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pte ^Vberbessische Setttmg* et» ^heint sechsmal WSchenllich. Be» «igSpreiS monatlich 2.20GM.aue- ^lteßl. Zustellungsgebühr, durch
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Marborg a. Lahn
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Konflikt um Leinert
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Die mißglückte Prästdentenwahl — Der Landtag für die Einstellung der Tributzahlungen
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Als erster Punkt auf der Tagesordnung her gestrigen Landtagssitzung stand die -Zahl des neuen Präsidenten
ein Fall Grimme.
^ler Kulturpolitik fehle jedes nationale ssebungsziel. Zu einem so einseitigen Reimann könnten die Deutfchnationalen 11 Vertrauen haben.
&g. Dr. Lau s ch e r (Zen.) weist
| F Bei Sitzungsbeginn beantragte Dr. I r 8ra ß (Zen.) die Absetzung der Präsi- 11 Hentenwahl. (Stürmische Aha-Rufe bei * ■ der Mehrheit.) — Abg. Schwenk (Kom.) r. 22. protestiert gegen die Absetzung, die nur ^WUemen Kuhhandel um die Wahl des neuxn
räsidenten vorbereiten solle. Die Rechts-
l U Parteien hätten nämlich damit gedroht, |B I,phre Prästdiälmitglieder zurückzuziehen, lls Leinert gewählt werden solle. (Stür- Hpische Unruhe im ganzen Hause.) Die ommunisten wollten feststellen, ob der ^"bAandtag tatsächlich einen Mann wie Leins t zum Präsidenten wähle, was sie als unerhörte Provokation auffassen , iirden. Die Kommunisten schlügen an- tand. Htlle Leinerts die Wahl ihres Fraktions- itgliedes Kasper vor. (Große Heiterkeit.) Aüsetzungsantrag wird mit allen gen die Stimmen der Kommunisten an« mmen. Man hört noch, daß die Einungen der bürgerlichen Parteien en Leinert sich auf Vorwürfe beziehen, gegen Leinert im Zusammenhang mit er Tätigkeit als Oberbürgermeister von nnover erhoben worden find.
Der Antrag des Hauptausschufies, die ichsregierung zu ersuchen, daß die Re- sion des Poungplanes mit Ziele der absoluten Ein- kllung jeglicher Reparations- »hlungen ungesäumt in Anriff genommen wird, wird in nament- iher Abstimmung mit 184 der Rechtspar- >ien von insgesamt abgegebenen 276 Lmmen angenommen. Von den Links- vteien wurden 92 Enthaltungskarten »gegeben.
Es folgt
die Beratung des deutschnationalen Nigtrauensantrages gegen Minister
Erimme.
ds Mißtrauensvotum wird hauptsächlich st den Einsparungen auf dem Schul- »iete begründet, ferner mit einseitiger ksonalpolitik usw.
Zur Begründung des Mißtrauensantra- 8 führt Abg. Oelze (Deutschnat.) u. a. s: Gegen die Notverordnung des preu- chen Staatsministeriums liegt eine lle von Kundgebungen vor, die sie als Big ungesetzlich erscheinen lassen. Es ist ^hoffen, daß das Reichsgericht demnächst «gesamte Notverordnung für ungesetzlich «ären wird. Die Notverordnung bedeu- eine Gefährdung unserer christlich-deut- rn Kultur. Zu Weihnachten sei ein «neralangriff der Gottlosen if die christliche Religion ge- >nt. Bei dem Stellenabbau würden in fallender Weise polnische und jüdische Mlen geschont, während evangelische be- sdcrs hart mitgenommen würden. Zahl- che Mißgriffe seien in der Personalpoli- vorgekommen, besonders an den Päda-
Pschen Akademien.
brr Fall Dch» in Halle sei eigentlich
««stelle des verstorbenen Präsidenten Bar- ch tels. Die Sozialdemokraten hatten den Abg. Leinert vorgeschlagen.
S ^6g. Dr. Lauscher (Zen.
” ^uf hin, daß seine Fraktion keinen Mel über ihre Unzufriedenheit mit der fischen Notverordnung gelassen habe.
Andererseits habe sie aber doch volles Verständnis für die außerordentliche Zwangslage, in der sich die Staatsregierung befinde. Wem es auf sachliche Arbeit ankomme, müsse zugeben, daß es schlechterdings unmöglich war, die erforderlichen Sparmaßnahmen mit dem Parlament durchzuführen. Dem Zentrum komme es jetzt darauf an, die unterlaufenen Fehlgriffe auszumerzen. Dem Mißtrauensan
trag gegen den Kultusminister lehne das Zentrum ab.
Abg. König- Potsdam (Soz.) wirft dem deutschnationalen Redner vor, daß er den zwingenden Grund für die Einsparungen auf dem Schulgebiet, die Finanznot, verschwiegen habe. Auf dem Gebiete des höheren Schulwesens stehe man vor der Tatsache, daß die vom Staat gegebenen Zuschüsse in Höhe von 45 Millionen Mark
Englische Studenten für Revision
London, 25. Nov. Auf einem öffentlichen «nd in der Form englischer Parlamentsverhandlungen abgehaltenen Diskussionsabend der Studentenschaft der Universität Cambridge sprach gestern der Staatssekretär z.D.HerrvonRhein- b a b e n gegen die vorliegende Tagesordnung, wonach eine sofortige Revision des Versailler Vertrages eine schwere Gefahr für den europäischen Frieden . bedeuten sollte. Sein Eegenreferent war stier bekannte General Spears. Die These Rheinbabens war, daß nicht nur als Mindestforderung Deutschlands für seine nationale Unabhängigkeit und Freiheit, sondern auch gerade im Interesse des allgemeinen Friedens folgende Revision des Versailler Friedensvertrages im Zuge der kommenden internationalen Verhandlungen erfolgen müsse: Völliges Ende der Reparationen, gleiches Recht als Grundsatz des Rüstungs- standes und der nationalen Sicherheit, Revision der Ostgrenzen.
Nach eingehender Diskussion «mrde auf Rheinbabens Antrag, der u. a. auch von einem deutschen Studenten in einem Referat formvollendet unterstützt worden war, die Resolution mit 253 gegen 36 Stimmen abgelehnt, d. h., die überwiegende Mehrheit der Cambridger Studenten erklärt sich mit der von einem deutschen Politiker wirkungsvoll vorgetragenen These einverstanden.
Die Sachver ändigen
Basel, 25. Nov. Die Dank für Internationalen Zahlungsausgleich gibt bekannt, dah ihr die Präsidenten bzw. Gouverneure der im Artikel 128 des Sach- verständigenplanes ausgeführten Zentralbanken nunmehr offizielle Mitteilung von der Ernennung der sieben ordentlichen Mitglieder des Beratenden Sonderaus- ^Musse^ gemacht hüben. DiÜ offiziell Är- nannten sind:
Prof. Alberto Beneduce, Präsident des Consvrtto di credito per le vpere publice, 2com. Emile F r a n q u i, StaatS- minister, Dizegouverneur der Societe generale de Belgique, Brüssel. Sir Walter L a h t o n, Hauptschriftleiter oes Economist, London. Dr. Karl M e l ch i'o r, Seil- Haber der Firma M. Warburg & Co., Hamburg. D. Hohara, ESgu., Direktor der Pokohama-Speziebank, L. S. D., London. Prof. Charles Nist, Professor der Rechtswissenschaften an der Universität Paris. Dr. Walter Stewart, Vorsitzender des Derwaltungsrates der Chase Po- meroh & Co.. Neuyork.
Die Dank für Internationalen Zahlungsausgleich hat heute offiziell den Ausschuß auf Montag, den 7. Dezember, vormittags 10.30 Ahr nach Basel einberufen, wo er in der Dank tagen wird. Es verlautet, daß mehrer Mitglieder des Ausschusses einen bzw. zwei Sage vor der offiziellen Sagung in Basel eintreffen werden, um u. a. die Zuwahl von vier weiteren Mttglieder des Beratenden Sonderausschusses zu erwägen.
nicht ausreichten, der Staat aber nicht in der Lage sei, diese Zuschüsse zu erheben. Es bleibe daher kein anderer Ausweg, als die Schließung der höheren Schulen. Den Universitäten gegenüber sei der Staat viel zu nachsichtig gewesen.
Abg. Dr. H o f f m a n n - Münster (Dnt.) erörtert den Fall Dehn und gibt dazu eine Erklärung seiner Fraktion ab, in der es heißt, daß Minister Erimme für die Vorgänge in Halle ganz allein die volle Verantwortung trage. Wenn der Minister Verständnis für das leidenschaftliche nationale Empfinden der deutschen Studentenschaft besäße, so hätte er sich sagen müssen, daß die Berufung Dehns einen Sturm der Entrüstung in der Studentenschaft in Halle heraufbeschwören mußte. Die Ansichten, die Dehn in seiner Magdeburger Rede über Volk nnd Vaterland, über Notwehr und Krieg entwickelt habe, seien geeignet, das sittliche und nattonale Empfinden weiter Volkskreise auf das schwerste zu verletzen. Die Deutschnatto- nalen ständen mit ihrer Sympathie auf der Seite der Studenten. Es sei erfreulich, daß in unserer Studentenschaft ein starkes Gefühl für nationale Würde lebe.
Abg. Möller- Halle (Soz.) wendet sich gegen die Behauptung der deutsch- nattonalen, Erklärung, daß Minister Grimme die ausschließliche Verantwortung für die Vorgänge in Halle trage. In Halle sei in unverantwortlicher Weise systematisch eine Hetzegegen Dehn in Szene gesetzt worden. In Magdeburg habe man an Dehn nichts auszusetzen gehabt.
2n einem Schlußwott warf Frau Abg. Neumann (Deutschnat.) dem Kultusminister vor, daß er sich nicht gegen die Neligionsfeinde durchzusetzen verstehe.
Die Absttmmung über den Mißtrauens- anttag wird auf Freitag vertagt.
Es folgt die Beratung der neuen Geschäftsordnung. Abg. Leinert (Soz.) erstattet den Ausschußbericht. Die neue Geschäftsordnung bringt vor allem die Neuerung, daß die Ordnungsbestimmungen, die bisher nur für die Vollsitzungen Geltung hatten, auch auf Ausschußsitzungen Anwendung finden sollen. Ferner bringt die Vorlage eine Reihe von Vereinfachungen und Klarstellungen. II. a. werden namentliche Abstimmungen einge- schräntt. Ein Mißtranensantraa aeaen das
Staatsministerium oder einen Minister muß eine bestimmte Formulierung haben.
Um 1714 Uhr wird die Weiterberatung auf Donnerstag 12 Uhr vertagt.
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Der Kampf um Leinert scheint also eine schwere Krise der Preußenkoalition herbeigeführt zu haben. Die Sozialdemokraten bestehen auf Leinert und wollen die formelle Abstimmung, während das Zentrum gern einen Kompromiß suchte, wer! es nach seiner Ablehnung Leinerts nicht gut wieder für diesen ein« treten kann. Man darf gespannt sein, wie die „sterbende Koalition" den „Fall" löst.
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Landwirtschaftsmor^torium
* für ganz Preußen verlangt.
Die Deutsche Fraktion hat im Preußischen Landtage folgenden Urontrag eingebracht: Das Staatsministerium wolle sofort auf die Reichsregierung dahin einwirken, daß das durch die Notverordnung des Reichspräsidenten Dom' 17. November 1931 zur Sicherung der Ernte und der landwirt- schaHlichen Entschuldung im Osthilfegebiet eingeleitete Verfahren zur Verhinderung weiteren Eeldabzuges aus der Landwirtschaft unverzüglich auf das gesamte Staatsgebiet ausgedehnt wird. Weiter fordert die Deutsche Fraktion, beschleunigt eine Zinssenkung durchzuführen.
Ladendorffs Jmmimttät aufgehoben.
» Berlin, 25. Nov. Der Erfchäftsord- nungsausschuß des Preußischen Landtags beschloß am Mittwochabend, die Genehmigung zur Strafverfolgung des Abgeordneten Ladendorff (Wirt'chaftspartei) wegen seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Bank für Handel und Grundbesitz zu erteilen.
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Chinesisches Memorandum
Paris, 25. Nov. In der Umgebung des Völkerbundes ist allgemein der heu- ttge Tag als der kritischste in der Entwicklung des mandschurischen Konflikts empfunden worden. Die Standpunkte der chinesischen und der japanischen Delegation stehen sich denkbar schroff gegenüber.
Es liegt ein chinesisches Memorandum vor, das in scharfer Form verlangt 1. die Einstellung der Feindseligkeiten, 2. die Zurückziehung der Truppen, die sofort beginnen und innerhalb von zwei Wochen durihgeführt sein müsse. Diese Aenderung in der chinesischen Haltung ist auf den neuen Außenminister der Nanking- Regierung Wellington Koo zurückzuführen.
Briand hat es heute fertiggebracht, das chinesische Memorandum als „vorbereitendes Schriftstück" gelten zu lassen, d. h., das Dokument ist einstweilen wieder in den Aktentaschen verschwunden.
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ff. Paris, 26. Nov. „Petit Parisien" will am Quai d'Orsay erfahren haben, daß die japanische Antwort auf den gestern veröffentlichten Entschließungsentwurf des Völkerbundes günstig lautet. Die Japaner machten jedoch einen Vorbehalt: Sie verlangten eine Zusatzbe- ftimmung zu dem Entwurf, die die beiden Regierungen auffordert, ihre Oberkommandierende anzuweisen alles zu vermeiden, was die Lage verschärfen könnte. Die japanische Regierung wünscht präzisiert zu haben, daß als feindselige Hartdlungen nicht diejenigen angesehen würden, die unerläßlich seien, um die berüchtigte Verteidigung und den Polizeidienft sicher zu stellen.