst in der kommenden Woche erfolgt, ist noch völlig ungewiß, da die Beratungen im Ka­binett noch nicht beendet sind. Auf alle Fälle aber hat die Sozialdemokra­tie schon ihre Forderungen angemeldet und angekündigt, daß sie nach Der- öffentlichung der Notverordnungen eine Fraktionssitzung veranstalten wird. Am liebsten möchte die Sozialdemokratie sich von der Regierungspolitik lösen, und <^is den Reden, die jetzt wieder einmal gehal­ten wurden, klang die Zwiespältigkeit zwi­schen der Tolerierungspolitik gegenüber

Dr. Schacht im Auto verunglückt

Waren lMecklenburg), 2.Dez. Heute erlitt der frühere Reichsbankpräsident Dr. S ch a ch r, der sich auf der Fahrt von Ber­lin nach Rostock befand, in einer etwa fünf Kilometer von Waren entfernten Ortschaft

einen schweren Automobilunfall. Infolge des eingetretenen Glatteises kam der schwere Personenkraftwagen auf der Chaussee vor den ersten Häusern ins Schleudern und fuhr mit voller Wucht gegen eine Holzmiete. Der Wagen wurde

auf di« link« Seite geworfen und schwer demoliert. In dem Wagen befanden sich außer dem ehemaligen Reichsbankpräsideu- te« Dr. Schacht sein Sohn und der Chauf­feur Während die beiden letzteren fast keine Verletzungen erlitten, hat Dr. Schacht, der im ersten Augenblick bewußtlos gewor­den wer, innere Verletzungen und Schnitt­wunden davongetragen. Er wurde in ein« nahe Dorsschmied« gebracht. Nach An­legung des Notverbandes wurde er dann mit einem herbeigerufeneu Auto in das Warener Krankenhaus übergeführt. In­folge der erlittenen Verletzungen dürfte Dr. Schacht vorlänfig nicht transportfähig sein.

Wie das Städtische Krankenhaus Waren um sieben Uhr abends mitteilt, hat die um sechs Uhr vorgenommene ärztliche Unter­suchung ergeben, daß ihm bei dem Auto­unfall zwei Rippen gebrochen sind. Sonst liegen keine inneren Verletzungen vor. Das Befinden ist nach wie vor zufrieden­stellend.

Sozialdemokraten

Berlin, 2. Dez. Wie das Nachrichten­büro des Vdz. meldet, werden die Unter­händler der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion am Donnerstag wiederum den Reichskanzler Dr .Brüning aufsuchen, um sich beim Reichskanzler über den Inhalt der be­vorstehenden Notverordnung der Reichrregie- ruttg informieren zu lassen. In diesem Zu­sammenhang ist ergänzend zu berichten, daß m der letzten Sitzung der sozialdemokrati­schen Reichstagssrattion die Gerüchte über jene durch die Notverordnung vorzuschrei- bende Gehalts- und Lohnkürzung sehr lebhaft erörtert worden sind. Ein hervorragendes Mitglied der sozialdemokratischen Reichstags- ftaktion habe seinen Standpuntt dahin prä­zisiert, datz die Alternative so lauten müsse: Entweder Verzicht auf Zwangsvorschriften über Lohn- und Gehaltskürzungen oder Auf­hören der Tolerierungspolitik der SPD." In politischen Kreisen wird dem Nachrichten­büro hierzu noch versichert, daß ursprünglich

wieder bei Brüning

die Absicht bestanden hatte, die neue Notver- ordnung bei Reichsregierung am 7. Dezember erscheinen zu lassen und darin vorzuschreiben, datz bereits am 16. Dezember alle gelten­den Lohn- und Gehaltstarife zwecks Abschlus­ses kurzfristiger und niedrigerer neuer Tarife außer Kraft zu setzen. Unmittelbar nach dem Erscheinen der neuen Notverordnung ist mit einer Sitzung der sozialdemokratischen Reichs­tagsfraktion zu rechnen, von deren Ergebnis die weitere Haltung der SPD. gegenüber dem Kabinett Brüning abhängig sei. In sozialdemokratischen Kreisen wird oersichett, datz man sich hierbei durchaus der Verant­wortung für die politische Situation tm Reich nach einem etwaigen Aufhören der Tolerierungspokitit bewußt sein müsse. Man halte es m Kreisen der SPD. für eine Utopie, zu versuchen, die den Eiport erschwe­renden englöchen Schutzzölle für die deutsche Industrie durch innerdeutsche Lohn- und Ge­haltssenkungen auszugleichen.

dem Kabinett einerseits und den agitakori- scheu Bedürfnissen andererseits deutlich ge* nug heraus. Aeber di« Pläne der Regie­rung weiß man nur so viel, daß eine Halts- und Lohnkürzung im Vor­dergrund steht, über den Zeitpunkt ist sie sich noch nicht klar. Es ist von einer Ge­haltskürzung von 5 bis 8 Prozent die Rede gewesen, auch scheint der fragwürdige Weg eines Eingriffs in PrivatvertrSge Wetter erörtert zu werden. Das Kabinett hat die Absicht, zunächst eine Preis­senkung durchzuführen und von ihr'nach Möglichkeit die Äürgung der Einkünfte ab­hängig zu machen. Die Durchführung der Preissenkung soll nach berühmten Mustern in die'HSnde eines besonderen Kommissars gelegt werden. So einfach liegen die Dinge aber nicht, daß sie durch einen ein­zelnen Mann durchgesetzt werden könnten. Der Plan der Erhöhung der Umsatz­steuer und einer Wiederbelebung der Kapitalertrags st euer scheint fest­zustehen. Es ist in Erinnerung, daß schon im vorigen Sommer Minister Dtegerwald die Umsatzsteuer als dieletzte Reserve" für einen Zettpunkt bezeichnete, der den Kampf um die Tributtevision bringen würde. Daß diese Reserve jetzt schon herausgeholl wird, um die Schwierigkei­ten des laufenden Haushalts auszugleichen, muß lebhafte Widerstände Hervorrufen. Auch die Hauszins st euer wollte man in irgendeiner Form in den Bereich der Notverordnungen ziehen, verbunden mit einer Senkung der Neubaumieten. Hier würden aber ungeheure Zuschüsse aus der HauszinSsteuer erforderlich sein, also Mit­tel, auf die man an anderer Stelle wieder angewiesen ist. Ob gewisse Aenderungen in der Sozialversicherung in der Notverordnung geregelt worden oder aber durch besonderes Desetz erlassen werden, ist ebenfalls noch ungeklärt. Im allgemei­nen gehen hier die Absichten darauf hin­aus, keine Erhöhung der Betträge, wohl aber eine Zurückführung der Leistungen auf das Jahr 1928. Die Frage der Locke­rung der Tarife soll in eine gewisse Ver­bindung mit der Preissenkungsaktion ge­bracht werden.

Inzwischen geht die Bewegung gegen die neue Osthilfeverordnung im Lande weiter. In Allenstein fand eine große Tagung aller ostpreußischen Wirt- schaftSverbände statt, die dagegen mit gro­ßer Schärfe Stellung nahm. Ihre Wir­kungen würden nach den Erfahrungen der letzten Tage geeignet sein, das ganze Kre­ditwesen der Provinz zu zerschlagen. Die Landwirtschaft schoß sich von dieser Re- soluüon aus, da sie noch weitergehende Forderungen stellen will.

Wie im einzelnen von unterrichteter Seite noch mttgeteilt wird, liegt der Zeit­punkt für die Lohn- und Gehalts- senkungen im Augenblick immer noch nicht fest. Sicher ist nur, daß sie im De­zember nicht mehr in Kraft gesetzt werden. Bei den Beamten ist das schon deshalb nicht möglich weil die Dezembergehälter ja bereits ausgezahlt sind. Soweit die Privatangestelllen und die Arbeiter in Frage kommen, ist natürlich auch eine ge­wisse Anlaufszeit vonnöten und zwar schon mit Rücksicht auf die Rechts- und Kündi­gungsverhältnisse. Man hofft, daß sich inzwischen bereits die ersten Auswirkungen der Preissenkungsattion zeigen, so daß di«