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Nr. 274
VderheMSe Zevms. Marvmg a. L, Montag, bat 23. Skvembee 1931
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Hundert Jahre Chloroform
Ein Eedenkblatt von Professor Dr. Julius Meyer-Breslau.
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, tobe ausschließlich der Wirkung des Lhlo- lott » . -..... - ----------—-
Einer der größten Wohltäter der Menschheit feiert jetzt seinen hundertsten Geburtstag. Im November 1831 ent- beate Justus von Liebig bei der Einwir- fUIlg von Chlorkalk auf Alkohol anb ähnliche organische Verbindungen 6ag Cbloroform, ohne das sich heute {ein chemisches und physikalisches Labora- ^eium und vor allem, keine medizinische Sinik und kein Krankenhaus mehr denken lägt. Auf demselben Wege fand einige ztzoche später der französische Chemiker Soubeiran denselben Stoff auf, und es knüpfte sich an diese Entdeckung ein Prioritätsstreit, die aber eindeutig zu Gunsten -es großen Chemikers Liebig entschieden ivorden ist. Die wenigen Kubikzentimeter der zuerst in einem deutschen chemischen Miiu oaboratorium hergestellten Flüssigkeit sind
ag I (icri habe, bevor er ihm die Rippe heraus- 'und ttttfjnt und die Eva daraus schuf. So sei 1 *• (ein Vorschlag der Bibel vollkommen ent- be » sprechend. Wohl werden neben dem Chlo- • 1 resorm heute noch andere Betäubungs- -sp mittel angewandt, und Aether, Lachgas urzi pjtb einige andere chemische Verbindungen iuseh spielen bei chirurgischen Operationen elne P*11 wichtige Rolle als Betäubungsmittel. Aber f61- unendlich viele Menschen verdanken ge-
I Inzwischen zu Tausenden von Tonnen ^riMChloroform angewachsen, die jährlich in ‘ beittflen Teilen der Welt fabrikmäßig hergern Htzellt werden. Denn das süßlich riechende ii e Chloroform, das sich mit Wasser nicht zu tg i vermischen vermag, ist ein sehr wichtiges ie | Lösungsmittel für viele wasserunlösliche iUfta Stoffe geworden. Harze, Kautschuk, Eut- stn t tapercha, ätherische Oels, Schwefel und e q Phosohor vermögen sich darin auftulö^en bei unb bilden so technisch wertvolle Flüisig- Wi (eiten. Noch größer aber ist seine Bedeu- oudq jung in der Medizin geworden. Denn der omia englische Arzt Simpson fand 1847, daß rur । Ebloroformdämpfe beim Einatmen Ee- in I fibl- und Bewußtlosigkeit Hervorrufen, mist xnd er schlug deshalb ihre Anwendung bei ’b I Operationen vor. Dagegen wandten sich 6 l jedoch einige bigotte englische Geistliche, 9® I geil nach der Bibel die Schmerzen von e 21 Anfang an dem Menschen bestimmt waren n 8 ,nd ihm daher auch nicht auf künstliche erst« Mjse erspart werden dürften. Sehr schlag- tefej stetig wies aber Simpson darauf hin, daß (Soft selbst den Adam in einen tiefen —- kckstaf versenkt und so gleichsam narkoti-
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roforms die Wiederherstellung ihrer Gesundheit auf operativem Wege, und selbst der Eintritt in die Welt kann damit fast schmerzlos gestaltet werden. Mit einem Gefühle der Dankbarkeit werden daher viele Menschen, welche die segensreiche Wirkung des Cloroforms am eigenen Leibe gespürt haben, jetzt der Auffindung dieses Stoffes vor hundert Jahren und seines Entdeckers, des großen Chemikers Justus von Liebig, gedenken.
Semral v. Mitra t
General Bruno von Mudra, der bekannte Heerführer aus dem Weltkriege, ist in Schwerin an den Folgen eines Herzschlages im 81. Lebensjahr verschieden.
Der Verstorbene war am 1. April 1851 in Muskau in Schlesien als Sohn eines Zimmermeisters geboren und wurde 1872 Offizier im Earde-Pionier-Bataillon. Bei Ausbruch des Krieges führte er das 16. Armeekorps ins Feld, das auf dem Vormarsch bei Longwy in den Argonnen und bei den Kämpfen um Verdun sich Lorbeeren errang. Vor Verdun wurde General v. Mudra später Führer der nach ihm benannten Armeegruppe, übernahm 1917 den Oberbefehl über eine Armeeabteilung, später den Oberbefehl über die 8. Armee im Osten, im Sommer 1918 über die 1. Armee im Westen und zuletzt über die 17. Armee. Seit Kriegsende lebte General v. Mudra in äußerster Zurückgezogenheit in Wiesbaden, zum Schluß in Schwerin.
Naalsminnttt a.D.von Loebell t
Nach langer schwerer Krankheit starb am Sonnabend mittag in Brandenburg an der Havel der frühere preußische Innenminister Friedrich Wilhelm von L o eb ell.
Don Loebell wurde 1855 in Kloster Lenin geboren. Nach dem Besuch der Ritterakademie in Brandenburg studierte er in Straßburg und Leipzig, wurde 1883 Regierungassessor und 1889 zum Landrat des Kreises West-Havelland ernannt. 1888 trat er als Mitglied der Konservativen Fraktion in den Reichstag ein, aus dem er aber 1900 wieder ausschied.
1901 zog er als Mitglied der Konservativen Partei in das preußische Abgeordnetenhaus ein. 1904 legte er sein Mandat nieder, nachdem er zum Vortragenden Rat in der Reichskanzlei ernannt worden war. Bis zum Rücktritt des Fürsten Bülow stand er seit 1907 als Unterstaatssekre- tär an der Spitze der Reichskanzlei. Während dieser Zeit wurde sein Name des öfteren in Gerichtsverhandlungen genannt, in denen der Abgeordnete Erzberger als Zeuge gegen ihn auftrat. Als Bülow 1909 aus seinem Amte schied, zog auch Loebell aus der Reichskanzlei aus. Den ihm nunmehr übertragenen Posten des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg trat er nicht an, sondern lebte von da an bis zu seiner Berufung zum preußischen Innenminister (April 1914) zurückgezogen auf
seinem Gute Denken. 1917 trat er von dem Amt zurück und erhielt nunmehr die Berufung zum Oberpräsidenten von Brandenburg. Nach seinem Abschied im Mai 1919 wurde Loebell zum Präsidenten des „Reichsblocks", der sich die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten zum Ziel- gesetzt hatte, in Erscheinung.
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Jhntft und MkMaft
= Der neue Leiter der Hamburger Oper. Die Hamburger Oper hat nun einen neuen Leiter erhalten: Albert Ruch, der das Erbe Leopold Sachsens bereits angetreten hat. Generalmusikdirektor Dr. Karl Boehm wird Ruch als künstlerischer Berater zur Seite stehen.
— Gerhard Hauptmann im Staatlicheck Theater. Das Staatliche Theater in Kassel brachte Gerhardt Hauptmanns 1892 geschriebene Komödie „College Crampton" neueinstudiert heraus und hat sich damit zweifellos ein Verdienst erworben. Jacob Geis' Regie gab dieser ewig jungen Komödie von Hauptmanns Gnaden starken Auftrieb. Lothar Schenck von Trapp schuf fabelhafte echte Bühnenbilder einer verstaubten Vergangenheit. Friedrich Domin, der Darsteller des Professors Crampton, spielte den vom Leben zerbrochenen, dem Trünke ergebenen, von bei Kunstakabemie davongejagten Lehrer in ergreifender Weise. Diesem Professor schaute das Genie trotz aller Herunterge- kommenheit aus allen Nähten seiner saloppen fadenscheinigen Kleidung heraus. 'Wunderbar wußte Domin auch die Schlußszenen, in der er durch das Glück seines geliebten Töchterchens dem Sumpf entrissen, wieder zur Arbeit und zum Leben strebt, zu gestalten. Tilde Maschat bot als sein mutiges reizendes Töchterchen gleichfalls eine sehr gute Leistung. Peter Lühr als junger Maler Max Strähler, dem es gelingt, den Professor dem Leben wiederzugewinnen und der zum Schlüß dessen Tochter als Braut heimführt, war mit seinem lebendigen, frischen Spiel eine angenehme Ueberraschung. Ein Kabinettstückchen hervorragender Darstellungskunst wußte Franz Sauer als Dienstmann Löffler aus dem Faktotum bei Crampton zu machen. Das nicht übermäßig besetzte Haus spendete lebhaften, sich von Akt zu Akt steigernden Beifall, der besonders Domin und Sauer galt.
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00 sehen die Blätter der mace - donischen Tabak-Pflanze aus. (Natürliche Grösse) Die zierlichenMAXOUD Blättchen sind besonders wertvoll, denn sie sammeln auf kleinem Raum mehr Aroma an, als die übrigen Blätter auf ihrer grossen Fläche.
Bei den Mischungen von OVERSTOLZ und RAVENKLAU haben wir jetzt einen erheblichen Teil der grossen Blätter durch kleine MAXOUL-Blättchen ersetzt. Wir haben dadurch den Aroma Gehalt erhöht und darüber hinaus’ die Beköm m 1 ichkeit noch gesteigert
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