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M. Nr. 5015. Sprech,eit Ui Aedattion von 10il and

Vd1 Utzr.

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Marburger

ÄgeSaWiger

MM Landeszertung

*

Nr. 272 «tz.Mry.

Marburg a. LM

Der Anzelgenvre!« betrLqt filr den 11 gespalt. Zeilenmilltmeter 0.08 GM.,sog. kleine Anzeigen und Famtlienanzeigen bei Barzahlung 0.07 GM., amt', und answckrtige AnzetgenO. GM. Grundschriftr Setond. Bei schwierigem Sah so« wie bei Plahborschrtft 501. Auf­schlag. Sammelan zeigen 100e/e Aufschlag Reklanu-Millim. 0.40 GM. Grundschrlft > Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Lage. Offerten-Gebühr: 25 W. bei Zustellung der Angebote einschl. Porto.60 GM. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Die Anrufung des B.J.Z.-Ausfchufses

Frankreich will auch die deutschen Auslandsguthaben bei der Prüfung der deutschen Zahlungsfähigkeit heranziehen

Ein Schritt ins Ungewisse Versagt der Mrtschastsbeirat?

K Ministerpräsident Laval empfing am Wsnnerstag den deutschen Botschafter von W o e s ch. In dieser Besprechung wurden We Verhandlungen über die Einberufung Ws Baseler Prüfungsausschusses endgültig Mm Abschlug gebracht. Der deutsche An- Mkag an die BIZ. wird unverzüglich er- Mlgen. Dir Veröffentlichung des Wort» Mutes des schreibens der Reichsregierung die BIZ. und die interessierten Re- Werungen soll am Freitag in Berlin er- Mlgen.

1 Wie die Telegraphen-llnion hört, hat Mr Ausschuß der deutschen Schuldner sich Meichzeitig an die an dem Stillhalteab- Mmmen beteiligten Ausschüsse der aus- Mndischen Gläubiger gewandt und im Hin- Mick auf den Absauf des Stillhalteabkom- Mens am 29. Februar 1932 den Beginn ^baldiger Verhandlungen über eine Mfucegelung oorgeschlagen.

»-Zuverlässigen Informationen zufolge Mrd in dem deutschen Antrag auf Ein- Merufung des DJZ.-Ausschusses darauf hin- Mwiesen, Laß es notwendig sei, das Pro- Mem der deutschen Verschuldung i n Miner Gesamtheit zu prüfen.

Uj-Bei den Verhandlungen des Baseler Mrtersuchungsausschusses rechnet man ^mrzösischerseits mit ganz besonderen ^Schwierigkeiten. DasI o u r n a I er- Märt, daß Frankreich und Belgien ge- Mungen sein würden, dke politischen Mchuldcn Deutschlands gegen die anderen Mächte zu verteidigen und besonders gegen diejenigen, die ihre Millionen in Deutsch- jkitb untergebrachk hätten. DerE x c e l- Wior" und eine Reihe anderer französi- Wer Rechtsblätter weisen auf die Rot- Wendigkeit hin, daß die französische Auf- Mssung über die Aufgaben des Baseler Musschusses Annahme fände. Im anderen Walle werde sich die französische Regierung Mzwungen sehen, auch die Einbeziehung Mr deutschen Guthaben im Auslande in Pie Aufstellung über die Zahlungsfähig- «keit des Reiches zu beantragen. Es be- sßehe keinerlei Veranlassung mehr, das I^ankgeheimnis für dke deutschen Wrivatguthaben im Auslande zu wahren, gjamal es für die Investierung auslän­dischen Kapitals in Deutschland nicht ge- »»ahrt sei. Bei dieser Gelegenheit könne k*an dann die Feststellung machen, daß sich Wüter den in Deutschland untergebrachten Msländischen Kapitalien große Summen latschen Geldes befinden, die ursprüng- 8ch im Auslande sichergestellt waren.

Der Pariser Mitarbeiter derM o r - p8i n g P o st" meldet, in französischen Preisen sei man sich jetzt trotz des Wun- iches, die Tributfrage von der Frage der «rzfristigen Anleihen getrennt zu halten, Grüber klar geworden, daß bei einer -»chprüfung der deutschen Finanzlage die vrivatschulden nicht außer Acht gelassen Werden könnten. Diese Wendung sei aus * Vorstellungen zurückzuführen, die der englische Außenminister Sir John Simon

General Dawes in Pans erhoben hatten.

.JBte dieFinancial News" mel- & zeige man in Londoner Citykreisen Derlei Optimismus bezüglich der bevor- "henden Tributverhandlungen. Man Anet damit, daß sich die Verhandlungen 'vlge hiaziehen werden, und meint, daß

man dabei immer wieder einen Punkt er­reichen werde, an dem ein Zusammen­bruch zu befürchten sei. Die Märkte seien so nervös, daß die Rückwirkungen solcher Schwierigkeiten, selbst wenn sie nur vor­übergehend auftreten sollten, ernste'Fol­gen haben müßten.

Die Amstände, unter denen die beiden Anterausschüsfe des Wirtschaftsbeirates nach einwöchiger Pause ihre Beratungen am Donnerstag wieder ausgenommen ha­ben, lassen bereits erkennen, daß der Wunsch der Regierung, sich bei der Abfas­sung der vielbesprochenen großen Rot­

Die Japaner in Tsitsikar

Die Stadt soll möglichst Dald wieder geräumt werden

Charbin <

Solun

Karte des Kriegsgebietes in der Mandschurei. Durch die Einnahme Tsitsikars (Zizikars) ist die japanische Front vom Westen her un­angreifbar geworden.

fk. L o n d o n, 28. Nov. DerTime s"* Korrespondent m Tokio meldet: Die Hauptstreitmacht der Japaner zog gestern vormittag 10 Uhr in Tsitsikar ein. Der Zivilgouverneur von Charbin Tschang- tschinhui, traf im Laufe des Tages mit seiner Leibwache aus Charbin ein, pro­klamierte die Unabhängigkeit der Pro­vinz und übernahm die ZivUverwaltung. General Mas' Armee befindet sich in Auk-

lösung. Das japanische Außenministerium erklärt, die japanischen Truppen würden Tsitsikar in sehr kurzer Zeit wieder räu­men. Den japanischen Blättern zufolge drücken die Militärbehörden die Hoffnung &us, die Räumung in 14^ Tagen vorneh­men zu können.

Der Korrespondent derTimes" mel­det aus Tokio: Das japanische Außen­ministerium teilt mit. daß die japanischen Vertreter in Paris auf ihre eigene Ver­antwortung hin, wenn auch im Einverneh­men mit ihrer Regierung, dem Dölker- bundsrat neue Kompromißvorschläge unter­breiten werden. Es wird vorgeschlagen jwerden, die jetzigen Pariser Ver­handlungen zu vertagen und eine Entscheidung aufzuschieben, bis der Völker- bundSrat die Streitfrage durch Entsendung einer eigenen Kommission nach der Mand­schurei und nach China untersucht hat. Der Korrespondent fügt hinzu: Es wird an­scheinend vorgeschlagen, daß die Unter« suchung sich nicht nur auf die mandschu­rische Lage, sondern aus die Lage in ganz China erstrecken soll.

Tokio. 19. Aov. Die Regierung er­suchte den Sowjetbotschafter ßittoinoff in freundschaftlicher Weise auf die Ge­fahr ernster Verwicklungen aufmerksam zu machen, die entstehen tonnten, wenn die Sowjetunion Truppen nach der nördlichen Mandschurei schicken würde, und gleich­zeitig Litwinoff zu versichern, daß die Ost­chinesische Dahn nicht im geringsten be­schädigt worden sei.

Das deutsche Reparationsmemorandum.

Zu der Absendung des deutschen Antra­ges auf Einberufung des Sonderausschus­ses der BIZ. schreibt dieV o s s i s ch e Zeitung" : Das Memorandum dürfte zunächst einen Ueberblick über die Ent­wicklung der letzten Monate geben und dabei insbesondere die enge Derpflechtung von Reparationen und Privatschulden für die deutsche Zahlungsfähigkeit aufzeigen.

Aus dem deutschen Antrag ergibt sich, daß man einen besonderen Auftrag für den Ausschuß der BIZ. nicht festgelegt hat, sondern ihm bei seinen Beratungen freie Hand zu lassen wünscht. Das bedeutet, daß nicht ausdrücklich ein Recht des Aus­schusses verlangt wird, auch das Problem der deutschen Privatverschuldung zu über­prüfen, das heißt also, daß keine for­male Erweiterung der Aus­schuß r e ch t e von vornherein vorgesehen ist, aber diese Notwendigkeit zur Beach­tung der gesamten deutschen Zahlungs­bilanz ergibt sich aus den Zusammenhän­gen von selbst.

Frankreichs Vertreter im llntersnchnngs- ausschuß.

Nachdem die Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der französischen Regierung beendet sind, und der deutsche Antrag für die Schlußprüfung des Baseler Untersuchungsausschusses erfolgt ist, be­schäftigt man sich französischerseits mit der Ernennung des Vertreters für den Baseler Ausschuß ebenso wie mit den Aussichten, die für Frankreich bei der Aufstellung des Berichtes über die Zahlungsfähigkeit Deutschlands bestehen. Die französische Re­gierung hat zunäckst an die Entsendung des ehemaligen Gouverneurs der Bank von Frankreich, Moreau, gedacht. Moreau hat jedoch abgelehnt. Die Wahl der Regierung ist dann auf dle beiden besten Sachverständigen Parmentier und R i st gefallen. In gutunterrichteten Kreisen rechnet man mit der baldigen Er­nennung Rists.

Verordnung auf einen einheitlichen Beschluß des Wirtschaftsrates zu stützen, nicht in Erfüllung gehen wird. Im Rah­men des Hauptproblems, der Verminde- rung der Gestehungskosten in der Wirt­schaft, hat sich sehr schnell das Problem der Löhne und Preise als der Angel­punkt der ganzen Beratungen und zugleich auch als die Frage erwiesen, an der sich die Geister scheiden. Die Vertreter der Arbeitgeber bestehen unbedingt auf ihrer Forderung einer weiteren sofortigen Lohn­senkung. sicherlich nicht aus dem Wunsch heraus, alsLohnräuber" zu erscheinen, sondern einfach deshalb, weil die anderen Ankostenpositionen sich immer noch als völlig unbeweglich erweisen. Auf der an­deren Seite halten die Arbeitnehmer jede weitere Lohnsenkung für unmöglich und untragbar, ein Standpunkt, den sie ange­sichts der inzwischen in Gang gekommenen vielfachen Tarifkämpse weniger denn je werden aufgeben wollen. So stehen sich die Gegensätze in den wesentlichen Fragen unvermittelt gegenüber. Wie man hört, ist die Zwischenzeit während der Ver­tagung der Ausschußberatungen in oer vorigen Woche bis zum Donnerstag zu Einzelverhandlungen über eine Annähe­rung der Standpunkte benutzt worden, ohne daß sich int Grunde etwas geändert hat. Wie sich die Dinge jetzt weiter entwickeln werden, ist noch ungewiß. ES ist möglich, daß man, um das Gesicht zu wahren, bei einem Kompromiß endet, das an der Ge­gensätzlichkeit der Standpunkte natürlich nichts ändert und deshalb gar keinen Wert hat, es kann aber auch der Fall eintreten, daß die Tätigkeit des Wirtschaftsbeirates auch nach außen hin in ein Mehrheits­und ein MindecheitSgutachten bezüglich der Lohn- und Preisfragen auseinander- fällt

Anabhängig davon, welcher dieser Fälle eintritt, steht damit aber schon fest, daß die Regierung ihre geplante Rückendeckung in Form eines von der Autorität eines ein­heitlichen Wirtschaftsbeirates getragenen Gutachtens nicht findet, d. h. die Entschei­dung wird also doch innerhalb des Kabt- netts gefällt werden müssen. Wenn man sich der Tatsache erinnert, welche Wichtig« feit der Kanzler der Heranziehung dieses Gremiums der Sachverständigen beigemes­sen hat. was ja auch durch die Heber« nähme des Ghrenvorsitzes durch den Reichspräsidenten sinnfällig zum Ausdruck kam, dann ist das Ergebnis mehr als dürftig und stellt zweifellos eine neue Be­einträchtigung des Ansehens der Regie­rung dar. Roch schwerer wiegt in sach­licher Hinsicht der erneute Zeitverlust, den diese Fehlkalkulation der Regierung zur Folge hat. Während der von vornherein viel zu schwerfällige Apparat des Wirt­schaftsbeirates in ergebnislosen Debatten wochenlang leergelaufen ist. sind in der Wirtschaft die Tarifkämpfe auf der ganzen ßinie entbrannt. Man hätte erwarten dürfen, daß ein richtungweisendes Wirt­schaftsprogramm mindestens dann vorliegt, wenn diese Entscheidungen heran sind. Das ist nun leider nicht der Fall und die Folge ist, daß die Tarifpolitik und das Schlich­tungswesen vor Entscheidungen gestellt wurden, die doch auf Richtlinien eben dieses Wirtschaftsprogrammes entschieden werden sollten. So ist die Anklarheit und Inkonsequenz und die Furcht vor Entschei- dungen zustande gekommen, die die Tätig- teit des Schlichtungswesens gerade in der Zeit kennzeichnet, während der der Wirt- schaftsbeirat über dem WirtschastSpro-