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Die Affäre Dr. Schäfer

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St. 279

Marburg a. goto

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LandesZestung

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geführten Regiemngen beim kommünksti- scheu Putsch nicht genügend scharf zugrei- fen werden, ob mit Recht oder Unrecht, ser dahingestellt. Aeber den Charakter der Maßnahmen Dr. Best's braucht man sich ja nicht weiter zu unterhalten, sie würden kaum zum Ziele führen, das Ganze ist in der Tat nicht zu verantworten.

Herr Dr. Schäf er scheint ein geistig minderwertiger Mensch gewesen zu sein, wenigstens' geht das aus denPersona-

Äbechessssche Zeitung

Zu der hessischen Angelegenheit liegen eine Reihe von Meldungen vor, die das gestrige Bild neu abrunden, vor ollen Dingen auch in persönlicher Beziehung. Gs wird erzählt, daß Herr Dr. Best ein extrem-radikaler Mann in seinen Anschcur- ungen sei, dem man diesePridatarbeit" wohl Zutrauen kann, zumal ja mit ihm noch viele andere Leute der Ansicht sind, daß die preußische und di« hessische sozialistisch

Wort ergreifen zu dürfen. Dies wurde adgelehnt. I

Hierauf stürmten die Manifestanten das ' Podium. Es kam zu Schlägereien. Herriot und de Jouveael konnten sich nur mit Mühe I F oot tätlichen Angriffen schützen. Eine Kette I ! von Polizisten deckte sie und de Jouvenal I L konnte, um der Form zu genügen, dann die I

.Der größte Teil der Ausführungen Oberfohrens war einer Kritik der Um­stände gewidmet, die zu der großen kurz- frrstigen Verschuldung Deutsch­lands geführt habe. Dabei behandelte Oberfohren auch das Regieren mit

Man werde die Frage aufwerfe« müssen, ob es nicht an der Zeit sei, auch im Interesse der deutschen Arbei­terschaft endlich eine Bresche loszu­schlagen in das, was man die Zwangs» bewirtfchaftung der Arbeiter nenne.

verlosen, sowie eine Botschaft der Kriegs» verletzten und ehemaligen Frontkämpfer, m der diese sich für den Frieden erklären.

Der Verlesung dieser Kundgebung ent­stand wieder größerer Lärm, der be- sonders stark wurde, als der Vertreter der Cramag das Wort ergriff. Die Demon­stranten stimmten die Marseillaise an und der Skandal wurde immer größer.

Am 11.15 Ahr französischer Zeit wurden d« Gegenkundgebungen so stürmisch, daß die Gendarmerie den Sitzungssaal betrat, um das Leben der Redner und der gelade­nen Gaste zu schützen. Immermehr wurde es jedenfalls klar, daß di« Manifestanten in der Versammlung keine weiteren Red- ner mehr> zu Worte kommen lassen wollten.

Der Anzekgerchret« beträgt f8e bett 11 gespall. Zellenmillimeter 0.08 GM., sog. kleine Anzeigen und Familien anzeigen bei Barzahlung 0.07 GM., amtl. und answörtige Anzeigen0.lv GM. Grundschriftr §olonel. Bei schwierigem Sah so­wie bet Platzvorschrist 50*,. Auf- sck>lag. Sammelan,eigen 100*U Aufschlag Reklam.-Millitn 040 GM. Grundschrift, Petit. Jeder Rabatt flfit al« Barrabatt Ziel 5 Tage. Offerten-Gebühr: 25 Pfg^ bet Zustellung der Angebote etnschl. Porto 60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllung «ort Marburg.

Alsdann wurde aus Amerika eine Bot, schast des Senators Dorah direkt über-

lien (siehe unten) hervor und es bleibt un­verantwortlich, daß sich solche Charaktere ins öffentliche Leben ein schleichen können, noch dazu als Abgeordnete. Die neuer­lichen nachträglichen Erklärungen des Oberreichsanwalts stellen einige ^Miß­verständnisse" fest, an dem Grundcharafter der ersten Erklärung scheint aber nichts ge­ändert zu sein.

Wenn jetzt unsere demokratische Presse die Aeberzeugung verbreitet, als ob die Rationalsozialisten durch die Einhüllung besonders getroffen wären, so bleibt dies unverständlich. Es war, wie wir bereits gestern sagten, ein Schlag ins Wasser, man kann sich nur über den Mangel an Selbstkritll wundern, der die linke Seite des Hauses befallen hat. Wir glauben im Gegenteil, daß alle diese Schläge den ent­gegengesetzten Erfolg haben. Die Be­wegung wird umsomehr wachsen, je ner­vöser sie angegrsiffen wird, und nach den Erllärungen des Reichsbanners und der SPD. darf man in dieser 'Beziehung noch manches erwarten.

Der hessische Gesandte wird beim Reichs­kanzler vorstellig.

D a r m st a d t, 27. Nov. Amtlich wird mitgeteilt: Im A u f t r a g der hessischen Staatsregierung, insbesondere des hessi­schen Innenministers, ist am Freitag nach­mittag der hessische Gesandte beim Reichs­justizminister und Reichskanzler vorstellig geworden wegen der Behandlung, die die Hochverratsangelegenheit des hessischen nationalsozialistischen Landtagsabgeord­neten und Amtsanwaltes WernerBest in formeller wie sachlicher Hinsicht durch den Oberreichsanwalt in der Presse er­fahren hat.

ZHe .Oberhesstsche Sethmg* et» scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2.20GM.aus- schließl. Zustellungsgebübr, durch die Post 2.45 GM Für etwa durch Streik, Maschinendefekt »der ele­mentare Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. «erlag, Dr. ff. pttzerotb. Drutk der Nnid-Buchdrurkevek Zob «ug. «och, Markt 21/28. Fernsprecs r: Nr. M und Rr. 55.

Postscheckkonto: Amt Frankfurt r. M. Rr. 5015. Sprechzeit w* Redaktion von.O11 und

Vu1 Ute

Verlängerung der kurz­fristigen Kredite

ft Newyork, 28. Nov. Die New« yorker Bankiers hielten am Freitag eine Sitzung ab, in der sie sich mit der Stillhaltefrage beschäftigen.

Sie gelangten zu einer grundsiitzlichen Einigung über die Berlängerung der kurzfristigen Kredite an D e u t s ch a n d.-Tage-Wechsel, die nach dem 1. Dezember ausgestellt wer­den, sollen zur Einlösung von Medio-Ver­pflichtungen dienen. Es wurde hervor­gehoben» daß Deutschland in den letzten drei Monaten bereits 250 Mil« Ionen Dollar, also mehr als vorge­sehen war, zurückgezahlt hat.

Wiggins reist heute (Sonnabend) auf dem DampferOlympic" zur Teilnahme an der Stillhaltekonferenz nach Berlin ab.

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Overhesse«

Anzeiger de» amtliche« BekairuUuachungeu für Stadt und Kreis Marburg,

DieMachtliegtaufderStratze

Eine Rede Oberfohrens in Magdeburg - .

dem Artikel 48 und erklärte: Wir wollen keine Zweifel darüber lasten, daß die nationale Front diesen Artikel 48 Ab- satz 2 einmal sehr stark und sehr energisch in Anwendung bringen wird. Ich füge hinzu, sagte Oberföhren, wenn das in Gang gesetzt wird, dann wird es recht kalt genosten werden.

Auch die deutsche Außenpolitik unterzog Oberfohren einer Kritik. Zur Frage der privaten Verschuldung führte er aus, daß wir die Rechtsgültig­keit dieser Privetschulden nicht anzweifeln könnten, daß Deutschland aber nicht mehr in der Lage sei, diesen Privat-Verpflichtun- gen nachzukommen. Nach dem Eingreifen Hoovers sei eine Zeit gekommen, wo durch einen Zusammenschluß von Amerika, Eng­land, Italien und Deutschland eine Isolierung Frankreichs möglich gewesen wäre.

Der Reichskanzler aber habe durch seine Rundfunkrede Frankreich wieder in den Sattel gehoben.

Das sei der schlimmste politische Fehler ge­wesen. Die Deutschnationalen seien auch zu einer Verständigung mit Frankreich be­reit, aber nur unter der Voraussetzung einer lOOprozentigen machtpolitischen und wehrpolitischen Gleichberechtigung. Nach pessimistischen Prophezeiungen für die nächste Zukunft kam Dr. Oberfohren zu dem Schluß, daß in nächster Zeit die po­litische Macht richtig verstanden, auf der Straße liege, daß sie aber nur aufgehoben werden könne von solchen Männern, die erne große Reihe gestählter Herzen, wie man sie im Stahlhelm habe, hinter sich hatten.

ttag«n, kn« allerdings ziemlich verzerrt ®Dra6 spielte dann auf die Wirt­schaftskrise an.

Hierauf sprach Painleve. Gr be­tonte den Friedenswillen aller Menschen, .die das gleiche (Heal hätten. (!) Die un- produktiven Militärausgaben würden eines ^ages zerstörend wirken, aber Frankreich habe 1919 nicht die versprochene Garantte erhalten. Wenn Frankreich überzeugt wäre daß es genügen würde, abzurüsten, um den Frieden herzuftellen, würde es mit Erleich­terung seine Waffen niedettegen. Die« aber genüge leider nicht. Die fttedüche Zndufttie könne über Rächt durch bös« Geister in ein mörderisches Instrument verwandett werden.

Alsdann wurde eine Botschaft des All- gemeinen Arbeiterverbandes (6. ®. T.)

I

i .. ReichstagSabgeordneter Joos konnte Zeitweilig verständlich machen. Der (Redner wies zunächst auf die Bestim- Mungen des Versailler Vertrages hin, aus "Neu sich mit aller Deutlichkeit ergebe i^ß di« Abrüstung Deutschlands nur die | Anleitung Zu einer allgemeinen Abrüstung fttn sollte. Mit tiefer Besorgnis, führte vioos weiter aus, sehe das deutsche Volk, Oaß in- und außerhalb Europas immer gewaltigere Mengen von Kriegsmaterial Md von Rüstungen jeder Art angehäuft Verden, und mit größter Sorge denke es die Möglichkeit künftiger Konflikte. Beshalb erhebe es einmütig seine Stimme, £ dem Verlangen, daß auf der Abrü- Mngskonferenz im nächsten Jahre eine ®1rtlKf)e und bedeutsame Herabsetzung der «ustungen erfolge, die nach gleichen Me- choden und nach gleichen Maßstäben sich vollziehen müsse. ES dürfe künftig keine «echtSunterschiede mehr zwischen abae- Msteren und nichtabgerüsteten Staaten Mben. Friede und Sicherheit, schloß der Webner, werden tote Begriffe bleiben, so s«nge nicht ehrliche und durchgreifend« Abrüstung aller Völker ihnen das reale Fundament gegeben hat.

- vorgesehenen Schlußworte sprechen. Siimt-

^ttche auswärtigen Delegierten, die an dem I ff, Magdeburg, 28. Roo. Auf einer f Kongreg teilgenommen haben, gaben ihrer Kundgebung des Stahlhelms, Bund der F Entrüstung (!) über die Vorfälle «nver- I Frontsoldaten, sprach gestern abend in der » Hohlen Ausdruck. I Magdeburger Stadthalle der deutschnatio-

M Auuei»-«»-« ... "ole Reichstagsabgeordnete und Vor-

l . . 3 rooaen berichten können, sitzende der deutschnationalen Reichstags-

x-Aatz die Kundgebungen von einer Loge I fraktion, Dr. Oberfohren.

Abrüstung in Paris"

Man prügelt sich - Polizei rettet Herriot Pfeiflonzert und Geschrei Abbruch der Konferenz '

i Die geplatzte Kundgebung

Paris, 28. Rov. Die AvrSstnngs- i Ms Lord Cecil seine Rede hielt, kuudgebung in Trocadero mußte I tvurde der Lautsprecher eingeschaltet, so f abgebrochen werden. Als Herriot I ?e.r englische Delegierte, der an die mit den Führer der Frontkämpfervereini- I französische Höflichkeit appelliette, einiger» s <v " =1 VT- I maßen verständlich war. Er befürwottete ; ® M MW r« ver- die Abrüstung auf Grund internationaler

ständigen suchte, daß einer ihrer Leute zum I Abmachungen. Man müsse den Krieg in Worte käme, verlangte dieser, sofort das I Zukunft Unmöglich machen.

1 «"-Se nsen seien, in der ein bekann- I Der Redner behandelte die Borwürfe, ßkter französischer Schriftsteller I die gegen die nationale Front seit der anscheinend tonangebend war. Um diese I Harzburgr Tagung erhoben wurden. Die I Loge entspann sich ein heftiges Hand- Angehörigen der nationalen Front seien,

| * c 'piac raumen. I Tage der Revolution auf den Standpuntt

s In der unter dem Vorsitz Meier Generale gestellt, daß es ausgeschlossen sei, die Ret- |im Wagram-Saale gestern abend abge-^0ÄÄnbs im ®nne ber Nation rX«S."Ä,69r

F 'nUs 5u Zwischenfällen gekommen sei». 1

[ Hier sind, wie berichtet wird, kommunistische [ Elemente gegen die Redner aufgetreten. I Erst, nachdem sie aus dem Saal entfernt | worden waren, konnte die Kundgebung | ihren Verlauf nehmen.

| Paris, 28. Rov. Trotz des Lärms Man wird auch das Recht haben,auch

k mit dem die Abrüstungskundgebung im etMe Erwägung darüber anzustellen,

^vcaderv am Freitag abend begann, ob es nicht an der Zeit ist, endlich da-

^^uchten die auf der Liste stehenden Red- für zu sorgen, daß in Deutschland die

ner ihre Ausführungen zu machen. Sie " - o *27 "

I wurden durch Demonstrationen Teil m,tbet nttLeistung be-

k medergeschtten. I zahlt wird.