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doch weißt, was alles heute fflr meine Ja-' tunft auf dem Spiel steht!"
„3a, um Gottes willen, mein lieber Öunge, du hascht mir doch telegraphiert, baß du Urlaub brauchscht, und daß ich dir Vas Telegramm schicken soll!"
„Ich verstehe kein Wort, MutterI Zeig' mir doch das Telegramm!"
Fortsetzung folgt.
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McheMkm
** Alfred Manns: Der Warphof und das Sumpfmoor. Verlag C. Bertels- mann, Gütersloh. Preis geb. 4 Mn. Zu haben tn jeder Buchhandlung. — Wir besitzen heute gute Bauernroman«, die des deutschen Volkes Sta-mmeseigenarten in Stärk« und Schwäche zeichnen. Manns „Warphof" wird man für diese Reihe sich merken müssen: Ostfrieslandt Wer je seine Ebenen mit dem Zug oder im Auto durcheilt, sein« Alleen mit den Klinker- steinen kennt und die mächtig gelagerten Ge- Höst« Im Eichenkampf mit ihren friesischen Haubergen, nach germanischer Art wett verstreut über große Weideflächen, den packt die große Sehnsucht; ja, wonach? Nach Einfachheit und Einsamkeit; nach jener Klarheit und herben Größe in den Linien unseres Lebens, wie sie des Friesenstammes Bluterbe seit Jahrhunderten sind. Und nun der Roman von Al- red Wanne. Des Riesen Detmar Bisser Kampf mit dem Sumpfmoor, den Temperament und Schicksal zum Kämpfer bestimmten. Aber das Millionenpvojekt der Trockenlegung, in das Öder Mann aus dem Afega-Gefchlecht ver
ßt, droht zu scheitern, ms der Sohn des Vaters Werk krönt. Ein tiefer Gedanke: Solange der Sumpf, der seit Jahrhunderten Vieh j und Menschen frißt, vielleicht seiner Natur nach Ken mutz, solange der Sumpf nur die große
ie bleibt, die ein Detmar mit persönlichem >Haß verfolgt, siegt die mitzhandelte Natur. Frißt die Millionen und frißt den Mann, — als letztes Opfer. Gero, der besinnliche Sohn des blindwütigen Vaters, hört jene andere Stimme der Natur, die in der Sage vom Sumpfkobold selbst auf die Lösung hinweist. Der Fluch der Natur wird zum Segen für ,die Menschen. Man sagt, die Friesen seien letzter Rest des ältesten deutschen Herrenvol- kes. Wer diesen Menschen ins Herz schauen hrill, — und „Der Warphof" läßt uns etwas davon schauen — findet die deutsche Seele. Darum ist'» ein urdeutscher Bauernroman.
" Die „Inseln der Verheißung". Welche begeisterten Schilderungen müssen die Lntdecker früherer Jahrhunderte von jenen palmenüberwehten, korallenretchen Atollen end Inseln der Südsee gegeben haben, daß dieser Name — Ziel und Sehnsucht so vieler, die der Enge der Heimat entflohen — entstehen konnte. Wie selten eine Landschaft ist dieser Rn Wundern und Schönheit reiche Insel- Kroatin des Stillen Ozeans, den die Wisien-
aft unter dem Namen „Ozeanien" zusam- menfatzt, von allen Zaubern einer erträumten Romantik umgeben. Und niemals erschien uns der Seemann beneidenswerter, als wenn in den Büchern der Jugend das Kreuz des Süden» über seinen Segeln leuchtete und der warme Passatwind sein Schiff der Tropenpracht «ntgegensührte. Diese meerbedingte, äanz vom Ozean durchtränkte Jnsellandschaft schildert Prof. Walter Behrmann (Frank- surt), in den neuen Lieferungen des., Handbuchs der geographischen Wissen, schäft" (Akademische Verlagsgesellschast Athenaion m. b. H., Wildpark-Potsdam) mit den Mitteln des Wissenschaftlers, aber darum nicht minder interessant und farbenreich. Ganz Im Gegenteil: in dieser klaren Darstellung
bt diese Inselwelt auf, so wie sie tatsächlich mit all ihren geographischen und land- ^^aftllchen Besonderheiten und vor allem ihre wirtschaftlichen und politischen Beziehungen. Welch ein hoffnungsvolles Kolonialreich uns Deutschen imt diesen fruchtbaren und ertrag- reichen Südseeinseln verloren gegangen ist.
lehren diese Ausführungen, deren Fortsetzung man nicht schnell genug herbeiwünscht. Von der Größe und Zukunft des brasilianischen Wirtschaftsraumes gibt in drei weiteren Heften Pros Oskar M a u l l (Graz) eine deutliche Vorstellung. Hier seien nur die Namen der Landschaften ausgeführt, die reichen Inhalt und eine Hülle neuer Begriffe für uns bergen: Amazomen, das äquatornahe Urwaldgebiet weit um den Riesenstrom, kaum noch erforscht, heiß und europäerfeiiidlich und oie einzelnen Landestcile Brasiliens, jetzt schon trotz der geringen Menschenzahl wichtige Areale landwirtschaftlicher und industrieller Pro- duktion.
•• Erwin ZinÜler, Fünf Brüder Braderup. Roman. Leipzig 1931. K. F. Koehler G. m. H. Verlag. Geh. 3.30 Mark. Ganzleinen 4.80 Mark. — Erwin Z'mdler läßt seinem bekannten niederdeutschen Kriegser- lebniebud) „Auf Biegen und Brechen" das Schickfalsbnch einer Familie folgen, das ebenfalls das Wesen jenes schwerblütigen, treuen, gegen sich selbst und andere so harten niederdeutschen Menschenschlages, der zu den besten unseres Volkes gehört, widerspiegelt. Pastor Uwe Braderup, Trager einer Doppelwelt triebhafter Erdgebundenheit und erworbener Geistigkeit — zweier Kräfte, die selbst sein unbeugsamer Wille nicht immer zu vereinen mag —, zerbricht an dem Tode seines zweiten Sohnes, den gleiche Artung zum Selbstmord treibt. Dessen vier Brüder, jeder ein ganzer Kerl, werden Opfer dis Krieges, in dem sie als aufrechte deutsche Männer rücksichtslos ihr Leben einsetzen. Im Mittelpunkt allen Geschehens steht aber Mutter Elke, eine jener feinnervigen, zarten und doch so willensstarken Frauen, vor derer sttllen Heldengröß« jeden tiefe Ehrfurcht ergreift, und derer aus den Trümmern ihres Lebens- und Mutterglücks geretteter Glaube an eine bessere Zukunft ihres Volkes in gleicher Weise erhebt und erschüttert.
RütsEe
Dreisilbige Scharade.
Wer der Musiker wohl war, Der berühmte Komponist, Desien erstes Silbenpaar Eine schöne Dritte ist?
Silben-Rätsel.
Aus nachstehenden 38 Silben: a ab al an an bal de de de bri e er flut gen goehr i ka ka lett li met nin pin ra ri rus schei Scher scho set st sint spar steu te us vis weg ind 14 Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. Männlicher Personenname. 2. Stern erster Größe. 3. Anderes Wort für Kreuzweg. 4. Große Waldung in Hannover. 5. Künstlerisches Tanzstück. 6. Stadt in Altgriechenland. 7. Große Flut. 8. Kleeart. 9. Abgabe. 10. Name aus der griechischen Mythologie. 11. Salzart. 12. Stadt in Thiiringen.13. Hunderasse. 14. Sardellenart. Wurden die Wörter richtet gebildet, so ergeben diese in der zweiten und fünften Buchstabenreihe — beim vierten Worte ist'» im ersten Falle der erste im zweiten Falle der vierte Buchstabe — beidemal von vorn nach hinten gelesen, ein Zitat von Homer.
«ilder-Rätsel.
8
Problem „Nachricht aus der Stratosphäre^
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Illustriertes Kreuz-Wort-Rätsel.
Die in die waagerechten und senkrechten Felder-Neihen einzutragenden Wörter sind aus den bildlichen Darstellungen zu erraten. Die Wörter der waagerechten Reihen sind in dem oberen, die der senkrechten in dem untern Teil des Bildes zu uchen.
Auflösung Oer Rätsel in nächster »lummer.
Auflösung der Rätsel au, ooriaer Nummer:
Auslösung des Rätsels: A — Herbst — herb.
Auflösung der Umbildungs-Aufgab«:
Diilsmen Den)zig —- Dahsme Mel)le — Dahflem Go)tha — Nafgold Bergjwitz — Rottfweil Burgjstädt.
Auflösung des Auswechsel-Rätsels:
Kamel Maat Mahd Tanne Vettel Ilm Lama Riege Wanne Senne Grad Ohm Heim.
— Mahatma Gandhi. —
Auflösung der Einfassungs-Aufgabe: Die Martinsgans.
Auflösung des Bilder-Rätsels:
Die ganze Schöpfung schwebt in ewigen Harmonien.
Auflösung des Illustrierten Kreuz-Wort-Rätsels:
Waagerecht:
Ast Frau Ofen Berg Pilz Elf.
Senkrecht: Drei Auge Topf Zelt.
In dieser Reihenfolge sind die Wörter einzustellen.
verantwortlich Dr. Ernst Scheller.
Äach y eierabend
Blätter für Unterhaltung und Men - Wöchentliche Beilage der MerheMchen Zeitung.
Rr. 46 Marburg, »tn 14. Nov. 1931
Heber Clausewitz' äußeren Lebensgang ist wenig zu sagen. Der am 1. Juni 1780 zu Burg bei Magdeburg geborene junge Offizier lenkte schon früh durch seinen scharfen Verland und sein gesundes Urteil Scharnhorsts Aufmerksamkeit auf sich, der sein Lehrer und väterlicher Freund wurde. Als Dreißigjähriger war Clausewitz bereits Lehrer an der Allgemeinen Kriegsschule in Berlin, zu deren Direktor man ihn acht Jahre später ernannte. Die Kriege gegen Frankreich machte er auf ruf» sicher Seite mit; die mit der Konvention von Tauroggen abschließenden Verhandlungen mit Porr wurden von Clausewitz geführt. Während seiner Tätigkeit als Leiter der Kriegsschule sand der große Theoretiker die Muße, feine Gedanken in dem grundlegenden Werke „Vom Kriege" niederzulagen, das seinen Namen für immer berühmt machen sollte. Die Arbeiten daran fanden 1830 mit seiner Versetzung nach Breslau als Inspekteur der 2. Artillerie-Inspektion ein Ende. In der schlesischen Hauptstadt ist Clausewitz schon bald darauf, nur 51 Jahre alt, am 16. November 1831, gleich seinem ihm wenige Wochen früher im Tode vorangegangenen Freund und Vorbild Eneisenau der Cholera erlegen.
Clausewitz ist es nicht vergönnt gewesen, ein höheres aktives Kommando zu führen, wenngleich er nach dem Urteil der Zeitgenossen und Biographen unzweifelhaft als Stratege in der Führung großer Verbände Hervorragendes geleistet haben würde. Rückblickend darf man dies vielleicht als ein Glück bezeichnen. Hätte et doch sonst schwerlich Gelegenheit und Zeit gefunden, in so vollendeter Form alle die fruchtbaren Gedanken niederzulegen, durch die er das militärische Denken unserer Armee, man darf fast sagen: unseres Volkes, auf so lange Zeit beeinflußt hat und hoffentlich weiter beeinflussen wird. Daß der Volks geilt es ist, der den Erfolg wesentlich mit verbürgt, haben wir im letzten Krieg zu unserem Schaden vielfach vergessen. Möchten alle diese Lehre des großen Erziehers des preußischen Heeres für die unserem Volke noch bevorstehenden schweren Kämpfe — sie brauchen nicht gerade kriegerischer Natur zu sein — an seinem hundertsten Todestag« sich nachdrücklich zu Herzen nehmen.
WetBlh
(Zu seinem 100. Todestag am 16. 11. 1931.) Von Hans Soltau.
Neben dem glänzenden militärischen Dreigestirn der Freiheitskriege, Blücher, Scharnhorst, Gneisenau, tritt der Name eines vierten, um den Erfolg der preußischen Waffen gleichfalls hochverdienten Offiziers mehr in den Hintergrund. Dem General Karl von C 1 a u f e w i tz war es nicht vergönnt, auf dem Schlachtfelde kriegerische Lorbeeeren zu pflücken, er wirkte mehr als Theoretiker, militärischer Berater und vor allem als Erzieher und Lehrmeister, dessen Gedanken und Anschauungen bas militärische Denken und den Geist des preußischen unb später des deutschen Heeres bis in unsere Tage hinein auf das nachdrücklichste beeinflußt haben. Clausewitz' Lehren besitzen int wesentlichen noch heute Geltung, ihnen sind int hohen, wenn nicht ent» scheidenden Grabe die glänzenden Waffentaten unserer Armeen in den Kriegen von 1866, 1870/71 und int letzten großen Kriege zu danken.
„Der Krieg ist die fortgesetzte Staatspolitik mit anderen Mitteln." Dieser Ausspruch Clausewitz' ist auch dem nicht militärisch Geschulten vertraut und zeigt in wenigen Worten die Anschauungsweise und geistige Einstellung, wie sie in dem berühmten Werke „Vom Kriege", das Clausewitz für alle Zeiten in die erste Reihe der Militärschriftsteller stellt, zum Ausdruck kommen. Es ist natürlich im Rahmen eines kurz gefaßten Aufsatzes unmöglich, den Inhalt des zehnbändigen Werkes auch nur andeutungsweise wieberzugeben; nur einige kurze Leitgedanken seien angeführt, die zeigen, worauf es nach Clausewitz ankommt, um den Erfolg im Kriege zu erzwingen. Wenn nach ihm das Ziel des Kampfes darin liegt, den Gegner wehrlos zu machen, feine materiellen unb moralischen Kräfte zu vernichten, um ihm ben eigenen Willen aufzwingen zu können," so ist bas ganz int Sinne Friebrichs bes Großen, Blüchers, Napoleons unb auch Hinbenburgs gebucht. Die moralischen Größen stnb es, bte bas Element bes Krieges bestimmen, bi« kriegerische Tugenb bes Soldaten unb bet hinter biesem stehenbe Volksgeist nicht ntinber als ber Wille vor allem bes Felbherr», bessert Eeistesklarheit unb Charakterstärke in erster Linie bie Strategie entscheibenb beeinflussen.
Wenn Clausewitz anbererseits bie Verteidi- gung als bie stärkere Form ber Kriegführung bezeichnet, so scheint bas unserer militärischen Heberlicferung zu wibersprechen unb im Gegensatz zu bem eben Gesagten zu stehen. Dieser Gegensatz ist aber nur scheinbar. Denn bie Verteidigung ist ja nicht um ihrer selbst willen ba, burch sie soll vielmehr bas Heber» gewicht über bie Angreifer gewonnen werben, damit man — nachdem dies Zwischenziel erreicht ist — selbst zum Angriff, b. h. zu bem positiven Zweck bes Krieges übergehen kann. Die Verteidigung läßt sich als die stärkere Form bes Krieges mit negativem, der Ängrif als die schwächere Form mit positivem Zwei ansehen. Unb wenn Clausewitz weiter lehrt, baß bie Entscheidung allein in der Schlacht zu
suchen sei, zu bet alle Kräfte vereinigt werten müssen, so scheint uns bies heute beinahe elbstvetstänbiich. Die glänzenden Siege von Sedan und Tannenberg Haden praktisch die Richtigkeit bet Lehren Des großen Theoretikers bewiesen, während bie Außerachtlassung bes entfdjeibenben ©runbgebantens burch ben zweiten Moltke, die ben Mißerfolg ber ersten Marneschlacht zeitigte, auf ben Einfluß bes Weltkrieges zu unseren Ungunsten vielleicht entscheibenb gewirkt hat. Es ist gewiß richtig, daß manche der Clausewitzschen Lehren durch die erhöhte Wirksamkeit der modernen Feuerwaffen durch bie Einführung ganz neuartiger Kampfmittel wie Flugzeugs Kampfwagen, Gas, nicht mehr die gleiche Gültigkeit besitzt wie früher. Das bezieht sich aber immer nur auf die Fragen ber Taktik. Was er bagegen über Strategie, Kriegsgeschichte unb die aus ihr zu ziehenden Folgerungen sagt, wirb für alle Zeiten gelten.
Sie SmiWt im SelKmnn»
Von Julius Schaeffler.
Das herrliche Schillerwort: „Arbeit ist des Bürgers Zierde" hat für viele einen chrillen Mißklang. Was ber lachende Volks- mund über bie Faulheit aus jagt, ist zumeist auf ben Ton gestimmt: Los von ber Arbeit! „Lerne leben ohne zu arbeiten!" — .»Trennung von Beruf unb Arbeit" wirb geforbert. Das Faulbasein ist bie große Lockung: „Faul- heil, verlaß mich nicht; Arbeit, überfall mich nicht!" Die Sprüchlein lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Sie sind bas große Lob ber großen Faulenzerei. „Den Kerl, ber bie Arbeit erfunden hat, wenn ich ben vor mir hätte!" Sier klingt ein wenig (Erregung mit. Meist ist man aber zu faul, sich aufzuregen. So stellt bie gutmütige, m sich ruhende Trägheit gelassen fest: „Der Kerl, der die Arbeit erfunden hat, muß wohl nichts zu tun gehabt haben."
Die Vertreibung aus dem Faulheitsparadies ist unbestreitbare Wirklichkeit, das Unglück ist da. Bleibt als Trost nur der holde Traum, das Gedenken jener seligen Zeiten, ein volles Sineingreifen tn den volkstümlichen Sprichwortfchatz, den Faulheitsapostel und Erzschlarafsen einer langen und reichen Arbeitsvergangenheit und einer schwer schuftenden Arbeitsgegenwart zur Linderung des Mißbehagens geschaffen haben.
Das Faultier ist Sehnsuchtsbild und Hochziel. Den ganzen lieben langen Tag arbeits- unb bewegungslos am Baumast hängen — nein, auch dieses Hängen erfordert noch eine Aufwendung an Kraft. Hochziel und Sehnsuchtsbild ist jener Bauernbursche, der aus- gestreckt in ganzer Länge auf der Bank dicht am glühenden Ofen lag und der Magd befahl, ihn umzudrehen, da er sonst verbrenne. Oder: „Wenn ich nur schon läge," sagte der Junge, „komm, Mutter, stoß mich um." Das nenn' ich achtunggebietende Faulheit großen Formats. Hiermit verglichen find wir alle nur unbedeutende Faulenzerchen, die über ein anfängerhaftes Herumstümpern im kleinen noch nicht hinausgekommen sind.
Das Nichtstun ist eine sehr alte Sache. Wir haben — ich weiß nicht wann — bis Bezeichnung „dolce far niente“ von den Italienern hergeholt. Die kennen das „süße Nichtstun" also auch. Aber erfunden haben sie es nicht; denn schon in den Schriften des alten Römers Pttnius (62—113 n. Chr.) findet sich die Stelle: iucunbum ml agere, das angenehme Nichtstun ((Ep. VIII, 9); unb bei Cicero (106—43 v. Chr.) heißt es: Nihil agere belectat, Nichtstun erquickt (De oratore II, 24). Auch bas dem Faulenzer gebraten ins Maul fliegende Schlaraffengeflü- gel ist ehrwürdigen Alters. Schon Sebastian Brant (1457—1521) und Hans Sachs (1494 bis 1576) erzählen davon:
„Ein Gegend heißt Schlaraffenland, Den faulen Leuten wohlbekannt... Auch fliegen utnb (möget ihr glauben) Eebrat'ne Hühner, (Sans’ und Tauben."
So lesen wir bei dem Nürnberger Schuhmacher-Dichter. Gehen wir weiter zurück, so läßt uns auch hier — wie immer — das Altertum nickt im Stich; denn den alten Rö<
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