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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen
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Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Die Kommission der B.J.Z.
Melchior als deutscher Vertreter -- Amerikanische Befriedigung über die deutsche Note
Moskau droht
Zusammentritt am 1. Dezember
D« Sonderausschub der BIZ. zur Prü- i«g der deutschen Wirtschaftslage ist nach den im Lauf« des Sonntags lei der BIZ. eingetroffenen Nachrichten nunmehr zusammengestellt. Ihm gehören <5t t = hart für Amerika, Rist für Frankreich, iayton für England, Franqui für Bel- ii«n, Veneduc« für Italien, Tanaka fir Japcm 'und Melchior für Deutschmd an. #
Der Sonderaus schuh der BIZ. nirftc, wie m Basel verlautet, voraussicht- jch am 1. Dezember zum ersten Mal »sammentreten.
Albert Wiggin, der Vorsitzende des vircltorenrats der Chase Nationalbank, reist, lad; einer Meldung Berliner Blätter aus üeuyorl, demnächst nach Deutschland, um m der Konferenz von Vertretern der Gläu- ngernationen, die wegen der deutschen Kre- üe im Zusammenhang mit dem Stillhalte- Lkonlmen zusammentreten wird, teilzuneh-
Walter W. Stewart wird am 28. llovember nach Basel abreisen. Er wird in Sankkreisen als einer der Bsfähigsten für ne ihm übertragene Aufgabe bezeichnet. Er gebärt keiner besonderen Bankgruppe oder politischen Gruppe an und gilt als vollkommen unabhängig. Er hat an allen wichtigen Wirtschaftskonferenzen der letzten Jahre rügenommen. Stewart war früher Leiter der Abteilung für Wirtschaftsforschung der Neuyorker Reserve Bank, sowie . Mitglied des Stabs der Bank of Engtand, in welcher Eigenschaft er ganz Europa bereiste. Case Pomeroy and Co. Jnc. sind am Anlagemarkt tätig.
Die Neuyorker Bank«» nehmen die Ein- kdung des deutschen Schuldnerausschusses an.
Neuyork, 21. Noo. Im Büro Albert Liggins wurde heute mitgeteilt, datz das Komitee Neuyorker Banken die Einladung les Ausschusses deutscher Privatbanken, einen Vertreter zu einer Konferenz nach Berlin Seds Besprechung des Problems der deuten Kredite zu entsenden, angenommen habe »nd datz Wiggins als Vorsitzender des Komitees teilnehmen werde.
Lmerikanische Befriedigung über die deutsche Not« au die BIZ.
> Washington, 21. Noo. In hiesigen mrtlichen Kreisen herrscht grotze,Befriedigung darüber, datz die deutsche Regierung durch ihre Note an die BIZ. den stein ins Rollen gebracht habe. Als besonders ermutigendes Zeichen weist man hier aut die gestrige Besserung des RM.-Kurses hin. Diese Kursfestigung sei gleichzeitig eine Betätigung der seit dem Laval-Besuch gehegten irwartung, datz, wenn Deutschland und frankreich sich über die Inangriffnahme der Revision der Reparationen einigten, die all- tznneine Flucht aus der RM. sich legen »erde. Den amerikanischen Vertreter im LJJ.-Ausschuh, Stewart, hält man hier tis für seine Aufgabe sehr geeignet. 3m übrigen hofft man, datz die beteiligten Reperungen den Ausschutz diesmal in Ruhe arbeiten lassen und dieser somit in der Lage M wird, eine wirklich brauchbare Arbeit zu Men. An eine Gefahr für die Ende Fc- toar fälligen Kredite glaubt man hier nicht. Denn die zur Zeit bestehende Ungewißheit
der Reparationsfrage beseitigt sei, werde »ch schon ein Weg finden lassen, um die allmähliche Abdeckung gewisser Kredite zu ermöglichen und wegen des Restes eine Form ber Verlängerung zu erwählen, die nicht wie augenblicklich als ein böser Alpdruck auf der «utchen Wirtschaft ruhen werde. Man dürfe sber auch nicht vergessen, datz nach den Beobachtungen durchaus unvoreingenommener ^rterikaner Deutschlands industrielles System plund und kräftig sei. Auch aus diesem «runde bestehe keine Veranlassung zu einer
deprimierten Stimmung und zu einer
Flucht aus der RM., wenn auch der bevorstehende Teil des Weges schwer und dornig sei.
Englische Gegenmaßnahmen gegen Frankreich in der ZoLfrage.
ff. London, 23. Nov. In einem Leitartikel über die möglichen Maßnahmen anderer Länder gegen die englischen Abwehrzölle kündigt der „Daily Telegraph" Sondermatznahmen gegen Frankreich an, so lange Frankreich seinen Kampf gegen die englische Kohle fortsetzt. Das Blatt erklärt, datz England jetzt tn der Lage sei, auf der „Grundlage der Gegenseitigkeit" zu verhandeln. Der englisch-französische Handelsvertrag der aus dem Jahre 1860 stamme, sei völlig veraltet. In dem Arttkel wird auch die Gefahr erwähnt, die der englischen Kohlenausfuhr nach Deutschland drohe.
fk. M o s k a u, 23. Nov. Angesichts des weiteren Vordringens der japanischen Truppen in der Nordmanschurei ist die Moskauer amtliche Presie aus der ursprünglichen Zurückhaltung herausgetreten und spricht nun unmißverständliche Drohungen an die japanischen Kreise aus.
„I s w e st i j a" schreibt unter der Ueberschrift „Ernste Lage in der Mandschurei", der Völkerbund habe Japan vollkommen nachgegeben. Die Lage im fernen Osten kann auf diese Weise noch zu unerwarteten Ereignissen führen. Die Politik Japans werde letzten Endes den Protest der Massen des chinesischen Volkes auslösen und das werde zweifellos unabsehbare Folgen haben. Die heutige Lage berge die größten Gefahren in sich. Die japan^chen Erklärungen bewiesen, daß die Tokioer Regierung sich im-
Schlußsitzung des Wirtschaftsbeirats
Unstimmigkeiten bei
ft. Berlin, 23. Rov. Die Ausschüsse desDirtschaftsbeirates traten am Sonntag zu mehrstündigen Beratungen zu- fammen, die der Vorbereitung der, am Montag unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten stattfindenden Schlußs it- zung des Wirtschaftsbeirates galten.
Ausscheiden van Gewerkschaftsvertretern noch im letzten Augenblick?
Aus Kreisen-der Freien Gewerkschaften erfährt die „Telegraphen-Anion" zu der letzten Sitzung des Wirtschaftsbeirates am Sonntag:
In der letzten Arbeitssitzung des Wirt- schaftsbeirates versuchte der Reichskanzler Brüning das Derhandlungsergebnis zu ziehen. Gegen den Inhalt der Erklärung der Reichsregierung, wie sie in der, feierlichen Schlußsitzung unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten am Montagfrüh der Oeffentlichkeit übergeben werden soll, wurden von allen Seiten der Gewerkschaftsvertreter nomals die lebhaftesten Bedenken
den Gewerkschaften
geltend gemacht. Insbesondere wandten die Gewerkschaftsvertreter sich gegen die auslegungsfähige Formulierung über Banken und Staat sowie über die Agrarpolitik und die öffentliche Wirtschaft. Vor allen Dingen fließen die Vorschläge über die Auflockerung des Tarifrechts und die Senkung der Löhne und Gehälter ohne ausreichende Garantie für die Erhaltung des Reallohnes auf den entschiedenen Widerspruch der Gewerkschaftsvertreter. Somit sind die Pressemeldungen, die von einer ablehnenden Haltung der Gewerkschaften zu dem gemeinsamen Schluhergebnis sprachen, durch diese Haltung in dieser Arbeitssitzung bestätigt worden. E s ist d a - mit zu rechnen, daß an der feierlichen Schlußsitzung des Wirtschaftsbeirats am Montag um 11 Ahr nicht mehr alle Vertreter der Gewerk schäften teilnehmen werden, wobei aber auch zwischen den ‘Vertretern der Freien Gewerkschaften keine vollständige Aebereinsttm- mung zu herrschen scheint.
Gedächtnisfeiern für die Toten
Berlin, 22. Nov. Die Gedächtnisfeiern begannen mit einem von der Funkstunve übertragenen Totensonntags-Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelrn-Gedächtniskirche.
Für die Toten des Weltkrieges veranstaltete am Nachmittag der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter- bliebenenim Reichstag eine Weihestunde, an der Mitglieder des Reichskabinetts, Ange- börige des Reichstages, des Landtages und Vertreter der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden teilnahmen. An der musikalischen Ausgestaltung der Feier wirtte u. a. der Gesangverein der Berliner Buckdrucker und Schriftgietzer „Typographia" mit. Der 1. Vorsitzende des Reichsbundes, Christoph Pfaendner sagte in seiner Gedächtnisrede: Worte sind ju schwach, um 'die Opfer des Krieges richtig $u würdigen. Trost für die Hinterbliebenen ist der Gedanke, daß die,
die auszogen und nicht wiederkamen, für das Vaterland fielen, für das bedrängte Deutschland, für ihre Eltern, Brüder und Kinder, fieleni n der großen Kameradschaft gemein« schaftlicher Pflichterfüllung. Gerade deshalb haben wir die Pflicht, uns gegen eine falsche Romantik zu wenden. Kriege sind Menschenwerk. Darum soll unser Glaube sein, daß sie auch durch Menschen überwunden werden können. Die Opfer des Krieges sind eine ernste Mahnung für die Jugend. Ihr Jungen in unfercem Volke: Schafft eine bessere Welt ohne Kriegl Uns alle aber mahnen unsere toten Helden, daß wir den Lebende,: dienen und den Hinterbliebenen der Gefallenen mit allen unseren Kräften helfen sollen. So ehren wir unsere toten Kameraden am besten.
Das Fiualändische Volk soll über die Alkohol- srage entscheiden.
Kopenhagen, 22. Nov. Aus Helsing- fors wird berichtet, daß die sinnländische Regierung in der Frage des Alroholverbots an das Volk appellieren will. Die Volksabstimmung soll am 28. Dezember vor sich gehen.
mer ein Hintertürchen offen lassen, um die Schädigung der Sowjet-Interessen an der Ostbahn zu beschleunigen. Die gleichzeitig von den Fremdmächten an der sowjet-russischen Grenze betriebene Propaganda habe in Japan zu dem Gedanken geführt, daß es leichter sein werde, die ganze Mandschurei zu erhalten, als nur die südliche Hälfte. — Der ferne Osten sei ein Pulverfaß, das jeden Augenblick in die Luft fliegen kann. Das darf nicht einen Augenblick vergessen werden.
Die „P r a w d a" schreibt, eine feste Friedenspolitik sei das Wesen der gesamten Moskauer^ Außenpolitik. Aber man müsie auch wißen, daß die Sowjet-Union die Versuche, die Sowjet-Jnleresien zu schädigen, nicht unbestraft laßen werde. Deßen müßte sich die Imperialisten in Tokio, Paris und Washington bewußt sein.
Chinesische Rote an Japan.
Nanking, 21. Nov. In einer Note, die heute nach Tokio gesandt wurde, verlangt China von neuem die Eröffnung direkter Verhandlungen über die Zurücknahme der japanischen Truppen in die mandschurische Eisenbahnzone.
„Petit Parisien" über die Mandschurei- Kommissionen des Völkerbundes.
fk. P a r i s, 23. Nov. Nach dem „Petit P a r i f i e n“ soll man beabsichtigen, die Studienkommission, die der Völkerbund nach der Mandschurei zu entsenden beabsichtigt, aus einem militärischen Sachverständigen (Franzosen), einem Juristen (Engländer) und einem mit den mandschurischen Verhältnißen vertrauten Staatsmann (Amerikaner) zu bilden. Als militärischen Sachverständigen habe man anscheinend an General W e y g a n d gedacht, jedoch soll dieser angeblich abgelehnt haben, weil er als Vizepräsident des französischen Obersten Kriegsrates notwendigerweise beim Zusammentritt der Allgemeinen Abrüstungskonferenz in Europa sein müße. Man rechnet nämlich damit, daß die Rundfrage in der Mandschurei 3—4 Monate dauern werde.
Japan legt eine Kriegsanleihe aus.
Tokio, 22. Nov. Nach einer japanischen Blättermeldung will das japanische Finanzministerium eine Kriegsanleihe zur Deckung der Kosten der japanischen Militärexpedition in Höhe von 35—50 Millionen Pen auflegen. Der Entwurf wird im Augenblick noch von der japanischen Regierung beraten. Man glaubt, datz die Anleihe schon in der nächsten Zeit aufgelegt werden wird.
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Sowjetrntzland regt russisch-polnische Nichtangriffspaktverhandlungen an.
Moskau, 21. Nov. Außenkommißar Litwinow hat am Samstag den polnischen Gesandten in Moskau Patek gebeten, ihn aufzusuchen und bei seiner Unterredung mit ihm erklärt, datz die Regierung der Sowjetunion bereit sei, neue russisch-polnische Verhandlungen über den Abschluß eine» russisch-polnischen Nichtangriffspaktes einzuleiten. Die russische Regierung sei der Ansicht, datz diese neuen russisch-polnischen Nichtangriffsverhandlungen nach dem' Muster der russisch-französischen Nichtangriffsverhandlung durchgeführt werden können. Der polnische Gesandte teilte mit, datz dieser Standpunkt der Sowjetregie- , rung nicht in Einklang zu bringen sei mit