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EinDrittelHessenswähltdieN.S.D.A.P

In einem Jahr von 137981 auf 291189 Stimmen Die S.P.D. verliert 47000 Wähler

Marburger ragesanzeigtt

Nr.M 66.Mrs. Marburg a. Lahn

SeUche

Laudeszeikung

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Anzeiger für (das frühere kirrheffische) Oberhefsen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg

J Die .Oberhesstsche Zeitung' er­scheint sechsmal wSchentlich. Be- ^-preiS monatlich 2. 20GM.au«- -^steßl. ZustellungSgebühr, durch V <post 2.45 GM. Für etwa durch -tretk. Maschinendefekt oder ele- -ptiate Ereignisse ausfallende Kummern wird kein Ersatz ge- ( Met. Verlag, Dr. §. Hitzeroth»

| der Unib-Buchdruckerei

Ä god- «ug. Koch, Mark« 21/23. ^8 itnfbted r: Rr. 54 und Rr. 55.

W ^stschechkonro: Amr Frankfurt V| Rr. 5015. Sprechzeit l Redaktion bon 1011 und

V.11 Ubr.

Montag, W16. Re». ISA

-

abgegeben. Die Wahlbeteiligung betrug bei 955185 Stimmberechtigten 82,7 Pro­zent.

ft. Frankfurt, 16. Nov. Nach dem ,»rlänfigen Gesamtergebnis der Wahlen zum hessischen Landtag haben «halten (die Wahlen in Klammern be­ziehen sich auf das Ergebnis der R e i ch s - tagswahl vom 14.September 1930): Sozialdemokraten Zentrum Kommunisten Komm. Opposition Deutsche Volkspartei

taatspartei

dikale Demokraten hristl. Soziale

Lolksrcchtspartei Hess. Landvolk Deutschnationale Soz. Arbeiterpartei Nationalsozialisten

Nach dem vorläufigen amtlichen Ergeb- »is der hessischen Lgndtagswahlen ver­teilen sich die Sitze auf die einzelnen Par­teien wie folgt:

Die Wühlen in Hessen haben den Na­tionalsozialisten einen Erfolg gebracht, des-

1 sen Umfang auch die kühnsten Erwar- ' hingen der Anhänger der ÄSDAP. über- steigt. Es ist nun die Frage, ob auch in Hessen versucht werden wird, eine Be­wegung, zu der sich gestern ein Drittel i der ganzen Bevölkerung erklärt hat, von der Verantwortung auszuschließen. Das ist bei der Methode, die auch anderswo fortgesetzt geübt wird, noch dadurch mög­lich, daß den 32 Stimmen der nationalen Opposition 38 Stimmen des Zentrums, der SPD., der Kommunisten, der Staats­partei. 'und der kommunistischen und so­zialdemokratischen Oppositionsparteien ge­genüberstehen würden. Das Zentrum wird also den Ausschlag geben. Das Zentrum shat einen Zuwachs von 8000 Stimmen zu > verzeichnen, verliert aber 3 Mandate. Das -bedeutet, daß auch das Zentrum von der j erheblich stärkeren Wahlbeteiligung nicht . den Zuwachs profitiert hat, den es er­warten muhte. Viel stärker ist der Rück­gang der Stimmen der SPD. Sie hat» gegenüber der Reichslagswahl 47 000 Wähler verloren. Da die Kommunisten etwas mehr als 22 000 Stimmen gewon­nen haben, sind also auch zahlreiche Wäh- kt der SPD. zu den Nationalsozialisten obgewandert. Die sogenannte bürgerliche Ditte ist fast völlig zerschlagen, Verhält­nis mäßig gut haben sich die Deutschnatio- »alen gehalten. Es bleibt nun abzuwar- kn, ob die Vertreter des dritten Teils der hessischen Bevölkerung daran gehin­dert werden sollen, die Verantwortung, die sie suchen, za übernehmen. Insofern,

168 299

(215747)

112440

(104 246)

106 775

(84 513)

14 951

(-)

18 325

(49 929)

10 793

(38 829)

4 617

(~)

16 712

(19 086)

1529

(4 702)

20 766

(57 575)

10 857

(11 902)

8177

(-)

291189

(137 981)

Sozialdemokraten

15 (24)

Zentrum

10 (13)

Kommunisten

10 (4)

Komm. O??osition

1 (-)

Deutsche Vollspartei

1 (7)

Staatspartei

1 (3)

Christi. Soziale

1 (-)

Bolksrechtspartei

- (2)

Hess. Landvolk

2 (9)

Deutschnationale

1 (3)

Soz. Arbeiterpartei

1 (-)

Nationalsozialisten

27 (1)

Es wurden 785 481

gültige Stimmen

wird die Frage der Regierungsbildung in Hessen von größter Bedeutung für das ganze Reich sein.

Einzelergebnisse

Kreis Schotten (Oberhessen): SPD. 2121 (2669), Zentr. 77 (49), KPD. 668 (222), Komm. Opp. 39 (0), DVP. 99 (461), Staats­partei 64 (498), Rad. Dem. 153 (0), Christi. Soz. 322 (570), Volksrechtsp. 18 (36), Hess. Landvolk 1298 (3478), Deutschnat. 126 (199), Soz. Arb.-P. 58 (0), NSDAP. 9704 (3815). Stimmberechtigte 18 603, gültige Stimmen 14 747. Wahlbeteiligung 85 Prozent.

Stadt (Sieben: SPD. 4240 (5040), Zentr. 988 (925), KPD. 1879 (1730), Komm. Opp 79 (0), DVP. 1038 (2637). Staatsparte« 524 (1500), Rad. Dem. 81 (0), Christi. Soz. 534 (634), Volksrechtsp. 111 (221), Hess. Land­volk 26 (61), Deutschnat. 924 (840), Soz. Ar.-P. 161 (0), NSDAP. 9016 (3714).

Stadt Worms: SPD. 4895 (5741), Ztr. 3217 (5741), KPD. 6312 (5254), Komm. Opp. 191 (0) DVP 2195 (5253), Staatspartei 452 (1597),' Rad. Dem. 201 (0). Christi. Soz. 931 (1114), Volksrechtsp. 142 (388), Hess. Land­

volk 15 (69), Deutschnat. 552 (770), Soz. Arb.- Partei 218 (0), NSDAP. 10 580 (5498).

Stadt Darmstadt: Sozialdemokraten 12 465 (15 536), Zentr. 3444 (3532), KPD. 6579 (3987), Komm. Opp. 236 (0), DVP. 2789 (9089), Staatsp. 935 (3602), 934 (3602), Rad. Dem. 849 (0), Christl-Soz. Volksdienst 1606 (1681), Volksrechtsp. 270 (752), Hess. Landv. 66 (135), Deutschnat. 1377 (1405), Soz. Arb.- Partei 366 (0), NSDAP. 25 832 (13141).

Stadt Offenbach: Sozialdemokraten 10163 (15 742), Zentr. 5596 (5392), KPD. 7043 (10 658), Komm. Opp. 9008 (0), DVP. 1235 (4099), Staatsp, 1039 (2203), Radikale Demokr. 176 (0), Christi.-Soz. Voiksd. 1390 (905), Volksrechtsp. 307 (731), Hess. Landvolk 41 (49) Deutschnat. 1082 (860), Soz. Arb.-P. 928 (0), NSDAP. 11992 (5790).

Stadt Friedberg: SPD. 1530 (1828), Ztr. 521 (478), KPD. 694 (519), Komm. Opp. 33 (0), DVP. 348 (709), Staatsp. 175 (435), Rad. Dem. 78 (0), Christl.-Soz. Voiksd. 315 (338), Volksrechtsp. 10 (41), Hess. Landv. 119 (143), Deutschnat. 143 (155), Soz. Arb.-P. 130 (0), NSDAP. 2340 (903),

Vad Nauheim: SPD. 799 (1378). Ztr. 471 (782), KPD. 480 (468), Komm. Opp. 22

Gefährliches Kompromiß

Erst B.I.Z.-Ausschutz, dann private Bankierkonferenz, dann erst politische Konferenz

Paris, 14. Nov. Die Besprechungen, die von Hoesch am Sonnabend mit dem französischen Finanzminister Flandin hatte, haben zu einer weitgehenden An­näherung der beiderseitigen Stand­punkte geführt. Entgegen anderslaaten- den Meldungen muß festgestellt werden, daß jedoch von einer völligen Einigung noch nicht gesprochen werden kann. Die endgültige Formulie­rung des deutschen Antrages auf Einbe­rufung des Sonderausschusies bei der BIZ. ist bisher noch nicht gelungen. Man dürfte der Lösung dieser Frage jedoch sehr nahe sein. Bekanntlich handelt es sich darum, eine Formel zu finden, welche die Vollmachten de« Sonderausschusies im Rahmen des Youngplanes enthält, aber doch die volle Nachprüfung der Zahlnngs- fähigkeit Deutschlands (also eine Berück­sichtigung der kurzfristigen Verschuldung Deutschlands) ermöglicht. Der Plan, einen zweiten Sonderavsschuh von Bankvertre­tern neben dem VIZ.-Ansschnß tagen zu lasien, dürfte hingegen ausgegeben worden sein. Die Entscheidung ist am Montag oder Dienstag nach dem Eintreffen von Bülow in Paris zu erwarten.

Erst BJZ.-Ausschuh und private Bankier- Konferenz, dann Regiernngskonferenz.

Wie bekannt wird, haben sich Botschaf­ter von Hoesch und Finanzminister Flandin in ihren Verhandlungen um die Einberufung des Sachverftändigenaus- schusses bei der BIZ. dahin geeinigt, die Berücksichtigung der kurzfristigen Kredite bei der Beurteilung der Zah­lungsfähigkeit Deutschlands der Regie­rungskonferenz vorzubehal­ten, die nach der Berichterstattung des BSZ.-Ausschusses zusammentreten wird. Die französische Regierung hält nach wie

vor an dem Standpunkt fest, daß der BIZ. - Ausschuß die Zahlungsfähigkeit Deutschlands ausschließlich vom Stand­punkt der Reparationszahlungen aus zu prüfen habe, und daß die P ri v a ts ch u l- d e n bei der Aufstellung des neuen Zah­lungsplanes, wenn überhaupt, dann nur nebensächlicheBerücksichtigung finden dürften. Deutscherseits ist man non der Auffassung nicht abgewichen, daß eine gerechte und der Wirklichkeit enrfprechende Beurteilung der Zahlungsfähigkeit nur unter Einbeziehung sämtlicher Verpflich­tungen, ganz gleich ob politischer oder pri­vater Natur, möglich sei. Eine Aenderung der Lage ist jedoch insofern elngetreten, als die französische Regierung ihren Wil­len durchgesetzt hat, dem BIZ.-Ausschuß keine Befugnisse zu erteilen, die über den Rahmen des Youngplanes hinausgehen. Die Reichsregierung hat sich damit einver­standen erklärt, daß die Regelung der kurzfristigen Anleihen einer Bankrer- konferenz übertragen wird, die aber rein privaten Charakter trägt. Voraussichtlich werden die Arbeiten dieser beiden Ausschüsse zu gleicher Zeit in Basel beginnen. Wie weit der von der Banrrer- konferenz auszuarbeitende Bericht bei der Beurteilung der deutschen Zahlungsfähig­keit berücksichtigt wird, soll erst auf der Konferenz der am Youngplan beteiligten Mächte entschieden werden. Deutscherseits wird die Auffassung vertreten, daß diese Konferenz selbstverständlich die endgültige Umgestaltung des Youngplanes behandeln müsse, der sich der wirklichen Zahlungs­fähigkeit Deutschlands anpassen müsse. Die französische Regierung wünscht dagegen die Neuregelung nur für die Zeit deraugen­blicklichen Krise". Danach will sie zum Youngplan in seiner gegenwärtigen Form zurücÜehren.

Der bevorstehende Pariser Besuch des Staatssekretär von Bülow wird die Ver­handlungen vom Hoeschs zum vollständigen Abschluß bringen. Man rechnet in Paris mit dem amtlichen deutschen Antrag .«uf Einberufung des BJZ.-Ausschusies für Mitte dieser Woche.

(0), DVP. 172 (706), Staatsp. 129 (557). Rad. Demokr. 116 (0). Christl.-Soz. Volksdienst 286 (406), Volksrechtsp. 19 (62), Hess Landv. 22 (70), Deutschnat. 316 (580), Soz. Arb.-P. 86 0), NSDAP. 2124 (1651). Stimmebcrechtigte 6300, abgegebene Stimmen 5050.

Stadt Bingen: SPD. 971 (1237), Ztr. 3796 (3656), KPD, 467 (514), Komm. Opp. 59, (0), DVP. 278 (633), Staatsp. 179 (486), Rad. Dem. 18 (0), Christl.-Soz. Voiksd. 113 (118), Volksrechtsp. 9 (16), Hess. Landvolk 61 (193), Deutschnat. 114 (110), Soz. Arb.-P. 48 (0), NSDAP. 1397 (692).

Pressestimmen

Die Berliner Montagsblätter heben in ihren Besprechungen der hessischen Land- tagswohlen übereinstimmend das starke Anwachsen der radikalen Flügelparteien, insbesondere der Rationalsozialisten her­vor und unterstreichen die Tatsache, daß von den int ganzen etwa 800 000 abge­gebenen Stimmen für die zerriebene Mitte nur 100 000 Stimmen übrigbleiben, wenn man Sozialdemokraten, Nationalsozia- kisten, Kommunisten und Zentrum abzieht.

Die ausführliche Würdigung des Wahlergebnisses bringt derM o n t a g, der die gestrigen Landtagswahlen als für die innerpolitische Entwicklung Deutsch­lands vonausschlaggebenderBe- d e u t u n g charakterisiert. Selbstverständ­lich, sagt das Blatt, hat in Hessen die Weimarer Koalition, Zentrum, Sozial­demokraten und Staatspartei, keine Mehr­heit mehr. Für den neuen hessischen Land­tag ergeben sich verschiedene Möglich­keiten der Mehrheitsbildung. Es können die Rativnalsozialisten mit den Deutsch­nationalen, der Deutschen Volkspartei, dem Landvolk und den Christlich-Sozialen eine Mehrheit gegen die beiden bisher maßgebenden Parteien der Weimarer Koalition, die Sozialdemokraten und das Zentrum, bilden. Das Zentrum kann sich auch dieser Koalition anschließen. Theo­retisch besteht auch die Möglichkeit einer Mehtheit von Nationalsozialisten und Zen­trum. Die Verhandlungen über die Bil­dung der neuen Regierung in Hessen wer­den aufzeigen, wie sich künftig in Deutsch­land die innerpolitische Gruppierung der Parteien vollziehen wird.

Ein Polizei beamt» in Viiernheim erstochen.

Der Wahlkampf ist in Darmstadt und in der Provinz Starkenburg, soweit bisher be­kannt geworden, überall ruhig verlaufen. Die Wahlbeteiligung war bis zu den Nach­mittagsstunden sehr stark. Sn einzelnen Wahlbezirken hatten bis zur Mittagsstunde bereits 50 Prozent der Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Der Wahl- schleppdienst war in diesem Jahre nicht so . laut und öffentlich wie früher, da das all­gemeine Verbot für Demonstrationen unter freiem Himmel in Kraft getreten ist.

Aus dem Lande wird gleichfalls eine außer- ordentlich hohe Wahlbeteiligung gemeldet. Sn vielen Orten waren nach dem Gottes­dienst bereits 60 bis 80 Prozent der Wahl­berechtigten zur Urne gegangen.

Sn Viernheim (Prov. Starkenburg). hat sich in der Nacht rum Sonntag em Zusam­menstoß zwischen Kommunisten und P o- kizeibeamten ereignet, bei bem ein Polizeibeamter getötet wurde. Bei einem von den Kommunisten mszenierten Kra­wall wollte der Polizei schlichtend eingreifen. Dabei erhielt der Polizeibeamte Weitz einen Stich in das Herz, durch den er sofort getötet wurde. Ein anderer Beamter, der keinem Kollegen zu Hilfe kam, machte den Täter durch zwei Schüsse in den Oberschen­kel und Bauch kampfunfähig. Der Talevist schwer verletzt. Die Landeskriminalpolizei Darmstadt wellt zur Zeit in Viernheim und und nimmt die Ermittlungen auf.

Der Täter, der 28 Sahre alt ist, wurde als Polizeigefangener ins Krankenhaus ge-