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»tn 19. Rov. 1931

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Anzeiger für (bas frühere kurhessischej Oberhessen

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Marburg a. Lahn

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

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Die Japaner besetzen Tsitsikar

Der Völlerbundsrat kommt zu keinem Ergebnis Die Einberufung des Sonderausschusses der B.I.Z.

Auf dem Dache sitzt... Die andere Seite

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Javanische Posten bewachen die Eisenbahndrücke über den Nonniflub.

Die Japaner haben am Mittwoch nach einem erbitterte« Kampf mit den Truppen des Generals Ma im Laufe des Morgens die Stadt Angantfchi er­obert und damit die ch i n e f i f ch e O st - bahn erreicht und fodann im Laufe des Tages auch die Stadt Tfitfikar

eine Verteidigung gewesen. Der Korre­spondent fügt hinzu, General Vonschu habe zwar die Weisung gehabt, keine Offensive zu unternehmen, aber die chinesischen An­griffe vom Dienstag hätten die Gelegen­heit gegeben, zu zeigen, daß der Angriff die beste Verteidigung sei. Mit der Auf­lösung der Streitkräfte des Generals M a und der Besetzung von Tsitsikar sei die letzte organisierte Autorität in der Mand­schurei, die Tschanghuseliang gegenüber loyal geblieben sei, verschwunden.

Funkbild aus Paris: Blick in den Uhrenkaal des französischen Auhnministeriums.

linnenb an der Ecke von links nach rechts: Staatssekretär von Bülow, Italiens Vertreter aloia, der französische Außenminister Briand und der englische Außenminister Sir John Simon

eingenommen. Die Chinesen befin­den sich im wilder Flucht und find 50 Kilo­meter weit zurückgegangen.

Nach einer japanischen Erklärung zu dem neuerlichen Vormarsch in der Mand- schurei ist der Angriff notwendig gewesen, um einer chinesische Aktion zuvorzukom­men. Nach einer weiteren Erklärung ist die chinesische Niederlage voll- st ä nd i g.

lieber die Niederlage der chinesischen Truppen in der Mandschurei berichtet der Sonder-Korrespondent derDaily Mail" in C h a r b i n: Die Japaner griffen um 5 Uhr früh mit 5000 Mann aller Waffengattungen Infanterie, Kavallerie, Tanks, schwere Bombenflug­zeuge und Panzerzüge an und durch­brachen die Front der Chinesen, bte, auf dem Rückzug hartnäckigen Widerstand leisteten. Ein Gegenangriff vor Angantschi verzögerte das japanische Vordringen. Der Nonniflutz ist jetzt zugefroren. Chinesen wie Japaner litten schwer unter der bitte­ren Kälte.

Reuter meldet aus Mukden: Kurz nach Sonnenaufgang eröffnete die japa­nische Artillerie das Feuer. Die Japaner standen einer fünffachen Uebermacht gegenüber, waren aber in der Feldartil­lerie und der Luftwaffe den Gegnern überlegen, während die Chinesen über den Vorteil starker Kavalleriemassen ver­fügten.

Die japanischen Militärbehörden erklär­ten, datz sie in keiner Weise die russischen Interessen beeinträchtigen würden, wenn es auch möglich sei, daß die Schwungkraft der japanischen Aktion die japanischen Streitkräfte zeitweilig bis über die Eisen­bahnlinie hinausführen werde.

Fernöstliche Dialektik.

.Der japanische Kriegsminister erklärte, es sei ein großer Irrtum, zu denken, daß Japan gegen China Krieg führe. Bei dem japanischen Vorgehen in der Mand­schurei handele es sich lediglich um rein polizeiliche Maßnahmen. Don einem

Mluf der Pariser Ratstagung über den »ndschurischen Konflikt ist am Mittwoch Wofern eine Wendung eingetreten, als der englische Außenminister gegen jede «heinlösung aussprach und die Anweu- H«g des Ättikels 15 zur Aussprache ge­pellt hat, der es gestatten würde, von [jtm Grundsatz der Einstimmig- lei t a b z u g e h en.

Wtinge Möglichkeiten einer Lösung der I mandschurischen Frage. ltfi. Paris, 19. Nov. Der englische »legierte auf der Tagung des Völker- »ndsrates, Sir John Simon, und der Manische Delegierte, Matsudrira, Iroen gestern abend mit General Dawes «handelt.Journal" will erfahren lüben, daß sich bei diesen Verhandlungen Ke Möglichkeit einer Lösung des chine- IH-japanischen Konfliktes abgezeichnet /Obe. Der Engländer und Amerikaner Allen sie günstig ausgenommen, und sie Wi noch spät abends Briand zur Kennt- ttb gebracht worden. Japan würde seine Wrderung auf Bestätigung seiner sämt- Men Verträge mit China aufrecht erhal- M, sich jedoch zur Entsendung einer Wobachtungskommission nach der Mand- Rutei bereit erklären.

IEcho de Paris" äußerte sich in Mlichem Sinne und erklärt, daß der Dor- Wag, einer Kommission zu entsenden, von kn japanischen Delegierten ausgehe. Da- Wgen müßten sich die Chinesen zu direkten Werhandlunaen mit Tokio verpflichten. Wf diese Weise würde der Völkerbund Me peinliche Session zum Abschluß brin- Wl können. Falls diese Kompromiß- Mng in Erwägung gezogen worden sein «sie, so dürfte ihre Möglichkeit, wie wet- berichtet wird, doch bereits als hin- Mig angesehen werden, nachdem dis Mnesen noch gestern erklärt haben, daß $u direkten Verhandlungen unter dem «uck der japanischen Besetzung in der Mandschurei auf keinen Fall bereit seien. .DerT i m e s" - Korrespondent in To­kio meldet: Nach Mitteilung des japa- Mhen Kriegsminifteriums hätten die ! Chinesen am Dienstag nachmittag eine jkoßangelegte Offensive vorbereitet. Der p$ige japanische Angriff sei somit nur

Gefährliches Halbdunkel

Treviranus ist offenherzig

klare Entscheidung hinsichtlich der Stillhaltung brauche. Deutschland müsie daher die Stärke, die in seiner Schuldnerschaft liege, gebührend ausnützen. In diesem Zusammenhang befaßte sich auch der Minister mit der Frage, ob es nicht bester gewesen wäre, die National­sozialisten in die politische Verantwor­tung hineiuzuziehen.

Die Regierung Hube, wie Treviranus sagte, die Aufsastuag vertrete«, das, die Stärke dieser Bolksbewegnng für die schwebevde« autzeupolitische« Berhandl««- gen ein so großer Vorteil sei, daß es falsch wäre, diese« Faktor z» biode«.

In der Außenpolitik sollte es keinen Streit der Meinungen geben, sondern eine nationale, überparteiliche Front. Dazu aber gehöre ein Maß von gegenseitiger Achtung.

Hinsichtlich der deutschen Wirtschaftspolitik erklärte der Minister, daß die Wirtschaft ein Gefangener der natürlichen Entwicklung sei. Es sei eine schwere Aufgabe für den Staat, da einzugreifen, wo sonst das freie Spiel der Kräfte der Regulator sei. Der Appell an die Einsicht der einzelnen Wirtschaftskreise nütze aber nicht mehr, und deshalb müste der Staat selbst eingreifen.

Das Ziel der gegenwärtigen Regierung, so schloß der Minister, sei, die künftige Größe des Deutschen Reiches vorzubereiten, daß jederzeit auf dem eingeschlagenen Wege fortgeschritten werden kann, ohne dann die Schwierigkeiten der Vergangenheit vor sich zu habe«.

Oppeln, 18. Rov. Reichsminister Trevi- lanus sprach gestern in der ersten stark be­suchten -Zusammenkunft derDienstags-Ge­sellschaft".

Reichsminister Treviranus gab zunächst feiner Befriedigung darüber Ausdruck, vor einem solchen Forum sprechen zu dürfen, da jedes Mitglied der Reichsregierung mit Be­dauern habe feftstellen müsten, daß die not­wendige Publizität nur in unzulänglichem Maße erreicht sei,

daß illfolgedeste« eine Unzahl irregehender Gerüchte im Umlauf und ein immer grö­ßeres Schwinden des Vertrauens zur Re­gierung festzustellen sei.

Auf der anderen Seite habe aber jedes Mit­glied der Reichsregierung allmählich einge­sehen, daß ein gewisses Halbdunkel über der praktischen Durchführung der nächsten Aufgaben notwendig sei, um zu verhin­dern, daß irgend eine Maßnahme spekulativ ausgenutzt werde oder daß das Ausland aus 'der Diskussion gewißer Pläne vorzeitig seins Schlüße ziehe.

Reichsminister Trevftanus befaßte sich dann mit außenpolitischen Fragen und führte aus, daß bereits in den nächsten Tagen eine klare Umreißung der künftigen Gestaltung der deut­schen Außenpolitik zu erwarten sei. Er unter­strich, daß es in der gegenwärtigen Zeit der großen Weltgeschichte keine Löfung außen­politischer Probleme gebe, die ohne das -^u- tun von Nachbarn oder von ganz anderen wirtschaftlichen Gewalten möglich sei . Die po­litische Konstellation ringsum sei denkbar un­günstig, obwohl Deutschland im Frühjahr eine